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German studies

University, School

Universität Hildesheim

Grade, Teacher, Year

2010, Moennighoff

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Hausarbeit Deutsch LK Juni 2009 Zweites Semester Rainer Maria Rilkes Beziehung zum Bildhauer Auguste Rodin Inhaltsangabe: 1. Einleitung Kurzes Portrait des Schriftstellers Rainer Maria Rilke. 2. Der Briefwechsel Wer interessierte wen? Was ist der Inhalt der Briefe? War eine der Persönlichkeite­n dominanter? Wie entwickelte sich die Beziehung und welchen Einfluss hatte sie auf Rilke? 3. Die Bedeutung der Dinge für Rilke 4. Fazit, Kommentar 5. Literaturverzei­chn­is Anhang: - Zwei Briefbeispiele Rilkes an Rodin Hieran möchte…
Ich habe mich schon immer für Sprache und Literatur, sowohl deutsche, als auch russische interessiert. Und meine beliebte Gattung ist Poesie, und besonders Lyrik. In der deutschsprachig­en Literatur finde ich die Werke von R. M. Rilke hervorragend. Deshalb möchte ich eine kurze Präsentati­on über R. M. Rilke machen. «Die Lyrik ist weder die bedeutendste noch die wichtigste Gattung der Literatur, aber die persönlich­ste­, die empfindlichste, die zarteste und die reichste. Unser Kanon zeigt den ganzen…

Hausarbeit

Dichtung und Skepsis um die Jahrhundertwende
- Rainer Maria Rilke -

Seminar: Geschichte der Lyrik

Dozent:

Datum: 01.September 2010


Student:

Matrikelnr.:

Studiengang: BA/GSKS

Fachsemester: 4

Inhaltsverzeichnis


1.      Einleitung


2.      Literaturhistorische Einordnung

2.1 Die Moderne

2.2 Der Symbolismus

2.3 Sprachskepsis und Sprachkritik um 1900


3. Rilkes Sprachskepsis


4. Gedichte

4.1 „Das armen Worte .“ (1897)

4.1.1 Inhaltliche Analyse

4.2 „Ich fürchte mich so .“ (1898)

4.2.1 Ausführliche Gedichtsanalyse


5. Schlusswort


6. Literatur- und Quellenverzeichnis


7. Eidesstattliche Erklärung


1. Einleitung


Sprache ist ein von der Gesellschaft geschaffenes Instrument zur Kommunikation. Zum einen bezeichnet Sprache konkrete Zeichensysteme, zum anderen umfasst sie alle Handlungen, die etwas mitteilen sollen. Sie unterliegt ständiger Neuerung, Umformung, Perfektionierung und Kritik. Somit ist es nicht verwunderlich, dass gerade das Nachdenken über dieses so alltägliche Instrument die Menschen schon seit Jahrhunderten beschäftigt.

Die Linguistik ist dabei die Wissenschaft, welche sich in umfassender Weise der menschlichen Sprache widmet, doch die Sprache und die Frage nach ihrer Verwendung, ihrer Grenzen und Möglichkeiten steht auch im Zentrum anderer Disziplinen, allen voran in denen, die sich durch dieselbe definieren. Gemeint ist die Literatur mit ihren verschiedenen Gattungen, von denen die Lyrik im Mittelpunkt dieser Arbeit steht.

Das 19. Jahrhundert war eine ereignisreiche Zeit, die von einem atemberaubenden Wechsel der Ideen, Empfindungen und Ereignissen geprägt worden ist. Da das 19. Jahrhundert besonders in der zweiten Hälfte einen gravierenden sozialökonomischen und kulturellen Wandel durchlebt, der sich stark in der Sprachentwicklung des öffentlichen, beruflichen und literarischen Lebens niederschlägt möchte ich mich thematisch mit der sprachlichen Spur der Moderne beschäftigen.

Besondere Widmung gilt in diesem Zusammenhang dem Dichter Rainer Maria Rilke, der Dreh und -Angelpunkt dieser Auseinandersetzung ist. Nach dem ich mich zunächst der literarischen Entwicklung der Moderne, das heißt den Strömungen des Naturalismus und Symbolismus zuwende möchte ich im weiteren Verlauf dieser Arbeit die zu der Zeit gängige Sprachskepsis thematisieren und an ausgewählten Gedichten Rilkes der Frage nachgehen, wie sich die Skepsis in seinen Frühwerken niederschlägt und ob Rilke eine Lösung für die Sprache, das heißt für das dichterische Wort findet.


2. Literaturhistorische Einordnung

2.1 Die Moderne und der Naturalismus


Die „Moderne“ ist ein übergreifender geschichtlicher, philosophischer und ästhetischer Epochenbegriff, der sich durch seine unterschiedlichen Akzentsetzungen nur schwer zusammenfassen lässt. Er reicht von politischen Umwälzungen, über technische Fortschritte, bis hin zu künstlerischen Auseinandersetzungen (vgl. Groß 2006). „Die Ableitung Moderne, Substantivierung des Adjektivs modern, wird in der Literaturgeschichte erstmals 1886 gebildet und setzt sich durch als Benennung einer neuen literarischen Epoche“ (Henne 2010, 4).

Man kann den Umbruch zur Moderne als ein Konzept der deutschen Literaturgeschichtsschreibung begreifen, die das Selbstverständnis der Autoren jener Zeit aufnimmt (vgl. Groß 2006). Als eine erste literarische Welle dieser neuen Zeit wird der so genannte Naturalismus angesehen (vgl. Henne 2020, 4). „Die Abbildung des „wirklichen Lebens“ im Gewand der Kunst und damit die Überwindung des Realismus als einer idealistischen Verklärung der Wirklichkeit war Forderung und Anliegen einer Schar junger Literaten, die zwischen 1880 und 1895 einen künstlerischen Neubeginn unternahmen und sich selbst als „literarische Moderne“ verstanden“ (Hoffmann/Rösch 1996, 314). „Die Parolen der Naturalisten waren „Wahrheit“ und „Modernität“, jene gegen die Konventionalität und gegen die Heuchelei, diese gegen die Vorliebe für historische Themen und Stoffe gerichtet, die die Niederung der Literatur und der Malerei beherrscht“ .....[read full text]

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Als Vermittler und Wegbereiter dieser zunächst französischen Strömung nach Deutschland gilt neben Hermann Bahr (Essay „Symbolismus“ 1892) vor allem Stefan George, der 1889 in Paris mit Mallarmé, einer weiteren zentralen Gestalt des französischen Symbolismus, in engem Kontakt stand und in den „Blättern für die Kunst“ zum Teil eigene Übersetzungen von Gedichten dieses bedeutenden europäischen Symbolisten veröffentlichte (vgl. Sørensen 2002, 124f).

Das Hauptanliegen der Symbolisten war die Bewegung gegen den Naturalismus und Positivismus. „Die Lyriker der sogenannten poésie pure verabscheuten die kommerzielle Bürgerwelt, das Zeitalter der Fotografie, Statistik und Psychologie und den damit verbundenen stoffbegierigen Naturalismus. Die Poesie sollte wieder der verbrauchten Mitteilungssprache entrissen werden, sie sollte elitär, aristokratisch, kostbar, verzückt, streng geistig, rasend, autonom, reine Fantasieschöpfung sein und nur den wenigen zugänglich sein, die sich auf ihre Mysterien verstanden“ (Hoffmann/Rösch 1996, 327).

Dabei wurde die Lyrik des Symbolismus „weitgehend vom Bestreben bestimmt, mit suggestiv-musikalischen Mitteln wie Klangmalerei, Assonanzen, Rhythmen, Reimen und einer kühnen Bildsprache die in den Dingen versteckte Geheimniskomponente zu evozieren“ (Sørensen 2002, 125). „Dichtung ist ein sprachliches Kunstwerk eines Poeten [ .] der mit allen Finessen literatursprachlicher Mittel einen poetischen Text gestaltet und dabei Symbole konstituiert. „Ein Symbol evoziert, nach Mallarmé, einen Gegenstand um eine seelische Verfassung anzuzeigen, oder ein Gegenstand wird gewählt, um, dechiffrierend, einen Seelenzustand auszuloten.

Weil der Begriff des Symbols (und der damit verbundene -ismus) changiert, greift die Forschung vielfach auf den Begriff des Ästhetizismus zurück.“ (Henne 2010, 5). „Abgewandt von jeder Alltäglichkeit wird hier Kunst als „l'art pour l'art“ zelebriert, als reine Poesie (poésie pure), die nicht die Welt ausspricht oder andichtet, sondern mit Worten experimentiert […] und den Blick auf das Sprachmaterial leitet, das betont künstlich arrangiert wird“ (Jeßig/Köhnen 2007, 81f.). „Sprache und ihre Wörter im Text sind eher bedeutsam (im Sinne von Referenzen auf sich selbst) als bedeutend (im Sinne von Referenz auf die Welt), sprachliche Kunstwerke haben die Tendenz zur Verselbstständigung“ (Henne 2010, 6).

Wie kaum zuvor waren die Dichtungen der Jahrhundertwende sprachgewaltig mit zahlreichen Metaphern, Symbolen, Bildern, Alliterationen, Assonanzen und Synästhesien durchzogen. Dabei ging es den Lyrikern des Ästhetizismus nicht wie den Naturalisten um einen Realitätsbezug, sondern gerade um die Loslösung davon. Die Kunst war niemand anderem mehr verpflichtet, als sich selbst (vgl. Groß 2006).


2.3 Sprachskepsis und Sprachkritik um 1900

„Um die Jahrhundertwende begann eine neue Phase der deutschen Sprachkritik, die über philosophische, philologische, journalistische oder konservativ-pedantische Besserwisserei hinausführte und unter dem pauschalen Begriff einer allgemeinen Sprachkrise sprachkritisches und sprachskeptisches Denken in Wissenschaftskritik, politischer Kritik und literarischem Avantgardismus bis heute wirksam werden ließ“ (von Polenz 1999, 302).

Diese Bewegung setzt am Fundament der Literatur an und meint, „dass die Fähigkeit von Sprache, Wirklichkeit wirklich einzufangen, problematisiert wird: Skepsis steigert sich zur Kritik, die vielfach auch auf die Dinge der sich technisierenden Welt zielt“ (Henne 2010, 6). „Dichter und Schriftsteller erkannten in dieser Zeit, daß sie mit der bildungsbürgerlichen didaktisierten und popularisierten konventionellen Literatursprache, die inzwischen in Zeitungen, Trivialliteratur und öffentlichen reden massenhaft ritualisiert und gealtert war, nicht mehr kreativ umgehen konnten […]“ (von Polenz 1999, 302).

Die Schriftsteller besannen sich wieder auf die Unvereinbarkeit von Kunstsprache und Gemeinsprache. Die Literatur wendete sich somit gegen die „gesellschaftliche Instrumentalisierung literarischer Sprache für Bildungsbürgerliche Zwecke der Sozialdistanzierung und - disziplinierung, also für die Autonomie der Literatur und der Autoren […]“ (.....

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Zum Zeitpunkt des Kennenlernens hatte sie sich bereits durch mehrere eigene Publikationen in der intellektuellen Welt Europas etabliert. Sie wurde zu Rilkes stetiger Begleiterin. Als eine seiner schärfsten Kritikerin verhalf sie ihm darüber hinaus zu neuem literarischen Denken und machte ihn, als Verfasserin der ersten Nietzsche Biographie, mit dem Gedankengut Nietzsches vertraut (vgl. Pieber).

In seinen Schriften fand Rilke das philosophische Fundament seiner eigenen Skepsis. Die Frage, wie man es schaffen könne, einem Gefühl oder einem Ding sprachlich, daher mit den Mitteln eines Dichters, gerecht zu werden beschäftigte ihn von nun an fortlaufend. Dieses führte zu einer sehr differenzierten Auseinandersetzung Rilkes, mit den Grundlagen der Dichtung, genauer gesagt mit dem dichterischen Wort (vgl. Löwenstein 2004, 126f.). Graff (1960) schreibt, dass die Dinge für Rilke zu Gefäßen der göttlichen Schätze werden.

Doch der Mensch versklavt sie, er trachte nur danach, von ihnen Besitz zu ergreifen und ihre Unschuld durch rücksichtslose Ausbeutung zu zerstören. Das Göttliche der Dinge, so Graff weiter, bleibt den Menschen somit jedoch verschlossen. Die Aufgabe des Künstlers ist es nun, die Dinge zu befreien. Das Mittel, „über das unter den Künstlern der Dichter gebietet, um dieses Wunder zu vollbringen, ist das Wort.

Doch das Wort wurde gleich den Dingen durch den alltäglichen Gebrauch entweiht, es wurde seiner jungfräulichen Unberührtheit beraubt oder durch die Redseligkeit der Menschen schließlich bedeutungslos“ (Graff 1960, 92). Rilkes öffentliche Thematisierung über die Skepsis an der Sprache und dem dichterischen Wort möchte ich im folgenden an zwei ausgewählten Gedichten aufzeigen, die beide Rilkes Gedichtband „Mir zur Feier“ (1899) entstammen.


4. Gedichte

4.1 „Die armen Worte .“


Das Gedicht schrieb Rilke im November 1897. Rilke beschäftigt sich in diesem Gedicht erstmals mit dem Thema Sprache und setzt damit zur Sprachreflexion an. R. Görner schreibt im Bezug auf „Mir zur Feier“ und dieses Gedicht, dass Rilke sich nun des „primären Materials“ der Sprache vergewissert (vgl. Görner 2004, 24).

Das Gedicht ist zudem „eine (Selbst)einladung, untere Schichten der Sprache, Alltägliches in die Sprache der Literatur aufzunehmen und dem literarischen Fest seiner Lyrik, verwandelt, zuzuführen“ (Henne 2010, 94).


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Das Gedicht, betrachtet man es an dieser Stelle als literarisches „Fest“ des lyrischen Ich, könnte als eine Hommage an das „arme Wort“ gelten. In der zweiten Strophe wird nun einmal mehr deutlich, wie sehr die „armen Worte“ dem Menschen gleichgestellt werden. Sie werden durch ein literarisches „Wunder“ von ihrem „Weh“ befreit (V.6) und ihre „weissen Winterwangen“ färben sich durch die wohlige Wärme (V.5).

Das lyrische Ich nimmt die „armen Worte“ in den „Gesang“ auf und lässt „schauernd schreiten sie in“ seinem „Lied“ (V.8). Den „armen Worte“ wird auch hier wieder eine menschliche Eigenschaft zugesprochen, da „schauernd“ oder sich fürchtend auf eine seelische Empfindung hinweist. Die „armen Worte“, „sie sind noch niemals im Gesang gegangen“ (V.7), fühlen sich noch fremd in, wie es im letzten Vers selbstbewusst heißt, „meinem Lied“ (V.8).

Das lyrische Ich wird am Ende des Gedichts zum Retter und lässt die Worte in einem neuen Glanz erscheinen. Das Lied, in das die „armen Worte“ aufgenommen werden befähigt sie, sich zu bewegen, sich aus der Verstummung zu befreien und das zu tun, für das sie geschaffen sind, zu klingen.

4.2 Ich fürchte mich so .“


Dieses Gedicht verfasste Rilke im November 1898. Wie im Gedicht „Die armen Worte .“ behandelt Rilke auch hier das Thema der Sprache, jedoch schafft er in diesem Gedicht Distanz zur Gebrauchs- und Wissenschaftssprache. Er taucht damit tiefer in die zu der Zeit gängige Sprachskepsis ein, die auch viele andere Lyriker wie zum Beispiel George, Nietzsche und Benn beschäftigte (vgl. Henne 2010, 94).


Rainer Maria Rilke (1898)


Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. 1

Sie sprechen alles so deutlich aus: 2

Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, 3

und hier ist Beginn und das Ende ist dort. 4


Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, 5

Sie wissen alles, was wird und war; 6

kein Berg ist ihnen mehr wunderbar; 7

ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott. 8


Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern. 9

Die Dinge singen hör ich so gern. 10

Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm. 11

Ihr bringt mir alle die Dinge um. 12


4.2.1 Ausführliche Gedichtsanalyse


Das Gedicht besteht aus drei Strophen mit je vier Versen. Die beiden ersten Strophen besitzen eine parallele Reimstruktur, in Form des umarmenden Reim (abba/cddc), die letzte Strophe hingegen präsentiert sich in Reimpaarversen (eeff). Die Kadenzen sind durchgehend stumpf (männlich) und die Verse weisen jeweils vier Hebungen auf.

Obwohl kein regelmäßiges Versmaß vorhanden ist hat das Gedicht einen sehr fließenden Rhythmus, der die gleichmäßig weiter drängende Bewegung beim Lesen fördert. Inhaltlich, sowie auch sprachlich lassen sich Unterschiede zwischen den ersten beiden Strophen und der dritten Strophe feststellen. Betrachtet man zunächst den Inhalt, so kann man als Sinngehalt der ersten Strophe die Furcht des lyrischen Ich davor, dass die Menschen allen Dingen einen Namen geben und sie auch beim Na.....

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Nach der inhaltlichen Analyse erscheint nun auch die Form des Gedichts logischer. Das lyrische Ich scheint sich gewiss über das Problem des Sprachgebrauchs, was die klar vierhebigen Verse erklärt. Doch gleichzeitig ist das Gedicht durchgehend mit einer unbändigen Furcht des lyrischen Ich belastet, was durch das unregelmäßige Versmaß realisiert ist. Im Kontrast dazu werden jedoch strenge formale Regeln eingehalten, wobei an dieser Stelle gerade die Kadenzen zu erwähnen sind.

Sie sind durchgängig stumpf (männlich), was den Eindruck der Ernsthaftigkeit des Problems verstärkt. Des weiteren ist der durch den Wechsel des Reimschema angezeigte Bruch unerlässlich für die weitere Analyse. So besitzen die Strophen 1 und 2 eine parallele Reimart, die den Sprechakten der Furcht und des Bangens gewidmet sind. Der jeweils erste Vers enthält dabei das Thema der Strophe.

Dem Leser wird mitgeteilt, worin die Angst des lyrischen Ich besteht („der Menschen Wort“ (V.1), „ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott“ (V.6)). Im jeweils zweiten Vers beschreibt das lyrische ich die Art und Weise, wie die Menschen ihre Anmaßungen vollstrecken („sprechen alles so deutlich aus“(V.2), „wissen alles, was wird und war“(V.6)). In diesen Versen ergeben sich zudem sehr interessante Verbpaare , wie „fürchten“ und „sprechen“ (V.1+2) oder „bangen“ und „wissen“ (V.5+6).

Diese Paare zeigen deutlich, dass das lyrische ich den Menschen vorwirft, dass sie sowohl in der Sprache, als auch im Denken die Wahrheit glauben erfassen zu können und genau das ist es, wovor es sich fürchtet. Im jeweils dritten Vers nennt das lyrische Ich Beispiele für „deutliche Worte“, für die Definitionen oder Benennungen der Menschen. Der Parallelismus im dritten, sowie im vierten Vers und der triviale Charakter des Benannten ("dieses heisst Hund und jenes heisst Haus"(V.3)) lassen diese Beispiele sehr monoton und banal erscheinen.

Gerade darin drückt sich die Kritik des lyrischen Ich aus. Es weist durch die scheinbar willkürlich gewählten Beispiele auf die Arbitrarität der Zuordnungen hin, zum anderen zeigt es, dass die Menschen durch diese sinnfreien Zuordnungen das wirklich Wesentliche und Bedeutsame nicht erfassen können. Doch die Menschen würden dieses nicht begreifen, jeden noch so „wunderbaren“ Berg bezwingen und sich anmaßen mit ihrem „Garten“ und „Gut“ an etwas Allmächtiges und Ungreifbares wie „Gott“ zu grenzen (V.7+8).

Die dritte Strophe beginnt mit einer entscheidenden Wendung. Die Stimmung des lyrischen Ich verändert sich, aus Melancholie entsteht ein Aufruf zur Besinnung der Menschen. Das Modalverb „will“ (V.9) demonstriert die Entschlossenheit des lyrischen Ich, die Menschen vor ihren Taten zu „warnen“ und „wehren“. Das lyrische Ich spricht nicht mehr von „fürchten“ oder „bangen“, es appelliert an die .....

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Ist die sprachkritische Brisanz in dem ersten analysierten Gedicht Rilkes noch unüberlesbar, und findet man im zweiten Gedicht eine nur scheinbare Aufdeckung der Skepsis an der Sprache, so kennzeichnet ein weiteres Gedicht, welches ebenfalls dem Band „Mir zur Feier“ entstammt, die selbst ausgestellte Ermächtigungserklärung an dem dichterischen Wort des jungen Rilke.

Rainer Maria Rilke (1897)

Oft fühl ich in scheuen Schauern, 1

wie tief ich im Leben bin. 2

Die Worte sind nur die Mauern. 3

Dahinter in immer blauern 4

Bergen schimmert ihr Sinn. 5


Ich weiss von keinem die Marken, 6

aber ich lausch in sein Land. 7

Hör an den Hängen die Harken 8

und das Baden der Barken 9

und die Stille am Strand. 10


Rilke beschreibt in diesem Gedicht, wie es möglich ist, sich den Worten in der Lyrik zu bedienen. Dabei steht „Worte“ (V.3) für die Allgemeinheit der Sprache. Sie sind bemächtigt „Sinn“ (V.5) zu vermitteln, doch noch sind sie „nur die Mauern“ (V.3). Das „nur“ (V.3) deutet darauf hin, dass es gerade gilt, diese „Mauern“(V.3) zu überwinden, um den tieferen „Sinn“ (V.5) der Worte, der sich „schimmernd“ (V.5) hinter den „Bergen“ verbirgt zu entdecken.

Dieses ist jedoch nur dem vorbehalten, der „tief im Leben“ (V.2) steht. Die zweite Strophe verweist nun darauf, wie man den „Sinn“ der „Worte“ finden kann. Der Dichter soll sich nicht auf die Spur der „Marken“ (V.6) besinnen, die die Worte kennzeichnen, er muss, um wirklich zu verstehen, in das „Land“ (V.7) der Worte „lauschen“ (V.7), denn dann kann er selbst die „Stille am Strand“ (V.10) vernehmen.

Dieses ist Rilkes .....

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- Görner, Rüdiger: Rainer Maria Rilke. Im Herzwerk der Sprache. Zsolnay, Wien, 2004

- Brittnach/Porombka/Störmer (Hrsg.): Poetik der Krise. Rilkes Rettung der Dinge in den „Weltinnenraum“.Königshausen u. Neumann, Würzburg, 2000

- Schnack, Ingeborg: Rainer Maria Rilke. Chronik seines Lebens und seines Werkes (2.Auflage). Insel, Frankfurt a.M., 1996

- Pieber, Ursula : Rainer Maria Rilke. Gedichte, Werk und Lebensweg unter: 25.08.2010

- Groß, Gerd: Literaturgeschichte-Literaturepoche-Moderne, 2006 unter: 23.08.2010

- Groß, Gerd: Literaturgeschichte-Literaturepoche-Naturalismus, 2008 unter: 23.08.2010

- Groß, Gerd: Literaturgeschichte-Literaturepoche-Symbolismus, 2006 unter: 24.08.2010

Die Gedichte: („Die armen Worte .“ ; „Ich fürchte mich so .“ ; „Oft fühl ich in scheuen .“)

- Ritter, Christian: Die deutsche Gedichtsbibliothek. Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte. Gedichte von Rainer Maria Rilke .....


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