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Text Analysis
German studies

Vera Sitzt Auf Dem Balkon

University, School

Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorm

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Text by Thora K. ©
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„Vera sitzt auf dem Balkon“ von Sibylle Berg Die Kurzgeschichte „Vera sitzt auf dem Balkon“ von Sibylle Berg stammt aus dem Jahre 1962 und handelt von einem Mann und einer Frau, welche besondere Kommunikations- und Beziehungsprobl­eme haben. Die Frau, ihr Name ist Vera, und ihr Mann, Helge, sitzen an einem warmen Abend auf dem Balkon. Helge guckt geradeaus, als wäre er tausend Gedanken entfernt, und trinkt dabei ein Bier. Vera würde gerne zu ihm hinüber gehen, sie weiß aber nicht wie. Anschließend nimmt sie seine Hand, doch die Hand von…
„Vera sitzt auf dem Balkon“ von Sibylle Berg Interpretation der Kurzgeschichte Die Kurzgeschichte „Vera sitzt auf dem Balkon“ von Sibylle Berg aus: „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“, © Philipp Reclam jun. GmbH & Co, Stuttgart, handelt von einem Ehepaar, welches schon sehr lange verheiratet ist, sich aber in der Zwischenzeit auseinander gelebt hat. Zwischen den beiden ist über die Jahre eine große Distanz entstanden. Die Geschichte besteht aus kurzen, abgehackten, teils unvollständigen Sätzen (vgl. Z.1f) jedoch…

„Vera sitzt auf dem Balkon“ - Sibylle Berg

Dialoganalyse


Die vorliegende Kurzgeschichte „Vera sitzt auf dem Balkon“ von Sibylle Berg aus dem Jahr 1997 beschreibt Veras und Helges missglückte Kommunikation und das Dilemma ihrer langjährigen Ehe.

Das hauptsächlich nonverbale Gespräch zwischen den Eheleuten Vera und Helge findet in einer alltäglichen Situation auf einem Balkon statt (vgl. Überschrift, Z. 3). Die Dialogführenden sind Vera, aus deren Sicht die Unterhaltung aus einer auktorialen Erzählperspektive hauptsächlich geschildert wird, und Helge, der sich nicht aktiv an der Kommunikation beteiligen wollen scheint.   

Die weibliche Dialogpartnerin, Vera, versucht eine Kommunikation zwischen ihr und ihrem Mann Helge, mit dem sie „schon lange“ (Z. 1-2) verheiratet ist, aufzubauen. Ihre Versuche beschränken sich zunächst auf der Findung eines Gesprächsthemas (Z. 17), dann auf verbaler Kommunikation (Z. 25f) und schließlich auf nonverbale Mitteilung (Z. 32ff).

Die Kurzgeschichte lässt sich in fünf Erzählschritte einteilen, welche im folgenden einzeln erläutert und gedeutet werden sollen.

Im ersten Erzählschritt (Z. 1-2) findet keine Kommunikation statt, hier wird die Ausgangsposition des Gesprächs klar gemacht. Des Weiteren erfährt der Leser hier, dass Vera und Helge „schon lange“ verheiratet sind, jedoch „wissen Sie eigentlich gar nicht warum“ (Z. 2).

Die Liebe der Eheleute zu einander scheint im Laufe der Jahre abgekühlt und beide halten diese Beziehung nicht mehr aus Liebe sondern aus gesellschaftlichen Gründen aufrecht.

Der zweite Erzählschritt (Z. 3-12) beschreibt die Nacht und somit weiterhin keine Kommunikation, sondern die äußeren Umstände und Veras innere Gefühle. Durch die Personifikation der Luft wird Veras sexuelles Bedürfnis deutlich (vgl. „die Luft fleischwarm“, Z. 4) und somit auch ihr Drang nach Körperlichkeit und Kommunikation.

Sie überlegt, die Stille zu durchbrechen, schiebt diesen Gedanken jedoch weiter beiseite (vgl. „was kann ich machen, mit so einer schönen Nacht“, Z. 8f; „so eine Nacht […] will gar nichts gemacht kriegen“, Z. 11f).

Ab dem dritten Erzählschritt (Z. 13-32) wird beschrieben, dass Vera Helge mit in ihre Gedanken ein bezieht und äußert den Wunsch mit ihm zu reden (vgl. „Sie würde gerne rübergehen“, Z. 15). Ihre Verzweiflung und suche nach einer Art ihn anzusprechen offenbaren ihre Unentschlossenheit und Unsicherheit (vgl. „aber sie weiß .....[read full text]

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Die Berührung der Hände ist eine weitere Aktion Veras, Helge zu zeigen, dass sie (mehr als) reden will. Helges Reaktion bzw. Nichtreaktion „Helges Hand bewegt sich nicht“ (Z. 34) ist nochmals ein Appell an Vera, dass er in Ruhe gelassen werden will. Die Personifikation von Veras Hand stellt ihre innere Zerrissenheit deutlich dar (vgl. „Hand möchte weglaufen“, Z. 35f).

Ihre sexuellen Bedürfnisse und wohl auch die gesellschaftlichen Konventionen verleiten sie dazu, sich Helge nähern zu wollen, doch ein anderes Körperteil wehrt sich vehement dagegen. Es wird klar, dass sie sich von der Beziehung mit Helge bereits sehr distanziert hat und eine gewisse Nähe vielleicht nie Inhalt dieser Beziehung war.

Dies wird ihr besonders durch den förmlichen Ekel (vgl. „mag das schwitzige Ding nicht anfassen müssen“, Z. 36f) den Sie bei der Handberührung verspürt, deutlich. Des weiteren wird ihr klar, dass ihr eigenes selbst verfremdet ist und zieht sich aus dem körperlichen Kontakt durch einen Vorwand (vgl. „und nimmt die Hand weg, um sich eine Strähne aus dem Gesicht zu wischen“, Z. 42ff) zurück.

Dadurch offenbart sie, dass sie Helge trotz der komplizierten Beziehung nicht verletzen will und schämt sich, was sie Helge zeigen möchte, es aber nicht zeigen will (vgl. „und Vera schämt sich“, Z. 41).

Der letzte Erzählschritt (Z. 44-52) beschreibt, wie Vera sich aus der Kommunikation wieder zurück zieht und diese meidet. Sie lenkt sich ab, um sich mental wieder zu fangen und verwirft alle zuvoren Gedanken. Sie versucht unangenehme Konsequenzen zu vermeiden, weshalb sie die negative Seite der gestörten Beziehung komplett abdeckt.

Außerdem versucht sie die Schuld an der gescheiterten Beziehung von sich, und nichtigen Dingen wie dem Himmel/Gott zuzuweisen (vgl. „der Himmel ist ein Verräter, und einen Gott gibt es nicht“, Z. 31f). Durch die Flucht aus der Situation sendet sie einen Appell an Helge, dass er nun mal Initiative ergreifen soll um die Beziehung zu retten und mit ihr zu reden.

Ihr Ablenken mit unwichtigen Dingen (vgl. Z. 45ff) offenbart ihre Verwirrung und Gespaltenheit mit ihrer Lebenssituation. Zudem gibt es in diesem Abschnitt einen Wendepunkt, wo sie sich selbst leugnet und versucht ihre Gedanken wieder zu ordnen: „ es gibt doch wirklich wichtigere Sachen als so einen blöden, warmen Abend und eine Hand, die nicht angefasst werd.....

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Anders als Vera und Helge müssten sich, in einer positiven emotionalen Beziehung, in der Klarheit über die übermittelten Botschaften besteht, beide Partner über die Entschlüsselung einig sein.

Auf keiner der vier Ebenen nach Schulz von Thun gelingt es Vera eine Beziehung mit Helge zu schaffen, so scheitert ihr Versuch schon auf der Sachinhaltsebene, denn sie weiß nicht einmal, was sie sagen soll und Helge bleib von Anfang bis Ende stumm.

Ihr Ausdruck und Appell schließen auf Uneinigkeit und eine negative Beziehung. Die Gründe dieser gestörten Beziehung werden nicht offengelegt jedoch weiß der Leser ab der zweiten Zeile das eine solche vorliegt, der Auslöser ist hierbei egal, der gegenseitige Austausch über die Gründe und die weitere Vorgehensweise in der Zukunft wären elementar, um den Konflikt der beiden zu einander zu lösen.

Dies ist womöglich auch die Botschaft, die die Autorin vermitteln möchte, denn das gesamte Problem der gestörten Kommunikation besteht darin, sich in einer Kommunikation mit sich selbst zu etablieren und dies ist nur durch einen Austausch mit seinem Partner möglich.

Die eigene Zufriedenheit und eine erfolgreiche Kommunikation stehen demnach in Wechselwirkungen zu einander und können nur durch Reden zu einem positiven Ende gelangen.                       .....

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