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Caesarrezeption im Nationalsozialismu­s

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History

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Universität Basel

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Prof Dr Müller

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Deutsche Sprache in der Zeit des Nationalsoziali­smu­s Gliederung 1.) Geschichtlicher Hintergrund 2.) Bücherverbrennu­ng 3.) Literatur im Dritten Reich 4.) Exilliteratur 4.1 Antifaschistisc­he Literatur 4.2 Literarische Formen 4.3 Wichtige Autoren und Werke des Exils 5.) Literatur der Nationalsoziali­ste­n Zitat: Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über, durch die Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr millionenfachen Wiederholungen aufzwang und die mechanisch und unbewusst übernommen…
Zusammenfassung Geschichte Gründe für den Erfolg des Nationalsoziali­smu­s „Schöner Schein“ von idyllischen Siedlungen mit Raum für Familienleben und vermeidlicher Gleichheit. Modernisierung ehemals agrarischer Gebiete im Sinne von Industrialisier­ung und Infrastrukturau­sba­u (mit neuen Arbeitsplätzen)­. „Kraft durch Freude“ als umfassende Freizeitorganis­ati­on mit Angeboten, die in Teilen auch von Leuten mit niedrigem Einkommen genutzt werden konnten. Organisation „Deutsche Arbeitsfront“ als Zwangsvereinigu­ng…

Seminar für Alte Geschichte der Universität Basel

Freie Proseminararbeit

Caesarrezeptionen im Nationalsozialismus


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema und Fragestellung

1.2 Caesarrezeptionen bis zum Nationalsozialismus

2. Caesarrezeptionen im Nationalsozialismus

2.1 Übersicht

2.2 Hans Oppermann

2.3 Quellenanalyse: Cäsars europäische Sendung

2.4 Quellenbewertung1

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

5.1 Hans Oppermann: Cäsars europäische Sendung.

1. Einleitung

1.1 Thema und Fragestellung

Historikkonzeptionen sind abhängig vom Zeitgeist. Dies lässt sich gerade in der Alten Geschichte aufgrund ihrer langen Tradition gut nachvollziehen. Geschichte dient nicht nur als Forschungsfeld der eigenen Wissenschaft, sondern kann auch als Rechtfertigung von Machtansprüchen, Ideologien, zur Bildung von Identität etc. gebraucht beziehungsweise missbraucht werden.

Ein deutliches und bis anhin nur fragmentarisch aufgearbeitetes Beispiel liefert die Geschichtswissenschaft während des Nationalsozialismus. Bedeutende Beiträge zu diesem Thema sind jüngerem Datums.[1] Die Aufarbeitung der Instrumentalisierung der Geschichtswissenschaften durch die Nationalsozialisten ist also noch nicht abgeschlossen und soll daher in dieser Proseminararbeit weiter vertieft werden.

Die Geschichtswissenschaft sollte neben anderen Wissenschaftszweigen die nationalsozialistische Ideologie auf eine intellektuelle Basis stellen um so die Ideologie wissenschaftlich zu legitimieren. Während des Zweiten Weltkrieges wurden diese Bemühungen intensiviert, Historiker wurden dazu angehalten, auch einen „Kriegseinsatz“[2] zu leisten.

Darunter auch Historiker des Fachbereichs Alte Geschichte, der durch die Bewunderung Adolf Hitlers für Griechenland und Rom einen hohen Stellenwert erhielt. [3] Die militärischen Erfolge des Dritten Reichs, die zu einer Annexion grosser Teile Europas führten, lösten eine Diskussion über Europa aus. [4] Auch Adolf Hitlers Rassentheorie und Germanenkult sollten historisch legitimiert werden.


Die wichtigsten Vertreter der „nationalsozialistischen“ Altertumswissenschaften versuchten ein „neues Bild der Antike“ zu vermitteln. [5] Gefördert wurden diese Anstrengungen von der NS-Hochschulpolitk, die durch eine gezielte Berufungspolitik die Lehrstühle der Alten Geschichte „rassisch“ wie politisch säuberte und neu besetzte. [6]

Hans Oppermann, ein engagierter nationalsozialistischer Althistoriker, befasste sich intensiv mit Gaius Iulius Caesar. Wegen der grossen Beachtung, die Caesar von den nationalsozialistischen Althistorikern erhielt, aber auch um die Thematik abzugrenzen, soll in dieser Proseminararbeit die Rezeption Caesars während des Nationalsozialismus untersucht werden.


Speziell wurde ein Artikel Hans Oppermanns ausgewählt, der intensiv betrachtet und anhand dessen die Caesarrezeption der nationalsozialistischen Althistorikern herausgearbeitet werden soll. Ausgewählt wurde der Artikel Cäsars europäische Sendung[7] aufgrund seines repräsentativen Charakters, der im Kapitel 2.3 genauer erläutert wird.

1.2 Caesarrezeptionen bis zum Nationalsozialismus


Caesar polarisierte die Politik Roms, dies schlug sich auch in einer Polarisierung der Wahrnehmung seiner Person nieder. Wie Karl Christ in seinem Buch Caesar. Annäherung an einen Diktator[8] darlegt, gab es zu keiner Zeit und in keiner Epoche ein einheitliches Caesarbild. Dies hängt wohl auch mit den vorhandenen Quellen zusammen, denn zu den wichtigsten zeitgenössischen Quellen zählen Caesars eigene Werke Comentarii de bello gallico und Comentarii de bello civili, sowie die Werke von Cicero und Sallust.

Diese Quellen sind insofern problematisch, als dass sie alle von Politikern mit politischen Intentionen geschrieben wurden. Somit lassen sie relativ grossen Spielraum versch.....[read full text]

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Das faschistische Italien unter Benito Mussolini bediente sich ganz bewusst römischer Traditionen, um auch an die altrömischen Herrschaftsansprüche anknüpfen zu können. So zog Benito Mussolini gerne historische Parallelen und verglich sich mit Caesar. [19] Wie Karl Christ schreibt, war Mussolini so sehr von Caesar fasziniert, dass er sogar ein Drama mit Caesar als Protagonisten schreiben wollte. [20]

Mit der 2000 Jahr Feier des Augustus rückte in Italien Caesar aber in den Hintergrund.


Abschliessend lässt sich sagen, dass sich kein einheitliches Bild Caesars abzeichnet, sondern dass die Debatte polarisiert wurde. In Italien erhielt diese einen politischen Charakter, wie das Beispiel Ferreros zeigt.


2. Caesarrezeptionen im Nationalsozialismus


2.1 Übersicht


Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kam es noch zu keiner Zäsur in der Caesarforschung. Wie Karl Christ schreibt, überwog „auch bei der Entwicklung des Caesarbildes im nationalsozialistischen Deutschland zunächst die Kontinuität traditioneller Wertungen.“ [21] Gerade in fachwissenschaftlichen Arbeiten ist der Einfluss der NS-Ideologie anfangs der 30er Jahre nicht deutlich greifbar.

Karl Christ legt auch dar, dass während der ganzen Zeit des Nationalsozialismus eine Vielzahl unterschiedlicher Geschichtsbilder existierte. Ein einheitliches nationalsozialistisches Caesarbild etablierte sich nie. Dennoch setzten sich einige Wissenschaftler für eine Neubewertung der Caesarrezeption ein, die im Einklang mit der NS-Ideologie stehen sollte.


Einzelnen Wissenschaftlern ist der Einfluss des neuen Zeitgeistes und der opportunen Wertungen schon früh nachzuweisen. Ein Beispiel hierfür ist Hans Oppermann, auf den im nächsten Kapitel näher eingegangen wird. Andere Historiker, wie etwa Otto Seel, der sich einen Namen als Caesarspezialisten gemacht hatte, passten sich im Vokabular und der Adaption der Rassentheorie an die NS-Ideologie an.

Ihr Caesarbild wurde jedoch von traditionellen Werte dominiert. Otto Seels Erlanger Universitätsrede von 1939 kann hier als Beispiel herangezogen werden. [22]


Im Sinne der Rassenlehre wird hier Caesars edle Abstammung aus der „jahrhundertelangen reinlichen Zucht und Formung“ [23]erklärt. Gleichzeitig warnt Seel aber im Zusammenhang mit der propagierten „Rassenverwandtschaft“ der Deutschen und Römer vor dem „frisch-fröhlichen Parallelisieren“ [24].

Er betont deren Unterschiede, denn die beiden Völker seien durch „vielerlei Dringliches und Entscheidendes getrennt“. [25] Die Adaption des NS-Vokabulars in Seels Aufsatz wird am Vergleich Caesars mit einem „Generalstabschef und Stosstruppenführer“ [26]ersichtlich.


Seel übernimmt also die Thematik und das Vokabular der NS-Ideologie. Am Beispiel seiner Kritik der Parallelisierung der Völker zeigt sich aber, dass Seel sich auch kritisch mit dieser auseinandersetzt. In seiner Caesarrezeption folgt er im Grossen und Ganzen den traditionellen Wertungen. Otto Seel erscheint hier also als ein an die NS-Ideologie angepasster Wissenschaftler, der jedoch nicht die Ambitionen hegt, ein „neues Bild der Antike“ zu schaffen, wie dies die radikaleren nationalsozialistischen .....

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Auch die antirömischen Tendenzen, die durch den Germanenkult ausgelöst wurden, galt es aus der Sicht Oppermanns zu entschärfen. Während des Zweiten Weltkrieges traten vermehrt die militärischen Leistungen Caesars sowie der „Reichsgedanke“ in den Vordergrund. In seinem Aufsatz Cäsars europäische Sendung, den Oppermann für die Zeitschrift des Reichssachgebietes Alte Sprachen im Nationalsozialistischen Lehrerbund [30] schrieb, versuchte er, das nationalsozialistische Reich in eine historische Tradition zu Caesars Reich zu setzen.

Der Aufsatz soll nun in folgendem Kapitel als Beispiel einer nationalsozialistischen Caesarrezeption genauer betrachtet werden.

2.3 Quellenanalyse: Cäsars europäische Sendung


Hans Oppermanns Aufsatz Cäsars europäische Sendung[31] erschien 1940 in der Zeitschrift Die Alte Sprachen, die vom Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) herausgegeben wurde. Der NSLB war als Verein der NSDAP angegliedert. Das Ziel des NSLB war es, die nationalsozialistische Weltanschauung zur Grundlage des Schulwesens zu machen.

Mit den vom NSLB veröffentlichten Texten sollten die Erzieher und Erzieherinnen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung gefestigt werden. In den Publikationen des NSLB wurden aber auch Fragen zur Umgestaltung des Schulsystems und der Lehrpläne erörtert.


Oppermanns Aufsatz gliedert sich in einen ersten Teil, in dem die Bedeutungsgeschichte des Wortes Caesar/Kaiser thematisiert wird. Der Autor legt dar, dass der Kaisertitel einen Bedeutungswandel durchmachte:

„[Aufgrund eines] Wechsels der politischen Wertungen, der sich seit langem anbahnt, in unseren Tagen in sein entscheidendes Stadium getreten ist. Der Lenker des Dritten Reiches heisst nicht mehr Kaiser, für uns stehen an der Spitze in der Rangordnung politischer Begriffe Worte wie Führer und Duce und nehmen so ungefähr den Platz ein, den [ .] der Cäsarname inne hatte.

Doch sie meinen etwas anderes, setzen Führung und Gefolgschaft an Stelle von Herrschaft, Volk an Stelle des Weltreiches.“ [32]

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Der Zweite Weltkrieg wird also als eine historische Verpflichtung und als ein Abwehrkampf dargestellt. Die Feinde der europäischen Kultur sind zwar nicht (1940 noch nicht) die Asiaten, sondern die „jüdischen Plutokratien“. Nach einer ausführlichen Schilderung der unterschiedlichen Wertesysteme Asiens und Europas findet der Autor wider zurück zu den Römern.

Diesen attestiert er, dass auch ihnen eine entscheidende Rolle im „ewigen Kampf“ zugefallen sei. Als asiatische Antagonisten der Römer erwähnt Oppermann die Etrusker und die Punier. Die militärischen Erfolge der Römer und die folgende Ausdehnung nach Osten hätten zur Folge gehabt, dass die Grenze zwischen Asien und Europa nun mitten durch das römische Reich verlief.

Zwar sei die Bevölkerung noch überwiegend europäisch geprägt gewesen, nach Pompeius Erfolgen verschob sich aber der Bevölkerungsmix zugunsten der Asiaten. Dies hätte die Gefahr einer „völligen völkischen und kulturellen Überfremdung durch den Orient“ [36]geborgen. Caesars Gallienfeldzug konnte nun die „nordisch-indogermanische“ Bevölkerungsdominanz durch die Eingliederung der Gallier ins römische Reich wieder herstellen.


Der Autor geht sogar so weit, dass er Caesar unterstellt, der Bedeutung seines Kampfes (also des „ewigen Kampfes Europas gegen Asien“) bewusst gewesen zu sein. Als Beweis führt er Caesars Darstellung der Truppen Pompeius im bello civili auf. Durch die explizite Nennung der Herkunft der orientalischen Truppen habe Caesar auf die Macht, die hinter Pompeius steht, nämlich den Orient, aufmerksam machen wollen.

Caesar sei sich also seines Kampfes für Europa gegen Asien bewusst gewesen, konstruiert der Autor aus dieser Darstellung.


In einem nächsten Abschnitt wird auf den Machtanspruch Caesars eingegangen. Nach Oppermann habe Caesar nicht das Gottkönigtum angestrebt, auch die Königswürde habe er ja unmissverständlich zurückgewiesen. Caesars Wunsch sei das ausseritalienische Königtum gewesen, also nur der Königstitel über die Untertanengebiete, unter Beibehaltung der republikanischen Staatsform in den Bürgergebieten.

Oppermanns vehemente Widerlegung von Caesars Anspruch auf ein Gottkönigtum rührt daher, dass er dieses als eine hellenistisch-orientalische Staatsidee sieht (die es aufgrund ihrer Herkunft abzulehnen gilt). In einem letzten Abschnitt geht Oppermann noch genauer auf Caesar ein. Caesar wird dargestellt als ein Mann, bei dem Tat und Idee verschmelzen und nicht voneinander getrennt werden können:

„In dieser Entwicklung bedeutet Cäsar die letzte grosse antike Verkörperung der Lebensganzheit.“ [37]

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„Als solche hat sie [die neue Art der Herrschaft] dann gewirkt über die Jahrtausende hin, beginnend mit der Annahme des Cäsarnamens durch den jungen Oktavian, endend erst in unseren Tagen, wo sie durch die neue Form des Führertums abgelöst wird.“ [41]


Das neue an der Herrscheridee Caesars ist nach Meinung des Autors die Alleinherrschaft eines Menschen über Politik und Militär, die ohne eine Vergöttlichung des Herrschers auskommt. Schlusspunkt ist die Feststellung, dass Caesar im „ewigen Ringen zwischen Europa und Asien“ eine entscheidende Rolle gespielt habe.

So stellt Oppermann wieder einen Gegenwartsbezug her, denn wie er früher im Text erwähnte, befinde sich Deutschland auch gerade im Krieg „für Europa“ gegen Asien.


2.4 Quellenbewertung


Was an der Quelle als erstes auffällt, ist das nationalsozialistische Vokabular, dessen sich Oppermann bedient. Sowohl die Rassenlehre als auch antisemitische und antibolschewistische Äusserungen finden Eingang in den Aufsatz. Solch explizite Äusserungen finden sich in seinem 1933 erschienenen Buch Cäsar. Der Schriftsteller und sein Werk [42] noch nicht. [43]


Sofort fällt auch das Aufgreifen der Idee des „ewigen Kampfes“ Europas gegen Asien auf. Diese Theorie ist ein fundamentaler Bestandteil der nationalsozialistischen Weltanschauung, die schon in Adolf Hitlers Mein Kampf geäussert wurde. Rund um diese Idee des ewigen Kampfes konstruiert Oppermann nun seinen Aufsatz und zieht eine historische Linie vom römischen Reich bis zur Gegenwart.

So rückt er den Krieg, den Deutschland führt, in das Licht eines Abwehrkampfes gegen die „minderwertigen Völker“ Asiens und die „jüdischen Plutokratien“.


Oppermann argumentiert in einer etwas bemühten Beweisführung sogar, dass sich Caesar diesem Kampf bewusst war. Die Eroberung Galliens geschah seiner Ansicht nach, um mehr indogermanische Völker in das Reich zu integrieren, um so das „völkische Gleichgewicht“ wieder herzustellen. Doch an Beweisen kann Oppermann einzig Caesars explizite Nennung der östlichen Truppen Pompeius im bellum civili .....

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Wie Jürgen Malitz darlegte, „drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Verschärfung der nationalsozialistischen Innenpolitik und schliesslich die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges in seinen Arbeiten widerspiegelten.“ [45]


3. Fazit


Die Studie von Oppermanns Texten zeigt, dass das Handeln und Wirken Caesars in seinem historischen Kontext neu beurteilt wurde. Während der 30er Jahre ist die Trennung der neoklassizistisch motivierten Suche nach Ideal und Grösse in der Antike und der nationalsozialistisch motivierten Überhöhung des „Führers“ Caesar zwar noch schwierig.

Spätestens aber mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der damit verbundenen Radikalisierung kann bei Oppermann ein eigenes nationalsozialistisches Caesarbild ausgemacht werden. Die Neubewertung der historischen Figur stand im Einklang mit der NS-Ideologie. So flossen neben der Rassentheorie auch Theorien zum „Führerprinzip“ als auch zum „ewigen Kampf“ zwischen Asien und Europa ein.


Oppermann, der seine Professur eher seiner Gesinnung als seiner Qualifikation zu verdanken hatte, versuchte mit seinem „neuen Bild“ des Altertums die Legitimation des Dritten Reiches und explizit des Krieges historisch zu rechtfertigen. In einer Parallelisierung wird der Zweite Weltkrieg als ein Abwehrkampf gegen die „völkisch minderwertigen“ Asiaten und „jüdischen Plutokratien“ dargestellt.

Auch der alleinige Führungsanspruch Hitlers wird historisch legitimiert. So besteht Caesars Führungsanspruch „kraft seiner Würde und Grösse“, seine Missachtung der „äusseren Legalität“ wird durch „das Gesetz in Caesars Brust“ gerechtfertigt. Diese Attribute sind auch auf Hitler anwendbar. Dessen Art der Herrschaft wird zwar von der Caesars abgegrenzt, aber in eine h.....

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