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Philosophy

University, School

Hochschule Bremen

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2,0, 2015

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Ethische Betrachtung der Ausstellung Körperwelten


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

1       Theorieteil 1

2       Ethische Begutachtung 4

3       Der Begriff Autonomie 6

4       Die Verfügung „Körperspende zur Plastination“. 7

5       „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Fehler! Textmarke nicht definiert.

6       Zusammenfassende Darstellung 14

Literaturverzeichnis. 14


Einleitung

Die Wanderausstellung Körperwelten hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von Beginn an auf sich gezogen. Bereits 1977 wurde das Plastinationsverfahren von dem Mediziner Gunther von Hagens erfunden und seither kontinuierlich weiterentwickelt (Anon., kein Datum). Die Ausstellung Körperwelten Das Original lockte bis heute über 27 Millionen Besucher an. 1995 fand die erste Ausstellung in Japan statt, seit 1996 gastierte die Wanderausstellung in über 50 Städten in Europa, Asien und Nordamerika (Anon., kein Datum).

Die Ausstellungen wurden durch Themenschwerpunkte wie „The Mirror of Time“, „The Story of the Heart“, „The Brain- Our Three Pound Gem“, „Der Zyklus des Lebens“, „Eine Herzenssache“, „Vital“ und „The Happiness Project“ erweitert (Institut für Plastination, 2006-2014). Das Ziel der Körperwelten Ausstellung ist die „medizinische Aufklärung und Wertschätzung von Laien“ (Rudolph, et al., kein Datum, S. 2).

Theologen, Rechtsanwälte, Ethiker, Mediziner und Soziologen führen bis heute Diskussionen über die, durch Plastination konservierten, zur Schau gestellten Leichen (Bauer, 2007). In der folgenden Ausarbeitung wird das Thema „Würde“ bezüglich der Körperwelten- Ausstellung genauer betrachtet. Dabei wird auf die Bedeutung des Würdebegriffs eingegangen, sowie näher durchleuchtet, ob die Würde der Körperspender angetastet wurde bzw. ob die Spender überhaupt noch Träger von Würde sind.

Zudem wird zusätzlich einerseits das ethische Prinzip ‚Autonomie‘  berücksichtigt, als auch die mit ihr verbundene Verfügung „Körperspende zur Plastination“.


1          Theorieteil

Von Hagens wurde 1945 in der polnischen Provinz Posen geboren, nahm nach dem Abitur das Medizinstudium an der Friedrich Schiller Universität in Jena auf. Er war in den siebziger Jahren politisch aktiv, ein Fluchtversuch über die tschechische Grenze nach Österreich scheiterte und von Hagens wurde für zwei Jahre inhaftiert (Anon., kein Datum). 1973 beendete er sein Medizinstudium an der Universität Lübeck und erlangte in seiner Zeit als Medizinalassistent auf Helgoland seine Approbation.

Nach seiner Zeit als Assistenzarzt und Dozent an den Instituten für Pathologie und Anatomie gelang ihm 1977 an der Universität Heidelberg der Durchbruch mit der Erfindung der Plastination, die ihn zum „Robin Hood der Anatomie“ machte (Anon., kein Datum). 1978 gründete von Hagens BIODUR Products, ein Unternehmen für den Vertrieb von Kunststoffen zur Plastination.

Im Jahr 1993 wurde das Institut für Plastination (IFP) in Heidelberg gegründet, 2001 die Von Hagens Dalian Plastination Ltd. in China, die sich mit der Plastination von Tieren beschäftigt. 2006 wurde die Gubener Plastinate GmbH in Brandenburg gegründet.

Die Körperwelten Ausstellungen sind die einzigen öffentlichen Ausstellungen, in denen rund 200 echte menschliche Präparate zu sehen sind (Anon., kein Datum). Gezeigt werden Ganzkörperplastinate, einzelne Organe, Organkonfigurationen und transparente Körperscheiben. Die Präsentation der Plastinate sollen dem Besucher eine „tief bewegende Begegnung mit dem Inneren seines Körpers“, eine „Selbstbetrachtung ohne Spiegel“ und „Aufschluss über die langfristigen Auswirkungen von Krankheiten und Suchtgewohnheiten wie Tabak- oder Alkoholkonsum“ ermöglichen (Anon., kein Datum).

Von Hagens bezeichnet Körperwelten als „Gemeinschaftsprojekt- das gemeinsame Streben von Spender, Anatom und Besucher nach Aufklärung.....[read full text]

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2          Ethische Begutachtung

Im Vorfeld der Eröffnung der ersten Körperwelten Ausstellung in Amerika hat das Californa Science Center einen örtlichen Ethikberatungsausschuss zusammengestellt. Die vorangegangenen teils heftigen Diskussionen über Gunther von Hagens menschliche Präparate, veranlassten das Science Center zu einer gründlichen Begutachtung.  Der Ethikberatungsausschuss setzte sich aus 10 Vertretern der Disziplinen Religion, Medizin und Bioethik zusammen (Perlov, et al., kein Datum).

Neben dem international anerkannten Bioethiker Dr. Hans- Martin Sass waren auch Vertreter verschiedener Religionen und eine Krankenschwester an der Begutachtung beteiligt. Der örtliche Ethikausschuss kam zu dem Ergebnis, dass die Ausstellung Körperwelten über „erheblichen Lehrwert verfügt“ (Perlov, et al., kein Datum, S. 2) und deshalb einer Ausstellung in Kalifornien nichts entgegenspricht.

Die Ausstellung „verstoße nicht gegene ethische und moralische Grundsätze von Christen- oder Judentum“ (Rudolph, et al., kein Datum, S. 2) und sei für die mediziniche Aufklärung von Laien geeignet. Einzigen Diskussionsbedarf sehe das Ehikkomitee in der Herkunft der Leichen und in der Darstellung der Leichen in alltäglichen Posen. Ohne diese Darstellungen würde die Ausstellung jedoch an erheblichem Lehrwert verlieren.

Die Herkunft der Leichen müsse aber gesondert überprüft werden. Dr. Hans- Martin Sass nahm sich dieser Überprüfung an und erklärte schriftlich, dass er keinerlei Kontakt zu dem Institut für Plastination unterhält und die Ausstellung im Vorfeld nicht gesehen hat (Perlov, et al., kein Datum). Sass reiste nach Deutschland und überzeugte sich persönlich im Körperwelten- Büro in Heidelberg von den ordnungsgemäßen Körperspenden.

Nach ausführlichen Gesprächen mit den Leitern des Institus für Plastination überprüfte er alle Einwilligungserklärungen verstorbener Körperspender und stellte fest, dass diese den anerkannten Aufklärungsstandards entsprechen und vor allem die Einwillung zur öffentlichen Ausstellung Inhalt der Erklärungen ist (Perlov, et al., kein Datum). Einen Zusammenhang mit dem „unethischen und illegalen Verkauf von Leichen oder Leichenteilen aus einem Körperspendeprogramm“ (Perlov, et al., kein Datum, S. 5) schloss Dr.

Hans-Martin Sass aufgrund seiner Überprüfungen aus.


Das California Science Center traf nach der ethischen Begutachtung besondere Vorkehrungen vor dem Ausstellungsbeginn. Um den respektvollen Umgang mit den Präparaten zu gewährleisten, wurde neben jedem Objekt eine Texttafel aufgestellt, die den Lehrwert der jeweils gezeigten Pose erklärt. Der Teil der Ausstellung, der sich mit der Fortpflanzung beschäftigt, wurde in einem abgegrenzten Bereich ausgestellt.

Desweiteren wurde das Ausstellungspersonal umfassend geschult und im Hinblick auf „potenziell kontroverse Ausstellungsstücke“ (Perlov, et al., kein Datum, S. 6) ausreichend aufgeklärt. Der Eingangsbereich der Ausstellung wurde so gestaltet, dass die Besucher auf das Bevorstehende vorbereitet. Im Detail bedeutet dies, dass der Eingangsbereich folgende Informationen vermittelt: Informationen zur Ausstellungsorganisation, zu den Ausstellungsinhalte, zur Herkunft der Leichen und zu den wissenschaftlichen, medizinischen und gesundheitspolitischen Ziele der Ausstellung.

Auszüge aus der ethischen Begutachtung und der historische Zusammenhang werden ebenfalls im Eingangsbereich vermittelt. Eine Verlangsamung der Besucherströme soll die respektvolle Atmosphäre fördern (Perlov, et al., kein Datum).

Ein besonders Augenmerk wird auf Eltern mit Kindern gelegt. Es muss sichergestellt werden, dass „alle Besucher vor dem Kauf einer Eintrittskarte wissen, was sie in der Ausstellung erwartet“ (Perlov, et al., kein Datum, S. 6) um daraufhin entscheiden zu können, ob die Ausstellung für ihre Kinder geeignet ist oder nicht. In Zusammenarbeit mit einem Kinderpsychologen und Experten des Science Centers für frühkindliche Erziehung wurde eine Broschüre entwickelt, die Anregungen für vorbereitende Gespräche enthält.Kinder unter 13 Jahren dürfen die Ausstelung nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten besuchen (Per.....

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Für Kant war der Mensch zwar Herr seiner selbst, aber nicht der Eigentümer seiner selbst (Wetz, 2000).

Der Mensch solle Kant zufolge nicht als Mittel zum Zweck gebraucht werden. Dies geschehe, so Schaber, wenn man den Menschen so behandelt, als ob er selbst seine Einwilligung nicht geben könne. Schaber zufolge ist der Mensch, der seine Einstimmung gibt, nicht mehr bloß Mittel, sondern Zweck. Durch die Einwilligung wird der kategorische Imperativ, den Kant formuliert hat, nicht verletzt (Schaber, 2004).

Dieser besagt: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (Kant, 2000).

Allerdings reicht die bloße Einwilligung nicht aus, denkt man an den Fall des Kannibalen von Rotenburg. Das wofür man seine Einwilligung gibt darf nicht gegen die guten Sitten verstoßen und muss moralisch vertretbar sein. Unter guten Sitten versteht man „das Anstands- und Gerechtigkeitsgefühl aller billig und gerecht Denkenden“ (juristisches Lexikon, undatiert).

4          Die Verfügung „Körperspende zur Plastination“

Vor diesem Hintergrund wurde die Körperwelten-Ausstellung von Gunter von Hagens häufig kritisiert und diskutiert. Abgesichert wird die Ausstellung durch die sogenannte Verfügung „Körperspende zur Plastination“, welche von potentiellen Körperspendern ausgefüllt und unterschrieben dem Institut für Plastination in Heidelberg zugehen muss.

Diese Verfügung stellt keinen Vertrag dar, sondern vielmehr eine Willensbekundung, die jederzeit widerrufen werden kann. In dieser erklärt sich der Körperspender bereit, seinen Körper nach seinem Tod dem Institut zur Verfügung zu stellen. Dieses verwendet menschliche Präparate „ausschließlich zum Zwecke der Forschung, der Lehre oder der medizinischen, diagnostischen bzw. therapeutischen Berufsausübung“.

Die Verfügung enthält eine Vielzahl von Erklärungen, die der potentielle Körperspender sowohl bejahen als auch verneinen kann. Zu ihnen gehören unter anderem das Einverständnis zur Formung eines anatomischen Kunstwerkes des Körpers und Ausstellungen in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in Museen. Zudem enthält das Formular Platz für die Beweggründe des Körperspenders, welche auf Wunsch dessen auch veröffentlicht werden können, sowohl anonym.....

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Nach Abgleich der Einwilligungsdokumente mit den Sterbeurkunden der Spender und der Überprüfung, ob diese ihren Körper für öffentliche Zwecke gespendet hatten, kam Dr. Sass zu dem Ergebnis, dass die Körperspendeformulare den deutschen Standards für Einwilligungserklärung nach Aufklärung entsprechen. Dr. Sass kam sogar zu dem Ergebnis, dass die Formulare die rechtlichen Anforderungen überfüllten.

Jegliche Formulare zur Einholung der Einwilligung werden geprüft auf „Angaben zu Risiken und potenziellem Nutzen, Abbruchmöglichkeiten und auch der Lesbarkeit und Verständlichkeit der Formulierungen“.

Diese Kriterien treffen auf das Körperspendeformular zu und es ist durch die Möglichkeit zur Angabe der Beweggründe für die Spende und die Einwilligung zur öffentlichen Ausstellung ausführlicher gestaltet als erfordert (Perlov, D. et. al., undatiert).

5          „Die Würde des Menschen ist unantastbar“

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1, GG). So besagt es der erste Artikel des Grundgesetzes. Des Weiteren ist es die Aufgabe der staatlichen Gewalt die Würde eines jeden Menschen zu schützen und zu achten (Art. 1, GG). Im Rahmen des Themas „Körperwelten“ beschäftigt sich dieses Kapitel mit der Frage, ob die Würde der plastinierten Menschen in der Ausstellung angetastet wurde bzw. ausreichend geschützt und geachtet wurde und wird.

Dabei stellen sich zunächst mehrere Fragen: Ist die Würde eines Toten antastbar? Ist die Leiche ein Subjekt oder ein Objekt? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Verstorbenen und dem Leichnam und sind beide im Besitz von „Würde“? Und die bedeutendste Frage: Was bedeutet denn eigentlich das Wort „Würde“?

Um die Fragen zu beantworten ist es zunächst sinnvoll, die Frage nach der genauen Bedeutung von „Würde“ zu klären. Rest (2006) hielt es für nötig, den Begriff „Würde“ genauer zu betrachten und in drei Bedeutungen zu unterscheiden.

Die erste Betrachtungsweise sieht „Würde“ als etwas, das dem Menschen inne wohnt und für das er selbst verantwortlich ist. Sie besteht, ohne dass sie von jemandem verliehen oder bewertet wird. Angesichts dieser Betrachtungsweise kann der Mensch seine Würde nicht verlieren. Selbst dann nicht, wenn er alles andere, was ihn als lebenden Menschen ausmacht (z.B. Herz- und Gehirntätigkeit) verliert oder sie zu Plastinaten und Betrachtungsgegenständen gemacht we.....

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„Der Hirntote erhält dann noch eine Würde zugesprochen, wenn er sich zuvor als Organspender ausgewiesen hat. Ohne diese mögliche Ver-Wertung werden seine Schutzrechte bei der so verstandenen ‘Würde‘ zunehmend in Frage und vor allem seine Kosten als ‘Unwert‘ in Rechnung gestellt.

Gleiches würde für die Leiche gelten, deren Wert darin gesehen werden kann, dass sie Kosten macht (Bestattung, Grabstelle) oder als Ausstellungsstück Eintrittsgelder erwirtschaftet“ (Rest, F., 2006, S.54).

Diese drei Auffassungen der Würde haben eine unterschiedliche Sicht darauf, was mit der Würde nach dem Tod passiert. Um jetzt tiefer in die Fragestellung einzugehen, ob die Würde eines Toten antastbar ist muss zunächst darüber entschieden werden, ob die Leiche ein Subjekt oder ein Objekt ist.

Grundlage für die Beantwortung dieser Frage ist die sogenannte Objektformel nach Kant:

„Nach der Objektformel widerspricht es der Würde, den Menschen -  ein Subjekt mit Eigenwert – zum bloßen Objekt oder Mittel zum Zweck zu machen. Damit wird zwar nicht untersagt, den Menschen überhaupt als Sache oder Werkzeug zu gebrauchen, was ja völlig unrealistisch wäre, weil die Menschen ständig füreinander Objekt oder Mittel zum Zweck sind: der Taxifahrer für den Fahrgast oder die Verkäuferin für den Kunden“ (Wetz, F.J., 2003, S.63).

Nach dieser Formel wird in Bezug auf Körperwelten die Würde des Toten mißachtet. Eine genauere Betrachtung belegt jedoch das Gegenteil. Denn laut der Objektformel ist es unwürdig menschliche, lebende Subjekte als bloßes Objekt darzustellen. Wetz (2003) ist der Auffassung, dass eine Leiche kein Subjekt ist, sondern einen objektiven Charakter hat und damit die Objektformel auf die Leiche nicht angewendet werden kann.

Zum Objekt wird der Leichnam dadurch, dass er der verwesliche Rückstand des Menschen ist. Selbst wenn es als reinstes Mittel zum Zweck angesehen wird die Plastinate auszustellen, so dienen Organtransplantationen, Obduktionen und anatomische Sektionen ebenso einem Zweck. Keine dieser Aktionen ist entwürdigend, da „doch offenbar feststeht, dass eine Leiche keine Person mehr ist“ (Wetz, F.J., 2003, S.63), sondern ein toter, menschlicher Körper und sterbliche Überreste (Duden).

Es gibt jedoch unterschiedliche Sichtweisen, wie man mit der Würde der Leichen umgeht. Einerseits, so wie es die Plastination macht, wird die Leiche einfach nur als ein Objekt, eine Sache angesehen. Aus spiritueller Sicht sind Verstorbene jedoch gleichberechtigte Subjekte die „‘Inhaber von Persönlichkeit und Individualität‘“ sind (R.....

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Daher ist diese auch verletzlich bzw. antastbar z.B. durch Missachtung des letzten Willen oder der Interessen des Verstorbenen, die er zu Lebzeiten geäußert hat. Darüber hinaus gilt als Voraussetzung für die Achtung der Würde den Toten nicht als reines Objekt und Mittel zum Zweck nehmen darf und schon gar nicht zweckentfremden darf. Die Plastination von Gunther von Hagen wird mit der Organspende verglichen.

Die Darstellung des Toten als Präparat stellt eine ähnliche Verfremdung des toten Körpers dar, wie es bei der Organspende der Fall ist. Zudem dienen beide Vorgehensweisen der medizinischen Aufklärung. Darüber hinaus wird laut Wetz (2003) die Würde bei „Körperwelten“ dadurch gewahrt, dass die Plastination nur an freiwilligen Spendern stattgefunden hat, die ausreichend und umfassend aufgeklärt waren.

Eine Zweckentfremdung findet dann statt, wenn Menschliches nicht als Menschliches dargestellt und zu Nichtmenschlichem umgewandelt wird[1]. In Gunther von Hagens Ausstellung wird Menschliches als Menschliches dargestellt. Zu diskutieren bleibt jedoch, wie er die Plastinate darstellt und ob die Darstellung in einigen Positionen und Situationen noch mit der Achtung und Wahrung der Würde vereinbar und daher ethisch vertretbar ist.

Gunther von Hagens nutzt den Voyeurismus im Sinne der Schaulust um Besucher für die Ausstellung anzulocken. Positionen wie der „schwebende Akt“, bei der zwei Plastinate beim Geschlechtsverkehr ausgestellt werden ist ein Beispiel dafür. Ebenso das Ankleiden von Plastinaten mit Dessous und Reizwäsche. Wie weit reicht die Aufklärung in diesen Bereich? War den Spendern bekannt in welch intimer Situation sie abgebildet werden? Und sind ihre Interessen und ihr Wille dabei geachtet und gewahrt worden? Wäre dies nicht der Fall so wird die Würde des Verstorbenen und des Leichnams verletzt.

Darüber hinaus bleibt die Frage, welch medizinischer Aufklärungsnutzen in der Verkleidung der Plastinate liegt.

Weitaus bedenklicher ist die ethische Vertretbarkeit der Ausstellung im Hinblick auf die Ausstellung von plastinierten Embryos und Säuglingen. Die Würde des Verstorbenen und des Leichnams wird nur gewahrt, wenn seine Interessen und sein Wille geachtet werden. Laut dem Grundgesetz sind lebende Menschen Träger von Rechten und Pflichten.

Die damit beschriebene Rechtsfähigkeit beginnt mit der Vollendung der Geburt. Die ausgestellten Säuglinge sind daher Träger von Rechten, somit auch dem Recht auf eine Beerdigung anstatt einer Plastination. Werden die Interessen und werden der Wille und somit auch die Würde der verstorb.....

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