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Das Buch der Weisheit: Exegese

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Theology

University, School

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Grade, Teacher, Year

1,3, 2015

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Nikolaus von Kues – „Der Laie über die Weisheit“ Grundlage und Gegenstand des aktuellen Seminarkontexte­s ist der Text „Der Laie über die Weisheit“ (Idiota da sapientia) von Nikolaus von Kues, aus dem ersten Buch, basierend auf der Grundlage des Textes der kritischen Ausgabe, herausgegeben von Renate Steiger. Zu Beginn der Seminarsitzung wurde ein kurzer Rückblick auf die vorhergehende Stunde gegeben. Diese beschäftigte sich intensiv mit dem Feld der Erkenntnisphilo­sop­hie. Ziel war es,…
Band I -DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER Die Haupthandlung des Buches dreht sich um den 15-jährigen Bauernjungen Eragon, der bei seinem Onkel Garrow, dessen Frau Marian und deren Sohn Roran im Dorf Carvahall aufwuchs. Als er auf der Jagd in den Bergen des Buckels einen blauen Stein findet, ahnt er nicht, dass dieser Stein sein Leben verändern wird. Später schlüpft aus dem Stein ein Drachenküken. Eragon nennt es Saphira. Als die schauerlichen Ra zac nach Carvahall kommen, flieht Saphira mit ihm in den Buckel. Nach kurzer Zeit fliegen…

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung…………………………………………………………………………………S. 2

2. Das Buch der Weisheit – allgemeine Einordnung………………………….……… ……S. 3

2.1. Ein Buch der Apokryphen…………………………………………….…………S. 3

2.2. Inhalt des Werkes……………………………………………………….……….S. 4

3. Salomos Gebet um Weisheit (Weish 9,1-18)……………………………………….… …S. 5

3.1. Übersetzungskritik…………………………………………………….…… .…S. 5

3.2. Literar- und Kompositionskritik…………………………………….………… S. 6

3.3. Quellen- und Redaktionskritik…………………………………….…………….S. 7

3.4 Formkritik……………………………………………………….…………… .S. 9

3.5. Einzelversauslegung………………………….……………….……………….S. 10

3.6. Theologischer Skopus………………………………………….………………S. 14

4. Der wahre Verfasser………………………………………………….………………….S. 15

5. Die Botschaft der Weisheit Salomos………………………………….………….………S. 17

6. Fazit…………………………………………………………………………….…… …S. 19

7. Literaturverzeichnis…………………………………………………………………… .S. 20

8. Anhang………………………………………………………………………………… S. 21

9. Eidesstattliche Erklärung……………………………………………………………… .S. 23


1. Einleitung

Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen.“ Aristoteles

Schon vor 2000 Jahren kam der griechische Philosoph zu der Erkenntnis: Wissen gehört zu der Begierde jedes Menschen. Damit bezieht er sich nicht nur auf das rein enzyklopädische Wissen, sondern auf unterschiedlichste Formen, z.B. Belebung seiner Sinne, Verständnis oder das Bestreben zu seinem intellektuellen Bewusstsein zu finden.

Warum streben wir nach Wissen? Aristoteles beantwortet diese Frage eindeutig: Es liegt in der Natur des Menschen. Die Menschheit strebt tagtäglich nach Fortschritt, nach Weiterentwicklung und nach Erkenntnis. Als Bespiel sei hier die Forschung angeführt, die auf der Entdeckung neuer Verfahren oder Ressourcen baut. Außerdem versucht der Mensch durch Wissen die Sehnsüchte des Alltags zu stillen ihn zu erleichtern.

Vielleicht ist das Streben nach Wissen eine Ausrede, um mit einer Erfindung das Ansehen der Menschheit zu erhalten, weil sie ihn im Gedächtnis der Nachwelt wiederfinden lässt. Somit würde Wissen das Streben nach Ruhm und Ehre ausfüllen; ebenso die Sehnsucht nach Anerkennung und Gerechtigkeit, die uns von Gott mitgegeben wurde, damit der Mensch sich auf die Suche nach ihm begibt.

Das Wissen eines Menschen hat in unserer Gesellschaft einen großen Einfluss auf das Leben. Menschen mit einem unterdurchschnittlichen Intelligenzquotienten, die trotz Streben nach Wissen keinen Erfolg haben, gelten als unmündig, erhalten dadurch nur eine gering bezahlte Arbeit, in Folge dessen entsteht ein Mangel an Reichtum und Ansehen. Dies kann sogar bis zum Ausschluss aus der Gesellschaft führen.

Wissen ermöglicht also Macht, Reichtum, Ansehen – ein gutes Leben?! Weisen Menschen werden die Fähigkeiten zugeschrieben: einen guten Rat geben zu können, Einblick in die Dinge zu haben, die menschlichen Sehnsüchte zu verstehen und zu wissen was vor Gott gerecht ist. Strebt nicht im Endeffekt jeder Mensch nach Gerechtigkeit und danach „gute Taten“ zu tun? Gläubige Menschen haben das Bestreben danach Gott zu gefallen um am Ende von ihm angenommen zu werden.

Doch wie soll der Mensch Gottes Willen erkennen, um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können? Der Verfasser des Buches der Weisheit versucht auf diese Fragen eine Antwort zu finden.


2. Das Buch der Weisheit – allgemeine Einordnung

Das Buch der Weisheit ist in der Bibel im Alten Testament (AT) einzuordnen. Es ist Bestandteil der Weisheitsliteratur, die sich zwischen den Geschichtsbüchern und den Büchern der Prophetie befindet. Zusätzlich gehören zur Weisheitsdichtung das Buch Hiob, die Psalmen, Sprichwörter, Kohelet (Prediger), Hoheslied und Jesus Sirach.


2.1 Ein Buch der Apokryphen

Das Buch der Weisheit ist die jüngste Schrift des AT und gehört zu den Schriften der Apokryphen.1 Das griechische Wort „apokryph“ bedeutet „verborgen“ und wird für Schriften verwendet, die nicht in den Bibelkanon aufgenommen wurden.2 In der Septuaginta3 finden sich im Gegensatz zur hebräischen Bibel zusätzliche Bücher: Judit, Tobit, 1. bis 4. Makkabäerbuch, Weisheit, Jesus Sirach, Baruch und der Brief des Jeremia. „In der Septuaginta führt das Buch die apokryphe Poesie an, in der Vulgata4 wird es als letztes der vier Bücher Salomos (Sprüche, Prediger, Hoheslied, Weisheit) genannt.“5

Diese Schriften lagen in griechischer Textfassung vor und wurden deshalb in der lutherischen Kirche und bei den Reformatoren ausgeschlossen. Allerdings sind die Bücher Bestandteil der katholischen Bibel, in der die Schriften als Deuterokanonen bezeichnet werden.6 Auf dem Konzil zu Trient (1546) wurde die Entscheidung dazu von der römisch-kathol.....[read full text]

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Interessant ist auch der Beginn des Gebets in der Menge Bibel, der zusätzlich mit einem „Du“ beginnt.

Die Gute-Nachricht Übersetzung orientiert sich noch stärker am heutigen deutschen Sprachgebrauch; in Vers 5 wird nicht mehr von einem „Knecht“, sondern von einem „Sklave“ gesprochen. Diese Bibel ist eine gemeinsame römisch-katholische und evangelische Übersetzung.

Ihr Hauptziel ist die verständliche Wiedergabe der biblischen Inhalte, die nicht durch eine „sklavische Bindung an formale Eigentümlichkeiten des fremdsprachigen Textes“ erreicht werden kann (Nachwort 1997). Deshalb besitzt die Gute-Nachricht Übersetzung zusätzliche Bemerkungen: „Ich betete“ V.1; „du hast ihm den Auftrag gegeben“ V.2b, die den Leser, der keine Vorkenntnisse oder Probleme mit dem Verständnis des biblischen Sprachgebrauchs hat, unterstützen will.

Besonders betont werden soll hier die Anrede Gottes in Vers 1: „Herr, du Gott meiner Vorfahren, du Gott voll Erbarmen.“ Während in den beiden anderen Übersetzungen das Gebet mit „Gott meiner Väter“ eingeleitet wird, setzt die Gute-Nachricht das Vorwissen über Gott als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs nicht voraus.

Durch die Verwendung des Wortes „Schöpfung“ in Vers 3 wird dem Leser der direkte Bezug zur Schöpfungsgeschichte erleichtert. Herausfordernde und unübliche Vokabeln, z.B. Einsicht oder Besonnenheit, werden in dieser Übersetzung mit „verstehen“ (V.5c) und „umsichtig hand[eln]“ (V.11b) umschrieben.

Die Lutherbibel stellt ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen der Treue zum Urtext (Menge Bibel) und dem aktuellen Zeitgeist (Gute Nachricht) dar. Die Übersetzung nach Martin Luther überzeugt durch seine klangvolle Sprache und ist der maßgebliche Bibeltext der evangelischen Kirche. Die Exegese des Gebets Salomos um Weisheit soll deshalb nach der lutherischen Übersetzung erfolgen.

3.2. Literar- und Kompositionskritik

Das Gebet um Weisheit steht im Zentrum des Werkes und bildet damit die Klimax des gesamten Buches. Es schließt sich an die Hymne auf die Weisheit an. Der Verfasser vollzieht einen Perspektivwechsel in Kapitel 8,18b und teilt dem Leser mit, dass er nun auf der Suche zur Weisheit ist, um sie für sich zu gewinnen. Er erkennt, dass die Weisheit ein Geschenk Gottes ist und wendet sich im Gebet an Gott; Weish 8,18b – 8,21 bildet dafür den Auftakt bzw. das Vorwort.

Nach dem Gebet wird von der Macht der Weisheit in der Geschichte Israels berichtet.

Der Beter wendet sich in Weisheit 9,1 an Gott und eröffnet somit das Gebet. Das Ende dagegen ist nicht eindeutig markiert. Einerseits ist davon auszugehen, dass der Schluss nach Kapitel 9,18 zu ziehen ist, da Gott in den nachfolgenden Versen nicht mehr direkt angesprochen wird. Andererseits finden sich in den weiteren Kapiteln immer wieder einzelne Passagen oder Verse, in denen der Verfasser die Erzählperspektive wechselt.

Am Ende des 11. Kapitels wird Gott als „Herr“ (Weish 11,26) direkt adressiert und in Kapitel 12-19 weiterverwendet. Daraus lässt sich schließen, dass das Gebet ein Bestandteil des Buches der Weisheit bis zum letzten Kapitel ist.


3.3. Quellen- und Redaktionskritik

Es handelt sich um ein poetisches Kunstwerk und kann daher in drei Strophen gegliedert werden:

Versangabe

Inhalt

V. 1-6

Verlangen nach Weisheit, damit der Schöpfungsauftrag, den Gott dem schwachen Menschen gegeben hat, erfüllt werden kann

V. 7-12

Der Mensch kann nur König, Richter, Tempelbauer sein und gute Werke tun, wenn er die Weisheit von Gott erhält

V. 13-18

Ohne die Weisheit Gottes ist und war es keinem Menschen möglich Gottes Willen und Heilsplan zu erkennen



= primärer Text


= nachträglich zum Ur-Text hinzugekommen

In der letzten Überarbeitung wurde dem Gebet „[…] noch eine Klage aus der spekulativen Mystik angehängt“15, die die Verse 13-18 darstellt. Außerdem trug das neunte Kapitel ursprünglich keine Überschrift, sondern hat „die aus dem 13. Jh. Stammende Minuskelschrift 579 in Blatt 201b in Zeile 7-12 über das ´Gebet Salomos´ 9,1-6 folgende beigegeben: Gebet des weisesten Salomo, der König war und zu beten pflegte, wenn er zum Richter(amt) heraustreten wollte16.

In den Versen 1-6 wird die Weisheit für den Menschen erbeten, um über die Welt herrschen zu können. Während in den Versen 7-12 die Weisheit für den König verlangt wird, um über das Volk Gottes zu herrschen, schließt sich der Rahmen zu ersten Strophe in den Versen 13-18. Dort handelt das Gebet ebenfalls von der Bitte um Weisheit für den Menschen, um den Will.....

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Die Weisheit wird in Form von Personifikationen beschrieben („die bei dir auf deinem Thron sitzt“, V.4). Auffällig sind auch die zahlreichen anthropomorphen Gottesvorstellungen: „in der Stadt, in der du wohnst“ (V.8). Außerdem verarbeitet der Verfasser hauptsächlich das Stilmittel Parallelismus membrorum, der als synonymer Parallelismus eingesetzt wird (Gott hat „alle Dinge durch [sein] Wort“ und „den Menschen durch [seine] Weisheit“ gebildet, V.1).

Dadurch erhalten einige Verse besondere Betonung. Es findet sich des Weiteren ein Chiasmus (V.4 und V.10). Auch das Stilmittel Merismus wird verwendet, da „Söhne und Töchter“ (V.7) hier eine Teilung des Wortes „Kinder“ vorliegt.

Die Metapher „ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd“ (V.5) veranschaulicht die Niedrigkeit des Menschen gegenüber Gott. Ebenfalls veranschaulichen viele Aufzählungen das Gebet, z.B. die drei-teilige Aufzählung des Schöpfungsauftrages für den Menschen. Diese Berufung des Menschen stellt ein positives Bild dar; danach folgt ein Bildwechsel: der Mensch ist zu schwach diesen Auftrag auszuführen.

In den folgenden Versen verändert sich dieses Bild in ein Bild der Hoffnung, da der Mensch durch die Weisheit seiner Berufung gerecht werden könnte.

Das Gottesbild des Gebets wird in der Anrede thematisiert, indem der Beter Gott als „Herr des Erbarmens“ (V.1) anspricht und damit eine Anspielung auf seine Intention bzw. seine Bitte herbeiführt. Er selbst als Person erniedrigt sich und sieht sich in der Rangfolge auf der untersten Stufe.


3.5. Einzelversauslegung

Das Gebet beginnt mit einer doppelten direkten Anrede: „Gott meiner Väter und Herr des Erbarmens“ (V.1), die fester Bestandteil dieser Kommunikationsform ist. Die Aussage „Gott meiner Väter“ lässt sich als Rückblick in die Geschichte auslegen, Gott war der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Damit wird Gottes Treue und sein Heilswillen mit dem Volk Israel aufgezeigt, und mit der Anrede „Herr des Erbarmens“ noch verstärkt.

Der Verfasser nimmt Bezug auf Exodus 34,6f.; hier bekennt Gott seinem Volk seine Liebe und sein Erbarmen. Da er in der Geschichte so gehandelt hat, wird dadurch die Gewissheit für die Zukunft betont. Durch diese Anrede wird auch eine persönliche Ebene erreicht; Gott erscheint dem Beter trotz seiner Heiligkeit nicht unerreichbar fern. Des Weiteren spiegelt die Anrede die Ehrfurcht vor Gott wieder.

Schon in Spr 1,7 oder Ps 111,10 wird der Ehrfurcht vor dem Herrn der Anfang des Erlangens von .....

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Die beiden Konditionalsätze (V.5-6), jeweils mit der Präposition „denn“ eingeleitet, geben die Begründung für die Bitte in Vers 4, die als Imperativ gestaltet ist. Nur durch das Geschenk der Weisheit ist es dem Menschen möglich rechtschaffen zu richten und so fleht er Gott an: „Gib mir die Weisheit“ (V.4). Der Verfasser formuliert die Bitte gegenüber den anderen Salomogebeten neu.

In 1 Kön 3,9 erbetet Salomo ein „gehorsames Herz“ und in 2 Chr 1,10 „Weisheit und Erkenntnis“. In Weish 9,4 wird die Weisheit mithilfe einer Personifikation beschrieben: „die bei dir auf deinem Thron sitzt“ (V.4) In diesem Zusammenhang erhält Gott die anthropomorphe Vorstellung der Besitzer der Weisheit zu sein. Dieses Bild stammt aus der griechischen Götterlehre; die Tochter von Zeus und Themis ist Dike (göttliche Gestalt der Gerechtigkeit).

Sie thront neben Zeus.23

Durch den Perspektivwechsel in die Ich-Perspektive wird dieser Bitte noch mehr Ausdruck verliehen. Der von der Weisheit handelnde Vers 4 verbindet die Verse 1-3, in denen Gott angesprochen wird, mit den Versen 5-6, die vom Beter selbst handeln. Daher wird die Weisheit auch als Bindeglied zwischen Gott, der hierarchisch gesehen an erster Stelle steht und dem Menschen, dem der letzte Rang zugeschrieben wird, gesehen.24 Ohne die Weisheit würde der Mensch nicht zu Gottes Kindern gehören (V.4).

Im Konjunktiv wird in Vers 6 zurecht von einem vollkommenen Menschen gesprochen, der doch nichts vor Gott gelten würde, hätte er die Weisheit nicht. Durch den Relativsatz „die von dir kommt“ (V.6), erkennt der Beter an, dass die Weisheit ein Geschenk Gottes ist und niemals durch eigene Anstrengung erlangt werden kann.

Die Verse 7-12 bilden die zweite Strophe. Ein Absatz ist nach Vers 6 deutlich zu erkennen, da der Beter sich in Vers 7 wieder Gott direkt zuwendet und ihn anspricht. Die synonymen Parallelismen (V.7a,12c; V.7b,12b; V.8,12a) gestalten die Strophe als Ringkomposition. Das Wesen und Wirken der Weisheit, welches in Vers 9 und 10c-11 beschrieben wird rahmt zusätzlich Vers 10a,b ein.25 Auf Grund dessen wird die erneute Bitte, die gleichzeitig die Klimax des Gebets (V.10) ist, untermauert.

Die Verse 7-8 geben Auskunft über die Biografie des Beters, die eindeutig als die Lebensgeschichte Salomos identifiziert werden kann. Er ist von Gott erwählt „König“, „Richter“ (V.7) und „Tempelbauer“ (V.8) zu sein. Salomo hat das Königtum anstelle seines Vaters David bekommen (1 Kön 3,7f.) und er hat den Auftrag erhalten einen Tempel und Altar z.....

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Der Vers 8 schließt mit einem Relativsatz, der Bezug zur Urzeit (die Zeit vor aller irdischen Zeit) herstellt. Dabei verarbeitet der Verfasser Elemente aus der platonischen – philonischen Ideenlehre: „Die eigentliche Wirklichkeit ist die Wirklichkeit des jenseitigen Gottes und seines Himmels, von der her alle irdische Wirklichkeit wirklich wird und ist. […] Diese göttliche Wirklichkeit wird der irdischen nur durch die Weisheit vermittelt.“29

Die Präsenz der Weisheit bei der Schöpfung wird in Vers 9 betont. Durch das Dabeisein beim Schöpfungsvorgang besitzt sie eine sehr bedeutsame Eigenschaft: sie weiß, „was [Gott] wohlgefällig ist und was [R]echt ist nach [Gottes] Geboten“ (V.9c). Diese Fähigkeiten führen dazu, dass die Weisheit dem Weisen die Unterscheidung von Gut und Böse vermitteln kann.

Dieser Vers thematisiert in 9a und 9c Gott, der die Weisheit und die Macht über das Gesetz besitzt. Dadurch wird ein Rahmen gebildet, in dessen Mitte von der Weisheit die Rede ist. Es wird hier die Selbstvorstellung der Weisheit in Spr 8,22-31 aufgenommen.

Durch einen Imperativ eingeleitet wird die Bitte um Weisheit von Vers 4 in Vers 10 wiederholt und bildet somit den Höhepunkt des Gebetes Salomos um Weisheit. „Die zentrale Bitte wird in zwei synonymen parallelen, chiastisch angeordneten Zeilen (a-b/b´-a´) ausgesprochen.“30 Gleichzeitig wird auch das Bild des Thrones wiederverwendet. Die Weisheit soll Gott vom „Thron [seiner] Herrlichkeit (V.10b) senden, „damit sie [ihm] tätig zur Seite stehe, sodass [er] erkenne, was [Gott] wohlgefällt“(V.10c).

Es schließt sich in Vers 11 ebenfalls eine Begründung der Bitte an. Zunächst wird das Handeln der Weisheit bedacht, welches wie ein weiteres Loblied auf die Sapientia erklingt, und folgend das Handeln des Königs mittels der Weisheit (V.12).

Vers 12 spiegelt das Ergebnis und den Erfolg wieder, den der weise Mensch erzielen kann, da er sich durch die erlangte Weisheit an Gottes Geboten ausrichten wird. Dieser Vers grenzt sich von den übrigen Versen ab, da er im Futur verfasst ist. Eine weitere Änderung der Zeitform ist in Vers 7-8 auffällig. Diese Verse sind im Präteritum geschrieben im Gegensatz zum Präsens, in welchem das Gebet aufgezeichnet ist.

Diese Verse sind thematisch verwandt, da nun die Tätigkeiten zu denen Gott Salomo erwählt hat: Tempelbauer („meine Werke“, V.12a), Richter („ich werde dein Volk richten“, V.12b) und König („des Thrones meines Vater würdig sein“, V.12c) durch die Weisheit umgesetzt werden können und die Bitte um .....

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Außerdem verarbeitet der Verfasser in Weisheit 9,1-12 (Salomos Gebet um Weisheit) zwei zentrale Bibelstellen: 1.Kön 3, 6-9 und 2.Chr 1, 8-10, in denen berichtet wird, wie Salomo die Weisheit von Gott erhält.

Die inhaltlich in der Weisheitsliteratur verwanden Bücher Sprichwörter (Sprüche Salomos), Kohelet und das Hohelied werden ebenfalls Salomo zugeschrieben.

Allgemein ist zu betonen, dass außerhalb des Buches keine Informationen zum Verfasser vorliegen. Nur durch das Studieren des Textes selbst, können Vermutungen aufgestellt werden. Das Buch der Weisheit wird vor allem durch das Gebet Salomos um Weisheit in Weish 9,1-18 König Salomo zugeschrieben. Wie bereits in Kapitel 3 erwähnt, erhält der Leser in Weish 9,7-8 Auskunft über die Tätigkeiten, zu denen Gott Salomo erwählt hat. „König“, „Tempelbauer“ und das Amt des „Richters“ weisen eindeutig auf den Auftrag von Salomo hin.

Dieser Zusammenhang wird noch verstärkt, da der Beter in der Ich-Perspektive spricht.

Allerdings gab es schon in den ersten christlichen Jahrhunderten Zweifel an der Annahme, Salomo sei der Autor des Buches der Weisheit. Es „stellten bereits die Kirchenväter Hieronymus und Augustin infrage, dass der große jüdische König und Patron des weisheitlichen Denkens der Verfasser war.“33

Dieses poetische Werk stammt vermutlich aus der „ersten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrhunderts“34 […] [und wurde] „von einem hellenistisch gebildeten, aber gesetztestreuen Juden in Alexandrien“35, in Ägypten, verfasst. Prof. Dr. Vinzenz Hamp und Prof. Dr. Meinrad Stenzel belegen diese These durch die folgenden Argumente: „[Der Verfasser] zeigt rege[s] Interesse an der Geschichte und der Religion Ägyptens [und besitzt die] […] Kenntnis griechischer Weltanschauung.“36 Der Verfasser überzeugt mit seinen philosophischen Gedanken, die in einem der bedeutendsten Zentren hellenistischer Bildung in Alexandrien geprägt worden waren.

Dennoch ist die Verfasserfrage sehr umstritten; einige Quellen ziehen auch die Möglichkeit mehrerer Autoren in Betracht. Helmut Engel ist jedoch überzeugt, dass es sich um einen Verfasser handelt, der das gesamte Buch der Weisheit geschrieben hat „obwohl die drei Buchteile in Redeweise und Stil, Anordnung und Argumentation recht unterschiedlich sind und der Redende auf biblische und auf hellenistische philosophische und religiöse Texte auf jüdische Auslegungstraditionen und auf Zustände und Vorgänge in einer ägyptisch-hellenistischen Umwelt vielfältig Bezug nimmt.“37

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