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Der Realismus in Gustave Flauberts Madame Bovary

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Die Erde ist manchmal nicht für jeden rund! Madame Dupont, eine junge Frau aus Frankreich, die nichts zu tun hatte, nicht mehr verheiratet war, keine Kinder wollte und keine Arbeit mehr hatte, verbrachte ihre Zeit damit, dass sie sich alles, was sie wusste, noch einmal überlegte. Sie wusste, dass man die Zähne putzen muss. Sie wusste, dass Stiere auf rote Tücher losrennen. Sie wusste, dass der Mond um die Erde kreist und dass der Mond kein Gesicht hat. Madame Dupont wusste, dass es in der Sahara Sand gibt. Sie war zwar noch nie da, aber sie…

Der Realismus in Gustave Flauberts

„Madame Bovary“


Inhalt


1.  Einleitung2

2.  Gustave Flaubert3

3.  Madame Bovary 4

4.  Die Romantik 6

4.1. Aspekte der Romantik in Madame Bovary7

5.  Der Realismus 9

5.1. Aspekte des Realismus in Madame Bovary10

6.  Fazit 12

7.  Bibliographie 13


1.           Einleitung


Madame Bovary ist eines der bekanntesten Bücher der französischen Literatur. Zu dem Zeitpunkt seiner Veröffentlichung in 1857, war dieses Buch eine Revolution, da es so anders in vielerlei Hinsicht war, als alle bis dato veröffentlichten Romane.

Es sorgte für großen Aufruhr und führte sogar zu einer Anklage vor Gericht, was für den heutigen Leser oftmals unverständlich ist.[1] Um dieses verstehen zu können, bedarf es einer Betrachtung desselben aus Sicht der damaligen literarischen und geschichtlichen Epoche. Von dem Ende des 18. Jahrhunderts bis zu der Mitte des 19. Jahrhundert fand ein allgemeiner Umbruch, sowohl in politischer, gesellschaftlicher als auch kultureller Hinsicht statt.

Die Romantik und der Realismus waren im 19. Jahrhundert neue literarische Stilrichtungen, die der ansteigenden Leserschaft verschiedenste Stilarten jeglicher Literatur, vor allem aber des immer beliebter werdenden Romans, boten.[2]

Flaubert war zu seiner Zeit ein sehr fortschrittlicher Autor, der nicht vor einem neuen Schreibstil zurückwich. Er erntete dadurch jedoch viel Kritik und stieß auf Empörung über den Stil und den Inhalt seiner Werke.

Nicht nur, dass er einen unbekannten und auch schockierenden Schreibstil verwendete, sondern auch, dass er eine Frau zur Hauptfigur des Buches machte, war bahnbrechend. Des Weiteren verwendete er ein neues Stilmittel, den sogenannten „discours indirect libre“, zu Deutsch die „erlebte Rede“, in diesem Roman.[3] Nicht zuletzt durch dieses Buch wurde dieses neue stilistische Mittel berühmt und bekannt.

Vielerorts wird Flaubert sogar als der Schöpfer der erlebten Rede gepriesen. Die zeitliche Eingrenzung der Epochen Romantik und Realismus sind nur grob festzusetzen und unterliegen selbst heutzutage noch Diskussionen.[4] Bei dem Lesen des Romans Madame Bovary stellt man sich daher schnell die Frage, welcher Stilrichtung dieses Buch zugeordnet wird.

Im Folgenden wird diese Arbeit zunächst den Autor des Buches kurz vorstellen und daraufhin den Inhalt des Werkes Madame Bovary wiedergeben. Um der Frage, welcher literarischen Epoche das Buch unterliegt, nachzugehen, werden sowohl die Romantik als auch der Realismus kurz vorgestellt und anschließend wird der Roman nach Merkmalen dieser Epochen untersucht. Der Abschluss wird ein Fazit sein, welches die gestellte Frage zu beantworten versucht.

2.           Gustave Flaubert


Gustave Flaubert wurde 1821 als Sohn eines Chirurgen in Rouen geboren und verbrachte dort eine glückliche Kindheit. Er war oftmals am Arbeitsplatz seines Vaters, an der er selbst Obduktionen zusah und somit sowohl den menschlichen Körper als auch alles im Allgemeinen sehr analytisch zu betrachten begann.

Diese wissenschaftlich genauen Beobachtungen fanden sich später auch in seinen Werken wieder.[5] Mit 15 Jahren verliebte er sich in die zehn Jahre ältere Élisa Schlésinger, die für ihn lange Zeit seine Muse war. Er begann seine ersten Texte zu verfassen, von denen er nur wenige veröffentlichen ließ. Seine Werke waren sehr im Sinne der Romantik geschrieben, von der er sich hat stark beeinflussen lassen.

Nach seinem Bakkalaureat reiste er viel umher, unter anderem in die Pyrenäen und nach Korsika um der Normandie zu entfliehen. Flaubert begann anschließend ein Jurastudium in Paris, was er aufgrund von einer Nervenkrankheit abbrechen musste. Von dem Zeitpunkt an widmete er sein Leben dem Schreiben.

Im Alter von 25 Jahren verlor Flaubert innerhalb eines Jahres sowohl seinen Vater als auch seine Schwester, die eine Tochter zurückließ und um die er sich bis zu seinem Tode kümmerte.[6] Er litt unter einer „Bewusstseinskrise“[7] die dazu führte, dass er immer gesellschaftskritischer wurde und sich letztlich der Romantik abwand und sich de.....[read full text]

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Im Zweiten Teil kommt das Paar in Yonville an und wird von dem wohl etablierten Apotheker Homais und einem jungen Kanzleiangestellten namens Léon willkommen geheißen. Madame Bovary begeistert viele Männerherzen, unter anderem das des jungen, schüchternen Léon, der in ihr seine Seelenverwandte glaubt gefunden zu haben und sich unendlich in sie verliebt.

Emmas Enttäuschung ist groß, als sie bald darauf ihre Tochter Berthe gebärt, da sie sich so sehr einen Jungen gewünscht hätte. Da Emma in einem Konvent erzogen worden war, wendet sie sich in ihrer Angst Ehebruch mit Léon zu begehen an den Pfarrer Abbé Bournisien, der sie aber nicht versteht und somit keine Hilfe ist. Léon, der seine Gefühle nicht erwidert fühlt, verlässt schließlich Yonville um in Paris sein Studium fortzusetzen.

Im Glauben, eine Liebe verloren zu haben, trauert sie ihm hinterher und beginnt wie in einem Wahn von dem Händler Lheureux Luxusgüter zu kaufen. Dieser bietet ihr an auf Kredit zu kaufen, was zu immer höheren Schulden führt, von denen Charles nichts wittert. Auf einer Agrikulturmesse lernt sie dann Rodolphe, einen gutaussehenden Gutsherren kennen, der auf sie ein Auge geworfen hat.

Sein Bediensteter hatte medizinische Hilfe gebraucht und Emma war nicht vor dem Blut zurückgeschreckt. Rodolphe verführt sie auf einem Ausritt und beginnt somit eine leidenschaftliche Liebesaffäre mit Emma. Sie lebt auf, sehr zu Freuden ihres Gatten Charles. Emma versucht ein letztes Mal sich ihrem Mann zu öffnen und nahezu kommen, als sie ihn in einer neuartigen Operation zur Behebung von Klumpfüßen unterstützt und dem Patienten Mut zuspricht sich der Operation zu unterziehen.

Als jedoch die Operation im Nachhinein dazu führt dass das Bein des Hippolyte amputiert werden muss, verschließt sich Emma Charles gegenüber komplett. Sie überredet Rodolphe, den sie mit kostbaren Geschenken überhäuft hatte, mit ihr davonzulaufen, der dann jedoch in letzter Minute absagt. Emmas Herz bricht und sie wird sehr krank und bedarf viel Zeit um zu genesen.

Um ihr eine Freude zu bereiten, lädt Charles sie in das Theater nach Rouen ein, wo sie Léon wiedertrifft.

Im letzten Teil überredet Léon Emma dazu, ihrer Liebe eine Chance zu geben. Sie willigt ein und gibt vor Klavierstunden zu nehmen, um dadurch ihren Geliebten einmal in der Woche in Rouen sehen zu können. Emmas Lebensstil ändert sich trotz ansteigender Schulden nicht, bis Lheureux schließlich Schuldpapiere an Dritte verkauft und diese wiederum hohe Summen von Emma fordern und mit rechtlichen Maßnahmen drohen.

Sie bittet Léon und daraufhin Rodolphe um Geld, jedoch können oder wollen beide ihr nichts geben. In dieser ausweglosen Lage verschafft sie sich Zugang zu dem Arbeitszimmer von dem Apotheker Homais, wo sie sich mit Arsen vergiftet und daran qualvoll stirbt. Charles, der untröstlich wegen ihres Todes ist und mit finanziellem Ruin konfrontiert ist, stirbt bald darauf selbst als er von Emmas Affären durch alte Briefe erfährt.

Berthe verbringt einige Zeit bei ihrer Großmutter, bis zu deren Tod, woraufhin sie zu ihrer verarmten Tante gehen muss. Diese schickt das junge Mädchen in die Baumwollspinnerei um Geld zu verdienen.


4.           Die Romantik


Die geschichtliche Epoche der Romantik befasst sich mich den Jahren 1804 bis 1830, das heißt, mit der Zeit vom ersten Kaiserreich unter Napoléon I, über die Restauration bis hin zu der Julirevolution in Paris. Diese Zeit der Umwälzungen, die schon seit der Französischen Revolution für ständige politische und gesellschaftliche Veränderungen und somit Freiheit aber auch Instabilität des Systems mit sich brachte, erklärt die „Bedeutung der literarischen Bewegung der Romantik“[11].

Die literarische Epoche war literatursoziologisch gesehen eine Rückbesinnung auf „traditionelle Institutionen“[12], wo der Einzelne auf sich angewiesen ist und wo gefordert wird dass er sich selbst ausdrücken soll, unter anderem mittels Ausrufe. Aus poetologischer Betrachtungsweise definiert sich die Romantik als „Gegenbewegung zum Klassizismus“[13] und aufgrund verschiedenster Meinungen zu Aspekten wie Ästhetik wurden Grundeinstellungen der jeweiligen Autoren im Vorwort oder anderen Abha.....

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Der Roman kam an seine Grenzen in dieser Epoche da es schwierig war, die Gefühle und genaue Analysen der menschlichen Psyche miteinander zu kombinieren. [18]



4.1.   Aspekte der Romantik in Madame Bovary


Wie in Kapitel 2 schon erwähnt, war Flaubert in seinen jungen Jahren sehr daran bedacht, im Stile der Romantik zu schreiben. In der Romantik besann man sich auf traditionelle Institutionen zurück, wie zum Beispiel auf das Christentum. Emma Bovary lebte in einem Konvent in Rouen für den Großteil ihrer Jugend[19] und in Situationen in denen sie sich machtlos und überfordert fühlt, wie dem plötzlichen Tod ihrer Mutter und dann später in ihren Mühen keinen Ehebruch zu begehen, wendet sie sich zu Gott und der Kirche.

In der Zeit, die sie in der Klosterschule verbringt, liest sie viel, vor allem Liebesromane und Gedichte. In Kapitel 1.6 wird der Romantizismus besonders deutlich:

„Elle se laissa donc glisser dans les méandres lamartiniens, écouta les harpes sur les lacs, tous les chants de cygnes mourants, toutes les chutes de feuilles, les vierges pures qui montent au ciel, et la voix de l’Eternel discourant dans les vallons. “ [20]


Hierbei sei erwähnt, dass die Fußnoten erklären, dass Lamartinien ein romantisches Gedicht namens Graziella verfasst hat. Des Weiteren beginnt sie sich nach den exotischen Phantasien und anderen Länder zu sehnen. Sie hatte sich eine Hochzeit um Mitternacht gewünscht, was aber gesellschaftlich gesehen unmöglich war und somit musste sie sich mit einer „normalen“ Hochzeit am Tage zufrieden geben.

Außerdem steigert sie sich so sehr in ihre eigenen Vorstellungen von Leidenschaft hinein, sodass sie letztlich enttäuscht ist, als Charles und sie das erste Mal intim werden. Sie fragt sich ob das wirklich Leidenschaft ist. [21] Wie es für die Romantik üblich ist, sind Gefühle wichtiger als das aufklärerische Vernunftsprinzip (vgl. kapitel 4). Dies gilt insbesondere für Charles, der es bis zum Ende, wo er die Briefe, die bezeugen dass seine Frau ihn betrogen hat, findet, es nicht wahrgehabt haben will oder seine Vernunft ihn dies hat erkennen lassen. [22]

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Aufgrund dessen rechtfertigte sich auch die Verwendung von irrealen Aspekten in den Erzählungen, solange diese alle das Ziel der Gesamtrepräsentation des Wesens der Gesellschaft haben. Ein letzter Ansatz , der ästhetische, besagt, dass Realismus nicht der „klassischen Stiltrennungsregel“ folgt und sich unter anderem zum Ziel setzt, eine Darstellung, die historisch innovativ ist, widerzugeben.

Die wichtigsten Merkmale des Realismus ist zum Einen die wahrheitsgetreue und neutrale Repräsentation der Gesellschaft, die oft mithilfe von miteinander verknüpften Einzelfällen erreicht werden sollte. Die Dramatik und Lyrik haben während des Realismus einen bedeutsamen Ansehensverlust erlitten. Des Weiteren ist die Interaktion zwischen dem Individuum und der Gesellschaft ein weiterer Kernaspekt des Realismus, mit dem sich diese Epoche von der Romantik abhebt.

Der Einzelne Mensch in allen seinen Lebensweisen und –arten ist von großem Interesse und, ähnlich wie in der Romantik, wird sein Leiden oftmals dargestellt, mit dem Ziel etwas Allgemeines zu vermitteln. Als letztes wichtiges Motiv sei Ambition und Mesalliance genannt. In realistischer Epik und Lyrik werden oftmals Liebesgeschichten geschildert, die Menschen verschiedener gesellschaftlicher Klassen involvieren.

Diese waren zu dem damaligen Zeitpunkt als Heirat nicht rechtens und wurden daher als Mesalliance bezeichnet. Außerdem werden soziale Barrieren überwunden und die Subjekte der Erzählungen erleben teilweise aufgrund ihrer Ambitionen gesellschaftlichen Aufstieg. [24]

Die sogenannte „Spiegelmetapher“ Stendhals aus dem Roman Le rouge et le noir beschreibt die wichtigsten Merkmale des realistischen Romans: Objektivität bei der Beschreibung der Totalität des gesellschaftlichen Wesens, gesellschaftliches Streben und die Wiedergabe der Wirklichkeit (wie ein Spiegel) und somit der Verzicht auf das Märchenhafte oder Phantastische was die Romantik so sehr ausmachte.[25] Die wichtigsten Formen des realistischen Romans sind der „sentimentale Roman“, der „schwarze Roman“, der „Unterhaltungsroman“ und der „Individualroman“.

Letztlich sei noch gesagt, dass es eine große Diversität an Figuren in den Roman gibt: Der „ambitieux“ der gesellschaftlich aufsteigen will und dies um jeden Preis, die „femme incomprise [, die] untadelige Moral mit Willensschwäche“ verbindet und auf Unverständnis der Gesellschaft stieß und oft im Scheitern der Figur endet, die „femme fatale“, die selbstsüchtig das anstrebt was sie will, um jeden Preis und letztlich die „femme victime“ die moralisch richtig handelt aber einer Intrige zum Opfer fällt.[26]



5.1.   Aspekte des R.....

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Flaubert erwähnte selbst irreale oder bizarre Aspekte, wie zum Beispiel die genaue Beschreibung des Schwiegervaters des Marquis und dass dieser alte Mann einmal am Hofe von Marie Antoinette gelebt hatte und mit ihr das Bett geteilt hätte.[30] Dies erscheint absurd, aber zugleich ist es ein Baustein in dem Bild das das Wesen der Gesellschaft mit formt.

Es zeigt dass Schönheit und Ruhm vergänglich ist und dass selbst Adel zum Fall kommen kann. Um Neutralität zu bewahren, verzichtete Flaubert überwiegend auf eine Erzählinstanz und nutzte stattdessen ein damalig unbekanntes stilistisches Mittel, den discours style indirect libre. Flaubert verfolgte drei Leitbegriffe impassabilité, impersonnalité, impartialité. Dadurch würde die Erzählung nicht durch einen leidenschaftlichen Erzähler beeinflusst.[31] Die Reaktion der Bewohner Yonvilles auf Emma Bovarys Ausflüge mit Rodolphe ist ein gutes Beispiel für die Interaktion zwischen der Gesellschaft und einer Figur.[32]

Das Leben der Emma Bovary, die anfangs versucht, dem Verlangen nicht nachzugeben, danach wiederum sich komplett verändert und den Lüsten und der Gier nach der neuesten Mode nachgibt, führen zu ihrer Nervenkrankheit und schließlich ihrem Ruin. Lheureux ist ein gewiefter Geschäftsmann, der schnell Emmas Situation erfasst und daraus Profit macht.

Es wirkt beinahe ironisch, dass der Name Lheureux das Adverb heureux beinhaltet. Außerdem führt sie Affären mit einem Anwaltsgehilfen, der sich später nicht mehr mit ihr treffen möchte, weil ihm das bei seinem Beruf schaden könnte. Diese Ambition führt dazu, dass er in der Gesellschaft aufsteigt und somit seine Beziehung mit Emma als eine Mesalliance gesehen wird, da sie nicht nur verheiratet, sondern auch um viele Jahre älter ist als er.[33]

Als Charles Emma zum ersten Mal begegnet, ist er gesellschaftlich höher angesehen, da Emma eine Bauerstochter ist. Dadurch erfährt sie einen gesellschaftlichen Aufstieg, wenn auch nur gering. Zeitgleich mit dem Streben nach Emanzipation der Frau kritisierte Flaubert die Gesellschaft indirekt, indem er Emma vor der bei der Geburt ihres Kindes sagen ließ:


„Un homme, au moins, est libre; il peut parcourir les passions et les plus lointains. Mais une femme est empêchée continuellement.“[34]


Die Romantik aus dem Roman verschwindet endgültig zum Zeitpunkt von Charles Tod und den traurigen Konsequenzen für die Tochter Berthe. Zum Einen stirbt Charles an gebrochenem Herzen da seine für perfekt gehaltene verstorbene Frau nun eine Ehebrecherin war und zum Anderen kippt er nach vorne in ein Blumenbeet als seine Tochter ihn anstößt und der Arzt kann nicht einmal eine Todesursache feststellen.

Berthe lebt erst bei ihrer Großmutter bis zu deren Tod und wird daraufhin in ärmsten Verhältnissen als Kind bei ihrer Tante zum arbeiten geschickt.[35]

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Flaubert hat solch ein reelles Bild einer Frau beschrieben, dass unter dem Namen „Bovarysme“ die Bezeichnung für literarische Mittel in anderen Roman. Heutzutage wird Flaubert oftmals nicht im Realismus aber dafür in der Moderne eingereiht, da er nicht mehr in der Zeit des Realismus sein Buch geschrieben und veröffentlicht hat und er zudem viele moderne Aspekte von heutigen Romanen in seinem Werk damals schon integriert hatte.

Alles in allem lässt sich sagen, dass Madame Bovary nach meinem Verständnis ein realistischer Roman ist, welcher die Unzufriedenheit mit der damaligen gesellschaftlichen und politischen Situation und die eigenen Erfahrungen, die er durch sein Leben hinweg gemacht hat, kombiniert. Dennoch lässt dieses Thema trotz vieler schriftlicher Ausarbeitungen weitere Abhandlungen unter diesen oder anderen Aspekten zu. und der Großteil des Stückes bis heute, über 100 Jahre nachdem es veröffentlicht wurde, immer noch verständlich und nachvollziehbar.



7.           Bibliographie


Primärquelle

Flaubert, Gustave. Jacques Neefs (Hrg.). Madame Bovary. 1857. Paris: Livre de Poche, 1999


Sekundärquellen

Albes, Wolf-Dietrich. Lektürehilfen Gustave Flaubert "Madame Bovary" Mœurs de province. Stuttgart et al: Ernst Klett Verlag, 2000.


Dethloff, Uwe. „Gustave Flaubert.“ Lange, Wolf-Dieter (Hrg.). Französische Literatur des 19. Jahrhunderts: II Realismus und l'art pour l'art. Heidelberg: Quelle & Meyer, 1980. 208-229.

Dumnesnil, René. Madame Bovary de Gustave Flaubert: étude et analyse. Paris: Mellottée, 1958.

Flaubert, Gustave. Kerlouégan, Francois und Alain (Hrg.) Jaubert. Paris: Gallimard, 2007. 410-493.

Grimm, Jürgen. Französische Literaturgeschichte. 4. Aufl. Stuttgart; Weimar: Metzler, 1999.

Lange, Wolf-Dieter (Hrg.). Französische Literatur des 19. Jahrhunderts II: Realismus und l'art pour l'art. Heidelberg: Quelle & Meyer, 1980.

Steegmuller, Francais. Flaubert and Madame Bovary: A Double Portrait. London; Melbourne: Macmillan, 1939.

Wanning, Frank. Französische Literatur des 19. Jahrhunderts. Barcelona et al: Ernst Klett Sprachen, 2005.




[1] Vgl. (Albes) S. 5 ff.

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