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Das Frauenbild in Effi Briest

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Das Frauenbild von Effi Briest: Analyse der Unterschiede zwischen Roman und Film
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German studies

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Schiller Gymnasium Köln

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2010, sehr gut

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Effi Briest – Schuldfrage Der Roman Effi Briest von Theodor Fontane, erschienen im Oktober 1895 handelt von der lebenslustigen, jungen Effi, die mit dem Baron von Instetten verheiratet wird. Sie Nach dem Umzug langweilt sie sich sehr und begeht Ehebruch. Nachdem die Affäre zufällig ans Licht kommt wird Effi von ihrem Mann verstoßen. Nachdem sie zunächst Probleme hat, da auch der Rest der Gesellschaft sie nicht verstehen kann, darf sie wieder auf das elterliche Gut zurück und stirbt. Nun knüpft sich die Frage an, wer Schuld an…
Die Ehe zwischen Instetten und Briest Fast 20 Jahre nach Instettens vergeblichen Versuchs die Mutter von Effi für sich zu gewinnen, hält er um die Hand der 21ahre jüngeren Tochter an. Dabei schließt die Mutter für Effi die Ehe, was eines der Gründe dafür ist, dass ihr die Ehe fremd vor kommt. Es fehlte von Anfang an das Vertrauen. Bereits nach 2 Tagen hielt er um ihre Hand an und gleich der noch am selben Tag der vollzogenen Verlobung reist Instetten zurück nach Kessin und sieht seine zukünftige Frau erst am Hochzeitstag wieder. Über diesen…

Das Frauenbild in Effi Briest

Seminararbeit

Schiller Gymnasium Köln


Inhaltsverzeichnis

1.    Einleitung. 3

2.    Das allgemeine Frauenbild im 19. Jahrhundert 3

2.1. Die Erwartungen der Gesellschaft an die Frau. 3

2.2. Die Folgen für die Frau, bei falschem Verhalten 5

3.    Unterschiede zwischen dem Roman und dem Film. 6

3.1. Inhalt des Romans 6

3.2. Inhalt des Films 7

3.3. Abweichungen. 7

3.3.1. Szenenabweichungen. 7

3.3.2. Charakterabweichungen. 9

3.4. Der unterschiedliche Schluss 10

3.4.1. Der Tod von Effi 10

3.4.2. Das weitere Leben von Effi 12

4.    Unterschiedliche Absichten. 13

4.1.1. Was will Theodor Fontane sagen? 13

4.2. Was will Hermine Huntgeburth sagen? 14

5.    Schlusswort 16

6.    Literaturverzeichnis 17


1.           Einleitung

Für uns Menschen im 21. Jahrhundert ist es selbstverständlich, dass eine Frau die gleichen Rechte hat wie ein Mann, selbst über ihr Leben zu bestimmen und ohne Zwang von der Gesellschaft leben kann. Doch was war früher im 19. Jahrhundert? Lebten die Frauen damals genauso wie die Frauen in der heutigen Zeit? In meiner Facharbeit werde ich mich mit diesem Thema und Grundgedanken beschäftigen und versuchen durch bestimmte Punkte Schritt für Schritt das unterschiedliche Frauenbild zu zeigen.

Um diese Unterschiede besser zu verdeutlichen, gehe ich näher auf den Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane und auf die Verfilmung des Romans von Hermine Huntgeburth ein. Denn beide zeigen erkennbar das Frauenbild in der jeweiligen Zeit, in der die Geschichte der Effi spielt. Natürlich habe ich dazu den Roman sowie auch die Verfilmung gesehen und außerdem mich noch mit weiteren Hilfsmaterial beschäftigt.


2.           Das allgemeine Frauenbild im 19. Jahrhundert

2.1.               Die Erwartungen der Gesellschaft an die Frau

Im 19. Jahrhundert war es üblich, dass die Frau im jungen Alter mit einem älteren Mann verheiratet wurde. Der Ehegatte wurde nicht aus Liebe geheiratet, sondern von den Eltern ausgesucht, um sicher zu gehen, dass die Tochter ein angemessenes Leben führen kann. Dabei hatten Liebe und Ehe nichts miteinander zu tun. Es wurde besonders auf die Stellung des Mannes in der Gesellschaft  und auf die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten geachtet.

Auch im Roman „Effi Briest“ wird auf Effis Zustimmung zur Heirat keine Rücksicht genommen. Sie selbst und ihre Mutter betonen vor allem Innstettens gesellschaftliche Stellung. Innstetten ist „ […] ein Mann von Charakter, von Stellung und guten Sitten, und wenn du nicht nein sagst […] , so stehst du mit zwanzig Jahren da, wo andere mit vierzig stehen. Du wirst deine Mutter weit überholen.“ Auf dieser Grundbasis war es verständlich, dass die meisten Eheleute mehr Respekt und Achtung voreinander hatten, als Liebe und Zuneigung füreinander zu empfinden.

So kam es, dass Sex zwischen den Eheleuten eher aus ehelichen Pflichten stattfand als aus Leidenschaft. Denn der Ehegatte konnte seine Frau auch zum Sex zwingen, ohne dabei Rücksicht auf sie nehmen zu müssen. Es konnte daher weder auf Vergewaltigung noch auf Verstoß gegen die Sittlichkeit geklagt werden, wenn der Ehemann seine Frau zu normalen sexuellen Beziehungen zwang, ohne sie dabei schwer zu misshandeln.

Denn die Gesellschaft sah den Sinn in der Ehe, Kinder als Nachkommen zu zeugen. Die Aufgaben der Ehefrau bestand darin, sich um die Erziehung der Kinder zu kümmern und den Haushalt zu regeln. Trotzdem traf der Mann alle wichtigen Entscheidungen über die Kinder und besaß das alleinige Recht über das Haus und den Besitz. Während in bürgerlichen Familien die Mutter es schaffte, eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen, war es bei adligen Familie für die Mutter schwieriger, da hier meistens eine Amme eingestellt wurde.

Wenn eine Familie keine Kinder hatte, war das eine Schande und die Schuld wurde natürlich meistens der Frau zugewiesen. Das hatte zur Folge, dass eine große Last auf den Frauen lag, Nachkommen zu erbringen und alle weiteren gesellschaftlichen Moralvorstellungen voller Konventionen, in dem sie eingeschlossen waren und aus dem es schwer war zu entkommen, zu erfüllen.

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Auch Effi widerfährt das gleiche Schicksal, welches besonders deutlich wird am Brief der Mutter an Effi „[…]Du wirst Dich auf dich selbst stellen müssen, […]Du wirst einsam leben, […]und ein Abschiednehmen von dem, was sich >Gesellschaft< nennt […].“


3.           Unterschiede zwischen dem Roman und dem Film 

3.1.              Inhalt des Romans

In dem Roman ,,Effi Briest“ von Theodor Fontane, der 1895 erschien, geht es um die junge lebenslustige Effi Briest, die von ihren Eltern mit dem älteren, gesellschaftsorientierten Baron von Innstetten verheiratet wird. Zu beginn des Romans wird deutlich, dass diese Ehe scheitern wird, da Effi verspielt und kindlich ist. Innstetten dagegen ist ein nüchterner Geschäftsmann.

Die ersten Jahre wohnt Effi, fern von ihren Eltern und Hohen-Cremmen, in einem alten Haus in Kessin, das sich bald als ein Spukhaus herausstellt. Auch nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Annie ändert sich für Effi nichts an der Situation, sie führt, wie vorher auch, ein einsames, zurückhaltendes und eintöniges Leben. Da ihr karriereorientierter Mann sich kaum um sie kümmert und sie in Kessin außer einem Apotheker keine Freunde findet, auch nicht unter dem Landadel, beginnt sie ihre Lebenslust durch die Langeweile zu verlieren.

Mit der Zeit distanziert sich Effi immer mehr von ihrem Ehegatten und durch die Einsamkeit beginnt sie eine Affäre mit Crampas, die sie aber keineswegs glücklich macht und die sie daher gern beendet, als ihr nichts ahnender Mann ins Ministerium nach Berlin berufen wird. Sechs Jahre nach dem Beginn des Ehebruchs erfährt Innstetten zufällig von dem Verhältnis seiner Frau mit seinem Freund Crampas, so dass Effi von Innstetten verstoßen wird.

Um seine Ehre wieder herzustellen, fordert er Crampas zu einem Duell auf, in dem Crampas erschossen wird. Effi, von ihrem Kind getrennt, lebt fortan isoliert von ihrem Mann, Eltern und jeglicher Gesellschaft einsam in Berlin. Effis seelischer Zustand verschlimmert sich, so dass ihre Eltern ihr erlauben, in das Elternhaus zurückzukehren, wo sie schließend auch stirbt.

3.2.              Inhalt des Films

In der Verfilmung ,,Effi Briest“ von Hermine Huntgeburth, die Februar 2009 erschien, geht es um die siebzehnjährige Effi Briest, die mit den zwanzig Jahre älteren Baron von Innstetten, der Jugendliebe der Mutter, verheiratet wird. Nach der Hochzeit zieht das Ehepaar nach Kessin, wo Effi voll Ängsten und in Isolation lebt. In der Hochzeitsnacht wird Effi regelrecht von ihrem Ehemann vergewaltigt, da er ein schlechter Liebhaber ist.

Auch sonst erhält sie von Innstetten keine Zuwendung und Zärtlichkeit. Sie pflegt kaum Bekanntschaften zu den Anwohnern, bis auf wenige ausnahmen, dem  Apotheker Gieshübler und Major Crampas. Mit dem Major geht Effi, nicht aus Liebe, sondern eher aus Langweile, eine Affäre ein. Diese wird plötzlich beendet auf Grund Innstettens Beförderung nach Berlin. Sechs Jahre später erfährt Innstetten zufällig von Effis Affäre und duelliert sich mit Crampas.

Hierbei tötet Innstetten Crampas und lässt sich anschließend von seiner Frau Effi scheiden. Nun lebt Effi verstoßen von ihrem Ehemann, ihren Eltern und der Gesellschaft in Berlin, was sie aber nicht daran hindert eine unabhängige, starke und lebensfrohe Persönlichkeit zu werden. Sie wendet sich am Schluss selbst gegen ihre Eltern, in dem sie in deren Gegenwart raucht und später, ohne Innstetten zu sehen, als selbstbewusste und emanzipierte Frau über die Straße geht und ihren Blick in Rich.....

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Effi trifft sich mehrmals mit Crampas in einer Strandhütte, um dort mit ihm zu schlafen und ihre fehlende Leidenschaft auszuleben. Als sie das erste Mal mit Crampas schläft, bekommt Effi ihren ersten Orgasmus, der sie somit körperlich wie auch seelisch befreit. Doch Effi verwechselt zuerst dieses unbekannte Gefühl mit Liebe „Dieses Gefühl? Ist das jetzt Liebe?“ Crampas klärt sie jedoch auf „Nein, das ist Freiheit.“ Der erste Orgasmus und die Aussage von Crampas öffnen Effi den Weg zur Selbstbestimmung.

Effi wird klar, dass es auch ein Leben in Freiheit gibt und nicht nur eins, das sich nur nach den Normen und Werten der Gesellschaft richtet. Dieses Gefühl und Wissen ist die Grundlage zur  Ermöglichung für das Ende, indem sich Effi zu einer emanzipierten Frau entwickelt.

So lassen sich folgende Schlussfolgerungen über die Sexszene schließen: „Die moderne «Effi Briest» entfernt sich hauptsächlich durch die Liebesszenen von der Vorlage […]“ und der detaillierte Seitensprung „initiiert einen Prozess der Selbstfindung“ bei Effi.


3.3.2.                Charakterabweichungen

So wie die Szenenabweichungen fallen im Film auch die Charakterabweichungen auf. Hermine Huntgeburth stellt die einzelnen Charaktere so dar, dass sie jeweils einem Standpunkt zugeordnet werden können. So treten im Film Gegensätze aufeinander. Zum einem Effi und Gieshübler, die beide eher für Freiheit und Selbstbestimmung sind, zum anderen Innstetten, Frau von Briest, Johanna und Sidonie, die alle die alte preußische Ordnung vertreten.

Im Buch fällt es schwer diese Gegensätze zu erkennen, da sich hier eigentlich alle, auch Effi selbst, zum größten Teil an die alte preußische Ordnung halten.

Deshalb tritt die größte Charakterabweichung bei Effi auf. Im Roman wird sie als ein kleines, naives Mädchen vorgestellt. Sie „[…] denkt dass es schön ist, von zu Haus weg zu sein und ein neues Leben mit dem erfolgreichen Baron von Innstetten zu führen.“15 Außerdem zeigt Effi kein Selbstbewusstsein, ist oberflächlich und versucht sich der adligen Gesellschaft in Kessin anzupassen, obwohl sie nichts mit ihr anzufangen weiß.

Ganz anders wird Effi in der Verfilmung dargestellt. Von Anfang an hegt sie eine Abneigung zu Innstetten, den sie gar nicht heiraten will. Sofort wirkt sie viel selbstbewusster, erwachsener, gefährlicher und ernster. Auch ihre Art gegenüber der Gesellschaft von Kessin ist anderes. Bei Gesprächen mit Sidonie zeigt sich Effi viel selbstbewusster und arroganter. Ihre Art ist keineswegs mehr oberflächlich, sondern sie lässt sich mehr von ihren eigenen Wünschen und .....

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3.4.              Der unterschiedliche Schluss

3.4.1.                Der Tod von Effi

In Fontanes Roman „Effi Briest“ stirbt Effi am Ende an einer Lungenkrankheit, was auch symbolisch gesehen werden darf, da Effi öfters als „Tochter der Luft“ bezeichnet wird. Doch im Grunde stirbt Effi nicht an der Lungenkrankheit, sondern viel mehr trägt die Gesellschaft dazu bei. Sie stirbt letztlich am gebrochen Herzen, das durch Konventionen der Gesellschaft herbeigerufen worden ist.  Effi als Frau wird allein für den Ehebruch schuldig gemacht und muss ebenfalls allein mit den Konsequenzen leben.

Von der Gesellschaft, zu der auch Innstetten und ihre eigenen Eltern gehören, verstoßen, lebt sie nun einsam in Berlin. Sie ist nicht in der Lage sich ein eigenes Leben aufzubauen, da Frauen im 19. Jahrhundert immer abhängig, entweder von ihrem Mann oder von den Eltern, waren. Sie kann nicht arbeiten gehen „[…], dass einem die Welt so zu ist und dass es sich einem verbietet, bei Gutem mit dabei zu sein.

Ich kann nicht mal armen Kindern eine Nachhilfestunde geben .“18 , wird deshalb finanziell von ihren Eltern unterstützt „[du] […] darfst dabei, soweit äußere Mittel mitsprechen, unserer Unterstützung sicher sein.“19 Die geschiedene Effi erleidet den Verlust ihrer Tochter, denn sie darf ihre Tochter nur noch mit Erlaubnis von Innstetten sehen. So isoliert von der Gesellschaft wird sie immer schwächer.

Schon während der Ehe mit Innstetten wird Effi immer mehr und mehr nervenkrank, so dass sie öfters eine Kur machen muss. Doch nun ganz allein verschlimmert sich Effis seelischer Zustand. Zwar wohnt und unterstützt Roswitha Effi, doch das verhindert nicht, dass Effi nun völlig ihre lebensfrohe und kindliche Art verliert. Auch als ihre Eltern sie, auf Bitten von Effis Arzt, wieder bei sich in Hohen-Cremmen aufnehmen, verbessert sich Effis Zustand nur ein wenig.

Trotzdem ist sie innerlich schon so weit zerbrochen, dass ihr auch nicht mehr ihre alte gewohnte Umgebung helfen kann.

Am Ende, kurz vor ihrem Tod, findet Effi Frieden mit sich selbst und mit Innstetten „[…] ich sterbe mit Gott und Menschen versöhnt, auch versöhnt mit ihm.“20 Die Versöhnung zeigt, dass Effi die Normen und Werte der Gesellschaft im 19. Jahrhundert akzeptiert. So wie die Gesellschaft der Frau jegliche Schuld am Ehebruch gibt, so gibt auch Effi sich selbst die Schuld für das Scheitern ihrer Ehe und den Verlauf ihres Lebens „Ich möchte auf meinem Stein meinen alten Namen wiederhaben; ich habe dem anderen keine Ehre gemacht.“21 Mit diesem letzten Wunsch äußert Effi zugleich endgültig ihre Akzeptanz.


3.4.2.                Das weitere Leben von Effi

Anders als im Roman stirbt Effi in der Verfilmung von Hermine Huntgeburth weder an einer Lungenkrankheit noch am gebrochenen Herzen, sondern schafft es sich ein neues, eigenes Leben aufzubauen. Obwohl Effi von der Gesellschaft enttäuscht ist und um den Verlust ihrer Tochter trauert, lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie nimmt eine Stelle als Bibliothekarin an und verdient dadurch ihr eigenes Geld, so dass sie unabhängig .....

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Mit seinem Roman will er auf die alte preußische Gesellschaftsordnung hinweisen, die seiner Meinung nach kritisch zu sehen ist. Er kritisiert hauptsächlich die gesellschaftlichen Normen und Werte im damaligen Preußentum. Die Gesellschaft gibt den Menschen Richtlinien vor, an diese sie sich halten müssen. Wenn sie gegen diese Richtlinien verstoßen, müssen sie mit den Konsequenzen leben.

Genau hier beginnt Fontanes Gesellschaftskritik. Um das gesellschaftliche Ansehen nicht zu verlieren, dürfen die Menschen nicht nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen handeln, so dass sie meistens ihr eigenes Glück aufgeben, um nur die Ehre zu bewahren. Besonders deutlich werden die gesellschaftskritischen Aspekte Fontanes an zwei wesentlichen Punkten.

Mit dem Ehrenkult und der Duellpraxis stellt Fontane den militarisierten preußischen Staat als einen Staat dar, der Menschenopfer fordert. Der Adel lebt zu der damaligen Zeit in einem Korsett von Normen und Werten, die nicht in Frage gestellt werden dürfen. Fontane wählt mit Innstetten einen „Mann von Prinzipien“23, der sogar, als er von dem Ehebruch erfährt, treu gegenüber den gesellschaftlichen Konventionen bleibt.

Schließlich ist er dazu bereit, sein Leben zu zerstören. Lieber befolgter die gesellschaftlichen Konventionen um seine Stellung in der Gesellschaft nicht zu verlieren, als Effi den Ehebruch zu verzeihen. Doch an Innstettens Zweifel, die er unmittelbar nach dem Duell hat, wird deutlich, dass auch er sich fragt „wo [die Grenze] ist“24 und ob er das Richtige getan hat.

Da er sich mit dem Ruin seiner Familie ins Unglück stürzt, ist dies eine deutliche Kritik am preußischen Adel und seiner Unfähigkeit sich den wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen.

Des weiteren kritisiert Fontane auch die Ungerechtigkeit gegenüber der Frau. Obwohl Effi sich ihren Ehemann nicht aussuchen durfte, wird von ihr verlangt, ihrem Ehemann treu zu sein und ihn zu lieben, so wie in allen Punkten zu unterstützen. Verlangt wird viel, doch gegeben wird nichts. Effi erhält keine Hilfe von der Gesellschaft als der Ehebruch bekannt wird.

Die Gesellschaft schließt sie aus und überlässt Effi ihrem eigenen Schicksal. Doch Effi, so wie alle anderen Frauen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, hatten im 19. Jahrhundert keine Möglichkeit in der alten preußischen Ordnung ein sinnvolles Leben zu führen. Im Gegensatz zu der Frau standen den Männern weiterhin alle Türen offen.

Genau diese Ungerechtigkeit kann Fontane nicht verstehen, denn er ist seiner Zeit weit voraus. Mit seinem Roman versucht er ebenfalls der Gesellschaft die Augen zu öffnen, damit diese lernt, sich auch einer neuen Zeit anzupassen und die alten Normen und Werte im damaligen Pr.....

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Dadurch erhält die Effi im Film emanzipierte Züge und verhält sich wie eine Frau der heutigen Zeit. Denn keine Frau, die im 21. Jahrhundert lebt, würde wegen einem Ehebruch die Freude am Leben verlieren und akzeptieren, von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Man richtet sich nicht mehr nur nach den Normen und Werten, die die Gesellschaft vorgibt, sondern beweist eigenen Willen und Persönlichkeit.

Hinter der Absicht von Huntgeburth steht die Aufforderung an die Frauen, sich nicht hinter ihrer Weiblichkeit zu verstecken, sondern auch den Mut zu beweisen, Karriere zu machen und den eigenen Weg zu gehen. Der Film hilft den Menschen sich aus der Unfähigkeit, sich selbst zu leben, zu befreien und die eigene Identität zu finden. Zusätzlich will die Regisseurin die Unterschiede von heute und der damaligen Zeit zeigen, wie Frauen sich entwickelt haben und sich aus ihrer Unmündigkeit befreit haben, was Ende des 19. Jahrhundert noch nicht möglich war.

Doch durch die emanzipierte Effi wird die Tür zum 20. und zum 21. Jahrhundert geöffnet.

Die Verfilmung wurde mit Fontanes Vorlage unter Berücksichtigung einiger Abweichungen einfach in die heutige Zeit übersetzt. Das führt nicht nur zur zusätzlichen Spannung und Dynamik, sondern hilft auch dem Zuschauer sich besser mit der Person Effi zu identifizieren.

Außerdem erkennt man sofort, „dass die neue Romanverfilmung von Hermine Huntgeburth eine sehr interessante und sogar sinnvolle Ergänzung zum Roman ist. Denn der Film zeigt genau das, was bei Fontane zwischen den Zeilen stand, die Geschichte hinter der Geschichte.“27


5.           Schlusswort

Kommen wir nun zu dem Entschluss, dass es klare Unterschiede zwischen dem Frauenbild im 19. Jahrhundert und dem des 21. Jahrhundert gibt. Wo die Frau im 19. Jahrhundert noch ein Schmuckstück ihres Mannes war, ihn bei jeder Entscheidung unterstützen musste, ihn ehren und lieben sollte, ungerecht behandelt worden ist, keine Karriere machen durfte, stets sich um die Kinder und den Haushalt kümmern musste

und eigentlich kein eigenes Leben führen durfte, so ist die Frau im 21. Jahrhundert ein Diamant ihres eigenen Willens. Die emanzipierte Frau bestimmt nun selber über ihr Leben und lässt sich weder von einem Mann noch von der Gesellschaft unterdrücken. Selbstbewusst und stark gehen die Frauen in der heutigen Zeit durch ihr Leben, machen Karriere und treffen eigene Entscheidungen.

Auch Effi hätte so ein freies Leben führen können, wenn sie nicht in der falschen Zeit geboren wäre. Sie besitzt nämlich die Eigenschaften einer emanzipierten Frau, hat aber nicht die Kraft diese zu benutzten. Im Roman von Fontane wird ihr eigener Wille durch die Gesellschaft in Grenzen gehalten, aus denen sie sich nicht zu befreien weiß und schließlich .....

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