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Einführung in die germ. Mediävistik

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German studies

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

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09/10 Hofmeister

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Einführung in die germanistische Mediävistik MS1: Mediävistik = Lehre vom Mittelalter lat: „medium aevum“ mittleres Zeitalter, als „Zwischen­zei­t“ zwischen Antike und Renaissance Latein ist wichtige Sprache des MA Zeit des Sprachverfalls Begriff erst im 17. Jh. in deutschen Sprachraum vorgekommen zentraler Forschungsgegen­sta­nd = mittelalterlich­e volksprachliche Texte, Geschichte, Philosophie, Latein, Altenglische, Altfranz. etc. Bsp. „Parzival­­220; (Eschenbach)…
Terminiliste Einführung in die Mediävistik Kranich 2010 KF Graz Mediävistik Lehre vom MA, medium aevum – das mittlere Zeitalter (zw. Antike u. Renaissance) Neuzeit Alterität das Andere, Fremdartige; im Gegensatz zur eigenen vertrauten Lebenswelt; fremde Kulturen; Vergangenheit; Bestimmung der eigenen Identität oft nur über Erfahrung von Alterität möglich! Rezeption Überlieferung, Verbreitung u. Wirkung einzelner Werke u. Stile über geschichtliche Zeiträume oder Grenzen der Nationalliterat­ur hinweg Armarium…

Einführung in die germanistische Mediävistik

Germanistik: urspr. Wissenschaft von den germanischen Völkern; heute: Wissenschaft von der deutschen Sprache und Literatur

Mediävistik: Wissenschaft vom Mittelalter

Germanistische Mediävistik: Wissenschaft von der deutschen Literatur/Sprache des Mittelalters

Mittelalter = Jahrtausend von 500 bis 1500
Beginn der Sprachgeschichte -> 750
Frühmittelalter (500-1050): lateinische Lücke von 950-1050 -> keine schriftlichen Aufzeichnungen
Hochmittelalter (1050-1250)
Spätmittelalter (1250-1500)
Süden und Westen waren immer früher entwickelt als Norden und Osten!

Kontinuität = Aktualität des Mittelalters (z.B. Umgangsformen)
Alterität = Andersartigkeit/Fremdartigkeit (betrifft nicht nur Vergangenheit sondern auch andere Kulturen) z.B. politisches System, Gesellschaftsordnung, Kulturtechniken, kein Gewaltmonopol des Staates, Wahrnehmen von Religion/Tod/Raum
Rezeption = Überlieferung einzelner Werke über Zeiträume und Grenzen hinweg

Christlich – abendländische Kultur: griechisch-römische Antike + christlicher Glaube + keltische Kultur

Verstehen mittelalterlicher Texte

Walther von der Vogelweide (1170-1230) = hochhöfische Blütezeit; Sangspruchstrophe (wurde gesungen, besteht nur aus 1 Strophe); wurde für sein Hetzgedicht über den Papst stark von Thomasin von Zerklaere kritisiert

Papstlied 1 & 2 von Franz Josef Degenhardt (stammt eigentlich von Walther; nachgedichtet um es für uns verständlicher zu machen) – er bekam Probleme mit der Baader-Meinhof Gruppierung

Das Verstehen eines mittelalterlichen Textes wird von Historischen Kenntnissen, Literaturwissenschaftlichen Kenntnissen, Kulturwissenschaftlichen Kenntnissen und der heutigen Sprachkompetenz beeinflusst.

Wege zum besseren Verstehen:
1) Schrift entziffern können
2) Sprachliche Anlehnung
3) Formanalyse (z.B. Prosa oder Vers)
4) Textaussage (nimmt Text Bezug auf die Wirklichkeit?, Thema?, was will Dichter damit sagen?)
5) Bedeutung (Hermeneutik)

Das deutsche Sprachgebiet in der ahd. Zeit


Germanen ließen sich im 6. JH nieder -> versch. Dialekte aber keine richtige Schrift

Deutsche Sprache bildete sich nach dem Sesshaft werden

Nur Geistliche konnten lesen und schreiben (sie übertrugen die lateinischen Buchstaben auf die deutsche Sprache; geschrieben wurde nur in kulturellen Zentren = Klöster)

In den Klöstern wurde meistens AHD Gesprochen (ca. 2/3)

AHD war dominanter als Altniederdeutsch (nur ca. 1/3)

4 Stammessprachen aus denen Deutsch entstand: Hochdeutsch (Fränkisch, Bairisch, Alemannisch) und Niederdeutsch (Sächsisch)

Die Benrather Linie trennt Niederdeutsch (hat Ähnlichkeiten mit dem Englischen) von Hochdeutsch (=hypothetische Grenzlinie)

An der Grenze zu Frankreich mündet die Benrather Linie in den Rheinischen Fächer (nahe der Grenze wurde doppelt gesprochen – Nd und Hd)

Wichtigsten Schreiborte: Fulda, St. Gallen, Salzburg, Mainz, Weissenburg

Latein war Amtssprache; Deutsch (theodiscus) war die Sprache des Volkes

Ältestes deutsches Buch = Wörterbuch (um 750 entstandene Übersetzung von lateinischen Wörtern – „Abrogans“)

Lebensbedingungen im Mittelalter

Bevölkerungsentwicklung:

Anfang des 6. JH gab es 2 Millionen Menschen in Deutschland; Mitte 14. JH gab es große Pestwellen -> ¾ der Bevölkerung starben

Klima:

Um 500 war das Klima kühl und nass; im 12. JH (=höfisches Jahrhundert) gab es dann eine Hitzeperiode

Landwirtschaft:

Zwischen dem 9. – 12. JH konnte die Landwirtschaft ver3facht werden -> die Entwicklung der Städte war nur möglich weil es genug zu essen gab; es gab aber auch Naturkatastrophen/Seuchen/Hungersnöte und es wurde unökonomisch gewirtschaftet

Karl der Große (768-814)

·      Fühlt sich als Schwert Gottes

·      Wollte einen heiligen Krieg gegen Heiden führen (-> Sachsen)

·      Schutzher.....[read full text]

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Schreib- und Buchkultur

Ø Ab 4./5. Jh. löst Codex (=Buch) die Schriftrolle ab

Ø Pergament (Tierhaut) in Lagen gefaltet und zu Block gebunden

Ø Einband: ledern überzogene Holztafeln

Ø Bücher wurden liegend aufbewahrt (-> waren sehr schwer)

Ø Buchbestand: Bibel, liturgische Schriften, dogmatische Schriften, Werke d. Geschichtsschreibung, Weltliteratur, Lehrbücher

Ø Schreibmaterialien: Gänsefedern, Tintenhörner, Tintenbeutel (für selbsthergestellte Tinte -> Tintenrezepte), Wachstäfelchen (Konzepte), Pergament (mit Lauge gebleichte Tierhaut wird auf Rahmen genäht und spannt sich selbst), Rubrizierte Handschrift (Tinte f. Überschriften & Anfangsbuchstaben zur optischen Gliederung)

Ø Schreibwerkstatt = Skriptorium (Aufgaben wurden aufgeteilt) -> zuerst wurde der schwarze Text geschrieben, dann hat ein anderer die roten Teile eingetragen (-> Rubrizierungen); Illuminator (=Buchmaler) fertigt Miniaturen (=minimum – rote Initialen aus dem Farbstoff Zinober)

Ø Miniaturen: Romanische Rankeninitialie (florales Muster); Flechtbandinitiale auf Goldgrund (echtes Blattgold); Belebte Initiale (mit Abbildung)

Ø Kettenbuch -> Bücher waren mit Ketten an die Bibliothek gekettet

Ø Schreiben war schwere und verantwortungsvolle Tätigkeit; Handbalken durfte nicht aufgelegt werden; Buch war nicht nur Arbeitsmittel sondern auch Kostbarkeit->zählte zum Klosterschatz

Mündlichkeit und Schriftlichkeit

1.    Schriftlichkeit = Ausnahme (bis ins 17. Jh.)

2.    Schriftlosigkeit ist nicht gleich Kulturlosigkeit! -> Vermittlung von Informationen durch Bücher, Gesten, Auswendiglernen und mündliche Weitergabe

3.    Mittelalterliche Gesellschaft = Semi-oral (nicht alle konnten lesen und schreiben; Schrift war in den meisten Kulturen sekundär – Schriftkultur d. Klerus gegen Schriftlosigkeit der Laien)

4.    „Schreibe wie du sprichst“ -> es gab keine Grammatikbücher; versch. Schreibweisen für 1 Wort – heute: „Sprich, wie du schreibst!“

5.    Latein war keine tote Sprache, war aber auch von niemandem die Muttersprache (-> war für den Benützer eine Fremdsprache und hatte gleichen Stellenwert wie Englisch heute)
Urkunden und Verträge usw. wurden in Latein verfasst (von Klerikern)

6.    Schriftlichkeit kommt via Religion

Latein und Volkssprache

Glossen = Wort- und Sacherklärungen/Notizen/Zeichen die mit Stellen im Text korrespondieren (ähnlich wie Fußnoten)

è Intertextglossen .....

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Deutsche Texte in lat.-christl. Tradition

Deutlicher Dichtungen als nur Übersetzungen (Bibeldichtung – Otfrids Evangelienbuch; hagiographische Dichtung – Legendenstoffe/Petruslied)

z.B. Otfrid von Weißenburgs Evangelienbuch = ebenfalls Evangelienharmonie; größte & bedeutendste Dichtung d. ahd. Zeit; Lob Gottes nicht nur in heiligen Sprachen (Hebräisch, Griechisch, Latein) sondern auch in der Sprache d. Franken (lobt ihre schlichte Schönheit); Adressaten ->nicht das Volk und auch nicht Theologen-> eventuell Novizen

Loslösung vom Lateinischen und freie Wiedergabe von Gottes Wort in der Volkssprache

Verbalinspiration ist ein gängiger Topos d. frühmittelalterlichen Literatur -> Topos = Textelement das als Stereotyp immer wieder eingesetzt wird ohne das es vom Publikum als abgedroschen empfunden wird; es war die Pflicht des Dichters diese Demutsgeste am Beginn seines Werkes zu platzieren

Langzeile + Endreim = Otfrid Strophe

Endreim: Lautliche Übereinstimmung am Ende des Verses (z.B. Herz-Schmerz)

Langzeile: 2 vierhebige Kurzverse mit alternierendem Rhythmus, getrennt durch Zäsur, lautlich gebunden durch Paarreime

2 Langzeilen ergeben zusammen 1 Strophe ->Otfrid Strophe

Otfrids Werk blieb in der ahd. Zeit eine Leistung ohne Folgen -> Volkssprachliche Schreiben wurden nicht gefördert; 814 -> Beschluss das keine volkssprachlichen Glaubenstexte mehr hergestellt werden mussten, da für die Laien angeblich alles zur Verfügung stehe (Pater Noster, Beichtformeln) -> daraus resultierte die LATEINISCHE LÜCKE (zw. 950-1050) -> Deutschsprachiges Schrifttum kam bei.....

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Einzigartig ist die Erwähnung heidnischer Götter (viele Zaubersprüche wurden sonst in christl. Segensformeln umgewandelt); Form: Germanische Stabreimverse mit teils Endreimen

z.B. Hildebrandslied: germanisches Heldenlied; entstanden Mitte 8. Jh. in Oberitalien am Langobardenhof ->gelang über Bayern nach Fulda-> aufgezeichnet in Fulda auf der letzten Seite einer theologischen Hochschrift; Fragment (unvollständig) besteht aus 68 Stabreimversen; Hochdeutsch-niederdeutsche Mischsprache

Stabreimvers = Langzeile mit An- und Abvers die durch Zäsur getrennt sind; Haupthebungen (am stärksten betonten Wörter) = Ikten haben gleiche Anfangsbuchstaben (Alliteration); An- und Abvers haben jeweils 2 Ikten, im Regelfall findet man 2 Stäbe im Anvers und jedenfalls 1 auf dem ersten Iktur des Abverses

Deutsche Texte im Spannungsfeld von christlicher und germanischer Religion

= Zeugnisse des Aufeinandertreffens der beiden Religionen und allmähliche. Verdrängung der germanischen durch die christliche)

z.B. Wessobrunner Schöpfungsgedicht: aus dem frühen 9. Jh.; Stabreimgedicht; mitten in lat. Codex aufgeschrieben; 1. Teil = Schöpfungsbericht (germanische Vorstellung christlich überformt), 2. Teil = gebetsartig (Schwelle zw. Heidentum und Christl. Missionierung.....

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Trivium (die redenden Künste); trivial = grundlegend

Grammatik

Rhetorik

Dialektik/Logik

zwischen allen 3 Fächern ist das Wort das verbindende Element; nach 3-8 Jahren hat man eine 1. Prüfung-> wenn Prüfung bestanden ist, ist man Bakkalaureus!

Quadrivium (die rechnenden Künste)

Arithmetik (Rechnen mithilfe des Abakus)

Geometrie (auch Geographie)

Musik

Astronomie (untersuchte Planetenbewegung, Astrologie, Errechnung des Ostertermins)

4 rechnende Künste wegen den 4 Evangelien; Zahl ist gemeinsames Element; nach dem Abschluss der rechnenden Künste ist man Magister und danach darf man erst ein Studium beginnen!

Wichtiges Werk: „Die Hochzeit der Philologie mit Merkur“ von Martianus Capella -> Roman und Enzyklopädie über die 7 Künste; Inhalt: Merkur (röm. Kriegsgott) heiratet die Jungfrau Philologie (=Gelehrsamkeit) -> Hochzeitsgeschenk = 7 Dienerinnen die die Künste representieren

die 7 Künste sind die Basis für mittelalterliches und spätantikes Bildungswesen

Universitäten

o  Art eigene Stadt in der Stadt

o  gemeinsame Sprache war Latein

o  die Schüler mussten bezahlen

o  großer Bücherbedarf, deshalb siedelten sich Schreibwerkstätten in die Nähe (bestellen oder auf Vorrat)

o  erste Uni in Bo.....

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# Ambrosius von Mailand

in Deutschland geboren; zurückgekehrt nach Rom->zum Bischof geweiht; war gegen den Arianismus (Arianer glaubten Jesus sei von Gott erschaffen und nicht wesensgleich mit ihm); verfasste viele Hymnen

#Augustinus von Hippo

Nordafrikaner; Kirchenlehrer->hat Lehre von Platon ins Christentum gebracht; ausschweifende Jugend (war verheiratet + Kind; schloss sich einer Sekte an); studierte und wurde von Ambrosius getauft; verfasste wichtige Schriften mit großem Einfluss auf das MA z.B. „Gottesstaat“ (meinte man soll den Glauben verteidigen – meinte aber keine Kreuzzüge); legte Grundstein für die Lehre vom Fegefeuer ->Erpressung damit Geld in die Kirche kam

seine Schriften hatten auch riesigen Einfluss auf die Juden->sie hatten eigene Viertel in Städten, mussten spitze Hüte tragen und man schon ihnen das Bankwesen (Geldverleih) zu

#Hieronymus

in Dalmatien geb; in Rom studiert; war nicht einverstanden mit Christentum wie es war->zog sich zurück-> Vulgata (=wichtigste Textgrundlage der kath. Kirche); viele spätere Autoren beziehen sich auf ihn

#Gregor I., der Große

gab den Startschuss für die Christianisierung im Abendland; es ist nicht nachzuweisen ob er wirklich Begründer des Gregorianischen Chorals war

.....

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