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Term paper
Sociology

University, School

MLU Halle-Wittenberg

Grade, Teacher, Year

2008, Dr. Sascha Trültzsch

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Text by Lieselotte K. ©
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Unterrichtsentw­urf (Geographie) Titel: Landflucht Teil 1 – Zwischen Traum und Wirklichkeit (Push- und Pull-Faktoren) Kompetenzen: Die SuS können erklären, warum Menschen ihre Heimat verlassen. (fachlich) Die SuS können die Push- und Pull-Faktoren erklären, die zur Landflucht führen. (fachlich) Die SuS können die Inhalte einer Geschichte kategorisieren und verallgemeinern­. (methodisch) Didaktisch-meth­odi­sche Überlegungen: Der unkontrollierte bis unkontrollierba­re Zuwachs der Millionenstädte­1 ist mit immer größer werdenden ökologischen Problemen verbunden. Hier spiegelt sich die Zukunftsbedeutu­ng des Themas wieder. Einen Gegenwartsbezug für die SchülerInnen erhält es dadurch, dass sie sich bewusst werden, wie Menschen handeln, obwohl die Gründe auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sind. Dieses Wissen sensibilisiert sie, selbst verantwortungsb­ewu­sst unter Berücksichtigun­g der jeweiligen Konsequenzen zu handeln. In den vergangenen Stunden haben die SchülerInnen an Beispielen wie Mexiko Stadt oder Lagos besonders schnell wachsende Millionenstädte mit ihren Gegensätzen zwischen luxuriösem Leben in Gated Communities und den elenden Bedingungen der Armenviertel kennengelernt. Auch die daraus resultierenden Probleme dieser Städte sind thematisiert worden. Die Gründe, warum immer mehr Menschen vom Land in diese Großstädte
Gleichberechtig­ung in der Arbeitswelt Anlässlich des Weltfrauentags stellt sich die Frage, ob es heutzutage schon eine Gleichstellung von Frauen und Männern, besonders in der Arbeitswelt, gibt. Seit den siebziger Jahren gab es große Veränderung für Frauen in Österreich, zum Beispiel entstand für die Frau das Recht auf einen Schwangerschaft­sab­bruch. Heute sind die meisten Frauen berufstätig, auch wenn sie eine Familie haben. Früher war es hingegen so, dass die Frau zu Hause war, auf die Kinder aufpasste, keine gute Ausbildung hatte und sich um den Haushalt kümmerte, der Mann brachte das Geld nachhause. Zur zeit ist es so, dass 61 Prozent der Hochschulabsolv­ent Frauen sind, somit ein drastischer unterscheid zu früher. Trotzdem gibt es nur wenige Führungsstellen in weiblicher Hand. Fakt ist, dass es eine Differenz bei Durchschnittsge­hä­lter und Hierarchieebene­n zwischen Männern und Frauen gibt, Männer verdienen durchschnittlic­h besser und sind mehr in Führungspositio­ne­n vergeben. Warum das der Fall ist, ist umstritten. Eine Ursache warum es solch einen Unterschied gibt, könnte die Vorbildfunktion sein. Es gibt wenig Frauen die in Führungspositio­ne­n arbeiten, daher gibt es keine beziehungsweise nur wenige Vorbilder für junge angaschierte Frauen, somit kann es sein, dass Frauen weniger daran denken selbst Karriere zu machen und deswegen in weniger gut

Die Gleichstellung von Mann und Frau in der DDR und dem heutigen Ostdeutschland

Zwischen Propaganda und Wirklichkeit.


Inhaltsverzeichnis

1.  Einleitung. 2

2.  Frauen in der DDR. 4

2.1.  Erwerbstätigkeit und Familie. 4

2.2.  Bildung und Ausbildung. 6

2.3.  Arbeitsteilung im Haushalt 9

2.4.  Alleinerziehende. 10

2.5.  Frauenbewegung und alternative Lebensformen. 11

3.  Frauen nach der Wende. 14

3.1.  Bildung und Ausbildung. 14

3.2.  Familie und Hausarbeit 16

3.3.  Alleinerziehende. 17

4.  Frauenbilder in Film und Fernsehen. 19

5.  Fazit 22

6.  Quellen. 24


1.   Einleitung

Welchem Geschlecht jemand angehört, ist neben dem Alter das wichtigste zur allgemeinen Charakterisierung eines Menschen herangezogene Merkmal. Die Geschlechtszugehörigkeit wird im Paß festgehalten, sie geht in die soziale Anrede ein und bestimmt das menschliche Zusammenleben in vielerlei Hinsicht.

Sie ist nicht nur für das Sexualverhalten im engeren Sinne und das Verhältnis der Geschlechter zueinander von Bedeutung. Schon vor der Geburt eines Kindes beschäftigt die werdenden Eltern besonders die Frage, ob es ein Junge oder Mädchen wird.[1]

Die Kategorisierung von Menschen nach ihrem Geschlecht scheint nach wie vor eine entscheidende Rolle in der Bewertung des Menschen zu spielen. Dies ist problematisch, da einer Person aufgrund ihres Geschlechts spezifische Bewertungen wie „weiblich“ bzw. „männlich“ zukommen, was zur Folge hat, dass Personen allein aufgrund ihres Geschlechts einen unterschiedlichen Status im sozialen Gefüge erhalten, wobei der Status der Frau in der Regel niedriger ist als der des Mannes.

In keinem Land der Welt wird Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern real praktiziert. Manche Länder sind geradezu unfassbar rückständig: Es gibt noch immer zahllose Staaten, in denen Frauen kein Wahlrecht haben; in denen die weiblichen Geschlechtsorgane durch Beschneidung verstümmelt werden; Frauen werden im Namen abstruser Kriegsstrategien systematisch vergewaltigt. Noch immer dürfen Frauen nicht überall arbeiten oder Auto fahren; nicht selten werden sie getötet oder sterben nach illegalen Schwangerschaftsabbrüchen; bekommen keinen Zugang zu einer Ausbildung; werden zwangsverheiratet oder als Sklavinnen in die Prostitution oder an die Industrie verkauft.  Auch im Sozialstaat Deutschland, in dem die Gleichstellung von Mann und Frau im Grundgesetz verankert ist, besteht zwischen propagierter und teilweise realisierter Gleichberechtigung auf der einen Seite und tatsächlicher, individueller Lebenswirklichkeit auf der anderen Seite eine Kluft, die besonders in der ungleichen Lohnverteilung oder den höheren Ansprüchen an Mutterschaft im Gegensatz zur Vaterschaft deutlich wird. Straßen werden nach wichtigen männlichen Persönlichkeiten benannt, Denkmäler sind zu 95 Prozent Männern gewidmet.

Die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern wurden lange Zeit als naturgegeben und somit unveränderlich dargestellt. Erst mit Einsetzen der feministischen Bewegung wurde die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen thematisiert und die Naturgegebenheit ihrer Rolle kritisch hinterfragt.

Welchen Einfluss die Bestrebungen von Feministinnen auf die Gesellschaft Deutschlands hatten, soll diese Hausarbeit verdeutlichen. Im ersten Teil wird nun anhand einiger Beispiele die Rolle der Frau in der DDR untersucht und der BRD gegenüber gestellt. Weiterhin wird beschrieben, welche Veränderungen sich für Frauen in Deutschland nach der Wende 1989 vollzogen haben und im Anschluss werde ich noch kurz darauf eingehen, wie die Frau von heute im deutschen Fe.....[read full text]

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Wäschereien, eingeführt. In den 1970er Jahren kam es zum Geburtenrückgang, zu einer Verringerung der Eheschließungen und einem Anwachsen der Scheidungszahlen. Um das Ideal der Kleinfamilie aufrecht zu erhalten, wurde 1972 der Ehekredit eingeführt. Wenn Paare heirateten und beide Partner jünger als 26 Jahre waren, bekamen sie 5000 Mark vorerst geliehen. Die zurückzuzahlende Summe verringerte sich mit jedem Kind und wurde beim Dritten ganz erlassen.

Da dieser Anreiz aber nicht ausreichte, um junge Leute zur Gründung von Kernfamilien zu verführen, wurde die Summe 1976 auf 7000 Mark erhöht und der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert. Weiterhin wurde der Erziehungsurlaub (Babyjahr) bei der Geburt des zweiten Kindes und bezahlte Freistellung zur Pflege kranker Kinder eingeführt. Der Geburtenrückgang hielt dennoch an, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass kinderlose Paare und Singles über eine bessere Einkommenslage verfügten, als Leute mit Kindern, so hatte beispielsweise eine alleinstehende Person mit einem Kind 1980 gerade mal 19 Mark mehr, als eine kinderlose.


Tabelle 1: Durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen in Arbeiter- und               Angestelltenhaushalten nach Haushaltsgröße (Angaben in Mark)

Jahr

Haushalte insgesamt

Alleinerzeihende

1 / 2 Kinder

1-Personen-

Haushalt

2-Personen-

Haushalt

3-Personen-

Haushalt

4-Personen-

Haushalt

5-Personen-

Haushalt

1 970

1 031

 -*              -*

535

928

1 121

1 209

1 287

1 976

1 343

 -*              -*

713

1 194

1 442

1 556

1 746

1 980

1 490

 797             930

778

1 340

1 589

1 720

1 968

1 985

1 746

  896           1 001

924

1 583

1 867

2 018

2 348

1 988

1 946

1 026          1 245

1 024

1 765

2 109

2 321

2 797

* keine Angaben

Quelle: Helwig, Gisela (Hrsg.) 1993: Frauen in Deutschland. Berlin. Akademie Verlag GmbH. S.155


2.2.                 Bildung und Ausbildung

Die Familienpolitik der DDR war Mütterpolitik, d.h., sie konzentrierte sich trotz der großgeschriebenen Gleichberechtigung fast ausschließlich auf junge Frauen. Männer spielten so gut wie keine Rolle. Der Mann galt als die verlässlichere Arbeitskraft, die Vereinbarkeit von Vaterschaft und Erwerbstätigkeit stand niemals zur Debatte.

Auch beim Grundwehrdienst in der NVA, der von nahezu jedem Mann mindestens 18 Monate lang geleistet werden musste, spielte die Vaterschaft keine Rolle.  Der Maßstab für Gleichberechtigung war männlich geprägt und orientierte sich vornehmlich an beruflichen Leistungen und Karrieren. Dass es auch im Bereich der beruflichen Möglichkeiten geschlechtsspezifische Unterschiede gab, wird nun im Folgenden gezeigt:

1988 waren 91% aller Frauen im erwerbsfähigen Alter berufstätig, davon hatten 87% eine abgeschlossene Ausbildung. Damit wies die DDR die weltweit höchste Beschäftigungsquote von Frauen auf. Frauen dominierten bestimmte Berufsfelder, so gab es beispielsweise einen überproportionalen Frauenanteil im Sozialwesen mit 91,8%, im Gesundheitswesen mit 83%, im Bildungswesen mit 77%, im Handel mit 72% und schließlich im Post- und Fernmeldewesen mit 69%.

Der Anteil der Frauen in leitenden Positionen betrug 1990 knapp ein Drittel, variierte aber nach Wirtschaftsbereichen und nahm generell mit der Höhe der Position ab. Ein Bereich, in dem leitende Positionen meist von Frauen ausgeführt wurden, waren z.B. Kindergärten und - krippen. Das Berufswahlfeld für Mädchen war wesentlich enger als für Jungen. Sie konnten sich unter anderem in Schreibtechnik, in der Textilindustrie, als Fachverkäuferin oder in pädagogischen und medizinischen Berufen ausbilden lassen, was in der Regel auch die am schlechtesten bezahlten Berufe waren.  Seit 1975 wurden für Frauen die Stellenangebote rückläufig, die sich im Bereich der Technikgestaltung und Tech.....

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Aus dem Umstand, gleichzeitig Arbeiterin bzw. Angestellte, Mutter und Hausfrau zu sein, erwuchs eine starke Mehrfachbelastung. DDR-Frauen verrichteten neben ihrer Vollzeitbeschäftigung 2 bis 4 Stunden Hausarbeit täglich. Neben den klassischen Bereichen der Hausarbeit, wie kochen, putzen, Wäsche waschen und so weiter, fiel das Einkaufen, was meist mit stundenlangem Anstehen verbunden war, ebenfalls größtenteils auf die Frauen zurück.

Da auch Bekleidungstücke teilweise schwer zu haben oder unerschwinglich (Exquisit) waren, verbrachten sie außerdem viel Zeit mit nähen und stricken, wobei das von den Frauen selbst aber häufig als Freizeitbeschäftigung bewertet wurde.

Tabelle 3: Zeitlicher Aufwand für Hausarbeit an Wochentagen (Angaben in Prozent)


Keine Hausarbeit

Bis zu 1 Stunde

1–2 Stunden

2–3 Stunden

3-4 Stunden

Mehr als 4 Stunden

Ehefrau


Ehemann

-


5

7


48

31


33

32


9

18


3

12


2

 Quelle: Helwig, Gisela (Hrsg.) 1993: Frauen in Deutschland. Berlin. Akademie Verlag GmbH. S.158


Durch die Erwerbstätigkeit der Frauen war zumindest eine geringe Beteiligung des Ehemannes an der Hausarbeit in den meisten Familien unverzichtbar. Auch wenn der Großteil der Hausarbeit den Frauen überlassen war, so hatte sich in der DDR dennoch eine stärkere, deutlichere Bereitschaft der Männer zur partnerschaftlichen Mitarbeit im Haushalt im Gegensatz zu der BRD entwickelt. Der Umfang der Hausarbeit  und die Art der Aufteilung zwischen Mann und Frau variierten in Abhängigkeit vom Bildungsniveau.

Eine Befragung von 1982 ergab, dass mit zunehmenden Bildungsniveau zum Einen der Umfang der Hausarbeit abnahm und zum Anderen „war die Geschlechtsspezifik in der Arbeitsteilung wesentlich schwächer zu erkennen als beispielsweise in homogenen Arbeiterfamilien (beide Partner Facharbeiter). Dieser Zusammenhang hatte auch umgekehrt Gültigkeit: Je geringer die Frauen qualifiziert waren, desto mehr Hausarbeit verrichteten sie und desto traditioneller fiel die häusliche Arbeitsteilung aus.“ [4]

2.4.                 Alleinerziehende

In der DDR wurden allein erziehende Eltern, mehrheitlich waren es Mutter-Kind/er-Beziehungen,  als „allein stehend“ bezeichnet. Trotz des propagierten DDR-Familienleitbildes vom verheirateten Paar mit 2 bis 3 Kindern lebte etwa jedes fünfte Kind in dieser Familienform, was einen deutlichen Unterschied zur BRD darstellt, in der es wesentlich weniger allein .....

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Sie setzten solche Lebensformen mit Partnertausch und Gruppensex gleich. Abstimmungen und Vereinbarung der verschiedenen Interessen und Bedürfnisse erschienen ihnen als unlösbare Aufgaben. Allerdings hatten sie auch kaum eine reale Chance Neues auszuprobieren, da „nicht-konventionelle Lebensformen in der DDR nicht erwünscht und damit von der familienpolitischen Förderung ausgeschlossen waren.

Die Ausprägung solcher Lebensformen wurde außerdem durch die Wohnungsvergabepraxis behindert.“[6] So bekamen Personen bis zum Alter von 29 Jahren aufgrund der Wohnungsvergaberichtlinien keine Wohnung zugewiesen, sondern mussten bei ihren Eltern wohnen bleiben.

Während homosexuelle Lebensweisen in der DDR vorwiegend in der Anonymität der Großstadt zu finden waren, da Homosexualität von der Umgebung oft mit Unverständnis und Ablehnung bedacht wurde, fand in der BRD im Zuge der neuen Frauenbewegung in den 1960er Jahren ein Rückzug aus heterosexuellen Beziehungen statt.

Frauen gründeten Lesbenzentren, Frauenwohngemeinschaften und Frauenlandkommunen, Mütter zogen mit ihren Kindern in Wohngemeinschaften oder aufs Land. Weiterhin schufen sie sich selbst neue Arbeitsplätze wie Frauenhäuser, Frauenkneipen oder Kinderläden. In der DDR, wo öffentlich die bereits abgeschlossene Emanzipation der Frau proklamiert wurde, gab es zu dieser Zeit kaum feministische Bewegungen.

Feminismus galt bis dato als kleinbürgerliche westliche Modeerscheinung und als Kopfgeburt männerhassender, perverser, alter Jungfern. Erst Beginn der 80er Jahre fanden sich unter dem Dach der evangelischen Kirche Frauengruppen zusammen, die sich unter anderem mit Themen, wie Ökologie, Frieden oder Antimilitarismus beschäftigten. Zwar waren sie nicht unbedingt religiös gebunden, aber die Institution Kirche bot den einzigen öffentlichen nichtstaatlichen Raum für nicht sanktionierte Diskussionen, wenngleich auch die patriarchalen Strukturen innerhalb der Kirche gerade von Frauen kritisiert wurden.

Der Feminismus in der DDR lässt sich hauptsächlich in drei Bereiche fassen – die feministische Theologie, Frauen für den Frieden und Lesbengruppen. Den ersten Bereich bildete der 1985 entstandene Arbeitskreis „Feministische Theologie und Frauenbefreiung“, der hauptsächlich Geschlechterverhältnisse in der Kirche thematisierte und das von der Bibel vermittelte Frauenbild problematisierte.[7] Die informellen Gruppen „Frauen für den Frieden“ entstanden 1982 aus  Protest gegen das neue Wehrdienstgesetz, welches beinhaltete, im Verteidigungsfall auch Frauen in die allgemeine Wehrpflicht mit einzubeziehen.[8] Einige Frauen veranlassten eine Eingabe an den damaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, in der sie ihre Verweigerung des Militärdienstes bekanntgaben, schickten Briefe an das Wehrdienstkommando, in der sie ihre Erfassung zum Wehrdienst verweigerten und verbreiteten Flugblätter und öffentliche Erklärungen mit Unterstützung von gleichnamige.....

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Umfragen ergaben, dass der fehlende Arbeitsplatz bei ostdeutschen Frauen als großer Mangel empfunden wird, als ein Gefühl des „Nicht-Gebrauchtwerdens“. Die Berufstätigkeit und das Interesse an Kinderbetreuungseinrichtungen bei Frauen aus den alten Bundesländer ist jedoch gestiegen. Die Veränderungen nach 1989 beeinflussten Diskussionen um Ehe, Familie und die Rolle der Frauen in der Gesellschaft bundesweit.

3.1.                 Bildung und Ausbildung

Die Angebote des allgemeinen Bildungsangebots werden von Männern und Frauen in gleicher Weise wahrgenommen, es gibt kaum noch nennenswerte Unterschiede hinsichtlich des Bildungsniveaus zwischen den Geschlechtern. Mädchen sind an Sonder- und Hauptschulen weniger vertreten, den Realschulabschluss und die allgemeine Hochschulreifen absolvieren mehr Mädchen als Jungen.

Die Geschlechterverteilung auf dem zweiten Bildungsweg (Kolleg) hält sich in Waage. Bei der Wahl eines Ausbildungsplatzes ist noch immer eine deutliche Geschlechterspezifik erkennbar, was u.a. daran liegt, dass Jungen bei der Vergabe bestimmter Ausbildungsplätze immernoch bevorzugt werden, besonders bei denen, die mit starker körperlicher Beanspruchung zusammenhängen.

In der akademischen Laufbahn sind Frauen in fast allen Bereichen in der Minderheit, allerdings hat der Frauenanteil in allen Bereichen der akademischen Laufbahn im Vergleich zum Jahr 1997 zugenommen. Allerdings gibt es auch bei der Studienfachwahl eindeutige geschlechtsspezifische Unterschiede. So sind in den Bereichen Germanistik, Pädagogik, Sozialwesen, Anglistik und Medizin Frauen deutlich überrepräsentiert und in den Bereichen Bauingenieurwesen, Physik, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik deutlich unterrepräsentiert.[10]

Die Erwerbsquote der Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren ist in den neuen Ländern und Berlin-Ost mit 72% wesentlich höher, als in den alten Bundesländern mit 64%. Fast zwei Drittel der Frauen arbeiten in Angestelltenberufen, hingegen nur 39% der Männer. Mehr als dreimal so viele Frauen wie Männer arbeiten als mithelfende Familienangehörige, dagegen sind doppelt so viele Männer wie Frauen selbstständig.

Männer üben häufiger als Frauen eine Vollzeitbeschäftigung aus, besonders Frauen mit kleinen Kindern arbeiten in Teilzeit. Die traditionelle Rollenverteilung wird also noch immer vor allem an der Elternschaft erkennbar, was auch darauf zurückzuführen ist, dass auf das schlechtere Einkommen der Frau eher verzichtet werden kann als auf das des Mannes. Trotz der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichstellung von Frauen und Männern verdienen auch im Jahr 2007 vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen im produzierenden Gewerbe, im Handel, im Kredit- und Versicherungsunternehmen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen 20% weniger.[11] Auch in akademischen Berufen gilt nach wie vor: je höher die Position, desto weniger Frauenanteil.

So sind zwar ein Drittel aller wissenschaftlichen MitarbeiterInnen weiblich, doch nur 15% d.....

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Die Selbstverständlichkeit öffentlicher Kinderbetreuung gehörte von nun an der Vergangenheit an, sowohl vom Preis als auch vom Umfang. Spezifische Schutzmechanismen für diese Familienform waren vom bundesdeutschen Sozialstaat nicht zu erwarten. „Besonders allein erziehende Frauen, die Erwerbs- und Familienarbeit in der Regel allein bewältigten, waren durch die bundesdeutsche Individualisierung der Lebensrisiken in völlig neuer Art gefordert und nicht selten überfordert.[12] Während ihnen die Erwerbstätigkeit und öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen in der DDR noch garantiert waren, so steht ihnen nun nur noch ein Minimum an sozialer Sicherheit, wie seit 2005 ALG II (vorher Sozialhilfe bzw.

Arbeitslosenhilfe) und der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem 3. Lebensjahr, zu. Mit der Hartz IV-Gesetzgebung von 2005 hat sich das individuelle Armutsrisiko allein erziehender Frauen deutlich erhöht. Während das Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend im Jahr 2004 in ihrem Beitrag „Hartz IV bringt viel – auch für Alleinerziehende“ noch propagierten, dass Alleinerziehende von den Reformen besonders profitieren würden[13], werden im Schwarzbuch Hartz IV ernüchternde Ergebnisse dieser neuen Gesetzgebung aufgezeigt.

So ist das Armutsrisiko alleinerziehender Frauen dreimal so hoch wie für Paare mit Kindern, was nicht zuletzt auf die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Kindern unter 3 Jahren und die unzureichende Absicherung von Müttern während der Elternzeit zurückzuführen ist. Hilfsbedürftige Alleinerziehende bekommen in der Regel Leistungen nach dem SGB II[14].

Neu an dieser Gesetzgebung ist, dass jede Arbeit als zumutbar gilt, womit die Anforderungen an den Einsatz der Arbeitskraft deutlich verschärft wurden. Damit soll auf SGB II–EmpfängerInnen Druck ausgeübt werden, auch einer Beschäftigung weit unterhalb ihrer Qualifikation nachzugehen. Wie Erfahrungsberichte im Schwarzbuch Hartz IV gezeigt haben, kann dies bis zur Aufforderung zur Schichtarbeit als Zimmermädchen oder der Aufforderung zu 5 Bewerbungen pro Woche im gesamten Bundesgebiet unter Androhung der Leistungskürzung oder -einstellung ausgeweitet werden.[15] Der „Druck auf erwerbstätige wie erwerbslose ostdeutsche allein erziehende Frauen [nimmt] zu.

Ressourcen wie Qualifikation, Kommunikation, Management, Freude an der Arbeit werden bei langzeitarbeitslosen Frauen kaum genutzt. Im Gegenteil, die Annahme jedweder zumutbarer Arbeit unabhängig von der Qualifikation schürt Ängste und ist bildungspolitisch unsinnig, ökonomisch unrentabel, frauen- und familienfeindlich.“[16]



4.   Frauenbilder in Film und Fernsehen

Abschließend erfolgt nun noch eine kurze Zusammenfassung von aktuellen Studien, die die Inszenierung von Frauenbildern in Film und Fernsehen thematisierten. Der Fokus liegt hierbei in erster Linie auf der Darstellung von Berufs- und Privatleben, aber auch ihr Äußeres wird .....

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