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Die Wahlverwandschafte­n

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Literature

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

Grade, Teacher, Year

2010, Günther Höfler

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ERZÄHLTEXTANALY­SE Marieluise Fleißer: Die Dreizehnjährige­n Inhaltsverzeich­nis 1. Einleitung 2. Die große alte Dame Marieluise Fleißer 3. Die Neue“ Sachlichkeit 4. Analyse Die Dreizehnjährige­n“ Fazit Literaturverzei­chn­is Anhang Rezensionen Walter Benjamin Fleißer und „Neue Sachlichkeit“ MARIELUISE FLEIßER – EINE FRAU ZWISCHEN EMANZIPATION UND ENTFREMDUNG 1. Einleitung Diese Frau bereichert unsere Literatur um das seltene Schauspiel ganz unverbohrten provinzialen Stolzes. Walter Benjamin über Marieluise…

Über Walter Benjamins Essay zu den Wahlverwandschaften

Walter Benjamins Essay unterstreicht, dass nichts gänzlich zufällig passiert in den Wahlverwandschaften.

l  Das eigentlich Tragische ist unabwendbar, weil die Figuren von Anfang an in einem mythisch und mythologisch aufgeladenen Handlungsgewebe verstrickt sind. Es zeigt sich somit als logische Konsequenz, dass ihnen in diesem beseelten und mythologisch aufgeladenen Bedeutungskosmos Gerechtigkeit widerfährt.

l  Protagonisten werden durch bloßes Sein schuldig; ihr Sein entwickelt eine schicksalhafte Eigendynamik

-->„Rechenschaft misslingt ihnen nicht durch ihr Handeln sondern durch ihr Sein.“(Benjamin)

Der Schuldzusammenhang zieht sich über das einzelne Leben hinweg und verflechtet sich im Leben der kommenden Generationen


Das Unvermeidbare und die symbolische Dimension der Wahlverwandschaften


Goethe selbst hat davon gesprochen, dass man gleich zu Beginn merke, dass eszu bösen Häusern hinausgehen“ (Begriff aus der Planetenlehre; astrologisches Bildnis). Auch die Sterne - das Schicksalssymbol par exellence - werden in Verbindung mit den Häusern gebracht. Charlotte sagt nach dem Tod von Ottiliens Mutter, dass es um das Mädchen misslich stehe, wenn nicht „ein besonderer Stern“ über ihrem Schicksal walte.

Das eigentlich Dämonische manifestiert sich in der Kluft zwischen dem glatten Äußeren und dem wüsten Innenleben. Eine Todesahnung bricht über das Ganze ein; ähnlich verhält es sich auch mit dem Kästchen, was Ottilie geschenkt wird; in ihm befindet sich schon zugleich der Stoff ihres Totengewandes; selbst im Materiellen manifestiert sich ein unsagbarer schicksalsverwobener Mehrwert.

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Auch sieht Benjamin die Protagonisten als Repräsentanten unterschiedlicher geistiger Wertvorstellungen an, angetrieben von unterschiedlichen Handlungsmotiven, deren Schicksale sich unheilvoll verweben.

-Benjamin sieht in Ottilie die „gefährliche Magie der Unschuld“. Die eigentliche Tragik Ottiliens liegt in ihren tiefsten Wesensschichten: Benjamin schreibt hierzu: „Denn eben das, was als Zeichen innerer Reinheit gedacht wird, ist der Begierde das Willkommenste.“ Er vergleicht sie mit dem christlichen Unschuldssymbol der weißen Lilie: „Die strengen Linien des Gewächses, das Weiß des Blütenkelchs verbinden sich mit den betäubend süßen, kaum mehr vegetabilen Düften.“ Benjamin sieht das eigentlich Tragische an Ottilie in ihrem schuldig-schuldlosen Verweilen im Raume des Schicksals;er spricht von einem „pflanzenhaften Stummsein“. (→ Naturmetaphorik; Ottilie als transzendiertes Wesen)

Es wird somit zu einer ganz logischen Fügung des Schicksals, dass Ottilie in dem Moment wo sie als mythische Figur den Pakt mit der bürgerlichen Gesellschaft eingeht, ihre eigentliche Daseinsberechtigung verwirkt hat. Benjamin sagt hierzu, dass „nach sittlichen Gesetzen die Leidenschaft all ihr Recht und ihr Glück verliert, wo sie den Pakt mit dem reichlichen, dem gesicherten Leben sucht.“


Im dritten Kapitel des zweiten Teils heißt es „( .)endlich setzte sie sich auf einen der Stühle, und es schien ihr, indem sie auf- und umherblickte, als wenn sie wäre und nicht wäre, als wenn sie sich empfände und nicht empfände, als wenn dies alles vor ihr, vor sich selbst verschwinden sollte“.

Des Weiteren reflektiert sie über diese Erfahrung in ihrem Tagebuch: „Eine Vorstellung der alten Völker ist ernst und kann furchtbar scheinen. Sie dachten sich ihre Vorfahren in großen Höhlen ringsumher auf Thronen sitzend in stummer Unterhaltung( .)als ich in der Kapelle saß, erschien mir jener Gedanke gar freundlich und anmutend( .) 'warum kannst du nicht sitzenbleiben?' Dachte ich bei mir selbst 'still und in dich gekehrt sitzen bleiben.'“ Interessant ist vor allem die göttlich erhobene Sprachmetaphorik, die Sehnsucht nach einem königlichen Urraum, weg von den „bösen Häusern“.

Abschließend wird die Erhabenheit Ottiliens noch im Eros-Tannatos Motiv aufgenommen; es bleibt ungeklärt, ob nun die Schönheit Ottiliens dem Tod verfällt, oder der Tod der Schönheit Ottiliens. Vielleicht macht dies die wahre Größe von Goethes Werk aus, dass es im Spannungsgefüge zwischen dem bewußtseins-, willens- und naturbeherrschenden Wollen dieser aristokratischen Gesellschaft und dem Einbrechen der kreatürlichen, mythischen Urkräfte des Unbewußten, Unerfahrbaren und Mythischen schweben bleibt.


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