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Universität Konstanz

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2, 2013

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Dystopische Jugendromane Der Unterhaltungswe­rt der Katastrophe und der pädagogische Zeigefinger Inhaltsverzeich­nis Inhaltsverzeich­nis 1. Vorbemerkung 2. Dystopische Future-Fiction 2.1 Begriffsbestimm­ung 2.2 Strukturmerkmal­e 2.3 Didaktische Funktionen 3. „Das Ende der Welt“ von Daniel Höra 3.1 Höras Weltentwurf und dessen Referentialisie­rba­rkeit 3.2 Gattungstransgr­ess­ion 3.3 Kritik 4. Erkenntnisgewin­n vs. Unterhaltungswe­rt 4.1 Die Lust an der Katastrophe und ihre Nachahmung 4.2 Das pädagogische Potential der fiktiven Katastrophe 5. Fazit Bibliographie Anhang 1. Vorbemerkung Nicht erst seit Roland Emmerichs Film „2012“, der eine angeblich von den Maya pro­phezeite und kurz bevor stehende Katastrophe visualisiert und den Zuschauer doch mit dem Gefühl eines Happy End in die Realität entlässt, scheint die Möglichkeit des Endes der Welt ein wichtiges gesellschaftlic­hes Thema geworden zu sein. Dieses Thema macht auch vor dem Büchermarkt im Allgemeinen, und der Kinder- und Jugendliteratur im Besonderen nicht Halt. Das aktuelle Bücher-Medien-M­ag­azin „Hits für Kids 14+“ stellt gleich drei Future-Fiction Romane vor, die für über 14jährige Leserinnen und Le­ser empfohlen werden.[1] Online-Magazine wie die Jugendbuch-Couc­h empfehlen etwa 30 verschiedene Titel unter der Rubrik Future-Fiction, die mit Schlagworten wie Erdbe­ben,
Inhaltsangabe Das Buch ist eine Biografie von Albert Espinosa, wo er über sein Leben und vor allem über seine Krankheit erzählt. Er hat durch den Krebs ein Bein, eine Lunge und einen Teil seiner Leber verloren. Trotz dieser Schicksalsschlä­ge ist seine Ansicht immer positiv zu denken. Dadurch hat er gelernt mit der Krankheit umzugehen. Seinen meisten Lebensmut hat er durch den „Club der roten Bänder“ gehabt. In der Serie wird Alberst Espinosa als Leo benannt, der sozusagen sein „ Alter Ego“ ist. Er ist außerdem der der Anführer dieser Clique. Das Buch ist eine Ergänzung zu der Serie, die Antworten auf einige Fragen geben soll. Seiner Meinung nach gibt es kein Buch gegen den Krebs, er will zeigen wie der Krebs ihn gelehrt hat und wie man das auf das tägliche Leben anwenden kann. Er stellt dazu 23 Entdeckungen auf. Seine Welt bezeichnet er selber als „gelbe Welt“, die aus Entdeckungen bestehen. Dazu führt er Listen der Krebslektionen auf, die man aufs Leben anwenden kann. Seine erste Entdeckung ist: Verluste sind positiv. Man muss den Verlust von etwas akzeptieren und versuchen damit umgehen zu können. Nachdem Albert sein Bein amputiert bekommen hat, veranstaltete er eine Abschiedsparty für sein Bein und hat alle Leute eingeladen, die etwas damit zu tun hatten. Seiner Ansicht nach hat er nicht etwa ein Bein verloren, sondern vielmehr einen Stumpf gewonnen und eine Liste mit tollen Erinnerungen

Der Einfluss der Science-Fiction-Literatur der 1970er Jahre auf die Begriffsgeschichte des „Klons“

und inwiefern Aldous Huxleys „Brave New World“ dieses Genre vorhergehend prägte


Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung 1


2. Geschichte und Begriffsgeschichte des Klonens 2


3. Der Einfluss der Science-Fiction-Literatur auf die Begriffsgeschichte des „Klons“ 6

3.1 Die Klonliteratur der 1970er Jahre in Abgrenzung zum Frankenstein-Mythos 10


4. Aldous Huxley - „Brave New World“ 11

4.1 Die Klone der schönen neuen Welt 13


5. Fazit 15


6. Literaturverzeichnis 18


1. Einleitung

Klone finden wir heute fast überall, denn der Begriff verweist, über die Wissenschaftssprache hinaus, auf verschiedenste Dinge.

So beispielsweise auf ein Schaf, raubkopierte CDs oder andere Kopien und Fälschungen technischer Objekte. Auch haben sich die Klone schon seit Langem in der Populärkultur etabliert, zum Beispiel in der TV-Animationsserie „Clone High“, in welcher Klone der Weltgeschichte wie Lincoln, Kennedy oder Kleopatra gemeinsam auf die Highschool gehen. Vor allem im Genre des Horrorfilms oder des Thrillers werden Klone thematisiert und somit auch die damit einhergehenden düsteren Zukunftsvisionen ausgemalt, wie der Klon als Organspender.

Betrachtet man allerdings die Karriere des Terminus „Klon“ von der ersten Erwähnung an, ist es eher erstaunlich, dass sich der Begriff in der breiten Öffentlichkeit so einbürgern konnte und aus unserem derzeitigen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken ist.

So versteht man unter einem Klon gemeinhin einen Organismus, welcher durch ungeschlechtliche Vermehrung aus der Ausgangszelle eines anderen Organismus hervorgegangen ist.“1 Somit ist die genetische Identität mit dem Organsimus der Ausgangszelle charakteristisch für den Klon.

Unter einem Klon versteht sich somit nicht zwingend ein menschlicher Klon, wie uns gegenwärtig in Film und Literatur suggeriert wird. Nichtsdestotrotz hat sich der Begriff des „Klons“ gewandelt und spätestens seit dem ersten geglückten Klonversuch an einem Säugetier, dem Schaf Dolly, hat das Klonen den Bereich der Naturwissenschaften verlassen und ist endgültig zu einem Objekt von öffentlichem Interesse aufgerückt.

Gerade weil Forscher und Biologen seit Dolly der Meinung sind, dass von nun an auch Menschen geklont werden können, ist es dieses erschreckende Szenario, das zu der grundsätzlichen Assoziation vom Klonen des menschlichen Organismus führt.

Dabei wurde der Begriff des „Klons“ erstmals 1903 ins Vokabular der Pflanzenwelt eingeführt und war somit weit entfernt von einer Assoziation mit dem Klonen von Menschen.

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Im 20. Jahrhundert, welches gemeinhin als das „Jahrhundert des Klons“2 bezeichnet werden kann, unterzieht sich der Terminus jedoch einer weitläufigen Wandlung mit verschiedensten semantischen Prägungen. Diese Wandlung gilt es in dieser Hausarbeit darzustellen, wobei vordergründig die These behandelt werden soll, dass vor allem die Science-Fiction-Literatur der 1970er Jahre wesentlichen Einfluss auf die Begriffsgeschichte und die bioethische Diskussion einnahm und somit auch heute noch das Bild des Klons über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus maßgeblich prägt.

Stellt man jedoch diese These in den Vordergrund, ergibt sich die Frage nach der Darstellung des Klons in eben dieser Literatur. So kann schlussendlich herausgefunden werden, weshalb und wie sich der Begriff des „Klons“ in der Öffentlichkeit etablieren konnte.

Um das Bild des Klons darzustellen entschied ich mich für Aldous Huxleys Roman „Brave New World“, welcher, bereits 1932 veröffentlicht, als einer der ersten Romane das Motiv der Klongesellschaft in der Literatur thematisiert.

Somit gilt dieses Werk als Genre prägend und war für mich aus diesem Grund besonders interessant. So lässt sich an diesem Werk beispielsweise die Frage herausarbeiten, wie Huxley den Klon darstellt, wo doch der Terminus seinen Rezipienten zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt gewesen sein durfte. Da dieser Roman weiterhin die Klonliteratur insgesamt beeinflusst und somit das Genre geprägt hat, ist dieser als Quelle besonders interessant.

Insgesamt versuche ich, als Thema dieser Hausarbeit, eine Begriffsgeschichte darzustellen, welche oftmals neu geprägt und letztlich stark durch die Literatur beeinflusst wurde.

Natürlich muss ich mich hierbei auf die wesentlichsten Namen und Fakten einschränken, da die gesamte Darstellung des 20. Jahrhunderts den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde.

Fast beiläufig erwähnte der Botaniker Herbert J. Webber 1903 erstmals den „Clon“ in einer zweiseitigen Notiz im Journal Science. Zu diesem Zeitpunkt definierte er einen Klon als eine Gruppe von Pflanzen, „die von einer gemeinsamen Ursprungspflanze oder einem Ursprungssamen durch alle denkbaren Formen ungeschlechtlicher Vermehrung abstammten.“3 Somit bezog sich der Begriff des „Klons“ in seiner ursprünglichen Definition lediglich auf die Pflanzenwelt.

Dabei entlehnte Webber das Wort aus dem Altgriechischen, welches „Spross“ bedeutet und ebenfalls die Verwandtschaft zur Pflanze aufzeigt.4

Im Gegensatz zum Begriff des „Gens“, welcher 1909 eingeführt wurde und in der gleichen „biowissenschaftlichen Umbruchszeit“5 wie der „Klon“ entstand, gab es bezugnehmend zu diesem Terminus keine theoretischen Kontroversen wie bei dem „Gen“.

Dies mag daran liegen, dass das Wort „Klon“ weit weniger auf ein theoretisches Konzept, denn auf konkrete Objekte in der Pflanzenzucht referierte.6

In den 1910ern zeichnete sich eine erste semantische Wende des Begriffs ab. Mit dem „Klon“ war nicht mehr nur eine Gruppe von gleichursprünglichen Pflanzen gemeint, welche sich durch asexuelle Reproduktion ergaben, sondern auch eine Betonung von „genetischer Identität und Reinheit“.7 Somit nahm der Begriff Bezug auf alle ungeschlechtlich reproduzierten genetischen Kopien auch über das Feld der pflanzenzüchterischen Forschung hinaus.

Mit dem Einzug des Begriffs in die Laborforschung bezog sich der „Klon“ nicht mehr nur auf ein reines Pflanzenprodukt, sondern auch auf ein technisches Objekt.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lässt sich eine immer stärkere Verschiebung in diese Richtung feststellen, bis die Biologie schließlich verschiedenste Klone kannte. So gesellten sich zu den Pflanzenklonen insbesondere die Zell- und Bakterienklone hinzu: Die ersten Zellklone wurden Ende der 1940er Jahre von Wissenschaftlern am National Cancer Institute in den USA hergestellt, die von einer Maus abstammten.

Etwa zur gleichen Zeit nahmen die Bakterienklone, das heißt Bakerienkolonien, die von einem einzelnen Bakterium abstammen, eine wichtige Rolle in der Molekularbiologie ein.9

Neben den Zell- und Bakterienklonen entstanden in den späten 1950ern und den frühen 1960ern die ersten Tierklone: Robert Briggs und Thomas King führten 1952 am Krebsforschungsinstitut von Philadelphia erstmals eine Zellkerntransplantation an Fröschen durch. 1961 gelang es schließlich John Gurdon, einem britischen Entwicklungsbiologen, durch den Transfer von Zellkernen aus Zellen eines Frosches in entkernten Eizellen Embryonalentwicklungen auszulösen und letztendlich ein ganzes Gehege von Fröschen zu klonen.10 Somit wurden erstmals über das Verfahren des Zellkerntransfers Amphibien geklont, womit schließlich die Grundlage für das spätere Klonen von Tieren geschaffen und ein neues „entwicklungsbiologisches Forschungsfeld eröffnet“11 wurde.

Seit den 1970er Jahren verweist der Begriff weiterhin auch auf das Feld der Gentechnik. Nichtsdestotrotz blieb das Wort „Klon“ einer breiten Öffentlichkeit verwehrt, da er auf die biowissenschaftliche Fachwelt beschränkt blieb. So fand eine Verwendung des Terminus vielmehr in biowissenschaftlichen Artikeln statt.12

Allerdings wurde der „Klon“, wenn auch relativ spät, auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Dies kulminierte in unserem derzeitigen allgemeinen Verständnis des Begriffs und den festen Einzug der Klone in die Populärkultur. Dabei gab es bereits vor der bioethischen Diskussion, die heute noch Aktualität besitzt, eine erste, weiträumige Diskussion als Reaktion auf die Ende der 1960er Jahre ansetzenden embryonalen Forschungen. Auch zu beachten sind die vielfältigen Versuche, die Klonexperimente auf Säugetiere auszudehnen, die nach den ersten geglückten Amphibienklonen stattfanden.

Ein Schüler Gurdons, Derek Bromhall, versuchte in den 1970ern - während das Klonen von Amphibien bereits als Labor-Routine galt - mithilfe des Zellkerntransfers ein Kaninchen zu klonen. Dies scheiterte jedoch bereits im Ansatz. Dahingehend erlangte der Genfer Molekularbiologe und Mediziner Karl Illmensee zweifelhaften Ruhm, als er in den 1980er Jahren mit der Behauptung an die Öffentlichkeit trat, Mäuse geklont zu haben.

Dieser Skandal beweist, wie stark das Thema des Klonens seit den späten 1970er Jahren in der Diskussion stand.13

Doch bereits Anfang der 1960er Jahre setzte unter durchaus renommierten Biowissenschaftlern eine Diskussion darüber ein, inwiefern es zukünftig möglich sein könnte, auch Klone von Menschen herzustellen.

Der Nobelpreisträger und Genetiker Hermann J. Muller übertrug den Begriff des Klons bereits 1959 auf den Kontext der Eugenik. Dabei schlug er das Klonen von herausragenden Mitgliedern der Gesellschaft vor, so beispielsweise Einstein, Leonardo oder Lincoln, und propagierte dies als zukünftige „sozialistisch-eugenische Gesellschaft“14.

Auch der britische Evolutionstheoretiker John B.

Sanderson Haldane übertrug zu Beginn der 1960er Jahre den Terminus, gemäß Muller, auf die menschliche Gesellschaft, wobei er explizit Bezug auf Aldous Huxleys bereits 1932 erschienenen Roman „Brave New World“ nahm. Haldane folgte durchaus Mullers Diskussionslinien und übertrug den Gedanken der klonischen Vermehrung, wie sie ursprünglich nur in der Pflanzenwelt bekannt war, als mögliche menschliche Reproduktionsform der Zukunft.

Den endgültigen Anstoß für die bioethische Diskussion um das Klonen von Menschen brachte der Genetiker Joshua Lederberg.

Dieser verfasste 1966 einen Aufsatz, welcher „die Möglichkeit der Übertragung der bis dahin bestehenden Klontechniken auf das Klonen von Menschen“16 beschreibt. Dabei hebt er unter anderem die positiven Aspekte des Klonens in Bezug auf Organtransplantation hervor.

Mit dem Aufsatz von Lederberg setzte erstmals die bioethische Debatte um das Klonen von Menschen ein, die heutzutage noch anhält.

Die drohende Gefahr der genetischen Manipulation der Menschen mithilfe zukünftiger Klontechniken sorgte dafür, dass der Begriff des „Klons“ erstmals den Raum der Biowissenschaften verließ und Einzug in eine breitere Öffentlichkeit erhielt. Es vollzog sich ein Schritt vom Terminus zur Metapher: „aus dem technischen Objekt wurde ein epistemisches Forschungsobjekt, aus dem Terminus technicus eine zukunftsoffene Metapher.“17

In den nun diskutierten Szenarien im Kontext der Eugenik nahm die Figur des Menschenklons erstmals Gestalt an.

Die 1970er Jahre lassen sich als „das Jahrzehnt des Klons und des Klonierens charakterisieren“19, da einerseits wesentliche Grundlagen in der Forschung geschaffen wurden, die zum heutigen Feld der Klon- und Stammzellenforschung führten.

Andererseits fand in diesen Jahren ein wesentlicher Wendepunkt in der Begriffsgeschichte des „Klons“ statt, der Einzug in die Öffentlichkeit erhielt. Nichtsdestotrotz trat in den darauffolgenden Jahren die Debatte über die ethischen Probleme des Menschen-Klonens fast vollständig in den Hintergrund. Erst in den 1990er Jahren trat die Debatte um das Klonen von Menschen erneut in den Vordergrund und somit auch direkt an die Spitze internationaler ethischer Diskussionen.

Dafür waren zwei Experimente verantwortlich: Im Oktober 1993 meldete die New York Times, dass es Forschern gelungen sei, einen menschlichen, jedoch nicht lebensfähigen Embryo zu klonen. Die beteiligten Forscher merkten dabei an, dass dieses Verfahren von nun auch bei überlebensfähigen Embryos angewendet werden könnte.20

Von den Mitarbeitern dieser Forschungsgruppe wurde deutlich suggeriert, dass es in Zukunft auch möglich sei, weitere Vertreter der Säugetiere zu klonen, letztlich also auch den Menschen. Vor allem das Experiment um das geklonte Schaf Dolly führte zu weltweiten Diskussionen in den Medien.21

Spätestens seit Dolly hat sich die Begriffsgeschichte des „Klons“ dahingehend gewandelt, dass der bis in die 1960er Jahre hauptsächlich in den Biowissenschaften verwendeten Begriff Einzug in den allgemeinen Verständnisbereich und Sprachgebrauch erhielt.

Es bildete sich ein gänzlich neuer Diskurs des Klons als eine Zukunftsfigur heraus, die „gleichermaßen faszinierte wie abschreckte.“22

3. Der Einfluss der Science-Fiction-Literatur auf die Begriffsgeschichte des „Klons“

In den 1970er Jahren gab es einen ersten Boom an Klonliteratur, welche ihren Höhepunkt 1976 bis 1978 erreichte.

Es gab einen regelrechten Überschuss an Romanen und Erzählungen mit dementsprechenden Qualitätsunterschieden. Viele Werke der Klonliteratur wurden sehr schnell ins Deutsche übersetzt und bei großen Verlagen wie Goldmann oder Heyne veröffentlicht, was auf ein hohes Interesse auch in Deutschland schließen lässt. Anfang der 1980er Jahre lässt das Interesse am Klonmotiv allerdings wieder nach und erst im Zuge der Debatten um Dolly und das therapeutische Klonen erfreut sich das Thema erneut großer Beliebtheit.

Besonders bemerkenswert ist der Einfluss der Science-Fiction-Literatur auf die Begriffsgeschichte des Klonens.

Dieser Terminus war bis in die 1960er Jahre, wie im vorherigen Kapitel dargelegt, aus dem öffentlichen Sprachgebrauch fast gänzlich ausgeschlossen und fand lediglich in entsprechenden biowissenschaftlichen Kontexten Verwendung. Dies änderte sich gegen Ende der 1960er Jahre mit der semantischen Übertragung des Klon-Begriffs auf die Eugenik durch Biowissenschaftler wie Muller oder Haldane.

Die Angst vor der genetischen Manipulation der Menschen führte erstmals zu weiträumigen Debatten um das Menschen-Klonen. Letzten Endes konnten die Klonphantasmen der 1970er Jahren erstmals in der Science-Fiction-Literatur verarbeitet werden.

Hierzu stellt die Wissenschaftshistorikerin Christina Brandt die These auf, dass die Klonliteratur in den 70ern „den ersten Schauplatz für eine ethische Auseinandersetzung mit dem Thema Klonen bereitstellte.“24 Laut Brandt war es „insbesondere die Literatur, die mögliche Auswirkungen dieser Biotechnik im fiktiven Raum ausgestaltete und die damit aus dem biowissenschaftlichen Forschungsobjekt Klon ein quasi öffentliches Objekt machte.“25 Betrachtet man dahingehend den Verlauf der bioethischen Diskussion mit der Beliebtheit der Klonliteratur, lässt sich feststellen, dass beides nach einer synchronen Zeitfolge abläuft: Mit dem Beginn der bioethischen Diskussion in den 1970ern findet die Klonfigur Eingang in die Science-Fiction-Literatur, wobei sowohl das Interesse an der öffentlichen Debatte, als auch an der Literatur in den 1980ern erneut abnimmt.

So kann die Klonliteratur durchaus als „fiktives Experimentierfeld“26 betrachtet werden, da es sich bei dem Klonieren des menschlichen Organismus bislang vor allem nicht um tatsächliches Wissen, sondern um Imagination zukünftiger Anwendungen und Entwicklungen handelt.27 Dies betrifft übrigens auch die bioethische Diskussion und deren Argumente und möglichen Konsequenzen, die allesamt spekulativer Natur sind.

Aus diesem Grund greift die Klonliteratur bekanntes wissenschaftliches Wissen nicht nur auf, sondern nimmt darüber hinaus noch die Funktion eines sogenannten „Reflexionsmediums“28 ein. Hierbei wird die Literatur als ein „Schauplatz der Reflexion betrachtet […], der es ermöglicht, blinde Flecke wissenschaftlichen Wissens darzulegen oder aber kulturelle Bezüge, in denen das Wissen generiert wurde, explizit zu machen.“29

Klonromane können bislang neue Technologien aufgreifen, auf literarischer Ebene weiterführen und dementsprechend auch Grenzen und Möglichkeiten der Wissenschaft aufzeigen.

Des Weiteren kann eine wechselseitige Beziehung von Literatur und Wissenschaft festgestellt werden.

Die Literatur kann die Wissenschaft dahingehend beeinflussen, als diese ein Ursprungsort bestimmter Themen und Termini sein kann, die in der Wissenschaft und Technik erst später eine Relevanz bekommen. So verdanken sich beispielsweise gängige Begriffe wie Roboter oder Cyberspace literarischer Imagination.31 Im Gegensatz hierzu bedienten sich einige Wissenschaftler gewisser Elemente der Science-Fiction für ihre eigenen Auseinandersetzungen.32 Hierzu zählen Lederberg und Haldane,.

Letzterer wurde bei seiner eugenisch geprägten Diskussion unter anderem von Huxley geprägt.

Somit zeigt sich, dass insbesondere die Klonliteratur der 1970er Jahre wesentlichen Einfluss sowohl auf die bioethische Diskussion hatte, als auch den Begriff „Klon“ im Wesentlichen geprägt hat.

Auch ein Bild des Klons hat sich über die Literatur etabliert, welches bis heute noch in neuerer Klonfiktion, Film und Populärkultur anhält. Dies zeigt sich vor allem an den Darstellungen des Klonmotivs in den Erzählungen der 1970er Jahre.


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