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German studies

University, School

PH Ludwigsburg

Grade, Teacher, Year

2,5, Boose, 2013

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Text by Alain W. ©
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Kunst- und Künstlerverstän­dni­s in Kafkas „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ M.A. Germanistik / Kulturwissensch­aft­en 9. Fachsemester Inhaltsverzeich­nis 1.   Einleitendes 3 2.   Selbstverständn­is und Doppelleben. 4 2.1.    Zwischen Zionismus und Antisemitismus 5 2.2.    Schreiben – unersetzliches Versagen. 8 3.   Einzelner vs. Gemeinschaft 11 3.1.    Josefine. 11 3.2.    Das Volk der Mäuse. 12 4.   Musik und Weiblichkeit 15 5.   Fazit 17 6.   Literaturverzei­chn­is 18 1.     Einleitendes Kafkas Erzählung „Josefine die Sängerin oder das Volk der Mäuse“ beschäftigt sich in reflektierter Weise mit dem Verhältnis von Künstler, seiner Kunst und seinem Publikum. Der Autor stellt in diesem letzten Text die zentralen Fragen, seine Kunstauffassung betreffend: Was ist Kunst? Was kann sie leisten? Kann sie verstanden werden? Welchen Platz hat der Künstler in der Gesellschaft? Kann er ernst genommen werden? Kafka nimmt seine Künstlerfiguren selten ernst – sie werden als Tiere oder tierähnlich dargestellt (wie beispielsweise der Hungerkünstler oder natürlich Josefine), sind jedenfalls kein Teil der zivilisierten menschlichen Gesellschaft. Kunst als solches erscheint nicht als wertvoller Beitrag zur Gemeinschaft, höchstens kann das Ereignis des musikalischen Vortrags für eine Volksversammlun­g genutzt werden, bei dem kaum jemand noch wirklich zuhört. Der Künstler
Der Prozess – Franz Kafka An einem Sonntagvormitta­g Gestaltende Interpretation Das Gedicht „An einem Sonntagvormitta­g“ basiert auf dem Kapitel „Erste Untersuchung“ des Romans „Der Prozess“ von Franz Kafka. Grundlage des lyrischen Werkes bilden 3 Zitate aus dem vorgegebenen Kapitel, die integriert wurden. Der Inhalt des Kapitels ist der Sonntag nach Joseph K.‘s Verhaftung, an dem er telefonisch zu einer Untersuchung vorgeladen wird, ohne dass ihm ein Zeitpunkt genannt wird. Wer sich genau an ihn wendet, fragt K. nicht nach. So begibt er sich am Sonntagmorgen zu der Adresse, wo die Untersuchung stattfinden soll. Dort angekommen, muss K. lange nach dem Gerichtssaal suchen. Dieser erweist sich schließlich als kleines Zimmer in der Wohnung eines Gerichtsdieners­. Viele ähnlich gekleidete Personen haben sich bereits versammelt, Josef K. kommt zu spät. Der Untersuchungsri­cht­er begrüßt K. fälschlicherwei­se als „Zimmermaler“. Seine einzige Gerichtsunterla­ge ist ein kleines zerfleddertes Heftchen, das ihm K. später entwendet. K. versucht nun, die anwesenden Beamten des Gerichts mit einer Rede über die Absurdität des Gerichts, die Ungerechtigkeit seiner Verhaftung und die Bestechlichkeit der Wächter für sich zu gewinnen. Allerdings verliert er sich dabei in allzu langatmigen Schilderungen. So gleitet die Aufmerksamkeit des Publikums ab und wendet sich einem in einer Ecke lüstern kreischenden

Der Außenseiter in der Literatur am Beispiel des Landvermessers K. in Franz Kafkas Roman „Das Schloß“


Inhaltsangabe

1.            Einleitung

2.1.         Der Autor: Franz Kafka

2.2.         Das Schloß im biographischen Kontext

3.1.         Mann ohne Herkunft und Vergangenheit: Der Landvermesser K.

3.2.         Die Motiv K.s: Der Kampf

3.3.         Ein Gegner, der sich entzieht: Das Schloß

3.4.         K. und die Frauen

4.            Fazit

5.            Literaturliste


1.        Einleitung   

Mit dem Landvermesser K., der als Fremder in einer kalten Winternacht in einem namenlosen Dorf ankommt und in den nächsten Tagen einen ebenso verbissenen wie hoffnungslosen Kampf um seine Existenz führt, hat Franz Kafka eine Figur der Weltliteratur geschaffen.

In seinem Fragment gebliebenen letzten Roman Das Schloss zeichnete Kafka die Erlebnisse K.s in einer düsteren und surrealen Umwelt über sieben Tage hinweg nach, ehe die Geschichte unvollendet abbricht. K. ist ein Außenseiter in dieser Welt oder, wie es im Roman heißt, ein Fremder, der an dem Ort, in dem er beschlossen hat, in Zukunft leben zu wollen, „überzählig“ ist.

Dieser Außenseiter soll auf den folgenden Seiten im Mittelpunkt stehen. Wie wird K., wie wird seine Umwelt und die Menschen, denen er begegnet beschrieben? Was verbirgt sich hinter dem Schloss und seinen Vertretern, mit denen K. den Kampf aufnehmen will? Und was ist das letztlich für ein Kampf, der hier ausgetragen werden soll?

Es ist in der Vergangenheit vielfach versucht worden, Kafkas Roman zu deuten. Erstmalig bereits von Max Brod, Kafkas Freund, der das Werk posthum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, und in der Folge von verschiedener Seite und mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Diese Diskussionen hier erschöpfend auszubreiten, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Vielmehr geht es um die Beschreibung des Außenseiters als literarische Figur am Beispiel des vermeintlichen Landvermessers K. Um diese zu entwickeln, scheint es zunächst notwendig, den Roman in den Kontext von Leben und Werk des Autors Franz Kafka zu stellen. Daher soll der Darstellung der Romanfigur K. ein biographischer Abschnitt auf den ersten Seiten dieser Arbeit vorangestellt werden.

Der verwendete Primärtext dieser Arbeit ist die Ausgabe von Franz Kafkas Schloß-Roman, die der Aufbau Taschenbuch Verlag 1995 herausgegeben hat.[1] Sie basiert auf der 1983 von Klaus Hermsdorf herausgegebenen zweibändigen Ausgabe Das erzählerische Werk,[2] die wiederum die von Max Brod herausgegebenen Gesammelten Werke Franz Kafkas zur Grundlage hatten.

2.1.   Der .....[read full text]


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Nach der gescheiterten Beziehung mit Felice Bauer verlobte sich Kafka 1919 mit Julie Wohryzek, der Tochter eines Schusters. Auch diese Verbindung endete ohne Hochzeit im Jahr 1920. Im Zusammenhang mit der Übersetzung seines Textes Der Heizer trat Kafka mit der verheirateten tschechischen Journalistin Milena Jesenska in intensiven Briefkontakt, ihr übergab er später seine umfangreichen Tagebücher.

Ab Januar 1922 schrieb Franz Kafka an dem Roman Das Schloß. Er brach die Arbeit an dem Text im August des Jahres ab, ohne sie bis zu seinem Tod beenden zu können.

In seinen letzten Lebensmonaten lebte er mit der ostjüdischen Köchin Dora Diamant zusammen. Sein Gesundheitszustand im Winter 1923/24 verschlechterte sich rapide. Bereits vom Tod gezeichnet kam er schließlich im April 1924 in das Sanatorium Kierling in der Nähe von Wien, wo er am 3. Juni 1924 im Alter von 40 Jahren verstarb.

Franz Kafka hat insgesamt nur einen kleinen Teil seiner Werke zu Lebzeiten veröffentlicht, war er doch selbst einer der härtesten Kritiker seiner Schriften. Mehrfach bat er seinen Jugendfreund Max Brod, alle unveröffentlichten Schriften nach seinem Ableben „restlos und ungelesen“ zu verbrennen.

Nur der Tatsache, dass dieser sich nicht an diese Bitte hielt, verdankt die Nachwelt den Erhalt vieler Werke Franz Kafkas. Neben einer Anzahl verschiedener Erzählungen sind vor allem Kafkas drei unvollendet gebliebenen Romane Der Verschollene (1927 unter dem Titel Amerika erschienen), Der Prozeß (1925) und Das Schloß (1926) erst nach seinem Tod von Max Brod veröffentlicht worden.


2.2.   Das Schloß im biographischen Kontext


In der ersten Jahreshälfte 1922, in der Franz Kafka das Romanfragment Das Schloß niederschrieb, war er schon seit Jahren schwer krank. Die Lungentuberkulose, die ihm nach einem Blutsturz im August 1917 attestiert wurde, hatte ihn seither immer wieder aufs Neue geschwächt.

Eine vollständige Heilung dieser Krankheit war damals noch nicht möglich, allein die Linderung der Symptome konnte versucht werden. Seit Ausbruch der Tuberkulose war Kafkas literarische Produktion fast gänzlich zum Erliegen gekommen.

Die Zeit um den Jahreswechsel 1921/1922 war gekennzeichnet von einer schweren psychischen Krise Kafkas, er befand sich in einem „katastrophalen Zustand“.[3] Im Januar 1922 spitzte sich die Lage derart zu, dass nur noch durch das Verlassen der Heimatstadt Prag eine Besserung zu erhoffen war.

Am 27. Januar reiste Kafka in Begleitung seines Arztes Dr. Otto Hermann, der ihm zu einer Luftveränderung geraten hatte, in den Luftkurort Spindlermühle im Riesengebirge. In dem verschneiten Dorf in der Nähe zur Grenze nach Polen, über 700 m hoch gelegen, quartierte sich Kafka im Hotel „Krone“ für einen kurzen Erholungsurlaub ein. Die Tage in Spindlermühle nutzte Kafka für Schlittenfahrten und lange Spaziergänge, auch besuchte er ein im Ort stattfindendes Skispringen.[4] Vor allem aber begann er hier, scheinbar sofort nach der Ankunft, mit der Niederschrift seines dritten Romans Das Schloß.

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Doch wie glaubwürdig ist diese Behauptung? Hatte er nicht gerade zuvor noch gefragt, in welches Dorf er sich den verirrt hätte? Und war er nicht überrascht gewesen, dass sich oberhalb des Dorfes ein Schloss, das Schloss des Grafen West-West, befände?[6] Die telefonische Nachfrage auf dem Schloss jedenfalls bestätigt die erwartete Ankunft eines Landvermessers und so wird K. für die Dorfbewohner unbezweifelt zum gräflichen Angestellten.

Über K.s äußere Erscheinung wird nur einmal kurz berichtet, als Schwarzer, der Sohn eines Unterkastellans das Schloss telefonisch davon in Kenntnis setzt, dass „ein Mann in Dreißigern“ und „zerlumpt“[7] im Dorf angekommen sei.

Mit sich trüge er einzig einen „Knotenstock“ und einen „winzigen Rucksack“. Das ist vielleicht der armselige Besitz eines Landstreichers, eines Wanderers vielleicht, nicht jedoch die Ausstattung, die ein ausgebildeter Landvermesser mit sich trüge, zumal dann, wenn er einem größeren beruflichen Auftrag entgegensieht.

Doch ob K. ein Betrüger ist, der sich die Stelle eines gräflichen Landvermessers angemaßt hat, bleibt letztlich Spekulation. Sie wird in der Folgezeit zumindest im Dorf weder hinterfragt noch aufgeklärt. Für den Leser bleibt jedoch der Eindruck, dass sich K. eine erfundene Identität zulegt.

Indiz für ein Lügenkonstrukt ist nicht zuletzt die Tatsache, dass weder die von K. angekündigten Gehilfen jemals auftauchen, noch die für die Landvermessung notwendigen Gerätschaften, die diese mit sich führen sollen.

Auch über K.s Vorgeschichte wird fast nichts bekannt. Einmal erwähnt er, dass er, wenn er „so weit von Frau und Kind reist“, dann auch „etwas heimbringen“ will.[8] K. hat also offenbar eine Familie, die er für die Erfüllung seines Auftrags verlassen hat.

Und der Lohn für die kommende Arbeit soll einmal dieser Familie zugutekommen. Wie aber passt diese Familie zu K.s alsbald gefasstem Entschluss, das Mädchen Frieda, das im Ausschank des zweiten Gasthofs des Dorfes arbeitet, zu heiraten? Betrügt er damit nicht jene Ehefrau in der Ferne? Oder belügt er Frieda, die von einer gemeinsamen Zukunft mit K. träumt? Oder gibt es diese Familie gar nicht? Auch diese Frage bleibt im Laufe des Romans unbeantwortet.

Im Gegensatz zu den Dorfbewohnern (und zu den Lesern) scheint die gräfliche Verwaltung im Schloss sehr wohl einiges über K. zu wissen. Sie bestätigt K.s Auftrag und seine Position, ob berechtigt oder erschlichen, im Telefonat mit Schwarzer am ersten Abend. K. selbst erkennt hier erstmals die Macht, der er von nu.....

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Hatte also ein Zufall, ein Missverständnis in der Verwaltung K. zu dem gemacht, was er nun war, ein Landvermesser? Die Frage wird nicht geklärt.



3.2.   Das Motiv K.s: Der Kampf


Herkunft und Vergangenheit K.s bleiben im Verlaufe des Romans unbestimmt. Umso klarer entwickeln sich für den Leser mit der Zeit die Motive des Außenseiters, der in die dörfliche Welt eindringt. Die Hauptfigur selbst spricht wiederholt davon, was sie antreibt: K. will einen Kampf führen und in diesem siegreich sein. Je länger man sein Handeln verfolgt, umso klarer wird dabei auch, K. kämpft, „um des Kampfes willen“.[11]

Die einzige kurze Episode aus dem Leben der Hauptfigur, die im Laufe des Romans berichtet wird, ist bezeichnenderweise ebenfalls die Geschichte eines Kampfes. Während einer beschwerlichen Wanderung durch hohen Schnee erinnert ihn die Dorfkirche an eine Herausforderung der Jugendzeit:

Immer wieder tauchte die Heimat auf, und Erinnerungen an sie erfüllten ihn. Auch dort stand auf dem Hauptplatz eine Kirche, zum Teil war sie von einem alten Friedhof und dieser von einer hohen Mauer umgeben. Nur sehr wenige Jungen hatten diese Mauer schon erklettert, auch K. war es noch nicht gelungen.

Nicht Neugier trieb sie dazu, der Friedhof hatte vor ihnen kein Geheimnis mehr. Durch seine kleine kleine Gittertür waren sie schon oft hineingekommen, nur die glatte, hohe wollten sie bezwingen. An einem Vormittag (…) gelang es ihm überraschend leicht; an einer Stelle, wo er schon oft abgewiesen worden war, erkletterte er, eine kleine Fahne zwischen den Zähnen, die M.....

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Sehr geehrter Herr! Sie sind, wie Sie wissen, in die herrschaftlichen Dienste aufgenommen. Ihr nächster Vorgesetzter ist der Gemeindevorsteher des Dorfes, der Ihnen auch alles Nähere über Ihre Arbeit und die Lohnbedingungen mitteilen wird und dem Sie auch Rechenschaft schuldig sein werden.

Trotzdem werde aber auch ich Sie nicht aus den Augen verlieren. Barnabas, der Überbringer dieses Briefes, wird von Zeit zu Zeit bei Ihnen nachfragen, um Ihre Wünsche zu erfahren und mir mitzuteilen. Sie werden mich immer bereit finden, Ihnen, soweit es möglich ist, gefällig zu sein. Es liegt mir daran, zufriedene Arbeiter zu haben.[15]

K. nimmt seinen Kampf bereits am Tag nach seiner nächtlichen Ankunft im Dorf auf. Er macht sich auf den Weg zum Schloss, doch er muss erkennen, dass dieser Weg ihn keineswegs zum Ziel führt. Er erreicht das Schloss seltsamerweise nicht, bleibt im tiefen Schnee stecken und muss schließlich entkräftet umkehren. Es wird sein einziger direkter Angriff auf seinen Gegner bleiben.

Von nun an bestreitet er seinen Kampf gegen das Schloss vom Dorf aus und er richtet ihn direkt gegen denjenigen, den er für den entscheidenden Vertreter seines Gegners hält, den Beamten Klamm. Dieser wird zur entscheidenden Zielfigur für K.s Kampf. Um ihn drehen sich in den nächsten Tagen alle seine Bemühungen.

K. erobert das Herz des Ausschankmädchens Frieda, die er für die Geliebte Klamms hält und verspricht ihr nach einer gemeinsamen Nacht die Ehe. Doch es nicht die Liebe, die ihn zu diesem Schritt verleitet, sondern einzig der Wille, Klamm herauszufordern. Sobald K. erkennt, dass Frieda für Klamm von weit geringerer Bedeutung ist als er glaubte, verliert sie jedoch augenblicklich ihren Reiz:

Die Nähe Klamms hatte sie so unsinnig verlockend gemacht, in dieser Verlockung hatte sie K. an sich gerissen, und nun verwelkte sie in seinen Armen.[16]

Als sich Frieda letztlich von ihm lossagt und in die Dorfgemeinschaft zurückkehrt, nimmt K. das mehr oder weniger hin, ohne mit Überzeugung um seine ehemalige Braut zu kämpfen.

Auch das Schicksal des Schuljungen Hans, der sich Hilfe von K. bei der Genesung seiner erkrankten Mutter erhofft, interessiert K. nur insofern, dass er auch diese nur im Hinblick auf ihre vermeintlichen Verbindungen zum Schloss sieht.[17] Seine größten Hoffnungen setzt K. auf Barnabas, jenen jungen Mann, der ihm die Botschaften Klamms überbringt. Doch auch hier, wie bei Frieda und Ha.....

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Doch trotzdem kommen bei K. keinerlei Zweifel auf, dass hier sein mächtiger Widerpart sitzt. Seine Überzeugung wird im Laufe der Zeit bestätigt. Die Bewohner des Dorfes lassen keinen Zweifel an der allumfassenden Macht, die vom Schloss ausgeht und der sie sich wehrlos und selbstverständlich unterwerfen müssen.

Das Schloss ist ein hermetisch abgeriegelter Bereich, der sich mit großem Aufwand vor der Außenwelt beschützt. An seiner Spitze steht offenbar ein Graf namens West-West, der zwar zu Beginn des Romans erwähnt wird, dann jedoch keine weitere Rolle mehr spielt.

Es ist eine bürokratisch geprägte Macht, die auf alle Dorfbewohner unbeschränkten Zugriff hat. Dabei hat sie eine geradezu feudale, mittelalterliche Ausprägung. Dies zeigt sich beispielhaft an der Tatsache, dass die Vertreter des Schlosses ein nicht bestrittenes Zugriffsrecht auf die Frauen des Dorfes haben. Worauf sich diese Machtfülle jedoch gründet, bleibt während des gesamten Romans unklar.

Tatsächlich wirkt die Macht offenbar nur mittelbar, wie sich am Schicksal der Familie des Barnabas zeigt. In dem langen Gespräch, das Olga, die Schwester des Barnabas mit K. führt, wird der seltsame Charakter dieser Macht sichtbar.[20] Als sich die Schwester Olgas, Amalia, einem Beamten der herrschaftlichen Bürokratie verweigert, eine scheinbar unerhörte Tat, tritt das Schloss keineswegs strafend in Aktion.

Vielmehr zieht sich der zurückgewiesene Beamte zurück, er verschwindet vollkommen aus dem Blickfeld des Dorfes. Stattdessen tritt die Dorfbevölkerung als Strafinstanz auf, indem sie zukünftig die Familie Amalias sozial ausgrenzt. Sie werden zu Ausgestoßenen, was insbesondere die Eltern von Amalia, Olga und Barnabas zu körperlich und seelisch zerstörten Menschen macht.

Die Arbeit, die die Mitglieder der Behörde verrichten, scheint sinnlos und nur auf sich selbst bezogen. Was in den Schreibstuben passiert wirkt geradezu grotesk:

Auf dem Pult liegen aufgeschlagen große Bücher, eines neben dem anderen, und bei den meisten stehen Beamte und lesen darin. Doch bleiben sie nicht immer beim gleichen Buch, tauschen aber nicht die Bücher, sondern die Plätze, am erstaunlichsten ist es Barnabas, wie sie sich bei solchem Plätzewechsel aneinander vorbeidrücken müssen, eben wegen der Enge des Raumes.

Vorn, eng am Stehpult, sind niedrige Tischchen, an denen Schreiber sitzen, welche, wenn die Beamten es wünschen, nach ihrem Diktat schreiben. Immer wundert sich Barnabas, wie das geschieht. Es erfolgt kein ausdrücklicher Befehl des Beamten, auch wird nicht laut diktiert, man merkt kaum, daß diktiert wird, vielmehr scheint der Beamte zu lesen wie früher, nur daß er dabei auch noch flüstert, und .....

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