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German studies

University, School

Katholische Universität Eichstätt - KU

Grade, Teacher, Year

1,3 , 2012

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Ernst Theodor Amadeus Hoffmann deutscher Schriftsteller der Hochromantik, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist Vorname eigentlich: Ernst Theodor Wilhelm, 1805 umbenannt in Anlehnung an den von ihm bewunderten Wolfgang Amadeus Mozart 1.wichtige Lebensdaten: 1776 Geburt am 24.Januar in Königsberg als Drittes Kind des Rechtsanwalts Christoph Ludwig Hoffmann und seiner Frau, der Advokatentochte­r Luise Albertine 1778 Scheidung der Eltern; der junge H. lebt mit seiner Mutter bei der…
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Die Bedeutung des Traums in den Bergwerken zu Falun


Inhaltsverzeichnis

A) Einführung:

Die Bearbeitung des Stoffes der Bergwerke zu Falun im Vergleich zeitgenössischer Darstellungen und Hoffmanns Interesse an der Bedeutung des Traums

B) Thema:

Die Bedeutung des Traums in E.T.A. Hoffmanns „Die Bergwerke zu Falun“

I. Die Theorie des Traums im zeitgenössischen Kontext der Romantik

II. Die Analyse des Traums von Elis Fröbom

III. Verwilderung als typisches Motiv der Romantik und Zeichen eines Erkenntnisprozesses

IV. Die Erotik als Urgeheimnis in Elis` Erkenntnisprozess  

V. Elis` Begegnung mit seinem Unbewusstem: Die Sehnsucht nach seiner Mutter

VI. E.T.A. Hoffmanns Interesse an der Psychologie

VII. Vergleich der Charaktere der Protagonisten Elis („Die Bergwerke zu Falun“) und Nathanael („Der Sandmann“)

VIII. Die Bedeutung des Traums im „Meister Floh“

IX. Der Traum als Mittel der Vorausdeutung

C) Schluss

Literaturverzeichnung


A) Einführung: Die Bearbeitung des Stoffes der Bergwerke zu Falun im Vergleich zeitgenössischer Darstellungen und Hoffmanns Interesse an der Bedeutung des Traums

Möchte man sich einen kurzen Einblick über das Werk „Die Bergwerke zu Falun“ verschaffen, stoßt man häufig darauf, dass Hoffmanss Falun-Erzählung „Gegenstand einer in mancher Hinsicht überzeugenden psychoanalytischen Deutung“[1] ist. Darüber hinaus finden sich auch Formulierungen wie Hoffmann lasse sich „als eine Art Vorläufer Freuds“[2] auffassen.

Man kann nicht daran zweifeln, dass Hoffmans Bearbeitung des Stoffes, welcher erstmals durch Adam Leyel mit den Acta litteraria Upsaliae publicata veröffentlich wurde, wesentlich anders gestaltet ist als etwa die Bearbeitung zeitgenössischer Schriftsteller wie durch Hebel und Hebbel. So „wird das Geschehen bei Hoffmann [ .] nicht im Sinne christlichen Jenseitsbewusstseins interpretiert“ und ein Ansatz einer moralischen Belehrung ist in den Bergwerken zu Falun nicht zu finden.  Anders verhält es sich bei Hebel und Hebbel, die „in der Tradition der moralisierenden Kalendergeschichte“[3] stehen.

Die Kalendergeschichte erfüllt die Forderung nach dem „prodesse et delectare“. So hat Johann Peter Hebel den zeitungsmäßigen Bericht aus dem Jahre 1809 über den seltsamen Fund des ehemaligen Bergmanns in der schwedischen Eisengrube zu Falun entsprechend umgestaltet. Ihm geht es um den lehrhaften Gehalt der Geschichte, nämlich um die Bedeutung der inneren Konsequenz der Haltung der jungen Braut und ihrer Handlungsweise: Ewige Treue wird belohnt.   [4]

Während bei der Bearbeitung dieser Quelle durch E.T.A. Hoffmann zwar keine moralische Lehre zu finden ist, da der Schluss mit dem Tod des Helden und seiner einst verlobten Frau einhergeht, erhält das Werk im Gegenzug eine Lehre über den Traum. Diese Tatsache ist bei Hoffmann nichts Ungewöhnliches, denn er wird sogar als „einer der produktivsten Traumdichter der Romantik“[5] bezeichnet.

Einen Anlass dafür gab Hoffmanns Auseinandersetzung mit Schuberts Werk „Die Symbolik des Traumes“, seine Beschäftigung damit „fällt gerade in jene Jahre 1813/1814, in denen E.T.A. Hoffmann sich verstärkt für die Literatur entscheidet.“[6] Der Traum wird von Schubert zum ersten Mal als Bestandteil des Lebens gesehen und stellt assoziative und verschlüsselte Verknüpfungen her.

Er entspricht uneingeschränkt der Komplexität der Welt, vereint nonverbal Musik und Malerei. Weiterhin steuert der Traum die Kräfte in der Natur des Menschen und bildet Realität im Voraus ab. E.T.A. Hoffmann übernimmt diese Traumvorstellungen, nur der „Poet im Inneren“[7] versteht die Sprache des Traumes. Die Macht des Ahnens, der Intuition und Phantasie, speziell des Traums, findet in der Romantik die größte Wertschätzung.

Die Seele wird weltliche Instanz, die Entdeckung des Unbewussten der Grundstein für moderne psychologische Analysen. [8]E.T.A. Hoffmanns Interesse an der Bedeutung des Traumes zeigt sich auch daran, dass der Traum in vielen seiner Werke auftritt. So wird der Traum z.B. zentrales Thema im „Magnetiseur“, in welchem sich die drei Personen, der Baron, sein Sohn Ottmar und der Maler Bickert über verschiedene Hyothesen über Traum und Ma.....[read full text]

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Der Gedanke, der Mensch könnte dem Treiben seines Unbewussten nicht Herr werden, war für die Anthropologen der Romantik undenkbar, denn sie hatten nicht „den geringsten Zweifel daran, dass Selbstbewusstsein und Willensfreiheit die höchsten Werte sind, weil in ihnen das eigentliche Telos der menschlichen Entwicklung liegt.“[11] Dagegen stellt die Determination des Menschen durch das Unbewusste eine Einschränkung von dessen Freiheit dar.

Das deterministische Menschenbild von Sigmund Freud entspricht einerseits den Traumvorstellungen der Romantik, widerspricht aber dem hohen Wert der Willensfreiheit.

I. 3. Der Prozess der Überschreitung des empirischen Weltbildes und Weltverhaltens als Grundthema romantischer Literatur

Auch die Verbreitung dieser romantischen Traumtheorie ist von 1800-1850 durchaus gesichert und gewinnt ihre Akzeptanz bei Literaten durch die „fundamentalen Gemeinsamkeiten in epistemologischen Prämissen, Denkfiguren und Wertpositionen“[12] mit der romantischen Literatur.

Am meisten verbreitet war das Thema der „Überwindung eines empirischen Weltbildes und Weltverhaltens“, welche in drei Stadien verläuft. Das erste Stadium meint den Menschen, der sich bereits an die Gesetzte und Normen seiner Welt und Gesellschaft eingelebt hat. Im zweiten Stadium befreit ihn ein sog. „Regressionserlebnis“[13] und drängt den Menschen zu einer Begegnung, die „anamnetische Wiederfindung“[14] mit seinem Unbewussten.

Hier treten verdrängte Triebe wie der Sexualtrieb, der Wunsch nach Allverschmelzung und Grenzüberschreitung wieder im Menschen auf. Im dritten Stadium herrscht eine Verbindung zwischen Spontaneität und dem Bewusstsein in produktiver Wechselwirkung. Unüberschreitbar in diesem Verlauf ist das Aushalten einer Duplizität des Seins. Nach Engel tritt der individualpsychologische Erkenntniswert hinter die kollektive Größe „ihrer kosmologisch-metaphysischen Erfahrungsdimension“[15], also in eine „naturgeschichtliche Vergangenheit“[16].

Der individualpsychologische Erkenntniswert ist nach Engel in der Romantik von äußerst geringer Bedeutung, nur die Art und Weise, wie sich der Träumende in einem Traum verhält, ist auf seine Individualität zurückzuführen. Im Folgenden möchte ich untersuchen, inwiefern sich diese Behauptung auf den Traum von Elis Fröbom beziehen lässt. In der folgenden Analyse des Traums werde ich untersuchen, wie Elis Fröbom sich im Traum verhält und ob der Traum sich auf seine Individualität zurückführen lässt.


II. Die Analyse des Traums von Elis Fröbom

II. 1. Die Metamorphose von der Schifffahrerei zur Bergwelt als Symbol von Elis' Suche nach seinem Inneren

Der Traum von Elis Fröbom wird durch den alten Bergmann ausgelöst, der ihm zuvor mit Hilfe der „lebendigsten Farben“[17] von der Welt des Bergbaus erzählt. Auch Elis Fröbom ist sich darüber im Klaren, dass er es ist, durch den der Traum initiiert wird:

Es konnte wohl nicht anders sein, es mußte mir solch wunderliches Zeug träumen. Hat mir doch der alte Bergmann so viel erzählt von der Herrlichkeit der unterirdischen Welt, daß mein ganzer Kopf davon erfüllt ist[.][18]

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So wäre ein wesentliches Prinzip der Romantik, die Willensfreiheit des Individuums, nicht erfüllt. In Elis' Traum wird auch beschrieben, wie Metallblüten aus den Herzblüten von Jungfrauen hervorwachsen. Diese Jungfrauen sind „Abspaltungen von der zentralen Gestalt der Königin und als die Mutter der Blüten zu betrachten.“[22]

II. 3. Der Almandin als Vereinigung der realen und irrealen Welt

Auf dem funkelnden Almandin ist in der Phantasie der neurotischen Fixierung des Bergmanns die Lebenstafel eingegraben. Diese Lebenstafel setzt er in Verbindung mit dem Herzen der Königin. Die Auseinandersetzung zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein findet zwischen der realen Ulla und der Phantasiegestalt der Königin statt, welche eine Übertragung der Mutter bedeutet.

Der Almandin dient nun Elis als eine Lösung der neurotischen Störung. Mit dem Stein kann er Ulla und das Phantasiegebilde vereinen. Indem er in die Grube steigt, die für sein Inneres steht, den Stein, der ein Bild für die Mutter wäre, der Braut überreicht, kann er den inneren Zwiespalt zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein überwinden und sich damit zu Gunsten der Realität von der krankhaften Mutterneigung lösen.

Auf die Romantik bezogen wäre es ein Kompromiss zwischen „Es“ und „Ich“, also zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein.

III. Verwilderung als typisches Motiv der Romantik und  Zeichen eines Erkenntnisprozesses

Neben dem Motiv der Metamorphose findet sich zudem das Motiv der Verwilderung In der Romantik stellt die Verwilderung „nicht nur Zeichen und Wirkung verborgener Kräfte, sondern deren sichtbare Entbindung“[23] dar.  Die Verwilderung geht mit den Themen Garten und Gebirge einher. In Elis Traum ist eine Verschmelzung beider Themen vorhanden:

            Von unbekannter Macht fortgetrieben, schritt er vorwärts, aber in dem Augenblick       regte sich alles um ihn her, und wie kräuselnde Wogen erhoben sich aus dem Boden            wunderbare Blumen und Pflanzen von blinkendem Metall, die ihre Blüten und      Blätter aus der tiefsten Tiefe emporrankten[.][24]

Das Wachsen metallener Pflanzen aus tiefster Tiefe[25] ist demnach ein typisches Motiv der Romantik. Neben den Motiven der Verwilderung ist in diesem Abschnitt auch ein beginnender Erkenntnisprozess zu erkennen, denn „[d]as Gebirge, genauso wie die Unterwelt des Bergwerks bei Hoffmann [ .] fasziniert [ .] durch die Ahnung, daß Urgeheimnisse der Welt in ihm verborgen liegen.“[26] Die Alliteration und gleichzeitige Figura Etymologica aus der tiefsten Tiefe[27] stellt demnach einen Erkenntnisprozess dar und untermauert diesen, da Elis beginnt, die Urgeheimni.....

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Als Elis die Jungfrauen erblickt, fühlt er sich wie in einer neuen Welt, da er neue Gefühle wie Schmerz, Wollust, Liebe, Sehnsucht und brünstigem Verlangen erlebt. Durch das Gefühl des „brünstige[n] Verlangens“[33] impliziert der Text die erotische Konnotation. Die These einer sexuellen Metapher wird zudem dadurch verstärkt, dass Elis sofort zu den Jungfrauen hinunterfallen möchte und sich ihnen mit offenen Armen ausliefert:

            "Hinab - hinab zu euch", rief er und warf sich mit ausgebreiteten Armen auf den           kristallenen Boden nieder. [34]

 Erotische Träume waren für die Romantik nichts Ungewöhnliches, auch Novalis nahm dieses Motiv mehrmals auf. Sein offener Umgang zeigt sich an seinem Werk „Journal“, welches „im Hinblick auf  Novalis´Erotik [das] wohl extremste und mutigste Dokument ist.“[35] Für Novalis ging seine Verlobte „Sofie und Philosophie, Eros und Idealismus [ .] von Anfang an ineinander über[ .].“[36]So auch in seinem Werk „Heinrich von Ofterdingen“.

Der Traum der blauen Blume ist in vieler Hinsicht dem Traum von Elis ähnlich. Beiden gemeinsam ist, dass der Träumende durch eine feuchte Höhle schreitet, „[e]ine Deutung der Höhle als sexuelle Metapher ist naheliegend.“ [37] Dadurch, dass der Traum eine deutliche sexuelle Konnotation aufweist, kann der Traum als Begegnung mit Elis Unbewusstem gedeutet werden.

V. Elis` Begegnung mit seinem Unbewusstem: Die Sehnsucht nach seiner Mutter

Bereits zu Beginn des Werkes ist eine Begegnung von Elis` mit seinem Unbewussten vorhanden. Eine Andeutung, dass bereits die erste Begegnung mit dem Bergmann nicht der Realität entspricht, sondern im Traum stattfindet, gibt folgender Hinweis durch den Erzähler:

            Aufs neue versank Elis Fröbom in seine düstre Träumerei[38].

In dieser Träumerei äußert Elis seinen Wunsch nach Selbstmord, er wünscht sich begraben in dem tiefsten Meeresgrunde[39] zu liegen. Der Grund dafür ist der Tod seiner Mutter. So erzählt er dem Bergmann daß seine Mutter schon vor drei Monaten gestorben[40] ist und der Tod seiner Mutter zerreiße ihm das Herz[41]. Elis ist über den Tod seiner Mutter so erschüttert, dass es ihm bald geworden, als sprängen alle Adern in seiner Brust, und er müsse sich verbluten.[42] Mit dieser Aussage spricht Elis seinen Wunsch nach Selbstmord aufgrund der Trauer nach seiner Mutter aus.

Nicht einmal das starke Getränk [kann] seinen Schmerz betäuben wie seine Kameraden glauben. Elis hebt sich von seinen Kameraden dadurch ab, dass er sich nicht nach einem Mädchen oder einer jungen Frau seines Alters, sondern seiner Mutter [43]sehnt. Seine Sehnsucht kann er deshalb nur in seinem Innersten offenbaren, die sich wiederum in seinen Träumen zeigt. In seinem Traum wird er von einer zunächst unbekannten Frau, vom alten Bergmann als Königin .....

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Sprach Ulla mit         ihm von ihrer Liebe und wie sie glücklich miteinander leben würden, so begann er von            der Pracht der Teufen zu reden[.][47]

Dadurch, dass sich Elis der Bergkönigin mehr hingezogen fühlt als zu Ulla, ist es unlogisch, dass beide ein und dieselbe Person sind. Der Wunsch hingegen, seine Mutter in dem Bergwerk zu spüren, ist eindeutig. Obwohl Elis denkt, seine Mutter gehört zu haben, klärt der auktoriale Erzähler über das Gegenteil auf.

Fest steht, dass Elis seine Mutter im Inneren der Erde sucht.  Solch ein Verhalten war der psychoanalytischen Mythenforschung bekannt, sie sah einen „seelensymbolischen Zusammenhang zwischen dem Muttermotiv und dem Erd- oder Bergmotiv, gedeutet als der Mutterleib[.]“[48]Diese Tatsache wurde Gegenstand einer psychoanalytischen Deutung, welche 1914 in der Zeitschrift „Imago“ von Sigmund Freud erschien. „Die genannte Arbeit deutet Elis Fröboms Melancholie und Bergsehnsucht als eine Neurose, die durch eine infantile Libido entstanden ist und die normale Erotik mit dem Mutterbilde ersetzt.“[49] Diese Deutung wurde bereits unter Punkt II. 2. erörtert und in Zusammenhang mit der Metamorphose von der Schifffahrerei zur Bergwelt gesetzt.     Diese Ähnlichkeit zwischen der normalen Erotik und dem Mutterbilde erlebt Elis auch noch wenige Zeit nach dem Traum.

Sobald er kurz an seine Mutter denkt, kommt ihm der Gedanke an die gestern getroffene Dirne:

            Er dachte mit tiefer Wehmut an seine verstorbene Mutter, dann war es ihm aber         wieder, als sehne er sich, nur noch einmal jener Dirne zu begegnen, die ihn gestern so           freundlich angesprochen. [50]

Hintergrund des Traumes von Elis ist folglich die Psychoanalytik. Dies ist nicht verwunderlich, da Hoffmann sich mit diesem Gebiet sehr viel auseinandersetzte und zudem diese Thematik in vielen anderen Werken, wie etwa dem Goldenen Topf, dem Magnetiseur, dem Sandmann und im Meister Floh zum Ausdruck bringt. Im Folgenden werde ich kurz auf E.T.A. Hoffmanns Interesse zur Psychologie eingehen.

VI. E.T.A. Hoffmanns Interesse an der Psychologie

Es ist oft bewiesen, dass Hoffmann Interesse an psychischen Erkrankungen zeigte. Beweise dazu liefern sein Tagebuch, in dem bezeugbar ist, dass er  mit psychischen Störungen vertraut war.  Sein Interesse zur Psychologie konnte er vor allem in Bamberg, das damalige Zentrum der deutschen modernen Medizin, ausüben.  Dort beteiligte sich Hoffman am Aufbau der Kunzschen Leihbibliothek.

Wichtig dabei ist, dass Kunz der Verleger von Schuberts Symbolik des Traumes war. Darüber hinaus pflegte Hoffmann Kontakt mit seinem Freund Marcus, dieser war einer der kundigsten Psychiater in seiner Zeit. Von ihm konnte Hoffmann über die neuesten Einsichten der Seelenkunde informiert werden.  Seine Beschäftigung und Freude an der Psychologie wird auch daran deutlich, dass Hoffmann dieses Motiv mehrmals in .....

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Elis wird als Narr und nichtsnutziger Träumer beschimpft. Dadurch, dass er sich in seinen Gedanken verliert, wird er von seinen Matrosen verspottet. Anstelle mit den anderen zu feiern, zieht er es vor, sich zurückzuziehen und nachzudenken. Elis bevorzugt demnach von Anfang an eine Welt außerhalb der Realität. Ähnlich verhält es sich auch bei Nathanael, denn auch er wird von Clara als realitätsfremd bezeichnet, in ihrem Brief an ihn schreibt sie:

            Geradeheraus will ich es Dir nur gestehen, daß, wie ich meine, alles Entsetzliche und   Schreckliche, wovon Du sprichst, nur in Deinem Innern vorging, die wahre, wirkliche   Außenwelt aber daran wohl wenig teilhatte.[54]

Elis und Nathanael werden dem Leser von Beginn an als gesellschafts- und realitätsfremd geschildert.  Dieser Charakterzug ist für die Romantik kennzeichnend. Viele Figuren der romantischen Literatur „haben gemeinsam, daß ihnen das Dasein geradezu zwanghaft stets eine graue nüchterne Seite zukehrt, wenn sie ihm nicht mit den Künsten romantisierender Verwandlung bekommen, und daß es dies naturgemäß vor allem in jenem Bereich  tut, der der Erfahrung am unmittelbarsten und stetigsten zugewandt ist: im Alltagsleben.“[55] Romantische Figuren finden ein Ungenügen an der Normalität, daher ist es nachvollziehbar, dass sie sich eine eigene Welt schaffen.

Diese Welt kann sich beispielsweise in Träumen äußern. So erlebt Elis nur im Traum eine Welt, bei der er voller Neugierde und Verlangen wie ausgewechselt erscheint. Auch Bei Nathanael finden sich Anspielungen, dass seine Welt im Traum stattfindet. Bereits der Titel „Der Sandmann“ gibt einen Anstoß auf die Interpretation mit einem Traum. Der Sandmann ist es nämlich, der Nathanael

            auf die Bahn des Wunderbaren, Abenteuerlichen gebracht, das so schon leicht im         kindlichen Gemüt sich einnistet.[56]

In der Erzählung finden sich mehrere Hinweise darauf, dass Nathanael seine Welt im Traum wahrnimmt. Er ist sich bewusst, dass Lothar und Clara ihn für einen düstern Träumer[57] halten. Auch der auktoriale Erzähler gibt darüber Auskunft, dass Nathanael wie aus tiefstem Traum[58]durch Coppola geweckt wird, während er Olimpia betrachtet.

Darüber hinaus lassen sich auch Gemeinsamkeiten zwischen dem Helden des Werkes „Meister Floh“, Peregrinus Tys, und Nathanael und Elis finden. Auch in diesem Werk erhält der Traum eine Bedeutung. Diese werde ich im Folgenden darstellen.


VIII. Die Bedeutung des Tra.....

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