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Das europäische Volksmärchen

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German studies

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Max Lüthi: Das europäische Volksmärchen


  1. Eindimensionalität (Verhältnis zum Numinosen)

-Diesseitige Welt (Alltag) und jenseitige Welt in Legende, Sage und Märchen (jenseitige Welt ist nicht fern und kann jederzeit in Diesseits wirken, Vertreter wohnen oft unter Menschen.

Legende/Sage: will Dasein und Wirkung transzendenter Welt offenbaren. Auch die Sage (dumpfer als Legende) blickt nach der anderen Welt. Erzählt von Begegnungen mit Jenseitigen (Toten, Unterirdischen, Riesen, Zwergen, Wald-, Wasserwesen, Hauskobolden, Berggeistern). Selbst da, wo es um „historische Sage“ geht, die nur bedeutende Menschen oder Vorgängen schildert, tut sie es um des „unerhörten“ willen.

Wichtig ist, dass die Begegnung mit Jenseitigem im Menschen Schauer, Angst, Neugier erweckt. Die Gefühlsspannung ist spürbar. Der im Guten und Bösen überragende Mensch ist ihr seltsam und im Grunde unfassbar, deshalb befasst sie sich immer wieder mit ihm. Also ist das Numinose (das auch im großen Menschen spürbar wird) der bevorzugte Gegenstand der Sage (und Legende).

Märchen: es gibt auch viele Wesen aus dem Jenseitigen oder scheinbar gewöhnliche Tiere beginnen zu sprechen, haben übernatürliche Fähigkeiten.

Aber: Menschen des Märchens verkehren mit Jenseitigen als wären sie Ihresgleichen, ihnen fehlt das Erlebnis des Abstands zwischen sich und jenen anderen Wesen (sie sind wichtig als Helfer/Schädiger, aber nicht als Erscheinung an sich). Im Märchen sieht und erfährt der Held weit Phantastischeres als in der Sage, aber ohne jede innere Bewegung (in der Sage beschäftigt das Geheimnisvolle mehr als die praktische Auswirkung).

Den Märchenheld treibt weder Erkenntnisdurst noch Neugierde, er handelt und hat weder Zeit noch Anlage, sich über Seltsames zu wundern. Seine Neugierde ist profan und richtet sich auf Vorgänge nicht aus Wesensarten. Genauso seine Angst, er fürchtet sich vor Gefahren, nicht vor Unheimlichem (vor Hexen/Drachen genauso wie vor Räubern, Bösewichte). Da dem Märchenheld das Gefühl für das Absonderliche fehlt, scheint es, dass für ihn alles zur gleichen Dimension gehört.

Das Wunderbare ist dem Märchen nicht fragwürdiger als das Alltägliche.

Märchen:

Sage:

Jenseitige leben meist nicht mit Diesseitigen, selten trifft der Held sie in seinem Haus/ Dorf, sondern dann, wenn er in die Fremde zieht. Er erfährt von ihnen Hilfe, Rat, Schädigung, ohne dass es ihn kümmert, nur ihr Handeln ist ihm wichtig.

Jenseitige sind Menschen äußerlich nahe (wohnen in seinem Haus, Acker, nahen Wald etc), geistig bilden sie aber eine Welt für sich, der Mensch erlebt sie als das Ganz Andere.

örtlich fern, geistig-erlebnismäßig nah

äußerlich nah. Aber geistig fern.

Die örtliche Ferne ist dem Märchen offenbar das einzige Mittel, das geistig Andere auszudrücken (Jenseitiges befindet sich in Jenseitsreichen [Meeresgrund, Wolken, Weltende…], ist für den Märchenheld aber nur örtlich nicht geistig weit entfernt. Das Märchen lässt den geistigen Abstand nicht spürbar werden und neigt dazu Diesseits und Jenseits örtlich zu differenzieren. Es projiziert geistig Differenziertes auf eine Linie, deutet innere Ferne durch äußere Entfernung an.

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  • Das Märchen zeigt uns flächenhafte Figuren, nicht Menschen mit lebendiger Innenwelt (Im Gegensatz dazu können Menschen in Sage mit unterschiedlichsten Gefühlen ringen).

  • Märchen verteilt verschiedene Möglichkeiten des Handelns auf verschiedene Figuren, die es flächenmäßig nebeneinander stellen kann: richtiges Verhalten=Held; Versagen=seine Brüder. Der Märchenheld trifft ebenso sicher die richtige, wie der Unheld die falsche Entscheidung es gibt für alle nur eine Art des Handelns, sie reagieren mit „mechanischer“ Eindeutigkeit

  • Eine äußere Anregung treibt den Märchenheld vorwärts (wo das Märchen nur kann, ersetzt es Inneres durch Äußeres, seelische Triebkräfte durch äußere Anstöße)es wird keine Gefühlswelt dargestellt, sondern sie wird in Handlung übersetzt; die Innenwelt wird auf die Ebene des äußeren Geschehens gerückt (im Gegensatz dazu treibt in der Sage die numinose Angst, die innere Gefühlsspannung den Menschen oft bis in den Wahnsinn).

    Märchenfiguren werden niemals wahnsinnig, da sie nichts haben, was in Wahnsinn umschlagen könnte (da sie keine Tiefe sondern nur Oberfläche besitzen).

  • Märchenfiguren besitzen auch keine Umwelt! Das Märchen sagt uns nichts von der Stadt oder dem Dorf, in dem der Held aufgewachsen ist, meist übt er keinen Beruf aus, auch dann nicht, wenn einer genannt wird. Er ist isolierte Figur. Es zeigt ihn mit Vorliebe dann, wenn er es verlässt; er ist weder äußerlich noch innerlich an diesen Ort gebunden (viele Gründen zum Auswandern werden erfunden: Not der Eltern, eigene Armut, Bosheit der Stiefmutter, Aufgabe des Königs, Abenteuerlust des Helden, Auftrag .etc.).

  • Er ist auch nicht in verwandtschaftliches Gefüge eingebettet. Er löst sich von den Eltern, soweit sie nicht als Handlungsbeweger wichtig bleiben, Brüder (bzw. Schwestern) sind bloße Kontrastfiguren, Schwiegermütter sind nur als Gegner bedeutsam. Eine innere oder äußere Beziehung zur Sippe oder gar Volksgemeinschaft besteht nicht.

  • Braut oder Gattin interessiert nur als Handlungsbeweger oder –ziel. Mit der Heirat ist das Märchen zu Ende. Vereinigung wird oft hinausgeschoben. Ehe ist in Wahrheit nicht ersehntes Ziel des Helden sondern nur Schluss.....

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  • Auch die Dimension der Zeit fehlt im Märchen. Es gibt zwar jüngere und ältere Figuren, aber keine alternden (z.B. Dornröschen und Umgebung schläft hundert Jahre, wenn sie erwacht ist sie gleich schön und jung wie davor).

  • Der Held besitzt die ewige Jugend. Die fehlende zeitliche Tiefe steht in Zusammenhang mit seelischer Tiefe. Da Schicksalsschläge den Held nur äußerlich vorwärts bringen, aber nicht in seine Seele hineinwirken, ist er nach dem Kampf derselbe wie davor, er altert nicht. Die Zeit ist eine Funktion seelischen Erlebens. (Ein Zeitverrinnen ist nicht spürbar: Jungen sind jung, Alte alt.

    König stirbt nur, damit Held sein Reich erben kann und Handlung Schlusspunkt findet.)

  • Alle Formveränderungen vollziehen sich mechanistisch, schlagartig, sie lassen kein Gefühl einer Entwicklung, eines Werdens, Wachsens, Vergehens aufkommen.

  • Das Märchen verzichtet auf räumliche, zeitliche, geistige und seelische Tiefengliederung. Es verzaubert Ineinander in Nacheinander/Nebeneinander, gestattet damit vollkommene Übersicht. Es projiziert die Inhalte verschiedenster Bereiche auf ein und dieselbe Fläche: Körper und DingeFiguren; EigenschaftenHandlungen; Beziehungen zwischen zwei Wesenäußerlich sichtbare Dinggaben.

    Entschiedener Formwille des Märchens! Das Märchen saugt alles Räumliche von Dingen/Phänomenen auf und zeigt sie uns als Figuren/figurale Vorgänge auf einer Fläche.

    1. Abstr.....

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  • Neigung des Märchens Dinge und Lebewesen zu metallisieren/mineralisieren; auch Wälder, Pferde, Enten, Menschen können golden, diamanten, silbern, eisern sein oder plötzlich zu Stein werden. Innerhalb der Metalle bevorzugt das Märchen die edlen und seltenen (hebt sich ab, steht isoliert!)

  • Die Wirklichkeit zeigt eine Fülle an Farben und Schattierungen, das Märchen bevorzugt die klare, reine Farbe: gold, silber, rot, weiß, schwarz, seltener blau, aber nur wenige Dinge sind mit Farbbezeichnungen ausgestattet (würde sonst strenge Linearität stören).

  • Linie der Handlung ist ebenso scharf konturiert. Sie greift entschlossen ins Weite; der Märchenheld ist wesenhaft ein Wandernder.

  • Held wird vor bestimmte Aufgabe gestellt (Unheld versagt, büßt oft mit dem Tod, dem Held gelingt das Unmögliche, er begegnet im richtigen Augenblick einem Jenseitswesen, das genau weiß oder gibt, was zur Lösung der jeweiligen Aufgabe nötig ist). Wenn der Held mehrere Aufgaben zu lösen hat, gibt das Märchen ihm oft für jede einen besonderen Helfer/Wunschding. Held benutzt das genau einmal, bzw. dreimal.

  • Figuren sind nicht nur ohne örtliche und personale, auch ohne dingliche Umwelt!

  • Alle Fristen werden voll ausgenutzt oder knapp überschritten, aber im Märchen „klappt“ alles. Nicht nur vom Zeitpunkt her, auch inhaltlich erfüllen (oder verfehlen) Held, Unheld, Nebenfiguren, Requisiten genau ihre Aufgaben.

  • Starre Formeln: Einzahl, Zweizahl, Dreizahl, Siebenzahl, Zwölfzahl sind Zahlen von fester Prägung (urspr. magischer Bedeutung). Held/in wächst entweder allein oder als letztes Glied einer Dreiheit, seltener Zweiheit auf. In Episodenbildung herrscht Dreizahl (drei Gaben…). Manche Märchen sind zweiteilig: Rückgewinnung des verlorenen Gemahls .....

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  • Wunder (als Inbegriff alles Extremen). Je mechanistischer, je extremer die Verwandlung, desto sauberer und präziser ist sie sichtbar.

    Die abstrakte Stilisierung gibt dem Märchen Helligkeit und Bestimmtheithohe Formkraft! Konsequent durchdringt sie die Elemente des Märchens, verleiht ihnen festen Umriss und sublime Leichtigkeit. Es ist fern von toter Starrheit, da rasches und entschiedenes Fortschreiten der Handlung. Der Held ist ein Wandernder aber mit scharf bestimmten Gesetzen für Form und Richtung.

    Der Figurenstil gibt dem Märchen Festigkeit und Gestalt. Episches Vorwärtsstreben bewegt, beschwingt die feste Form. „Rein und klar mit freudiger leichter Beweglichkeit erfüllt das Märchen strengste Gesetze.“

    1. Funktion und Bedeutung des Märchens

    • Die Gestalt des Märchens muss seiner Funktion angepasst sein.

    • Märchen greift Motive von einfachen Erzählungen (Klatsch-Witzgeschichte, Sagas, Sagen, Legenden, Mythen) auf, sublimiert sie und lässt sie Glieder einer weit ausgreifenden Erzählung, die viele Episoden umfassen kann, werden.

    • Andere Erzählformen lassen sich auf das Grundbedürfnis der menschlichen Seele zurückführen, das Märchen wächst über sie empor.

    • Das Märchen ist frei von Bindungen, es gibt in seiner Weise beglückende Antwort auf das Sein. Die Welt wird dichterisch bewältigt. Was in Wirklichkeit schwer/vielschichtig ist, wird im Märchen leicht und dur.....


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