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German studies

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

Grade, Teacher, Year

2 , 2012

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Text by Margrit C. ©
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PROSEMINARARBEI­T PS 510.292 „Pragmati­k und Varietätenlingu­ist­ik (Pragmatische Aspekte der Sprachvariation­) . 1.TEIL: EINFÜHRUNG IN DIE PRAGMATIK UND VARIETÄTENLINGU­IST­IK PRAGMATIK Man kann nicht klar definieren womit sich die Pragmalinguisti­k beschäftigt, deshalb hat Peter Ernst versucht an einem einfachen Beispiel dies zu erklären. Mutter: Wie oft muss ich die noch sagen, dass du dein Zimmer aufräumen sollst? Kind: Noch vier Mal, bitte. (Ernst 2002: S. 1) Die Semantik reicht bei obengenanntem Beispiel…
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Pragmatik und Varietätenlinguistik

„Dialekt 2.0.“ Domänen, Formen und
Funktionen „geschriebener Mündlichkeit“

Der Herr Karl


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprechakttheorie nach Austin und Searle

2.1 Ausgangspunkte der Sprechakttheorie
2.2 Grundbegriffe der Sprechakttheorie
2.3 Sprechaktregeln
2.4 Signalisieren der Illokutionen
2.5 Sprechaktklassifikation

3 Konversationsmaximen nach Grice

3.1 Ausgangspunkte der Konversationsmaximen
3.2 Grundlagen der Konversationsmaximen
3.3 Konversationsmaximen

4 Sprachvariationstheorie

4.1 Hochdeutsch vs. Standarddeutsch
4.2 Weitere Begriffsdefinitionen
4.3 Das soziolinguistische Varietätenmodell von Löffler

5 Beispiel für die Inszenierung einer Sprachvariation des Deutschen: Der Herr Karl

6 Zusammenfassung
7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Um Varietäten, also Teilaspekte einer Sprache empirisch zu bearbeiten, benötigt man ein gründlich erarbeitetes linguistisches Basiswissen. Diese Arbeit behandelt daher zunächst Theorien der Linguistik, die heute nicht mehr wegzudenken sind, wenn wir sprachwissenschaftlich mit Texten arbeiten.

Zuerst behandle ich die Sprechakttheorie von John L. Austin und seinem Schüler John R. Searle, die einen ganz neuen Blickwinkel auf die Linguistik eröffnete. Die Grundbegriffe sollen vereinfacht definiert werden um schließlich die Sprechaktregeln und die Sprechaktklassifikation, der Kern der Sprechakttheorie, verständlich darzustellen.

Weiters werden die Konversationsmaximen von Herbert P. Grice veranschaulicht, die sich stark mit der Sprechakttheorie verknüpfen lassen.

Einen weiteren theoretischen Eckpunkt dieser Arbeit soll die soziolingustische Sprachvariationstheorie und das Varietätenmodell von Löffler bieten. Mit dem Wissen über diese Theorie kann ein Beispieltext herangezogen und bearbeitet werden. In diesem Fall heißt der Text Der Herr Karl. Es handelt sich um einen Monolog auf Wienerisch.

Diese Varietät wurde von den Autoren Qualtinger und Merz bewusst gewählt um bestimmte Effekte bzw. Emotionen beim Publikum zu erzeugen. Der Text wurde verwendet, da er meiner Meinung nach sehr gut veranschaulicht, was inszenierte Sprache bewirken kann.


2 Sprechakttheorie nach Austin und Searle

2.1 Ausgangspunkte der Sprechakttheorie

Die Sprechakttheorie gilt für die Entwicklung der Teildisziplin Pragmatik (auch Pragmalinguistik genannt) als äußerst bedeutend. John L. Austin entwickelte jene im Jahr 1955 im Zuge einer Vorlesung. Nach seinem Tod wurde eine Nachschrift dieser Vorlesung veröffentlicht. Sie trug im Original den Titel: „How to do things with words“ und gilt als Urschrift der Sprechakttheorie.

Sein Schüler John R. Searle führte Austins Gedankengut fort und trug so entscheidend zur sogenannten „pragmatischen Wende“ in der Linguistik bei. Im deutschsprachigen Raum gilt Dieter Wunderlichs Arbeit als besonders bedeutend. Sein Werk, in dem er auf die Sprechakttheorie einging, erschien 1970 mit dem Titel „Zur Rolle der Pragmatik in der Linguistik“. (vgl. Linke 2004, 206) Neben ihm kann auch noch Jürgen Habermas genannt werden, der weitere Entwicklungen in seiner „Theorie des kommunikativen .....[read full text]

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2.4 Signalisieren der Illokutionen

Die Funktion von unseren sprachlichen Äußerungen ist nicht konventionell festgelegt. Wie kommt es dann aber dazu, dass wir verstehen, was der Sprecher zum Ausdruck bringen will?

Das Verhältnis zwischen Illokutionen und sprachlichen Ausdrücken ist nicht willkürlich, es kann aber sehr wohl mehrdeutig sein. Ein Ausdruck wie Mein Hund ist bissig kann mit unterschiedlichen Illokutionen verknüpft sein, wie etwa einer Warnung, einer Drohung oder auch einer Empfehlung. Der sogenannte propositionale Gehalt der Äußerung spielt also eine bedeutende Rolle. (vgl. Linke 2004, 215)

Wir signalisieren außerdem deutlich durch sogenannte Illokutionsindikatoren, was wir mit dem Sprechakt beabsichtigen. Unser Gegenüber muss diese Indikatoren ebenfalls beherrschen, wenn wir eine erfolgreiche Konversation ohne Missverständnisse führen wollen. Zu den Illokutionsindikatoren zählen unter anderem die Wortstellung, Abtönungspartikel wie mal und eben, Höflichkeitsformeln wie Sei so nett oder die Intonation. (vgl. Busch 2008, 218)

Die Situation zum Zeitpunkt der Äußerung spielt für das Verständnis auch eine große Rolle. Wird eine Äußerung aus ihrer tatsächlichen Situation herausgehoben wird sie oft mehrdeutig, da der Kontext fehlt. (vgl. Linke 2004, 216)

2.5 Sprechaktklassifikation

Nach Searle unterscheiden wir:

-          repräsentative Sprechakte (konstative Sätze, erheben Anspruch auf wahre Darstellungen)

-          direktive Sprechakte (Forderungen an den Hörer)

-          kommisive Sprechakte (Sprecher geht eine Verpflichtung ein)

-          expressive Sprechakte (aufrechthalten oder etablieren von sozialen Kontakten)

-          deklarative Sprechakte (institutionell eingebunden, offiziell oder ritualisiert)

So komplex die Sprechakttheorie auch sein mag, so schafft sie es logischerweise dennoch nicht, jedes Phänomen einer sprachlichen Äußerung einzuschließen und hinreichend zu erläutern. Sie beschreibt allerdings sehr treffend was sprachliches Handeln bedeutet und wie einzelne Aspekte und Faktoren miteinander verknüpft sind. (vgl. Linke 2004, 218)

3 Konversationsmaximen nach Grice

3.1 Ausgangspunkt .....

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Das Umsetzten in die Praxis erfordert vier Konversationsmaximen:

-          Maxime der Quantität – Sag so viel wie nötig, und sage nicht zu viel.

-          Maxime der Qualität – Sag nichts, was du nicht für wahr hältst, oder dann signalisiere, welchen Grad der Wahrscheinlichkeit das Gesagte hat.

-          Maxime der Relation – Sei relevant.

-          Maxime der Modalität – Sag deine Sache in angemessener Art und Weise und so klar wie nötig. (vgl. Linke 2004, 223)

4 Soziolinguistische Sprachvariationstheorie

In der gesprochenen Sprache findet man weitaus mehr Unterschiede als in der geschriebenen Sprache, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass die Begriffe zur Beschreibung der gesprochenen Sprache manchmal Verwirrung auslösen können. Zuallererst gilt es also diese Begriffe zu klären.

4.1 Hochdeutsch vs. Standarddeutsch

Im Bewusstsein der meisten deutschsprachigen Menschen, die sich nicht näher mit der Sprache beschäftigen, hat sich der Begriff Hochdeutsch für die Beschreibung des Standarddeutschen verankert. Dies ist insofern falsch, da es sich bei dieser Bezeichnung eigentlich um bestimmte Dialekte (Hochdeutsche Dialekte) handelt, nämlich jene, die südlich der Benrather Linie zu finden sind.

Sie alle haben die zweite Lautverschiebung vollzogen. Im Verständnis der Österreicher wird der Begriff aber oft mit der bundesdeutschen Varietät der Standardsprache gleichgesetzt, obwohl die österreichische Varietät nicht weniger Hochdeutsch ist, als die bundesdeutsche. Das eigentliche Gegenstück zum Hochdeutschen ist das Niederdeutsche, dieses befindet sich nördlicher der Benrather Linie.

4.2 Wei.....

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In der konkreten Realisierung des Sprechakts werden diese und viele weitere Faktoren zu seiner persönlichen Sprache verbunden. Ein weiterer faszinierender Aspekt ist, dass die meisten Menschen, abhängig von der Situation, problemlos und blitzartig zwischen unterschiedlichen Varietäten wechseln können. Für einen Anwalt ist es unerlässlich, dass er die Amtssprache, die sich durch einen trockenen Stil auszeichnet, beherrscht.

Dennoch wird er nicht in jeder Lebenslage von jener Gebrauch machen und sie kaum verwenden, wenn er sich mit seinen Kindern unterhält. (vgl. Veith 2005: 24f.)

5 Beispiel für die Inszenierung einer Sprachvarietät des Deutschen: Der Herr Karl

Carl Merz wurde 1906 in Kronstadt geboren und starb 1979 in Wien. Er war einer der bedeutendsten Textdichter des literarischen Kabaretts nach dem zweiten Weltkrieg. Helmut Qualtinger wurde 1928 in Wien geboren und starb 1986 in Wien. Er wurde als Kabarettist, Schauspieler und Schriftsteller einer der größten Künstler seiner Zeit. (vgl. Merz 2007: 48)
Was jene zwei Künstler gemeinsam schufen ist auch heute noch ein gutes Beispiel wie authentisch inszenierte Sprache wirksam werden kann.

Herr Karl erzählt in dem Monolog, der etwa eine Stunde dauert, seine Lebensgeschichte. Er entpuppt sich schnell als Mitläufer, ja sogar als richtiger „Wendehals“, genau die Art des Kleinbürgers, die sich im zweiten Weltkrieg angepasst hat und dadurch den Nationalsozialisten zum Aufstieg verhalf. Als das Stück im Jahr 1961 erstmals im ORF ausgestrahlt wurde, kam es zu zahlreichen Beschwerdebriefen und Protesten. Österreich erkannte sich selbst. (Merz 2007: 43ff.)

Hätte man dieses Stück streng nach den Regeln des Standarddeutschen geschrieben, wäre eine derartige Empörung beim Publikum vermutlich nie zustande gekommen. Gerade durch die dialektale Sprache (Wiener Dialekt) wurde dem Zuseher ein Spiegel vorgehalten und plötzlich erkannte sich der ein oder andere im Prototyp des Österreichers wieder und erschrak vermutlich am allermeisten vor sich selbst.

Der Herr Karl von Qualtinger und Merz konnte nur durch das Nachahmen realer Aussagen vom österreichischen Kleinbürgert.....

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„Existenzen wurden damals aufgebaut, Gschäften arisiert. Häuser, Kinos! I hab nur an Juden g'führt. I war ein Opfer. Andere san reich worden; I war a Idealist.“
 
(Merz 2007: 22)

Für einen österreichischen Sprecher unserer Zeit ist das Wort Trottoir vermutlich besonders interessant, da es vor allem bei Jugendlichen keine Verwendung mehr findet. Es handelt sich um ein Synonym für Bürgersteig, Gehsteig, Gehweg. Das Wort ist ein Helvetismus, also schweizerischen Ursprungs und stammt vom französischen Verb trotter, was so viel bedeutet wie herumlaufen (vgl. Dürscheid 2006: 189).

Nach der Beschreibung des Herrn Karl I hab nur an Juden g'führt bezeichnet er sich selbst als Idealisten, was dem mitdenkenden Zuhörer bzw. Leser grotesk erscheinen muss. Auch der bewusste Gebrauch des Verbs führen, wurde absichtlich eingesetzt. Genau diese Verwendung von Wörtern in einem solchen Kontext wurde von Qualtinger und Merz inszeniert, um zu schockieren und die Augen zu öffnen.

Fast jeder Satz des Kultstücks, das in die österreichischen Geschichte einging, könnte als Musterbeispiel dienen und beim mehrmaligen Lesen entdeckt man immer wieder neue Wortspielereien und Anspielungen, die vor allem durch die dialektale Sprache wirken und auch heute noch ein Schaudern verursachen.

Die einzige Frage die in diesem Monolog immer offen bleibt: Gab es den Herrn Karl wirklich und gibt es ihn vermutlich sogar heute noch unter den Österreichern?

6 Zusammenfassung

Die Sprechakttheorie von John L. Austin und seinem Schüler John R. Searle galt als ein bannbrechender Schritt in der Sprachwissenschaft. Heute wird sie als „pragmatische Wende“ bezeichnet, da die sprachliche Kommunikation ganz neu definiert wurde.

Durch die vier Sprechakte, welche die Basis der Kommunikation bilden, beschreibt die Sprechakttheorie sprachliches Handeln sehr treffend. Dennoch kann nicht jede sprachliche Äußerung in diesen Raster geschoben werden.

Die Konversationsmaxime von Herbert P. Grice liefern einen weiteren wichtigen Beitrag um zu verstehen, warum Kommunikation funktionieren kann, selbst wenn wir etwas anders formulieren, als wir es tatsächlich meinen. Diese Umsetzung in die Praxis erfordert die angeführten vier Konversationsmaximen.

Was zusätzlich auf keinen Fall außer Acht gelassen werden darf, sind die vielen unterschiedlichen Formen, die eine Einzelsprache wie das Deutsche annehmen kann. Unzählige Varietäten bilden sich über die Zeit hinweg und verändern sich immer aufs Neue. Heinrich Löffler nennt diese Unterkategorien, die eine Sprache ausmachen, Lekte.

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