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Educational Science / Pedagogy

University, School

Georg-August-Universität Göttingen

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1,7 2016

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„Immanuel Kant und die Pflicht zur Freiheit“ - Aufklärung ist der Ausgang aus der selbstverschuld­ete­n Unmündigkeit des Menschen - Unmündigkeit: man kann sich seines eigenen Verstandes nicht ohne Anleitung bedienen - Mündigkeit: Frei sein von Anleitungen, jeder kann sich seiner Vernunft bedienen - Wahlspruch der Aufklärung „Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ - Aufklärung heißt, selbst zu prüfen - Aufklärung betrifft nicht nur das „Wissen über die Welt“, sondern die Frage nach dem Erkennen-Können­…
Immanuel Kant – Erziehung über die Generationen Pädagogik Kants (1724 – 1804) als Reflexion über Erziehung Wesen des Menschen zeigt sich in Mündigkeit und rechtem Gebrauch seiner Freiheit als Subjekt des moralischen Gesetzes. Erziehungstheor­ie soll menschliche Freiheit als Autonomie zur Entfaltung kommen lassen. Ziele der Erziehung: Mündigkeit und Aufklärung Dafür nötig: 3 erzieherische Praktiken (Disziplinierun­g, Kultivierung, Zivilisierung) machen Kern der Erziehung aus. Generationenged­ank­e: Jede Generation…

Freiheit für Kinder und Schüler in den Erziehungstheorien von Immanuel Kant und Ellen Key
und ihre Bedeutung und Stellung in der Ganztagsschule


Inhalt

1.      Einleitung. 2

2.      Erziehungstheorien. 2

2.1.       Zur Erziehungstheorie von Immanuel Kant. 2

2.2.       Zur Erziehungstheorie Ellen Keys. 5

2.3.       Der Aspekt der Freiheit in den Theorien von Kant und Key. 9

3.      Ganztagschule. 11

3.1.       Was ist Ganztagsschule. 11

3.2.       Ziele, Methoden und Handeln. 13

3.3.       Der Aspekt der Freiheit. 14

4.      Fazit. 15

5.      Literaturverzeichnis. 17

1.     Einleitung

Während der verschiedenen Jahrhunderte entwickelten allerhand Denker Theorien zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Diese Theorien differenzieren sich partiell grundlegend, teilweise nur in bestimmten Punkten. Bei den Theorien von Immanuel Kant und Ellen Key gibt es sowohl Überschneidungen als auch Unterschiede. Ungleichheiten sind vor allem in den Erziehungszielen, aber auch im Erzieherhandeln zu finden.

Die Gemeinsamkeit findet sich primär darin, dass der Stellenwert von Freiheit in beiden Theorien als bedeutsam gehandelt wird.

Freiheit, so Kerschensteiner in seiner Ausarbeitung „Autorität und Freiheit als Bildungsgrundsätze“[1] ist das Gegenteil von Autorität, wohin Autorität Fremdbestimmung meine. Freiheit als pädagogisches Prinzip hieße, dem Zögling seine Selbstbestimmung zu überlassen.[2] Diese Freiheit und Selbstbestimmung soll dem Zögling in der Theorie von Kant im Vergleich zu der von Key in unterschiedlichem Ausmaß zugestanden und überlassen werden.

In dieser Arbeit soll daher anfangs die Relevanz der Freiheit und der Selbstbestimmung in den Erziehungstheorien von Kant und Key herausgearbeitet und verglichen werden. In wie weit stellen die Theoretiker selbstbestimmtes über fremdbestimmtes Lernen und fordern mehr oder weniger Selbstbestimmung und somit auch Freiheit für Kinder und Schüler?

Im Anschluss daran soll das deutsche Schulkonzept der Ganztagschule erläutert und unter dem Aspekt der Freiheit und Selbstbestimmung untersucht werden. Gibt es dort Freiheit und Selbstbestimmung und wenn ja, wie wird sie integriert und umgesetzt.

In einem abschließenden Fazit wird darauf eingegangen, ob eine der Theorie und wenn ja welche, im Konzept der deutschen Ganztagsschule stärker vertreten ist und diese Umsetzung mit Bezug auf Sekundärliteratur zur Bedeutung von Freiheit und Selbstbestimmung beim Lernen kommentiert.

2.     Erziehungstheorien

2.1. Zur Erziehungstheorie von Immanuel Kant

Immanuel Kant, April 1724 in Königsberg geboren, war ordentlichen Professor für Logik und Metaphysik auf einen Lehrstuhl in Königsberg  und deutscher Philosoph der Aufklärung.[3]

Zu den Hauptwerken Kants zählt die Kritik der reinen Vernunft, mit der er die Reihe seiner kritischen philosophischen Schriften beginnt. In seiner von D. Friedrich Theodor Rink herausgegebene Vorlesung „Über Pädagogik“ [4]  setzt sich Kant mit dem Thema auseinander, wie man Kinder und Schüler erziehen soll und stellt eine Erziehungstheorie auf.

Es handelt sich dabei um von Kant verfasste Arbeiten, die aufgrund zunehmender Schwäche nicht von ihm selbst veröffentlicht werden konnten.[5]

Nach Kant ist der Mensch das einzige Geschöpf, das eine Erziehung bedarf. Ohne Erziehung sei der Mensch ein Tier.

„Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht. […] Es ist zu bemerken, daß der Mensch nur durch Menschen erzogen wird, durch Menschen die ebenfalls erzogen sind. Daher macht auch Mangel an Disziplin und Unterweisung bei einigen Menschen sie weder zu schlechten Erziehern ihrer Zöglinge.“[6][sic]

Die Erziehungskunst sei neben der Regierungskunst die schwerste Aufgabe der Menschen. Sie soll durch Weitergabe der Kenntnisse über viele Generationen perfektioniert werden und die Anlagen zum Guten im Menschen entwickeln lassen.[7]

Ziel der Erziehung sei die Erreichung des Daseinszwecks des Menschen, die Vollkommenheit der menschlichen Natur. Der Endzweck der menschlichen Gattung ist eng gekoppelt an seine Moralisierung. Durch die praktische Erziehungslehre soll der Mensch dazu gebildet werden, ein frei handelndes Wesen zu werden, ein Glied in der Gesellschaft bilden und einen inneren Wert für sich selbst auszumachen.

 Die Vollkommenheit könne nur nach und nach und nur durch Erziehung erreicht werden. Es müsse nach einerlei Grundsätzen gehandelt werden und der Plan einer zweckmäßigen Erziehung müsse der Nachkommenschaft übergeben werden, damit eine Gleichförmigkeit stattfinden könne. Das Erreichen dieses Daseinszwecks sei für das Individuum nicht möglich, sondern sei Ziel der gesamten Menschengattung.

Es sei es daher nicht sinngemäß, Kinder nur zu dem gegenwärtigen bessern Zustand zu erziehen, sondern zu dem zukünftig möglichen besseren Zustand des menschlichen Geschlechts. Der Plan müsse kosmopolitisch sein und dürfe nicht nur mechanisch fungieren, sondern müsse auf Prinzipien beruhen, denn gute Erziehung sei das, woraus alles Gute entspringe.[8]

„Die Erziehungskunst oder Pädagogik muss also judiciös werden, wenn die menschliche Natur sich so entwickeln soll, daß sie ihre Bestimmung erreiche.“[9]

Zudem müsse die Pädagogik ein Studium werden, damit Erziehung besser und zu einer Wissenschaft, einem zusammenhängenden Bestreben werde und man auf der Erziehung vorangegangener Generationen aufbauen könne.[10]

Die Grundhaltung, welche Kant bei seiner Erziehungstheorie vertritt, beinhaltet die Anlagen zum Guten in jedem Menschen. So ist er der Überzeugung, Menschen würden nur durch falsche Erziehung schlecht oder böse werden. Die Anlagen können sich nur durch ausbilden Erziehung[11], welche ungefähr bis zum 16. Lebensjahr andauern solle.[12]

Nach Kant setzt sich Erziehung aus den vier Bereichen Disziplinierung, Kultivierung, Zivilisierung und Moralisierung zusammen. Moralisierung stelle dabei den Endzweck der Erziehung dar. Die Bereiche bauen aufeinander auf und können, nur nacheinander erfolgen.

Die Disziplin diene dazu, den Menschen durch seine tierischen Triebe nicht von seiner menschlichen Bestimmung abzubringen. Während Unterweisung den positiven Teil der Erziehung sei, sei Zucht der negative, der dem Menschen die Wildheit nehme. Disziplin unterwerfe den Menschen Gesetzen und lasse ihn diese spüren.[13]

Die Unterwürfigkeit eines Menschen teilt Kant dahingehend ob man tut, was einem vorgeschrieben wird, weil man selbst nicht urteilen kann, oder ob man tut, was andere wollen, weil man will, dass auch sie etwas für einen tun. Im ersteren Fall ist sie positiv und es tritt Strafe ein, wenn er nicht diszipliniert ist, im zweiten Fall ist sie negativ und die Folge von Undiszipliniertheit, dass nicht getan wird, was man möchte.

Es zeigt sich hier, dass der Mensch, trotz seines Vermögens des Denkens, in seinem Vergnügen abhängig ist.[14] Diese Grenzen müssen dem Zögling durch Disziplinierung aufgezeigt werden.

Unter dem Punkt der Kultivierung versteht Kant den Zögling mit Geschicklichkeit zu versorgen, um ihm somit die Fähigkeit zu geben, diese zu allen beliebigen Zwecken nutzen zu können. Geschicklichkeit sind Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben, aber auch Musizieren. Es geht bei der Kultivierung also um die Ausbildung von Techniken körperlicher, intellektueller oder auch musischer Art.

Ein unkultivierter Mensch sei roh, während ein undisziplinierter Mensch wild ist. Im Gegensatz zur Disziplinierung könne die Kultivierung zu allen Lebenszeiten bearbeitet und nachgeholt werden.[15]

Unter Zivilisierung versteht Kant die Anpassung des Menschen an die Gesellschaft und ihn klug zu machen. Manieren, Artigkeit und eine gewisse Klugheit seien für diese Zivilisierung notwendig und richten sich nach dem jeweiligen Belieben des entsprechenden Zeitalters. Der Zögling solle lernen, andere zu seinen eigenen Endzwecken zu gebrauchen. Der Endzweck meint hier das, wofür der Mensch einsteht und was seinem Leben als sinnvoll erscheint.

Diesen Sinn kann er nur in Auseinandersetzung mit anderen erfahren. Zivilisierung sieht Kant als ein notwendiges Stadium, auf dem Weg zu einem moralischen Menschen.[16]

Da die Geschicklichkeit des Menschen zu allerlei Zwecken nicht ausreiche, bedürfe es in der Erziehung noch die Moralisierung, welche eine Gesinnung im Menschen schaffe, die ihm nur die Zwecke wählen lässt, welche notwendiger weise von jedermann gebilligt werden. Die Moralisierung sei nicht durch „Dressur“, „Abrichten“ oder „Befehlen“ zu erreichen und stellt nach Kant dadurch die komplizierteste Dimension der Erziehung dar.

Man müsse den Kindern beibringen zu denken. Der Kerngedanke der Aufklärung wird hier deutlich.[17]

Die Moralität ist im Menschen demnach nicht bereits angelegt, sondern bildet sich in einer zivilisierten Gesellschaft. Sie ist keine natürliche Eigenschaft, jedoch durch richtige Erziehung zu erreichen.

2.2. Zur Erziehungstheorie Ellen Keys

Ellen Karolina Sophie Key, im Dezember 1849 in Sundholm, Schweden, geboren, war eine schwedische Reformpädagogin und Schriftstellerin. In ihren Veröffentlichungen behandelt Key hauptsächlich Fragen zum Thema Frauenbewegung und Kindererziehung. Sie ist Teil der europäischen Frauenbewegung und wirkt bedeutend bei Bildung der Mutterschutzbewegung mit.

Sie ist zwar für das Wahlrecht der Frau, spricht sich jedoch gegen die absolute Gleichberechtigung der Frau im Erwerbsleben aus, sondern fordert vielmehr Berufsideale der Frau verteidigt und Schutzmaßnahmen für die erziehende Hausfrau.[18]

1900 erscheint ihre Studie „Das Jahrhundert des Kindes“, in dem sie ihre Vorstellungen über Erziehung und Schule, sowie die Rolle der Frau deutlich macht. 1902 wird es in deutscher Übersetzung herausgegeben. Genau wie Kant sieht sie Erziehung als eine Kunst an, welche eine der bedeutendsten und schwierigsten Aufgaben des Menschen sei.[19]

Katja Mann stellt in ihrer Ausführung „Ellen Key. Ein Leben über die Pädagogik hinaus“[20] fest, dass der  Kontext von Keys Erziehungstheorie sich in der Abkehr von hierarchischen Strukturen und Autorität wieder spiegelt. Ihr pädagogisches Leitmotiv habe eine Erziehung vom Kinde aus im Mittelpunkt. Nicht die Erzieher sollen Ausgangspunkt aller Erziehung sein, sondern das Kind.

Dieses Leitmotiv soll im Zentrum der Erziehung stehen und ein Recht auf Persönlichkeit und größere Freiräume für sein Handeln und Entwickeln erhalten.[21]

Key sieht das Kind als Majestät und in ihm das zukünftige Schicksal.[22] Die Unfreiheit des Kindes solle nicht von Generation zu Generation weitegegeben werden, sondern das Kind endlich in Freiheit leben können. Sie räumt Kindern Rechte ein, wie zum Beispiel das Recht seine Eltern zu wählen. Damit meint sie dass Kinder ein Recht darauf hätten, dass Eltern sich auf die Elternschaft bewusst einlassen und vorbereiten.

Eltern müssten sich über darüber im Klaren werden, dass „die Erziehung der Jugend die höchste Angelegenheit des Volkes ist“ und erst dann die Entscheidung für Kinder treffen. Sie müssen erkennen, welche Verantwortung sie einem Kind gegenüber haben und diese ausfüllen.[23] So ist es nicht verwunderlich, dass Ellen Key eine der Vorreiterin für Kinderrechte ist, weil sie sich nicht zuletzt auch gegen Kinderarbeit und körperliche Züchtigung von Kindern ausgesprochen hat.

Des Weiteren möchte sie mit ihrer Erziehungstheorie einen Rahmen schaffen, in dem es möglich ist, Klassenunterschiede abzuschaffen und es eine rechtliche und materielle Sicherung der Kindererziehung gibt. Schule ist für Key ein Ort, wo die Seele der Kinder ermordet werde und die individuelle Seelenanlage, der Kenntnisdang, die Selbstständigkeit und die Beobachtungsaufgabe, welche Kinder von Natur aus besitzen zerstört wird.[24] In ihrem Beitrag „Die Schule der Zukunft“ zeigt sie auf, wie der Rahmen für eine Erziehung in der Schule ihrer Träume aussehen könnte und sollte.[25]

2.2.1.1.           Erziehung in Familie

In der familiären Erziehung sieht Key es als Ziel, die Kinder zur Bildung zu orientieren, sie in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und sie zu einem freien, mündigen und selbstständigen Menschen zu erziehen. Die Methoden, welche sie sie dafür als sinnvoll ansieht, sind vor allem individualistisch und auf jedes Kind im Einzelnen angepasst.

Zudem lehnt sie eine körperliche Züchtigung vollkommen ab. Sie rät dazu, Kinder nicht zu formen, umzuformen oder zu erziehen, sondern sie lediglich in ihrer Entwicklung authentisch und Kindgerecht zu begleiten und zu unterstützen. Erzieher sollen demnach hauptsächlich als Förderer und Ermutigter fungieren und weniger als Erzieher im Sinne des Beibringens. Die Eltern sollen folglich das Kind vorrangig in Frieden lassen und nicht anweisen, kommandieren oder zu Handlungen und der Denkmuster zwingen, denn nur wenn man Kinder in der Art anspricht, wie es andere ansprechen soll, lerne es selbst den höflichen Umgang mit anderen.[26]

Außerdem soll der Erzieher mit dem Kopf erziehen und psychologische Erziehungsmittel finden. Man soll nur in wenigen Fällen zurückhaltend auf die Handlungen des Kindes einwirken ihnen aber in anderen Fällen „mit Baumaterial für seine Persönlichkeit […] versehen und es dann selbst bauen lassen.“[27]

Während der Erziehung solle sich der Erzieher regelmäßig Fragen, ob er selbst mit der Behandlung einverstanden wäre, wie er sein Kind erzieht.[28] Der Gesichtspunkt der Erziehung vom Kind aus wird hier stark erkennbar. Man soll sich in die Lage des Kindes versetzen und versuchen die Welt und das Handeln aus seiner Sicht zu begreifen um den Bedürfnisse des Kindes so am besten nachkommen zu können.

Trotz des großen Freiraums, den Key Kindern einräumt, sieht sie es als elementar, dass Kinder Regeln lernen und diese einhalten. So sieht sie Tischmanieren oder das Achten anderer als Werte, die dem Kind beizubringen seien.[29] Die Kinder sollen nicht mit Diensten und Gefahren konfrontiert werden, jedoch auch nicht vor ihnen bewahrt werden. Nur so könne man die Verwöhnung von Kindern verhindern und ihre Abhärtung erreichen.

Kinder sollen häusliche Dienste übernehmen, die ernst sind und die sie ordnungsgemäß erfüllen müssen. [30] Man solle Beaufsichtigung in Fällen, wo sie sich selber helfen können unterlassen und ihnen so die Möglichkeit geben, selbst Lösungen zu für Probleme zu finden.

Bei der Erziehung solle man dem Kind keine Spielsachen geben, sondern ihnen den Raum geben, dass sie sich selber Spielsachen fertigen. Dafür sei lediglich ein ländliches Heim, durch den im Kind der die Basis für ein naturgefühlgelegt werden könne und eine auserlesene Bibliothek, aus dem sich das Kind altersgerechte Bücher nehmen kann, zur Verfügung zu stellen.

Phantasie und Erfindungsgabe würden dadurch nicht gehemmt werden. Beim Spiel solle man sich in die Phantasiewelt des Kindes einleben und sämtliche Lehrtätigkeit beiseitelassen.[31]

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Nach Definition der Kultusministerkonferenz muss eine Ganztagschule mindestens drei Tage in der Woche ein ganztägiges Angebot über mindestens sieben Zeitstunden anbieten, an allen Tagen des Ganztagsschulbetrieben Mittagessen anbieten und die Ganztagsangebote unter Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit dieser durchgeführt werden.

Zusätzlich müssen die Angebote in einem konzeptionellen Zusammenhang zum Unterricht stehen. Dies gilt sowohl für den Primär- als auch für den Sekundarbereich.

Zudem gibt es drei verschiedene Organisationsformen von Ganztagschulen, welche sich durch ihre Nutzung der Angebote unterscheidet. In der gebundenen Form sind Schüler verpflichtet, an mindestens drei Tagen der Woche an den Angeboten der Ganztagschule teilzunehmen, während bei der teilweise gebundenen Form nur einzelne Schüler bzw.

Klassenstufen zu Angebotsteilnahme verpflichtet sind. Bei der offenen Form ist die Teilnahme an den Ganztagsangeboten freiwillig.[58]

Die Modelle der Ganztagschule unterscheiden sich in additiv, außerschulische Angebote lediglich im Anschluss an den Unterricht im Nachmittag, und integriert, Unterricht und Angebote können sowohl im Vormittag, als auch im Nachmittag liegen. Die Umsetzung solcher Ganztagsschulen ist sehr unterschiedlich vollzogen worden. So haben manche Schulen nur die Vormittagsschule ausgeweitet.

Um aber eine Wirkung zu entfalten, seien pädagogische Konzepte notwendig, so Mark Rackle sind seinem Beitrag „Erfolgsmodell Ganztagschule: Gute Bildung braucht Zeit“[59].

Baasen, Bossaller und andere schreiben in ihrem Beitrag „Vision Ganztagschule im Primarbereich und in der Sekundarstufe I“[60], Ganztagsschule sei für Kinder und Jugendliche nur in gebundener Form pädagogisch sinnvoll und vertretbar.[61]

3.2. Ziele, Methoden und Handeln

Ziel der Ganztagsschule sei es, eine neue Lehr- und Lernkultur zu schaffen. Durch Kooperationen mit Vereinen oder anderen außerschulischen Partnern, Rhythmisierung und spannenderer Gestaltung des Unterrichts sollte das einzelne Kind in den Mittelpunkt gerückt und die Bildungschancen unabhängig der sozialen Herkunft verbessert werden. [62]

Dies geschieht vornehmlich durch die Verbindung von Unterricht mit Freizeitaktivitäten und fächerübergreifenden Aktivitäten. Der Unterricht und die Ganztagsangebote werden auf den Vor- und Nachmittag verteilt und die Inhalte und die Organisation werden miteinander verzahnt, d.h. aufeinander abgestimmt. handelt es sich um eine rhythmisierte Ganztagsschule, können Unterricht und Ganztagsangebote sowohl in den Vormittag, als auch in den Nachmittag fallen.Baasen u.a. sehen die Unterstützung zur Entwicklung zu eigenständigen, toleranten, kritischen und lebensfreudigen Individuen.

Demnach  würden sich die pädagogischen Fachkräfte „als Begleiter, Berater, Herausforderer, Förderer, Mentor, Vorbild usw.“[63]

Durch ein Mehr an Zeit soll auf Schüler individueller eingegangen werden und der Unterricht den Bedürfnissen der Schüler angepasst werden können. Rhythmisierung des Schulalltages ermöglicht eine Einteilung des Unterrichts, der nicht nur auf den Vormittag oder auf 45-Minuten-Stunden beschränkt ist.

Die Unterrichts- und Pausenlängen können den Schülern angepasst werden und individuell eingesetzt werden. Auch die Strukturierung der Woche, eines Monats, eines Schuljahres oder gar die ganze Dauer des Schulbesuchs kann durch Rhythmisierung beeinflusst werden. [64]  Dieser Rhythmus erlaubt einen Wechsel von angeleitetem Lernen, Wissensvermittlung, selbstbestimmten Lernen und Freiarbeit.[65]

Individualisierung spielt in der Ganztagsschule eine große Rolle und soll individuelles und selbstständiges Lernen antreiben. Sowohl der Unterricht, als auch die außerunterrichtlichen Angebote sollen die ganzheitliche Bildung der einzelnen Schüler berücksichtigen und individuelle Stärken und Schwächen berücksichtigen.

Für diese Umsetzung müssen Lehrkräfte und das pädagogische Personal, welches gegebenenfalls für die außerschulischen Angebote eingesetzt wird, eng mit einander arbeiten.[66]

Durch die gewonnene Zeit können Projektarbeiten realisiert werden, bei denen den Schüler die Wahlfreiheit über das Projektthema gegeben wird.

3.3. Der Aspekt der Freiheit

Durch die längere Schulzeit, die durch das Ganztagsschulsystem gegeben ist, kann der Schullalltag und die Unterrichtszeit flexibler und schülerorientierter gestaltet werden, als es an einer Halbtagsschule möglich ist. Doch schülerorientiert heißt nicht frei.

Diese Freiheit bekommen Schüler bei außerschulischen Angeboten, wo ihnen ein sehr hohes Maß an Wahlfreiheit zugesprochen. Aus einem Angebot von verschiedenen Aktivitäten, Projekten oder AGs können die Schüler ihren außerschulischen Stundenplan selbst zusammenstellen. Sie können dies nach ihren Vorlieben, Interessen und Fähigkeiten tun. Lehrkräfte wirken hier nur als Ratgeber.[67]

Einen Einfluss auf die Freiheit für Schüler hat auch die Rhythmisierung. Auf Schulebene kann das Etablieren eines offenen Anfangs den Schülern einen Raum für selbstbestimmtes und zwangloses Arbeiten geben. Die Schüler haben einen Freiraum, um selbst zu entscheiden, was sie in dieser Zeit machen möchten. Auf Unterrichtsebene geben Arbeitsphasen mit Freiarbeit den Schülern ein gewisses Maß an Freiheit, Themen oder Arbeitsmethoden selbst zu bestimmen.

Nicht zuletzt, gibt die schülerzentrierte Steuerung der Lernprozesse den Schülern ein hohes Maß an Freiheit, da sie selbst entscheiden können, wie lange sie zum Beispiel an einem Thema verweilen oder wie intensiv welche Themen behandelt werden. Gelenkt wird das Maß an Freiheit in diesen Fällen durch das Schulsystem, durch die Lehrkraft oder durch den Schüler selbst.[68]

Das ist nur möglich, da die reine Unterrichtszeit durch unterrichtsergänzende oder fächerübergreifende außerschulische Angebote ergänzt wird. Die Lehrkraft hat nicht mehr den Druck, wenn es darum geht, einen Themenblock zu unterrichten. Sie hat mehr Zeit und/oder mehr Möglichkeiten (in Projekten, AGs oder außerschulischen Angeboten) um ihre Themen

Dem gegenüber steht der curriculare Unterricht, welcher für die Schüler verpflichtend ist und den sie nicht frei wählen können. Sie müssen sich Fächern aneignen, für die sie möglicherweise kein Interesse habe und können diese nicht generell aufschieben oder streichen. Ihr Mitbestimmungsrecht und damit ihre Wahlfreiheit sind also eingeschränkt.

Dazu kommt, dass bei einer gebundenen Ganztagsschule die Schüler zur Teilnahme an außerschulischen Angeboten oder wenigstens zum Verbleib auf dem Schulgelände gezwungen werden. Lediglich bei einer offenen Ganztagschule haben die Schüler die Freiheit selbst über eine Teilnahme an den Ganztagsangeboten teilzunehmen.

4.     Fazit

Wie bei Kerschenberger festgestellt, ist das autoritative Lernen für den Menschen unentbehrlich. Ohne Unterricht, der durch die Lehrkraft gesteuert und bestimmt Wissen vermittelt, werden Schüler nicht das nötige wissenschaftliche Weltbild mit auf den Weg bekommen, welches sie benötigen. Experimentelles oder auch erfahrungsbedingtes Lernen hingegen lasse die Grenzen der eigenen Fähigkeit in anderer Weise erkennen und ermöglicht die Selbstprüfung des Gelernten.

Das gelernte wachse mit dem ganzen Wesend es Menschen und sei nicht bloße Belastung des Gedächtnisses. Man lerne also als ganze Person, da nicht nur das Gedächtnis beeinflusst wird, sondern auch das Verhalten, die Einstellung und gegebenenfalls die Persönlichkeit. Es verbindet das Wesentliche mit dem Begreiflichen und erleichtert so das Lernen.[69] Dies macht deutlich, wie wichtig neben dem autoritativen Lernen auch das experimentelle, freie Lernen ist.

In Ganztagsschulen finden sich sowohl die Freiheitsvorstellung von Kant, als auch von Key wieder.

Keys Vorstellungen von Freiheit werden bedingt umgesetzt und betreffen lediglich kleine Bereiche des Unterrichts oder nur die außerschulischen Angebote. Während in Projekten, AGs und außerschulischen Angeboten die Wahl und Handlungsfreiheit von Schülern ein hohes Maß erreichen kann, wird sie im regulären curricularen Unterricht noch stark von der Lehrkraft und dem Schulsystem gesteuert.

Der Ausgleich von Zwang und Freiheit nach Kants Vorstellung ist dadurch umgesetzt, dass Schüler zum Teilnahme am allgemeinbildenden Unterricht verpflichtet sind, sich also dem Regeln der Schule beugen müssen und trotzdem Raum und Zeit zum Spielen, Erholen und für Wahlfreiheit vor allem durch die außerschulischen Angebote gegeben ist. 

In Ganztagschulen entspricht das Ausmaß an Freiheit für Schüler jedoch eher der von Kants Erziehungstheorie, als der von Key. Nach Keys Empfinden müsste bereits das Pensum an allgemeinbildendem Unterricht zu hoch sein und zu wenig Raum für Mitbestimmung und Wahlfreiheit lassen. Auch die Freiheit bei der Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff ist in der Ganztagschule noch .....

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Rogers, C. (1984): Freiheit und Engagement. Personezentriertes Lehren und Lernen. München: Kösel. S.22f.

Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (2013): Definition Ganztagsschule. In: ders.: Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland - Statistik 2007 bis 2011 - . Berlin. S. 4.



[1] Kernschensteiner, Georg (1924): Autorität und Freiheit als Bildungsgrundsätze. Leipzig, Ernst Oldenburg.

[2] Ebd. S. 74.

[3] Vgl. Hinske, Norbert(1977: Kant, Immanuel. In: Neue Deutsche Biographie. Duncker & Humboldt, Berlin.

[4] Kant, Immanuel: Über Pädagogik. Hrsg. Holstein, Hermann (1961). F. Kamp, Bochum. Im Folgenden zitiert unter der Sigle ÜPäd.

[5] Vgl. Holstein, Hermann (1961): Einleitung. In: Kant, Immanuel: Über Pädagogik. Hrsg. Holstein, Hermann (1961). F. Kamp, Bochum. S. 6ff.

[6] ÜPäd S. 29.

[7] Vgl. ebd. S. 32f.

[8] Vgl. ebd. S. 33f.

[9] Ebd. S. 33.

[10] Vgl. ebd.

[11] Ebd. S. 31f.

[12] Vgl. ebd. S. 39f.

[13] Vgl. ÜPäd S. 28.

[14] Vgl. ebd. S. 40.

[15] Vgl. ÜPäd. S. 36f.

[16] Vgl. ebd. S.36f

[17] Vgl. ebd.

[18] Vgl. (abgerufen am 13.03.2016)

[19] Vgl. JdK S. 115

[20] Vgl. Mann, Katja (2004) Ellen Key. Ein Leben über die Pädagogik hinaus. Primusverlag, Darmstadt.

[21] Ebd. S. 143f.

[22] Vgl. JdK S. 120

[23] Vgl. JdK S. 11ff

[24] Vgl. JdK S. 144.

[25] Vgl. JdK S. 163ff.

[26] Vgl. JdK S.90.

[27] JdK S. 108.

[28] Vgl. JdK S.91.

[29] Vgl. JdK S. 88.

[30] Vgl. JdK S. 91 und 110f.

[31] Vgl. JdK S. 112f

[32] .....

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[59] Rackles, M. (2013): Erfolgsmodell Ganztagschule: Gute Bildung braucht Zeit. In: Erdsiek-Rave, U., John-Ohnesorg, M.: Gute Ganztagschulen. Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin. S. 30.

[60] Baasen, M., Bossaller, K. u.a. (2007): Vision Ganztagschule im Primarbereich und in der Sekundarstufe I. Für eine Schule der Zukunft: Anhaltspunkte für Konzeptionsentwicklung und Praxis. In: Kahl, H., Knauer, S.: Bildungschancen in der neuen Ganztagschule. Lernmöglichkeiten verwirklichen. Beltz, Weinheim und Basel.

[61] Vgl. Baasen, M., Bossaller, K. u.a. (2007): S. 79.

[62] Vgl. Bundszus, B.: Klug investiert: 10 Jahre Ganztagschulprogramm. In: Erdsiek-Rave, U., John-Ohnesorg, M.: Gute Ganztagschulen. Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin. S. 23ff.

[63] Vgl. Baasen, M., Bossaller, K. u.a. (2007). S. 81.

[64][64] Die Arbeit in der Ganztagsschule. Abgerufen am 14.03.2016.

[65] Vgl. Vgl. Baasen, M., Bossaller, K. u.a. (2007). S. 87.

[66] Die Arbeit in der Ganztagsschule. Abgerufen am 14.03.2016.

[67] Vgl. Baasen, M., Bossaller, H. u.a. (2007) S. 88f.

[68] Vgl. Höhmann, K. & Kummer, N. (2007): Mehr Lernzeit durch einen anderen Umgang mit Zeit. In Kahl, H., Knauer, S.: Bildungschancen in der neuen Ganztagschule. Lernmöglichkeiten verwirklichen. Beltz, Weinheim und Basel. S. 93f.

[69] Vgl. Rogers, C. (1984): Freiheit und Engagement. Personezentriertes Lehren und Lernen. Münc.....

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