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Italian

University, School

Georg-August-Universität Göttingen

Grade, Teacher, Year

3, MA, 2012

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Der römische Dialekt im italienischen Film

Vom Neorealismo bis zum neuen Millennium

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung. 2

2. Die Geschichte des römischen Dialektes. 3

2.1. Der römische Dialekt vor dem Mittelalter. 4

2.2. Der römische Dialekt im Mittelalter. 6

2.3. Die Toskanisierung des römischen Dialektes. 14

2.4. Der römische Dialekt zwischen dem XVII. und dem XX. Jahrhundert: Das Romanesco in der Literatur. 16

3. Der römische Dialekt von heute im italienischen Film . 26

3.1. Grammatikalische Beobachtungen des "Romanesco di III fase". 27

3.1.1. Die Phonetik des heutigen Römischen. 28

3.1.2. Syntaktische und morphologische Eigenschaften des heutigen Römischen. 33

3.1.3. Morphologische, syntaktische und idiomatische Eigenschaften des. 41

heutigen Römischen. 41

4. Filmische Analyse. 43

4.1. Der italienische Neorealismo. 44

4.1.1. Roma città aperta. 46

4.1.2. Ladri di biciclette. 53

4.2. Der komische Film der 50er Jahre. 57

4.3.            Die  60er  Jahre.  Die  Jahre  des  "italienischen Wirtschaftswunder". 62

4.4. Die 70er Jahre und die italienische "bleierne Zeit". 69

4.5. Die 80er Jahre und der Untergang des italienischen Films. 74

4.6. Die 90er Jahre: zwischen "Tangentopoli", Berlusconi, und der Mafia. 79

4.6.1. Das harte und skatologische Römisch der Peripherien. 80

4.6.2. Das Römische der "coatti" der 90er nach Carlo Verdone. 83

4.7. Der Italienische Film im neuen Millennium 85

4.7.1. Die Jugendsprache der römischen Peripherie im Film des neuen. 86

Millenniums. 86

4.7.2. Der römische Dialekt der neo-neorealistischen Komödie. 88

5. Fazit. 92

I. Literaturverzeichnis. 94

II. Filmografie. 97

 

1. Einleitung

" .Si come adunque i Romani si stimano di dover essere a tutti preposti, così in questa eradicazione, o vero extirpazione non immeritatamente a li' altri li proporremo; protestando essi in niuna regione de la volgare eloquenzia essere da toccare.

Dicemo adunque, il volgare de i Romani, o per dir meljo, il suo tristo parlare essere il più brutto di tutti i volgari Italiani; e non è meravilja, sendo ne i costumi, e ne le deformità de lj'habiti loro sopra tutti puzolenti; essi dicono, Meçure quinto dici ." (Dante Alighieri in "De Vulgari Eloquentia" - Libro I, Kap. XI)[1]

Im De Vulgari Eloquentia begründet Dante die Priorität der Volks- und Muttersprache von der lateinischen Gelehrtensprache und fordert eine italienische Hochsprache. Dabei analysiert er unter anderem den römischen Dialekt und lässt kein gutes Haar an diesem. Ist der römische Dialekt wirklich so traurig und gewöhnlich, wie Dante Alighieri ihn in seinem De Vulgari Eloquentia beschrieb? Ist das Römische wirklich der hässlichste Dialekt Italiens, und sind die Römer die vulgärsten Sprecher des Landes, wie er sie im oberen Auszug seines Werkes darstellt?

Viele Filme italienischer Produktion haben die Römer immer als vulgär, ungebildet, naiv und als "Schimpfwörtermaschine" dargestellt, doch aber sind die filmischen Römer, so wie auch die echten Römer, offen und gutmütige Menschen, die immer einen witzigen Spruch auf den Lippen haben.

Genau deswegen ist der römische Dialekt eines der beliebtesten und meist verwendeten Dialekte im italienischen Film, und dass nicht nur weil Rom die Filmhauptstadt darstellt.

Als gebürtiger Römer könnte ich mich niemals für einen anderen Dialekt entscheiden, dafür liebe ich ihn einfach zu sehr. Die Idee, eine Arbeit über dieses Thema zu schreiben, habe ich schon seit mindestens drei Jahren. Da ich zudem ein Filmfanatiker bin und mich für Soziolinguistik interessiere, kam die Idee, alle drei Themen in meine Arbeit einfließen zu lassen.

Das Ziel meiner Ausarbeitung, ist es zu verstehen, wie der römische Dialekt sich in den Jahrhunderte entwickelt hat, und warum dieser Dialekt so oft wie das Neapolitanische und das Sizilianische in den italienischen Filmen von der Nachkriegszeit bis heute verwendet wurde.

Ein anderes wichtiges Ziel dieser Arbeit, ist es zu verstehen, wie der römische Dialekt in den italienischen Filmen in den unterschiedlichen Jahrzehnten verwendet wird, und mit welchen grammatikalischen, lexikalischen, morphologischen un.....[read full text]

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Dieser Graffito wurde auf die Wände eines Verehrungsgebäudes eingraviert und gilt als Beispiel einer ausdrucksvollen und provokanten Nutzung des Vulgärlateins. Die Inschrift <<NON DICERE ILLE SECRITA A BBOCE>> (it. <<Non pronunciare le segrete a voce (alta)>> - dt. <<Sprech deine Gebete nicht laut>>) ist in der Tat der Vorwurf eines Priester einem Ordensbruder, der seine Gebete laut aussprach.[8] Der komplette Satz ist auf Vulgärlatein: das Prohibitiv non + Imperativ mit dem gleichen Form dicere[9], der Artikel ille, der Plural secrita endet mit -a, und der Betazismus von -ad- zu bb- in a bboce (lat. ad vocem it. a voce) sind alle vulgärlateinische Merkmale.[10] Das wichtigste Merkmal für die Betrachtung des römischen Dialektes ist der Betazismus mit der phonosyntaktischen Verdoppelung.

Gerade die phonosyntaktische Verdoppelung ist ein typisches Sprachphänomen der italienischen mittelsüdlichen Dialekte, u.a. des neugeborenen Vulgär Roms. Diese phonosyntaktische Verdoppelung ist in der Aussprache die Verdoppelung der Konsonanten nach einem oxytonierten (mit dem Akzent auf der letzten Silbe) Einsilbler oder Mehrsilbler.[11] 

[12] Das zweite, auf römisch verfasste Dokument ist auch nicht auf dem Papier verfasst worden. Es ist die Inschrift Clemens von Rom. Diese ist Teil eines Freskos, das in der unterirdischen Basilika des Heiligen Clemens aufbewahrt wird. Das Fresko ist eine Art Comic und illustriert ein Wunder des Heiligen Clemens.

Auf dem Fresko sind Albertello, Carboncello und Gosmari - die Diener vom adligen Sisinnio - zu sehen. Die beeindruckten Diener tragen eine schwere Säule und glauben den Heiligen Clemens dabei zu tragen, der dadurch der Haftung und dem Tode entrinnt. Auf der linken Seite des Freskos ist Carboncello. Er schiebt und hebt mit einem Pfahl die Säule auf. Hinter seinem Rücken ist ein Satz zu lesen, der wahrscheinlich von seinem Herrn ausgesprochen wird: FALITE DERETO COLO PALO CARVONCELLE (it.: Spingi da dietro con il palo, Carboncello; dt.: Schiebe von hinten mit dem Pfahl, Carboncello.) In der Mitte ist ein Satz vom Heiligen Clemens zu sehen. DURITIAM CORDIS VESTRIS SAXA TRAERE MERUISTIS (dt.: Wegen der Härte eures Herzen, würdet ihr es verdienen, Steine zu tragen).[13] Rechts daneben hält ein zweiter Diener die Säule, und neben ihm steht folgende Inschrift: ALBERTEL TRAITE (it.: Albertello, tirate; dt.: Albertello, zieht ihr).

Weiter, der dritte Diener, der die Säule mit Hilfe eines Seils zieht. Neben ihm steht die Inschrift GOSMARI, sein Name. Vermutlich gehört GOSMARI zu dem vorherigen Satz (ALBERTELLO GOSMARI TRAITE). Am Ende des Freskos ist Sisinnio zu sehen, und unter seinem Arm steht der Satz: FILI DELE PUTE TRAITE (it. Figli di puttana, tirate; dt.: Hurensöhne, zieht ihr). Das Fresko ist ein klares Beispiel für eine Dichotomie Latein-Vulgärlatein.

Einerseits spricht der ausgebildete Clemens Latein, andererseits spricht Sisinno auf römisch. Wie bereits von mir erwähnt, war damals die lateinische Sprache die Elitesprache. Sich dagegen dialektal auszudrücken, war eine respektlose und niedere Ausdrucksweise.[14] Auf dialektologischer Ebene ist die Form des Anthroponyms Carvoncelle sehr interessant. Durch die Auflösung der konsonantischen Zusammenhang -rb- in -rv- und das -e- am Ende des Suffixes -elle14 finden wir zwei typische Merkmale der süditalienischen Dialekte insbesondere des Neapolitanischen. 

 

2.2. Der römische Dialekt im Mittelalter

Die Entstehung und die Konsolidierung eines Kommunalregierungssystems zwischen dem XII. und dem XIII. Jahrhundert unterstützte in Rom die Entwicklung der Vulgärsprache. Diese antikuriale politische Wende, die ihren Höhepunkt 1143-44 mit der Gründung eines Senats - regiert von Vertretern der Bourgeoisie und des niederen Adels (renovatio Senatus) erreichte - regte die soziale Unterredungskunst an und erneuerte ein Gefühl städtischer Identität.[15] Der älteste überlieferte Text in mittelalterlichen römischem Dialekt ist Le Storie de Troja et de Roma (ca.

Hälfte des XIII. Jahrhunderts). Es handelt sich um die Übertragung eines lateinischen Textes im römischen Dialekt (Multe Ystorie et Troiane et Romane - XII. Jh. ca.) und handelt von historisch-mythischen Ereignissen; von der Schaffung Adams bis zum Oströmischen Reich. Der Text ist dank toskanischen Kopien des XII.-XIV. Jahrhunderts erhalten geblieben. In einem der drei verbliebenen Manuskripte ist die Toskanisierung des römischen Dia.....

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" .Io ve perdono per amore de Dio et della Vergine Maria,perché, quanno presi lo cuorpo de Cristo, io lo promisi ." (Schiedsspruchverfahren 24.02.1372, in Lori Sanfilippo 1986: 56-7).[19] 

Der Höhepunkt der mittelalterlichen Textproduktion in Romanesco ist die anonyme Cronica (1357-58), die von den europäischen, italienischen und besonders von den römischen Ereignissen zwischen 1325 und 1357 handelt. Die Kapitel über die römischen Ereignisse handeln vor allem von den unruhigen Abenteuern des römischen Volkstribun Cola di Rienzo.

Die Kapitel der Cronica waren so wichtig, dass das Werk bis zur kritischen Vorlage von Porta (1979) als Vita di Cola di Rienzo bekannt war.[20]

Der Grund seiner Entscheidung den Text auf römisch zu schreiben, erklärt uns der anonyme Autor im Prolog der Cronica selbst: " . Anche questa cronica scrivo in vulgare, perché de essa pozza trare utilitate onne iente la quale simplicemente leiere sao, como soco vulgari mercatanti e aitra moita bona iente la quale per lettera non intenne.

Dunqua per commune utilitate e diletto fo questa opera vulgare, benché io l'aia ià fatta per lettera con uno latino moito [ .] Ma l'opera non ène tanto ordinata né tanto copiosa como questa. Anche questa opera destinguo per capitoli, perché volenno trovare cobelle, senza affanno se pozza trovare. [ .]".[21] Damit meint er, dass es für ihn das Einfachste und Natürlichste wäre, auf Latein zu schreiben.

Dagegen ist es die richtige Entscheidung den Text auf römisch zu schreiben, weil er sich an ein bestimmtes Publikum wenden möchte - ein Publikum von alphabetisierten Händlern, die allerdings die lateinische Sprache nicht verstehen.

Anhand des folgenden Textausschnittes aus der Cronica werde ich die markantesten Eigenschaften des Altrömischen darstellen:

"[ .]Era dello mese de settiembro, a dìi otto. Staieva Cola de Rienzi la dimane in sio lietto. Avease lavata la faccia de grieco. Subitamente veo voce gridanno: "Viva lo puopolo, viva lo puopolo"[ .]Como se ionzero insiemmori, così mutata voce dissero: "Mora lo traditore Cola de Rienzi, mora!" [ .] Allora se aionze lo moito puopolo, uomin.....

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Staienno allo scopierto lo tribuno denanti alla cancellaria, ora se traieva la varvuta, ora se·lla metteva. Questo era che abbe da vero doi opinioni. La prima opinione soa, de volere morire ad onore armato colle arme, colla spada in mano fra lo puopolo a muodo de perzona magnifica e de imperio. E ciò demostrava quanno se metteva la varvuta e tenevase armato. La secunna opinione fu de volere campare la perzona e non morire.

E questo demostrava quanno se cavava la varvuta. Queste doi voluntate commattevano nella mente soa. Venze la voluntate de volere campare e vivere. Omo era como tutti li aitri, temeva dello morire. Puoi che deliverao per meglio de volere vivere per qualunche via potéo, cercao e trovao lo muodo e·lla via, muodo vituperoso e de poco animo. Ià li Romani aveano iettato fuoco nella prima porta, lena, uoglio e pece.

La porta ardeva. Lo solaro della loia fiariava. La secunna porta ardeva e cadeva lo solaro e·llo lename a piezzo a piezzo[ .]Questa fu l'uitima soa opinione. Aitra via non trovava. Dunque se spogliao le insegne della baronia, l'arme puse io' in tutto. Dolore ène de recordare. Forficaose la varva e tenzese la faccia de tenta nera. Era là da priesso una caselluccia dove dormiva lo

portanaro. Entrato là, tolle uno tabarro de vile panno, fatto allo muodo pastorale campanino[ .]Fuoco non lo toccao. Misticaose colli aitri. Desformato desformava la favella. Favellava campanino e diceva: "Suso, suso a gliu tradetore!" Se le uitime scale passava era campato.

La iente aveva l'animo suso allo palazzo. Passava la uitima porta, uno se·lli affece denanti e sì·llo reaffigurao, deoli de mano e disse: "Non ire. Dove vai tu?"

[ .]".[22]

Die ersten Merkmale des Altrömischen, die man anhand dieses Textausschnittes herausstellen kann, sind die phonetischen Merkmale. 

Bezüglich des Vokalismus sind die folgenden Eigenschaften des Altrömischen im Text zu finden:

ü  Die Metaphonie von Ě und Ǒ: Die kurzen lateinischen Hauptvokale Ě und Ǒ werden bei Wörtern mit den Auslautvokalen -Ī- oder -Ǔ- zu -iè- bzw. -ṷò- diphthongiert, wie z. B. lietto, grieco (Zeile 2), puopolo (Z. 3), Campituoglio (Z. 8), muodo(Z. 12). Dieses Merkmal entspricht der allgemeinen süditalienischen Sprachentwicklung vom Lateinischen.[23]

ü  Die Metaphonie von é (, Ĭ) und von ó (, Ǔ) vor und : Diese Metaphonie ist auch nach Gerhard Rohlfs neben der Diphthongierung des Hauptvokals eine der wichtigsten Eigenschaften der südlichen Dialekte bis heute[24], und das verstärkt die Thesis, dass der römische Dialekt bis zur Toskanisierung dieses Letzten zu den süditalienischen Dialekten gehörte. (Bsp.: maiure; Z. 14)

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ü  L vor Konsonant: Das -l- vor Konsonanten wird im Altrömischen -i- ( aitra Z. 23, uitimo Z. 7).[30] Doch durch die Toskanisierung des römischen Dialekts ist diese Eigenschaft verloren gegangen. Im heutigen Römischen wurde das -l- vor

Konsonanten ein -r- (it. altra, ultimo; röm. artra, urtimo).

ü  Die Entwicklung von -ARIUS: Wie in den meisten anderen italienischen Dialekten wird das lateinische Suffix -ARIUS im Altrömischen zu -aro[31]

(Pellicciaro Z. 10, portonaro Z. 44). Dieses Merkmal ist im modernen Dialekt noch erhalten. Hier unterscheidet es sich mit den toskanischen Dialekten, wo -ARIUS zu -aio wird.[32]

ü  -   ,   ;  -   ,   > i-: Iènte, ièttare, iènero, usw. sind ein Ergebnis, das in Süditalien sehr verbreitet ist.[33] Im römischen Dialekt blieb diese Eigenschaft bis zum Ende des XVI. Jahrhunderts nicht zu -ǵ- weitergeschrieben (iudici Z. 9, iente Z. 47).[34]

ü  Die Gemination: Diese Dopplungen von Anlautkonsonanten nach bestimmten einsilbigen Wörtern gibt es seit dem Mittelalter[35]. Diese satzphonetische Gemination ist nichts anderes als eine Form von Assimilierung. Der auslautende Konsonant des ersten der aufeinander folgenden Wörter gleicht sich dem Auslautkonsonant des zweiten Wortes an, so dass es zu einer Längung kommt und die beiden wie eins gesprochen werden (röm. a Rróma, Acchi?, Ecchédè? usw.; it. a Roma, A chi, E che cos'è?).[36]

ü  s nach l, n, r > ts: Im Altrömischen und bis heute wird zwischen -n-, -l-, und -r- der Übergangslaut -t- eingesetzt (perzona Z. 9, penzao Z. 23). Dies ist von dem Sprechenden kaum als Besonderheit wahrgenommen.[37] Aufgrund persönlicher Erfahrungen konnte ich feststellen, dass dieser Laut auch bei der Verwendung von anderen Sprachen in die Zielsprache übernommen.[38]

In der Formenlehre findet man in der Cronica ebenso viele Eigenschaften des Altrömischen. Die bestimmten Artikel sind generell lo und la im Singular und li und le im Plural. Die Possessivpronomina, die im Text am häufigsten vorkommen sind mio, tio, und suo im Maskulinum und mea, toa und soa im F.....

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2.3. Die Toskanisierung des römischen Dialektes

Das Quattrocento ist durch die Anzahl an Texten und Dokumenten die fruchtbarste Zeit für die Textproduktion im römischen Dialekt. Dieser Dialekt, den Dante als tristiloquium bezeichnet hatte, wurde von seinen Sprecher nicht mehr als elend und rüde empfunden, da sie öfter und öfter das Römische für ihre Chroniken, ihre Tagesbücher, ihre Akte und ihre volkstümlich-literarische Produktion verwendeten.[41]

Nichtsdestoweniger leitet das Quattrocento einen Toskanisierungsprozess der Schriftsprache ein, der den Übergang vom erstphasigen Römischen zum zweitphasigen Römischen bzw. zum "romanesco smeriodionalizzato" vorbereitet. In Rom kam diese linguistische Italianisierung tatsächlich früher als in anderen Städten Italiens, wo die linguistische Italianisierung erst in den Jahrzehnten nach der Vereinigung Italiens erfolgen wird.[42] Zudem war in keiner anderen Stadt Italiens die Toskanisierung eines Dialektes so stark wie sie in Rom war.

Noch stärker zeig sich jedoch der Einfluss des Toskanischen bzw. der Schriftsprache im Römischen im XV. und im XVI. Jh. Grund dafür war auch die definitive Rückkehr des Papsttums unter Martin V. nach Rom (1420). Mit der Präsenz des Papsttums auf römischem Territorium verlor die römische Kommune seine Macht, die wieder in den Händen der curiales lag. Im XV. und XVI. Jh. erhielt die Stadt Rom jeweils von den regierenden Päpsten ihr Gepräge und nahm durch die von den Päpsten gewünschten aufeinanderfolgenden Wellen von Spaniern, Genuesen und vor allem von Florentinern einen kosmopolitischen Charakter an.

Diese Internationalisierung änderte wieder die gesellschaftliche Lage Roms. Die Päpste und die curiales waren die regierende Kraft dieser Zeit, die eingewanderten Florentiner bekamen von den Päpsten die führende Rolle in der Wirtschaft, in der Staatsanwaltschaft, in der Politik und in der literarischen Produktion[43]; und den Römern blieb lediglich die Rolle der "Kuhmelker".[44] Somit gab es in diesen Jahrzehnten eine deutliche sprachliche Trennung zwischen den auf Römisch sprechenden Unterschichten und Oberschichten, die das Toskanische meist verwendeten.

Der Übergang vom Römischen der "ersten Phase" zum Römischen der "zweiten Phase" geschieht durch den Einfluss des Toskanischen sowohl in dem schriftlichen als auch in dem gesprochenen Dialekt, obwohl der toskanische Einfluss in der schriftlichen Sprache stärker wurde. Wenn in der gesprochenen Sprache das Toskanische den römischen Dialekt ergänzte und beeinflusste bzw. "demeridionalisierte", ersetzte das Toskanische das Römische in der schriftlichen Sprache.

Durch die Toskanisierung bzw. der "Demeridionalisierung" verlor das Römische viele typischen Eigenschaften der süditalienischen Dialekte.[45] Beispiele für die Toskanisierung des Römischen sind sprachliche Eigenschaften wie der Verlust des metaphonischen Diphthong -ue- (cuerpo und lueco werden corpo und luogo), der Monophthong -uo- wird ein offenes -o- (bouno wird bono), die Palatisierung der Verbindung -kj- (Wörter wie occio oder veccio werden occhio und vecchio), der Verfall der lateralen Palatalen zu -j- (fijo, dajé!; it. figlio, dai!) oder die Apokope der letzten Silbe im Infinitiv (esse, portà, annà; it. essere, portare, andare).[46]

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