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Technische Universität Darmstadt - TU

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1,0 , Prof. Dettmar, 2014

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Lyrik des Exils Schriftliche Ausarbeitung zum Gedicht „Der Gehetzte“ von Berthold Viertel. Das Gedicht „Der Gehetzte“ von Berthold Viertel, handelt von einer gedanklichen Auseinandersetz­ung des lyrischen Ichs über die Flucht vor dem Faschismus und der Ausmalung des möglichen kommenden Geschehens. Das lyrische Ich will das Grauen durch den Faschismus und die Hemmungslosigke­it der Nazis deutlich zum Ausdruck bringen, indem es ein Szenario der Flucht im Gedanken abspielt und sich die dramatischen Folgen der Verfolgung, sowie…
Deutsche Sprache in der Zeit des Nationalsoziali­smu­s Gliederung 1.) Geschichtlicher Hintergrund 2.) Bücherverbrennu­ng 3.) Literatur im Dritten Reich 4.) Exilliteratur 4.1 Antifaschistisc­he Literatur 4.2 Literarische Formen 4.3 Wichtige Autoren und Werke des Exils 5.) Literatur der Nationalsoziali­ste­n Zitat: Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über, durch die Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr millionenfachen Wiederholungen aufzwang und die mechanisch und unbewusst übernommen…

Technische Universität Darmstadt               

Seminar „Stadt als Erinnerungslandschaft“


 „Orte des Erinnerns im Bayerischen Viertel“


Inhaltsverzeichnis

1.  Einleitung 3

2.  Theorien der Erinnerungskulturen . 4

3. Werke des Erinnerns . 6

3.1 Die Erinnerungskultur Deutschlands –Berlin 7

4. Installation „Orte des Erinnerns im Bayerischen Viertel“ 7

4.1 Verortung -Das Bayerische Viertel . 7

4.2 Gestaltung 9

4.3 Wirkung und Bedeutung . 13

5. Schlussbetrachtung 14

6. Literaturverzeichnis 15

7. Abbildungsverzeichnis 16


1.    Einleitung



Die Erinnerung und Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen ist mehr als sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges präsenter denn je. Besonders in Deutschland werden sie in einer facettenreichen Erinnerungskultur verarbeitet. Doch die Generation von Zeitzeugen stirbt allmählich aus und mit ihnen die persönlichen Erinnerungen an eines der größten Verbrechen der Menschheit.

Angesichts dieser Tatsache besteht der Anspruch, das Erfahrungsgedächtnis der Zeitzeugen auch für nachfolgende Generationen zu erhalten und eine gebührende, durch Medien gestützte Form des Erinnerns an den Nationalsozialismus zu finden. Das Denkmal ist dabei eines der etablierten Medien zur Manifestation vergangener Ereignisse oder erinnerungswürdiger Personen.

Seit dem Beginn der achtziger Jahre ist in Deutschland die Zahl der Denkmale, welche an die nationalsozialistische Vergangenheit erinnern, enorm angestiegen. Neben traditionellen Denkmalformen, welche im Auftrag des Staates dazu dienen ein verbindliches Geschichtsbild zu vermitteln, sind im öffentlichen Raum unkonventionelle künstlerische Schöpfungen zu finden.

Exemplarisch für diese neue Denkmalkunst ist die Kunstinstallationen „Orte des Erinnerns“ von Renata Stih und Frieder Schnock im Bayerischen Viertel Berlin Schöneberg.


Die vorliegende Arbeit veranschaulicht einerseits die Gestaltung und Funktion der Kunstinstallation Stihs und Schnocks, andererseits ihre Bedeutung im Kontext der gesellschaftlichen Erinnerung an den Nationalsozialismus. Zu Beginn werden grundsätzliche Theorien zum Thema der Erinnerung und des Gedächtnisses erläutert.

Dabei wird auf kulturtheoretische und soziologische Erkenntnisse zum kollektiven Erinnern und zum kulturellen Gedächtnisses zurückgegriffen, um anschließend ihre Formung in Denkmalen zu erfassen. Darauf folgend wird das Denkmal-Projekt „Orte des Erinnerns“ anhand seiner Verortung, Gestaltung und Funktion vorgestellt. In der Schlussbetrachtung wird die Bedeutung und Leistung der Denkmalinstallation in Bezug auf das gesellschaftliche Erinnern an den Nationalsozialismus aufgezeigt.


2.    Theorien der Erinnerungskulturen


Es gilt zunächst, sich Grundzügen der Gedächtnistheorien zu nähern, um den Bezugsrahmen der weiteren Arbeit abzustecken. Der französische Soziologe Maurice Halbwachs (1877-1945) führte den Begriff des „kollektiven Gedächtnis“ im Jahre 1950 ein. Auch wenn jeder Einzelne Träger seiner eigenen Erinnerungen ist, sind nach Halbwachs die Form und der Inhalt dieser Erinnerung sozial bedingt und einem kollektiven Bewusstsein entsprungen .....[read full text]

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Das kulturelle Gedächtnis hingegen weist eine hohe Spezialisiertheit auf, es zeichnet sich durch Alltagsferne, einen absoluten Vergangenheitsbezug und eine feste Objektivation aus.


Auch der französische Historiker Pierre Nora greift in seinem siebenbändigen Werk „Les lieux de mémoire“ (1984-1992) die Trennung zwischen Geschichte und Gedächtnis im Sinne von Halbwachs auf. Allerdings verneint Nora die Existenz eines kollektiven Gedächtnisses. Sein Untersuchungsgegenstand bezieht sich daher auf Erinnerungsorte, welche als solches noch kein kollektives Gedächtnis konstituieren, sondern lediglich ein Überbleibsel eines nationalen Gedächtnisses darstellen (vgl. Erll 2005: 23).

Erinnerungsorte können nach ihm „ ( .) geographische Orte, Gebäude, Denkmäler und Kunstwerke ebenso umfassen wie historische Persönlichkeiten, Gedenktage, philosophische und wissenschaftliche Texte oder symbolische Handlungen“ (Erll 2005: 23) sein. Nora begreift die heutige Gesellschaft als Übergangsgesellschaft, in welcher das kollektive Gedächtnis zerfällt und nicht mehr im selben Maße kollektiv identitätsstiftend ist wie noch im 19. Jahrhundert.

Jedoch greifen nach ihm Erinnerungsorte genau an dieser Stelle, sie „( .) fungieren ( .) als eine Art künstlicher Platzhalter für das nicht mehr vorhandene, natürliche kollektive Gedächtnis“ (Erll 2005: 23).


Die skizzierten Erinnerungstheorien veranschaulichen, dass Erinnern im Sinne einer Vergegenwärtigung von Personen, Erlebnissen oder Erfahrungen eine Tätigkeit ist, die von Individuen ausgeübt und von der Gesellschaft getragen wird, es wird als „gesellschaftlich“ betrachtet.

Doch für den Fortbestand dieser Erinnerungen und dem Gedächtnis der Gesellschaft bedarf es materialisierter und räumlich positionierter Markierungen, um Geschehnisse, Akteure und Opfer im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft bewahren zu können. Im folgendem Kapitel werden diese Werke des Erinnerns näher betrachtet.

3. Werke des Erinnerns


Bei der Errichtung von Gedenkstätten oder Denkmälern dient ein bestimmter Ort zur „Materialisation“ des Gedenkens (Frieß 2010: 52). Eine Vielzahl der Gedenkstätten befinden sich direkt am historischen Ort. Ihnen kommen dadurch zweierlei Funktion zu, zum einen werden sie für Familienangehörige zu konkreten Orten des Gedenkens, zum anderen sind es Orte des Mahnens, dass sich Gleichartiges nicht wiederholen darf (vgl. ebd.). Denkmäler hingegen müssen nicht zwangsläufig an einen Ort des Geschehens gebunden sein.

Als „sichtbares Zeichen“ (Frieß 2010: 52) sind sie nahezu überall im Stadtraum anzutreffen. Sie fungieren als Erinnerungsorte für konkrete Personen und ganze Personengruppen, historische Persönlichkeiten, Kriegsgefallene oder politische Repräsentanten. Ob Gedenkstätte oder Denkmal, beide haben moralische und pädagogische Funktionen zu erfüllen. Die Ereignisse müssen wahrheitsgemäß dargestellt werden, der Zugang zu ihnen muss auch für Unwissende erfahr- und begreifbar sein und sie müssen einem öffentlichen Erinnerungs- und Aufklärungsauftrag nachkommen (v.....

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Allerdings sind sie auch subjektiv geprägte Annäherungsversuche künstlerischer Selbstverwirklichung, was gerade in den vergangen zwei Jahrzehnten in Berlin zu öffentlichen Streitdebatten geführt hat.


In Deutschland lässt sich bei den Denk- und Mahnmälern gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus ein Wandel bei der künstlerischen Gestaltung beobachten. Seit Mitte der Achtzigerjahre werden bildhaft-figürliche oder geometrisch-abstrakte Abbildungen bewusst unterlassen.

Um sich den Kunstcharakter weitestgehend zu entziehen, setzen die neuen Denk- und Mahnmäler auf die „( .) Strategie der Dissimulation im Alltag“ (Gleiter 2010: 25). Hintergrund dafür ist das Aussterben der Zeitzeugen und der Übergang vom kommunikativen hin zum kulturellen Gedächtnis (vgl. ebd.: 26). Die neuen Erinnerungswerke sollen wieder in den Alltagskontext eingebettet werden und aus den Gedenkorten sollen Orte des Gedenkens werden.

Als Beispiel hierfür eignet sich das im Jahre 1993 installierte Denkmal „Orte des Erinnerns“ im Bayerischen Viertel von Berlin-Schöneberg, welches im folgenden Kapitel ausführlich vorgestellt wird.


4. Installation „Orte des Erinnerns im Bayerischen Viertel“


4.1 Verortung - Das Bayerische Viertel


Das Bayerische Viertel liegt im Berliner Ortsteil Schöneberg (Abb.1 und 2, Quelle: Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem jüdischen Kaufmann Salomon Haberland, Geschäftsführer der Berliner Boden-Gesellschaft (BBG), gegründet (vgl. Blankenburg 2011: 15).

Sein Sohn Georg fungierte als Direktor der BBG, er hatte die Idee, das Flair der kleinen romantischen Bayerischen Städte auf die Großstadt zu übertragen. Als Investor war er befugt, die neu angelegten Straßen nach Orten des damaligen Königreich Bayerns zu benennen (vgl. ebd. 24 f.). Damals wie heute zählt das Bayerische Viertel zu den bevorzug.....

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Renatah Stih und Frieder Schnock setzten sich mit ihrem Entwurf „Orte des Erinnerns im Bayerischen Viertel: Ausgrenzung und Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung von Berliner Juden in den Jahren 1933 bis 1945“ durch, mit welchem sie die systematische Entwürdigung der Juden durch das Nazi-Regime aufzeigen wollten.


4.2 Gestaltung


Mit 80 Tafeln im Format 50x70 cm, welche in einer Höhe von ca. drei Metern an den Masten der Straßenbeleuchtung befestigt sind, wollen Stih und Schnock auf die antisemitischen Maßnahmen des Nazi-Regimes hinweisen. Die Tafeln sind in unterschiedlichen Blickrichtungen angebracht und auf ihren Vorder- und Rückseiten sind jeweils ein Bild oder ein Text zu finden.

Ihre Standorte kennzeichnen nicht bestimmte Orte der Erinnerung, sondern sind an das heutige Stadtbild angepasst worden (z.B. Grünanlagen oder Spielplätze), um den Bezug zur Gegenwart zu bauen (vgl. Straka 2009: 16).

Da die Tafeln in Sichtweite verteilt sind, kann der interessierte Passant das „Flächendenkmal“ eigenständig erschließen. Dazu sind drei größere Informationstafeln aufgestellt (am Rathaus Schöneberg, am Bayerischen Platz und vor der Scharmützelsee-Grundschule in der Münchener Straße nahe der Hohenstaufenstraße), auf denen Grüne Punkte die Standorte aller einzelnen Tafeln der Denkmalinstallation anzeigen und eine Überlagerung zweier Stadtpläne aus den Jahren 1933 und 1993 des Viertels darstellen.


Abbildung 3: Übersichtskarte der Denkmalinstallation im Bayer.....

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Letztlich gibt es noch diejenigen Tafeln, welche auf eine Illustration verzichten und über abstrakte Darstellungen versuchen, dem „Nicht-Darstellbaren“ eine Form zu geben. Beispielsweise ist ein schwarzes Rechteck Träger für das Auswanderungsverbot für Juden (Abb. 9) und veranschaulicht somit entgegen der Harmlosigkeit der bunten Motive die abgründige Ausweglosigkeit (vgl. ebd.:).

Abbildung 9: Auswanderungsverbot (Quelle: Stih; Schnock 2009)


In ihrer Gestaltung korrespondieren die Tafeln mit der Selbstverständlichkeit von umliegenden Ladenschildern und Werbegrafiken des Stadtraums, ebenso die Buchstaben der Gesetzestexte auf der Rückseite, die sich äußerlich in die funktionale, schwarzweiße Informationsästhetik von Straßenschildern einfügen (ebd.:).


Abbildung 10: Einbettung in den Stadtraum (Quelle Stih; Schnock 2009)










Abbildung 11: Einbettung in den Stadtraum (Quelle Stih; Schnock 2009)



Zwei Wochen vor der öffentlichen Vorstellung des Denkmals wurden bereits 17 Tafeln an den Laternenmasten angebracht. Bestürzte Mitmenschen riefen sofort die Polizei, aus Angst, dass Neonazis das Viertel mit antisemitischen Schildern versehen. Die Tafeln mussten daraufhin entfernt werden.

Bei der offiziellen Vorstellung wiesen Stih und Schnock darauf hin, dass die Gesetzestafeln zur damaligen Nazi-Zeit ebenfalls nicht öffentlich postiert und verkündet wurden, vor allem nicht solche Reaktionen hervorgerufen hatten. Letztlich wurde an jede einzelne Tafel ein erklärender Text angebracht, der auf das Denkmal in dieser Form hinweist (vgl. Stih; Schnock 2009).


4.3 Wirkung und Bedeutung


Da die Gedenktafeln im ganzen Viertel verteil sind und in Sichtweite zueinanderstehen, präsentieren sie die Vergangenheit als einen Teil des heutigen Alltags im Bayerischen Viertel (vgl. Blankenburg 2011: 92). Sie sollen verdeutlichen, dass der Nazi-Terror am helllichten Tag stattfand und öffentlich f.....

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5. Schlussbetrachtung



Renata Stihs und Frieder Schnocks Kunstins.....

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