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Der Begriff "Automat" in der Literatur.

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German studies

University, School

Universität zu Köln

Grade, Teacher, Year

2014, Note 2,3

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Der Begriff "Automat" in der Literatur.

Einleitung


Der Begriff "Automat" kommt vom lateinischen "automatus", was freiwillig bzw. aus eigenem Antrieb han­delnd bedeutet.1 In der Industrie werden die Automaten von den Menschen benutzt, um be­stimmte Arbeitsvorgänge durchzuführen. Im Alltag versteht man darunter solche Geräte wie Geldautomaten, Spielautomaten, Getränkeautomaten, also Geräte, die auf Anforderung eine Ware ausgeben oder einfache Dienstleistungen vollbringen.

In der heutigen Zeit sind Automaten Maschinen, die selbstständig arbeiten und das Leben der Menschen erleichtern.

In früheren Jahrhunderten wurden solche Automaten gebaut, bei denen es nur darum ging, die Natur so gut wie möglich nachzuahmen. Schon in der griechischen Mythologie gab es Automaten – in Form künstlicher Vögel und sprechender Statuen. Dies wurde in der Literatur als Automatenmotiv aufgenommen. Seither ist der künstliche Mensch ein beliebtes Motiv in der Literatur.

Hoffmann interessierte sich früh für dieses Thema und in seinem Gesamtwerk kommen künstliche Menschen sehr oft vor. Die Novelle "Der Sandmann" stellt sehr gut die seelischen Auswirkungen der Automaten auf den Menschen dar. Da der künstliche Mensch immer etwas Geheimnisvolles in sich trägt, findet dieses Geheimnisvolle seine Steigerung in einem unheimlichen Element, welches schließlich zur Bedrohung wird.2

Ziel der vorliegenden Arbeit ist, zu zeigen, inwieweit die Vollkommenheit der Automaten die Gefahr für die Identität der menschlichen Persönlichkeit darstellt. Weiterhin ist darin das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft unter Berücksichtigung des Schicksalsaspekts von zentraler Bedeutung. Zunächst soll die Geschichte und die Entwicklung des Automatenmotivs in der Romantik und seine Bedeutung in Hoffmanns Werken dargestellt werden.

Im weiteren Verlauf soll Nathanaels Unfreiheit in Hinblick auf seinen Schicksaal betrachtet werden. Hauptaspekt ist hier, Nathanaels Beziehung zum Automaten Olimpia und dessen Funktion.


1. Die Entwicklung des Automatenmotivs

1.1 Geschichte des Automaten in Literatur und Technik 


Der Wunsch nach der Belebung des Unbelebten und die mechanische Nachahmung menschlicher Eigenschaften sind sehr alt. Allein die Beschäftigung mit diesem Thema ist schon lange Zeit bekannt. Automaten wurden als Mechanismen gebaut, die Bewegungen lebender Wesen nachahmten. Bereits im Altertum versuchte man, mit Hilfe der Automaten ganze Theater nachzuahmen. Später entstanden automatische Uhren mit Figurenwerk, z.B. am Straßburger Münster 1352 und an der Frauenkirche in Nürnberg.

Etwa 200 Jahre später wurden erste mechanische Musikinstrumente entwickelt. Besonders die Renaissance- und Barockzeit hatten eine Vorliebe für Automaten. Im 18. Jahrhundert gelang es dem Mechaniker Jacques de Vaucanson, einen mechanischen Flötenspieler, der durch die Bewegung seiner Lippen, Finger und seiner Zunge, zwölf Melodien spielen konnte. Eine weitere Erfindung Vaucansons war eine mechanische Ente, die die Bewegungen dieses Tieres ausführte.3 Sie konnte Nahrung zu sich nehmen und dann diese verdauen.

Diese mechanischen Automaten waren Nachbildungen der Natur. Dadurch wurde ein Höhepunkt in der Geschichte des Baus von echten Automaten erreicht.

In der Literatur spiegelt sich die Faszination der Menschen durch künstliche Menschen und ihr Begehren, unbelebte Gegenstände zum Leben zu erwecken wider. Es gibt zahlreichen Werke, die sich mit dieser Problematik beschäftigen. In der Antike schafft Hephaistos in Homers ,,Ilias" einen Erzriesen, der der Verstärkung in Kampfsituationen dienen soll. Es sind Mythen überliefert von mechanisch singenden Vögeln, selbstbewegten Wächtern und weissagenden Götterstatuen.

Der Universalgelehrte Albertus Magnus soll sich einen Diener aus Messing, Holz und Leder konstruiert haben, den der Kirchenlehrer Thomas von Aquin in der Überzeugung, Automaten seien Werke des Teufe.....[read full text]

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Die Subjektivität bei der Betrachtungsweise spielt auch eine entscheidende Rolle in diesen Werken. So verhält es sich auch bei Hoffmanns
Nachtstück "Der Sandmann",
in dessen Zentrum der seelische Zustand des Protagonisten steht, der dem Irrsinn verfällt.

Während in Hoffmanns Werk "Die Automate"
vom Anfang an den Protagonisten klar ist, dass sie mit einem Automaten zu tun haben, die Maschine also klar von der Gesellschaft abgetrennt ist, wird in
"Der Sandmann" ein Automat in die Gesellschaft "eingeschmuggelt", was am Anfang fast von niemandem bemerkt wird. In "Die Automate"
besteht das Rätsel der Maschine in ihrem Funktionieren und in der Verbindung zu dem sich durch sie äußernden Sprecher; in
"Der Sandmann" besteht das Rätsel der Maschine in der Frage, wie sich Maschine und Mensch überhaupt noch unterscheiden lassen.

Die Gefahr am Automaten ist nicht nur die, dass man ihn mit einem lebendigen Menschen verwechseln könnte, sondern vielmehr die, dass es mit der Zunahme seiner Perfektion immer schwieriger wird, überhaupt Differenzkriterien zwischen Mensch und Maschine anzugeben."7
Eben diese Vollkommenheit des Automaten hat etwas Unheimliches, weil Unmenschliches an sich ist.

Hoffmann stellt in „Der Sandmann“ vornehmlich die Wirkung des Kunstproduktes auf den Menschen dar, der dieses nicht als solches wahrnimmt, und die negativen Folgen, die diese Täuschung mit sich führen kann. Dies geht auch mit der Hauptbedeutung einher, die das Motiv zur damaligen Zeit hatte – nämlich die Absicht, die Gesellschaft und ihre Oberflächlichkeit darzustellen und zu kritisieren.

Es geht um eine Gesellschaft, wo die Grenzen zwischen Menschen und Automaten verschwimmen und wo man nicht mehr weiß, ob man es mit einem menschlichen Automaten oder mit einem automatisierten Menschen zu tun hat. "Da es in der Kommunikation aber keine feststehenden Kriterien gibt, ob sie einem Menschen oder einer Maschine zuzurechnen ist, hat das absurde Konsequenzen:
»In den Tees wurde unglaublich gegähnt und niemals genieset, um jedem Verdacht zu begegnen.«
Automatismen wird mit Automatismen begegnet.

Die dargestellte Gesellschaftsform mit all ihren Teezirkeln und Konventionen versucht zwar, Automaten auszuschließen, in Wirklichkeit aber begünstigt sie das Automatenwesen."8


2. Das Automatenmotiv im „Sandmann“
2.1 Nathanael und Clara


Nathanael, ein junger Student und Dichter, ist Protagonist der Novelle. Er führt durch seinen Brief, in dem er über seine traumatischen Kindheitserlebnisse berichtet, unvermittelt in die Erzählung ein. Die Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola erweckt in ihm ein verdrängtes Kindheitstrauma. Er glaubt in Coppola den Advokaten Coppelius wiederzuerkennen, dem er die Schuld am Tode seines Vaters bei gemeinsamen alchemistischen Experimenten vorwirft.

Außerdem behauptet Nathanael, dass Coppelius seine Augen stehlen wollte. Mit dem Auftauchen von Coppola werden die grausamen Erinnerungen aus der Kindheit wieder gegenwärtig, er fürchtet sich vor einem "bösen Prinzip" und "dunklen Mächten". Nathanael versteigt sich zu der Annahme, dass mit Coppola Coppelius, für ihn ein Vertreter einer dunklen Macht, in sein Leben getreten sei und ihn zugrunde richten wolle.

Nathanael versteigt sich immer mehr in seine Vorstellung. Durch das ständige Aufarbeiten seiner traumatischen Erlebnisse wird Nathanael zunehmend von sich selbst getäuscht.

Es fällt sofort auf, dass Nathanael einen sehr vielschichtigen und widersprüchlichen Charakter hat. Durch die Erlebnisse in seiner Kindheit ist er von tiefer Unsicherheit zerrissen und wankt zwischen der dunklen Welt von Coppelius (Coppola) und der klaren Welt seiner Verlobten Clara. Er wird vom Erzähler als phantasievoller, schöpferischer Mensch gezeichnet mit besonderer Stärke in anmutigen, lebendigen Erzählungen.9 Wobei diese im Laufe der Zeit immer stärker von düsteren Eindrücken und dem Glauben an dämonische M.....

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Im Verlauf der Erzählung entfremdet sich Nathanael zunehmend von Clara, die eine gänzlich andere Weltansicht vertritt, und zieht sich mehr und mehr in seine eigene Welt zurück. Außerdem interessiert sich Clara nicht mehr für Nathanaels Dichtung:
"sein Verdruß über Claras kaltes prosaisches Gemüt stieg höher, Clara konnte ihren Unmut über Nathanaels dunkle, düstere, langweilige Mystik nicht überwinden, und so entfernten sich beide im Innern immer mehr von einander, ohne es selbst zu bemerken."15 Die Kulmination der Auseinandersetzung erfolgt nach der Empörung Claras gegen Nathanaels immer düsterer werdende Dichtung -
"wirf das tolle - unsinnige - wahnsinnige Märchen ins Feuer."16,worauf er sie enttäuscht und wütend als
"lebloses, verdammtes Automat!"17 betitelt.


2.2 Nathanael und Olimpia. Liebe zum Automaten

Nathanael wendet sich von einer Frau, die er für kalt und gefühllos hielt und verliebt sich gerade in einen wirklichen Automaten Olimpia, den der Physiker Professor Spalanzani mit Hilfe des Wetterglashändlers Coppola (der ebenso die Figur des Coppelius verkörpert), konstruiert hat.

So sehr er Clara immer mehr als Automaten ansieht, so sehr sieht er den Automaten Olimpia als wunderbaren Menschen an. Das gekaufte Taschenperspektiv von Coppelius ist Grund für diese Sinnverschiebung. Als Nathanael Olimpia durch ein Taschenperspektiv erblickt hat, merkte er, dass sie nicht nur "wunderschön geformtes Gesicht", sondern auch "starren und toten Augen"18 hat.

Doch je länger er durch das Perspektiv schaute, desto "lebendiger flammten die Blicke"19 und es war ihm, als "gingen in Olimpias Augen feuchte Mondstrahlen auf."20 Hier findet eine wichtige Wendung statt, denn Nathanaels Wahrnehmung wird durch das Perspektiv so verändert, dass er Olimpia "anderen Augen" sieht. Ihre Augen erscheinen ihm nur durch Fremdeinwirkung als lebendig, vorher fand er ja auch, dass sie leblos aussehen. Er ist nicht mehr in der Lage, die Puppe Olimpia von einem realen Menschen zu unterscheiden.

Sie ist in seinen Augen so perfekt, dass ein Differenzieren zwischen real und künstlich f.....

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Man könnte auch sagen, dass Nathanael blind vor Liebe ist. Alles, was darauf hinweist, dass Olimpia nur ein Automat ist, ignoriert er oder findet für sich plausible Erklärungen. Für die These, dass er das Automatische ignoriert, sind folgende Textstellen zu nennen. "[ .]aber Olimpia seufzte bloß immer wieder: Ach, Ach!"24 "[ .]aber Olimpia seufzte, indem sie aufstand, nur: Ach-Ach!"25 "Ach,ach!, replizierte Olimpia fortschreitend."26

Olimpia antwortet meistens nur mit diesen Worten, weil sie vermutlich gar nichts anderes sagen kann oder auf gar nichts anderes programmiert ist. Doch das nimmt Nathanael einfach nicht wahr. Ihn stört nicht ihre Wortkargheit. Ganz im Gegenteil zeigt ihm Olimpias Wort "Ach" ihr absolutes Verständnis ("nur von dir, von dir allein werd′ ich ganz verstanden"27) und verrät dem liebenden Nathanael ihr "tiefes Gemüt". Dieses Wort drückt für ihn alles aus, wonach er auf der Suche ist.

Während kritische Clara seine Dichtung nicht mehr mag und „nicht versteht", ist Olimpia für ihn "ein ideales Publikum, das ihm die benötigte Anerkennung gibt, und sie ist doch zugleich nichts Eigenes und Abgrenzbares, sondern nur sein Spiegel."28
Deshalb ist sie für ihn so begehrenswert.
"Das mechanische, notwendig verständnislose Seufzen der Puppe, [ .] verwechselt er mit hingegeben liebevollem Zuhören, weil die völlige Leere und Passivität des weiblichen Partners als Ideal, das seiner isolierten Selbstsucht bequemste Verhalten ist, seinem Wunschtraum entspricht."29

Er füllte Olimpias leeren Körper mit seiner Seele und bemerkte deshalb nicht, dass sie in Wirklichkeit ein Automat ist. Nathanael wollte sie sogar heiraten und ihr den Ring seiner Mutter "als Symbol seiner Hingebung, seines aufkeimenden, blühenden Lebens darreichen."30 Doch dann erfuhr er durch einen Streit zwischen den Erbauern, Spalanzani und Coppola, dass Olimpia durch ein Räderwerk angetrieben wird und ihre künstlichen Augen eingesetzt wurden.

Nathanael sah "Olimpias todbleiches Wachsgesicht"31 und als er ihre blutigen Augen auf dem Boden entdeckte, packte ihn „der Wahnsinn mit glühenden Krallen32 und „Sinn und Gedanken33 sind zerrissen. Es ist ganz klar, warum ihn die Zerstörung Olimpias in Wahnsinn und schließlich in den Selbstmord getrieben hat - ihre grausame Zerstörung war aufgrund seiner narzisstischen Liebe gleichsam die Selbstzerstörung, Zerstörung seines eigenen Ichs. "Da er in ihrer Liebe sein Selbst wiederfindet, muss ihre Zertrümmerung seine eigene Vernichtung nach sich ziehen."34


2......

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Der Unterschied zwischen Automat und Mensch lässt sich nicht am Äußeren und der Kommunikation festmachen, denn das alles ist nur äußerer Schein und ist keine notwendige Vorraussetzung für menschliches Empfinden.

Paradoxerweise wird Vollkommenheit von Menschen immer angestrebt, aber wenn sie erreicht worden wäre, würde das als "unmenschlich" gelten, weil Menschen eben nicht perfekt sind. Diese Erkenntnis hat im Sandmann paradoxe Folgen: " [ .] die Geschichte mit dem Automat hatte tief in ihrer Seele [der "hochzuverehrenden Herren"] Wurzel gefaßt und es schlich sich in der Tat abscheuliches Mißtrauen gegen menschliche Figuren ein.

Um nun ganz überzeugt zu werden, daß man keine Holzpuppe liebte, wurde von mehreren Liebhabern verlangt, dass die Geliebte etwas taktlos singe und tanze, dass sie beim Vorlesen sticke, stricke, mit dem Möpschen spiele u.s.w., vor allen Dingen aber, dass sie nicht bloß höre, sonder auch manchmal in der Art spreche, dass dieses Sprechen wirklich ein Denken und Empfinden voraussetze."39 Das Denken und Fühlen wird also als nur dem Menschen angehörig beschrieben.

Das ist aber nicht so leicht bemerkbar, wie das Beispiel von Olimpia zeigt, die unter den Menschen eine Zeitlang "funktionierte" - in sinnentleerten Gesprächen der Teezirkeln reichte ihr bescheidener Wortschatz durchaus aus. "An der Fähigkeit zu kommunizieren lässt sich dieser Unterschied zwischen Mensch und Maschine in Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" jedenfalls nicht mehr festmachen, denn die Kommunikation wird darin als etwas Äußerliches, nicht notwendig mit menschlichem Empfinden in Zusammenhang stehendes beschrieben.

Dass jemand spricht, muss nicht unbedingt voraussetzen, dass er auch denkt und fühlt."40


Schluss


Das Automatenmotiv steht oft für die in der Romantik oft behandelte Zerrissenheit des menschlichen Daseins. Automaten werden dazu benutzt, um die Unheimlichkeit und das Grauen zu erzeugen. Unheimlichkeit der Automaten liegt daran, dass Automaten Spiegelbilder sind. Je künstlicher der Automat gestaltet ist, desto unheimlicher er vorkommt.

Hoffmann benutzt das Automatenmotiv, um die Beziehung des Menschen zu seiner Außenwelt darzustellen. In der Novelle wird Olimpia auf zwei Weisen dargestellt. Auf der einen Seite aus der Sicht Nathanaels und auf der anderen aus der Sicht des Erzähle.....

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Literaturverzeichnis



Hoffmann, Ernst, Theodor, Amadeus, Der Sandmann, Rudolf Drux (Hrsg.), Reclam Verlag, Stuttgart 2003


E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Erläuterungen und Dokumente, von Rudolf Drux, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2003


Alewyn, Richard: Die Lust an der Angst. In: ders.: Probleme und Gestalten. Frankfurt/M.: 1982


Brittnacher, Hans Richard: Ästhetik des Horrors. Gespenster, Vampire, Monster, Teufel und künstliche Menschen in der phantastischen Literatur. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994 


Chemineau, Manuel 1996. «La Nature. Ein Bildessay», in: Felderer, B. (éd.) Wunschmaschine Welterfindung, Wien, Springer.


Janßen, Brunhilde: Spuk und Wahnsinn, Zur Genese und Charakteristik phantastischer Literatur in der Romantik, aufgezeigt an den "Nachtstücken" von E.T.A. Hoffmann, Europäische Hochschulschriften, Reihe I, Deutsche Sprache und Literatur, Bd./Vol. 907, Peter Lang, Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main · Bern· New York 


Schenck, Ernst von: E.T.A. Hoffmann, Ein Kampf um das Bild des Menschen, Verlag Die Runde, Berlin 1939 


Vogel, Nikolai: E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" als Interpretation der Interpretation, Münchener Studien zur literarischen Kultur in Deutschland, Band 28, Peter Lang, Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main .....

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36 Ebd., S. 32

37 Ebd., S. 34

38 Ebd., S. 34

39 Hoffmann, S.39

40 Nikolai Vogel:
E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" als Interpretation der Interpretation, S.61

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