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Philosophy

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Universität Konstanz

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Grundzüge und Kritik der Philosophie Peter Singers Inhalt 1. Einleitung. 3 2. Die Theorie Peter Singers in Bezug auf den Wert des Lebens. 4 2.1 Grundlagen. 4 2.1.1. Gleichheit und Interessenabwäg­ung­. 4 2.1.2 Unterscheidung zwischen Mensch und Person. 4 2.2 Ziele. 5 2.2.1 Revidierung der Auffassung von der Heiligkeit und Unantastbarkeit menschlichen Lebens 5 2.2.2 Legalisierung aktiver Euthanasie. 6 2.2.3 Neudefinition von Lebenswert und Menschenwürde. 6 3. Kritik an Peter Singers Überlegungen zu dem Wert des Lebens. 8…
Sterbebegleitun­g und Sterbehilfe- Selbstbestimmun­g im Leben und im Sterben? Gibt es noch Grenzen? Fachhochschule Koblenz Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben (Dame Cicely Saunders, Begründerin der modernen Palliaitivmediz­in und Hospizbewegung) Inhaltsverzeich­nis 1. Sterbebegleitun­g 1.1 Tabuthema Tod 1.2 Geschichte der Hospizbewegung 1.3 Palliativmedizi­n Seite 1.4 Vergleich mit dem europäischen Ausland 1.4.1 Schweiz 1.4.2 Niederlande 1.4.3 Belgien 1.4.4 Norwegen 1.5 Ausblick 2. Sterbehilfe…

Im Namen der Selbstbestimmung

Die individualisierte Eugenik bei Peter Singer


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung. 1

2. Darstellung von Singers Einstellung zum Utilitarismus und Präferenz- 2

Utilitarismus 2

3. Aspekte der Euthanasie und Eugenik in Singers Argumentation. 7

4. Kritik der Argumentation. 14

5. Allgemeine Utilitarismuskritik. 18

6. Schlussbemerkung. 20

7. Literaturverzeichnis 22



1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit komme ich Ernst Tugendhats Aufforderung nach die Euthanasiedebatte im Bezug auf Neugeborene aufzugreifen und teilweise auch unabhängig von Peter Singers Theorie zu diskutieren[1]. Dabei zeigt sich meiner Meinung nach besonderer Diskussionsbedarf im Hinblick auf die individualisierte Eugenik.

Diese wird bei Singer im Rahmen oder besser gesagt im Namen der Euthanasie eingeführt ohne sie explizit als solche zu kennzeichnen. Mein Anliegen ist es deshalb diesen Aspekt in der Argumentation Singers herauszuarbeiten, die daraus folgenden Konsequenzen kritisch zu betrachten und gegebenenfalls zu Lösungsansätzen mit deren Umgang zu gelangen, die auf die Praxis anwendbar sind.

Hierbei soll auch die Wechselwirkung von Moral und Ethik mit historischen, sozio-ökonomischen und kulturellen Begebenheiten berücksichtigt werden. Auf Grund des Themenschwerpunktes der individualisierten Eugenik werde ich mich mit der Euthanasie nur im Bezug auf die Eugenik beschäftigen. Deshalb wird auch keine Auseinandersetzung mit dem Kinsauer Manifest erfolgen, da sich dieses  hauptsächlich mit der Tötung auf Verlangen kritisch auseinander setzt, das in unserem Fall nicht vorliegt.

Auch werde ich mich nicht tiefergehend mit der Biopolitik, speziell Foucaults Governmentalität, auseinandersetzen, die die pränatale Diagnostik als poltische und moralische Diagnostik charakterisiert, wie sie Andrea Trumann ausführlich behandelt hat.[2] Damit zusammenhängend müssten dann auch die Ethiken des Sozialdarwinismus, des Transhumanismus und Posthumanismus als Bevölkerungspolitik behandelt werden, was dem Umfang entsprechend eine eigene Hausarbeit wert wäre.     

Beginnen werde ich die Hausarbeit mit der Darstellung von Singers veränderter Einstellung gegenüber dem Utilitarismus die ihn zum Präferenz-Utilitarimus führte, dessen allgemeine Kritik ich direkt im Anschluss an die Darstellung einbringe. Danach werde ich die Argumentation Singers für die nichtfreiwillige Euthanasie wiedergeben, wobei ich auch die Aspekte der individualisierten Eugenik an Hand der Pränatalen Diagnostik herausarbeite um diese in der anschließenden Kritik der Argumentation aufgreifen zu können.

Da sich die anschließende Kritik hauptsächlich mit der Problematik im Umgang mit der Pränatalen Diagnostik beschäftigt, werde ich schon in der Darstellung der Argumentation auf kritische Punkte im Bezug auf Singers Theorie zur Euthanasiedebatte eingehen. Darauf folgt vor der Schlussbemerkung, die einen Lösungsvorschlag zum Umgang mit der Pränatelen Diagnostik beinhaltet, eine allgemeine Utilitarismuskritik.

Die bezieht sich nicht wie gewohnt auf die formelle Struktur, die enthaltenen systemimmanenten Widersprüche und dessen Umsetzbarkeit in die Praxis, sondern fragt etwas allgemeiner nach der Eignung einer solchen mit dem Kapitalismus entstandenen Ethik für unsere Gesellschaft.

Als Primärtext dient mir die im Seminar gelesene Lektüre Praktische Ethik von Peter Singer. Da es auf diese entsetzte Reaktionen gab, konnte ich auf eine Vielzahl von Sekundärtexten zurückgreifen. Dabei habe ich mich hauptsächlich mit den Texten von Robert Spaemann, Thomas Fuchs, Regine Kollek, Thomas Lemke, Sabine Huber, Wolfgang Lenzen, Hans Küng, Walter Jens und Ernst Tugendhat auseinandergesetzt, da diese sich speziell mit der Hausarbeitst.....[read full text]

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Die „Vorherige-Existenz“-Ansicht berücksichtigt im Gegensatz zur Totalansicht zur Vermehrung der Gesamtsumme von Lust nur Wesen die bereits existieren.

Betrachten wir hierbei wieder ein Paar, das diesmal jedoch nicht geeignete Voraussetzungen bietet ein glückliches Wesen zu zeugen, da es genetisch vererbbare Krankheiten aufweist. Singer kommt hierbei zum Urteil, dass es nicht dirket unrecht sei ein potentiell unglückliches Kind zu zeugen, da die Summe des Schmerzes auf Grund des unglücklich lebenden Menschen durch Euthanasie wieder verringert werden könnte.

Da die letztgenannte Möglichkeit voraussichtlich sehr belastend wäre, solle man deshalb besser gänzlich auf eine Empfängnis verzichten. Durch die neue Erkenntnis, dass die beiden Existenz-Versionen zwei verschiedener Seinskategorien zugeordnet werden müssen, ist Singer in der Lage wieder einen gemeinsamen Utilitarismus zu postulieren, zumindest für alle nach seiner Definition empfindungsfähigen Wesen.

Singer argumentiert von der Position einer utilitaristisch ausgerichteten Ethik, die im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industriellen Revolution und des Kapitalismus, begründet wurde. Demzufolge wendet er sich gegen die Berufung auf Tradition, Konvention und Sitte. Die Maßstäbe des Utilitaristen bemessen sich an den Konsequenzen seiner Handlung.

Deshalb resultiert Singers Sympathie für das Zwei-Stufen-Modell von Hare daraus, dass sich seine „modernen“ Überzeugungen bei Regelkonflikten im Bezug auf neue und ungewohnte Situationen umsetzten lassen. Regelkonflikte treten nach Singer deshalb auf, weil die ungewohnte Situation gegenüber der intutiven abgewogen wird. Hier soll dann nämlich nicht mehr wie bereits erwähnt variabel die reflexive Ebene gewählt werden können um das Problem, wie beispielsweise die Euthansiedebatte, zu lösen, sondern ausdrücklich auf dieser reflexiven Ebene geeignete Prinzipien ausgewählt werden, an denen sich das intuitive Denken orientieren oder ableiten lassen kann.[4]

An Hares Theorie wird allgemein kritisiert, dass er mit der Zweiteilung der Ebenen des moralischen Argumentierens „eine nicht berechtigte Spannung im Bereich der Ethik und Moral auslöst.“[5] Weiter widerspricht auch J. C. Wolf der Annahme der Problemlösungskapazität des kritischen moralischen Denkens mittels des Präferenz-Utilitarismus, indem er betont, „dass das moralische Denken nicht alle Menschen zu den selben Resultaten führen muss.“[6]  Wie Singer den Konflikt auf dieser Ebene mit Hilfe seines Präferenz-Utilitarismus bewältigt, stelle ich nachfolgend anhand der Euthanasieproblematik dar. Der Präferenz-Utilitarismus stellt eine Weiterentwicklung und Modifikation des klassischen Utilitarismus dar.

Die Moralität einer Handlung wird dabei nicht mehr nur an Hand der daraus entstehenden Konsequenzen beurteilt, sondern berücksichtigt das Interesse der Beteiligten stärker. Die Interessen entsprechen inhaltlich den Wünschen und Präferenzen der an der Handlung Beteiligten, woher sich auch der Name des Präferenz-Utilitarismus ableitet.

Im vierten Kapitel „Weshalb ist Töten unrecht?“ charakterisiert Singer innerhalb der Thematik „der Wert des Lebens“ den Präferenz-Utilitarismus dadurch, dass Handlungen dann moralisch falsch sind, wenn sie die Präferenzen von Wesen verletzen, ohne dass dies durch eine entgegengesetzte Präfer.....

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Die Formalisierung der Grundsätze scheint darüber hinwegzutäuschen, dass nur im Kriterium der Universalisierbarkeit die moralische Begründung liegen kann, wie das beispielsweise bei Kant der Fall ist. Moralisch relevant ist deshalb nicht der Einbezug aller von meinen Handlungen Betroffenen genauso wenig wie die Berücksichtigung der Interessen der Betroffenen im gleichen Maße.

Weiter stellen gerade die abstrakten, universalen Interessen bei der Bewertung ein Problem dar, da Phänomene wie Glück, Leid und Interesse entsprechend quantifiziert werden müssen.[7]

Ein schwerwiegendes Problem in der Position Singers besteht also in der Frage „welcher Maßstab bei völlig divergenten Interessen anzulegen ist, wie diese also kommensurabel gemacht werden können.“[8] Nicht nur der Maßstab, auch die Begründung und Definition fehlt für die Bevorzugung bestimmter Entitäten wie Leid, Glück und Lust.

3. Aspekte der Euthanasie und Eugenik in Singers Argumentation

Bevor ich zur Darstellung Singers übergehe, in der die nichtfreiwillige Euthanasie und  die Eugenik im Bezug auf den Präferenz-Utilitarismus abgehandelt wird, möchte ich vorab kurz auf die allgemeine Begriffsklärung von der Euthanasie eingehen. Zur näheren Bestimmung der Eugenik komme ich an der entsprechenden Stelle im Text.

In der Gegenwart werden Handlungen als Euthanasie bezeichnet, die den Tod zugunsten des Sterbenden herbeiführen oder auf andere Weise für seinen Tod entschieden wird.[9] Dabei wird die Euthanasie in drei verschiedene Arten aufgeteilt, die sich auf Grund der Methode der Entscheidungsfindung für die Euthanasie unterscheiden. Außer der nichtfreiwilligen Euthanasie gibt es noch die freiwillige und unfreiwillige Euthanasie, auf die ich jedoch nicht näher eingehen werde.

Singer behandelt im siebten Kapitel im Rahmen des Themas der Euthanasie auch die Tötung von menschlichen Wesen, die nicht direkt auf Grund ihrer Willensäußerung vollzogen wird, aber laut Singer auch nicht entgegen dieser ausgeführt wird. Er zählt hierzu Fälle von Neugeborenen, die jedoch seiner Meinung nach nicht im strengen Wortsinn der Euthanasie zugerechnet werden können.

Der Infantizid fällt deshalb für Singer unter die Art von Kategorie, die der nicht-freiwilligen Eut.....

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Allen gemeinsam ist die Argumentation für die Euthansaie aus der Perspektive des menschlichen Wesens, das den Wunsch hat sterben zu wollen und stellt demnach die Innenperspektive dar.

Im Fall der nichtfreiwilligen Euthanasie scheint jedoch vielmehr fast ausschließlich die Fremd- oder Außenperspektive einen gewichtigen Grund für die Entscheidungsfindung für oder gegen das Töten zu spielen. Im Zusammenhang mit dem Infantizid wirft Singer deshalb die Frage auf, inwiefern der Tod des Kindes aus der Perspektive der betroffenen Familie zu beurteilen sei und ob er nicht allein schon um ihretwillen zu befürworten wäre.

Der Wechsel des Argumentationsmusters liegt in Singers Auffassung vom Menschsein begründet. Dieses sieht er nicht durch die biologischen Merkmale begründet, die ein menschliches Wesen wie selbstverständlich der Mitgliedschaft zu der Spezie Homo Sapiens zuordnen würden. Diese Ansicht ist beispielsweise auch im deutschen BGB gesetzlich festgelegt: Die Formulierung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“[11] impliziert das jede menschlichen Existenz als Würdenträger anzusehen ist und ihr deshalb Schutz zu gewähren ist.

Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Mensch dieser Würde bewusst ist. Diese Auffassung, die den Menschen als schützenswertes Lebewesen auf Grund seiner Gattung definiert, bezeichnet Singer jedoch in seinem dritten Kapitel als falschen Speziesismus[12] und spricht sich deshalb für eine neues Verständnis von schützenswerten Leben aus, dass er an Hand des Personenstatus festmachen will, der menschliche sowie nicht-menschliche Lebewesen miteinschließt.

Um als Person gelten zu können, müssen sich die Lebewesen als distinktive Entitäten wahrnehmen, was bedeutet, dass sie sich durch ein Raum- und Zeitempfinden, Rationalität, Autonomität und Selbstbewusstsein auszeichnen müssen.

Plakativ mit James Rachels formuliert müssen Personen statt eines nur biologischen Lebens ein biographisches Leben vorzuweisen haben. Dies bedeutet, dass nicht mehr alle Menschen als Personen gelten würden, was in unserem Fall insbesondere für Ungeborene, Neugeborene und Behinderte relevant wäre und damit beinhaltet, dass das Töten von Unpersonen einen anderen moralischen Stellenwert hat wie das Töten von Personen.

Zusätzlich verweist Singer auch auf die Begründung aus der Erörterung zur Abtreibung, die noch mal verdeutlichen soll, dass er sich nicht nur auf behinderte Säuglinge bezieht, sondern seine Auffassung bezüglich des Infantizids alle Un- und Neugeborenen erfasst. Zur kurzen Wiederholung stelle ich die Argumentation der Abtreibungserörterung dar: Singer macht auch hier das Lebensrecht eines Menschen abhängig vom Personenstatus und lässt auch das Argument der potentiellen Fähigkeit eines Fötus, sich von einem Wesen als Unperson zu einem Wesen als Person zu entwickeln, nicht gelten[13].

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Anschließend an die Erwägung über das Töten aus der Fremdperspektive diskutiert Singer jedoch wieder aus der Sicht der Innenperspektive die „Vorherige-Existenz“- und „Totalansicht“-Version. Das Problem stellt hierbei die Erfassung der Innenperspektive dar, da sich ein Un- oder Neugeborenes nicht zu seinem Existenzwunsch äußern kann und es sich deshalb auch nicht um ein Töten auf Verlangen handelt und man deshalb auch nicht das Wort Innenperspektive verwenden sollte.

Sollte das Kind eine schwere Behinderung aufweisen, hält es Singer aus der Sicht der inneren Perspektive von beiden Versionen für gerechtfertigt, dass Kind zu töten. Bei einer leichteren Behinderung des Kindes entscheidet er dann im Sinne der „Vorherige-Existenz“-Version, dass es sich hierbei um Tötung oder Mord und nicht mehr um Euthanasie handeln würde.

Bei der „Totalansicht“-Version hängt die Entscheidung der Beantwortung von zwei Fragen ab. Wenn die Antworten auf die Fragen positiv ausfallen, ob die Frau anstatt des beeinträchtigten Säuglings ein weiteres Kind plant und dieses eine bessere Lebensqualität und damit ein lebenswerteres Leben in Aussicht hätte, dann wäre das Töten des beeinträchtigten Säuglings moralisch gestattet.

Die Totalansicht behandelt Säuglinge und Ungeborene genauso wie nicht-selbstbewusste Tiere, was Singer darauf schließen lässt, dass sie als gleich ersetzbar gelten. Zusätzlich unterstützt er das Ersetzbarkeits-Argument indem er darauf hinweist, dass diese Ersetzbarkeit von Ungeborenen schon längst Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden hätte, da die Tötung dieser in der angewandten Pränatalen Diagnostik längst als Routineangelegenheit toleriert werden würde.

Bei diesem Diagnoseverfahren werden mittels medizinischer Untersuchungen währrend der Schwangerschaft die Föten auf mögliche Schädigungen oder Erkrankungen hin getestet. Der Unterschied zum Mord würde bei diesem Verfahren nur auf Grund des Zeitpunktes bestimmt.[16]

Ohne den Begriff zu nennen führt Singer zu diesem Zeitpunkt in die Themenbereiche der Eugenik ein, die er als Selektionsmöglichkeit umschreibt. Unter Eugenik oder auch Eugenetik versteht man aktuell die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern, was auch positive Eugenik genannt wird, oder den der negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern, was auch negative Eugenik genannt wird[17].

In dem hier vorliegenden Fall würde man entsprechend der Definition von negativer Eugenik sprechen. Singer hat zwar nicht das primäre Ziel den Erbanlagenpool der Bevölkerung zu verbessern, suggeriert aber indirekt, dass die Bevölkerung mit besseren Erbanlagen ein lebenswerteres und damit glücklicheres Leben hat, was dann sekundär die negat.....

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Diese Anwendung widerspricht seiner Angabe von einem gemeinsamen Utilitarismus für alle empfindungsfähigen Wesen, da Neugeborene auch schon als empfindungsfähig gelten.

Ein weiterer Kritikpunkt lässt sich bei Singers Argumentation zur  Ersetzbarkeit anfügen, der die Potentialität von Föten auf Leben nicht berücksichtigt um ihr Lebensrecht zu verteidigen. Bei der „Vorherige-Existenz“ und „Totalansicht“-Version geht Singer aber auf die Innenperspektive und damit auch auf die Potentialität für das erwartbare Leben ein.

Wenn eine sogenannte Unperson also lebenswerte Zukunftsaussichten hat, dann hätte sie in beiden Versionen höhere Lebensrechte als eine Unperson mit lebensunwerten Zukunftsaussichten. Singer argumentiert hier mit Aussichten auf die Zukunft aus der Sicht der Unperson. Hat die Unperson diese nicht ausreichend, was letztendlich jedoch immer noch der Beurteilung von der Fremdperspektive obliegt, kann sie auf Grund ihres Unpersonenstatus ohne moralische Bedenken vernichtet werden.

Die soziale Problematik die sich daraus ergibt ist, dass geschädigten oder beeinträchtigten Föten oder Säuglingen auf Grund des Vergleichs mit gesunden immer das lebensunwertere Leben und damit negativere Zukunftsaussichten unterstellt werden, die wiederum zur  Entscheidung zur ihrer Vernichtung führen.

Die Ausgangsgrundlage, die die Aufrechnung von gesunden und kranken Leben als Entscheidungsträger zulässt ist die falsche, da dadurch das Bewusstsein geschaffen wird, dass Beeinträchtigte nicht ebnso lebenswertes Leben haben können wie Gesunde und deshalb um derenwillen ersetzt werden sollten.


4. Kritik der Argumentation

Auf die Darstellung von Singers Argumentation der nichtfreiwilligen Euthanasie, die  von Nogradi-Häcker „als Kernpunkt des Singerschen Eintretens für Euthanasie angesehen wird“[20], folgt nun meine kritische Auseinandersetzung mit dem Themenschwerpunkt der individualisierten Eugenik. Hierbei ist mir die Abgrenzung zu dem Begriff der Euthanasie besonders wichtig.

Singer verwendet diese Begriffe meines Erachtens gleichbedeutend, wohingegen ich nicht der Meinung bin, dass ein Schwangerschaftsabbruch auf Grund von Behinderung des Kindes in die gleiche Kategorie fällt wie sie die nichtfreiwillige Euthanasie darstellt, die Singer wie anfangs erwähnt selbst als nicht passend für die Einordnung dieser Fälle empfindet. Die Pränatale Diagnostik muss dabei auf ihre Funktion und Funktionalisierung hin untersucht werden, da der Zugang und die Inanspruchnahme gesellschaftliche Konsequenzen hat, die in meinen Augen bis jetzt indirekt einem eugenische.....

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