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RWTH Aachen Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule

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2010, 1,3

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Die Weimarer Republik - Der Übergang vom Kaiserreich bis zum Scheitern der Weimarer Republik Die Weimarer Republik Struktur: Was passierte im Deutschen Reich zwischen 1918/19 und 1933? Übergang Kaiserreich Weimarer Republik Verfassung Parteien, Präsidialkabine­tte Phase I: Krisenjahre Phase II: Jahre der relativen Stabilisierung Phase III: Niedergang und Auflösung Warum scheiterte die Weimarer Republik? Einleitung Außenpolitisch Innenpolitisch Gesellschaftlic­h Wirtschaftlich Dadurch resultierender Nationalsoziali­smu­s…
Die Rolle der Frau in der Weimarer Republik bis 1945 - 1. Die Rolle der Frau in der Weimarer Republik bis 1945 Die Weimarer Republik wird oft als der Wegbereiter der Emanzipation bezeichnet. Tatsächlich wurden erstmals gesetzliche Grundsteine für die Gleichberechtig­ung zwischen Männern und Frauen gelegt. Im Hinblick auf die langsam voranschreitend­e Emanzipation konnten in der Weimarer Republik viele Errungenschafte­n verzeichnet werden sowie viele überkommene Traditionen beseitigt werden. Andererseits wurden teilweise…
Bildliche Darstellung der Frau in der Weimarer Republik. Fakt oder Fiktion?


Bildliche Darstellung der Frau in der Weimarer Republik. Fakt oder Fiktion?


1.Einleitung


Sind unsere Frauen wirklich so, wie sie in den Anzeigen abgebildet sind? Mit wenig Ausnahmen - ich denke hier besonders an Persil und Nivea, die schon seit langem bewußt deutsche Motive für ihre Werbung benutzen – begegnet man überall nur Filmstaren und gepflegten Püppchen mit rasierten Augenbrauen und wohlgeschwungenen Lippen, oft in den kokettesten Stellungen, mit verrenkten Gliedern und bis an die Grenzen des Möglichen entkleidet.

In diesem Frauentyp zeigt sich keine Spur von deutschem Wesen.1

Diese Überlegung wurde kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in der ‚Reklame’ abgedruckt. Es ist nicht zu übersehen, dass dieser Kommentar durch die nationalsozialistische Ideologie geprägt ist. So fordert der Autor mehr ‚deutsche Motive‘ und spricht vom ‚deutschen Wesen’. Aber die eigentliche Fragestellung, ob Frauen zur Zeit der Weimarer Republik wirklich so sind, wie sie abgebildet werden, kann auch unabhängig von dieser ideologischen Prägung betrachtet werden.

Dem Betrachter wird scheinbar ein Bild präsentiert, welches er nicht in Einklang mit der Realität bringen kann. Nur wenige Ausnahmen, wie z.B. Persil und Nivea, sind anscheinend in der Lage, die Realität wiederzugeben, sofern man dem Autor Glauben schenkt. Doch wie gestalten sich die ‚deutschen Motive’? Entsprechen sie einerseits nur einer Idealgestalt, oder repräsentieren sie wiederum die reale Frau dieser Zeit? Es stellt sich die Frage, ob man in der Reklame wirklich ‚nur Filmstaren und gepflegten Püppchen’ begegnet oder ob es auch Reklame gibt, welche die Wirklichkeit abbildet.

Diese Fragestellung muss nicht nur auf Reklame bezogen betrachtet werden, da vor allem auch die gerade aufblühende Filmlandschaft ist geprägt durch Frauenbilder. Die Fragestellung lässt sich also wie folgt erweitern: Handelt es sich bei den bildlichen Darstellungen der Frau in der Weimarer Republik um eine Illusion, oder wird die Wirklichkeit abgebildet?

Weisser schreibt in seinem 1985 erschienen Buch „Wirksam wirbt das Weib“, dass Frauenbilder in der Werbung eine lange Tradition haben, aber dass sie kaum oder gar nicht beachtet wurden. So gäbe es zwar einige Publikationen zu diesem Thema, doch würden sie sich nur auf die Anzeigen der Nachkriegszeit beschränken. Grund hierfür sei ein bestehende Quellenproblem.2 Er selber aber beschäftig sich in seinem Buch mit Frauenbilder, die den Zeitraum von 1880 – 1930 abdecken.

Er kommt dabei zu der These, dass der Mann zur Zeit der Weimarer Republik zwei Frauentypen vor Augen hatte, „das Bild der biederen, fleißigen Hausfrau und Mutter einerseits und [ .] das Bild der modernen, attraktiven Freundin und Geliebten andererseits.“3 Daher sei es nachvollziehbar, dass eben genau diese Frauenideale in der Werbung wiederzufinden sind.4 Bei den Bildern der Frauen, die in den erhaltenen Reklamen und Filmen zu sehen sind, sollte deshalb auf jeden Fall bedacht werden, dass diese Bilder nicht von Frauen, sondern von Männern entworfen wurden.5 Es ist jedoch in Frage zu stellen, inwieweit die Vorstellung des Mannes vom Wesen der Frau der Realität entspricht.

Weisser geht davon aus, dass die männliche Vorstellung „im Verlauf der Geschichte zu einer landläufigen akzeptierten Vorstellung geworden [ist], die selbst von der Mehrheit der Frauen getragen bzw. geduldet wurde.“6 So weist er auch daraufhin, dass

auch die Textquellen nicht die tatsächliche historische Wirklichkeit wider[geben], sondern sie [ .] den Versuch einer Männerwelt zwischen Bewahrung alter Privilegien und aufklärerischem Gerechtigkeitsgefühl einen Kompromiß zu schaffen, [vermitteln,] der den anwachsenden poltisch-sozialen Druck engagierter Frauen berücksichtigt.“7

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2. Bildbeschreibung „Inzwischen wäscht der Protos“


Die Anzeige „Inzwischen wäscht der Protos“ stammt aus dem Jahre 1928 und wurde von Julius Kupfer Sachs für die Siemens AG erstellt. Bei der Anzeige handelt es sich um Werbung für den Wäschekocher Protos der Marke Siemens.

In der Anzeige wird eine junge Frau dargestellt, die sich schick angezogen hat, um auszugehen. Im Hinausgehen schließt sie ihren Wäschekocher an, der die Wäsche waschen soll, während sie nicht zu Hause ist. Aus der Bildunterschrift „Und inzwischen wäscht der Protos“ erfährt man, dass der Protos ihr diese neue Unabhängigkeit ermöglicht.

Der Slogan verspricht diese Unabhängigkeit durch die Anschaffung von Elektrogeräten.

Der Hintergrund der Anzeige ist weiß und darauf ist ein rechteckiges, ockerfarbenes und kontrastierendes Element platziert. Das Bildzentrum bildet die junge schlanke Frau, die ein silberschimmerndes Abendkleid mit einem tiefen Rückenausschnitt trägt. Das Kleid umspielt ihre Knie, ist armfrei und schließt mit einem schwarzen Absatz ab.

Auf der linken Schulter ist eine rosafarbene Blume, vermutlich eine Rose, gesteckt und sie trägt eine weiße Perlenkette. Über ihren linken Arm hat sie einen braunen Pelzmantel gelegt. Die Frau trägt ihre dunkelblonden Haare dauergewellt und kurzgeschnitten. Ihr Gesicht ist geschminkt und auffallend sind ihre rotgeschminkten Lippen. Zum Teil überragt sie das kontrastierende ockerfarbene Feld.

So reicht der Mantel bis in den weißen Hintergrund, ihre Haare ragen ein wenig darüber hinaus und auch ihre Beine enden mit den Unterschenkeln in dem weißen Bereich. Ihre Füße werden gar nicht abgebildet. Ihre rechte Hand verlässt den ockerfarbenen Bereich, um den Stecker des Wäschekochers anzustecken.

Der Wäschekocher bildet den Vordergrund. Er hat die Form eines Zylinders und wirkt wie ein überdimensionaler Topf. Die Farbe des Materials ähnelt der des Kleides. Im Deckel spiegelt sich der ockerfarbene Hintergrund wider. Auf der Vorderseite des Wäschekochers ist der Produktname auf einem roten Emblem abgebildet. Der Wäschekocher verdeckt zum Teil die Beine der Frau.

Den Bildabschluss bildet der Slogan „ . und inzwischen wäscht der PROTOS“. Die Schrift des Slogans ist in Frakturschrift geschrieben.


2.1 Interpretation und Vergleich im historischen gesellschaftlich-kulturellen Kontext


Die Werbung vermittelt das Ideal der „Neuen Frau“, welches zu dieser Zeit auf dem Vormarsch war. Die junge Frau ist schlank, gesund und hat eine Kurzhaarfrisur.18 Zudem trägt sie ein modisches Abendkleid.

Mode wurde in der Weimarer Republik zu einem Thema, mit dem sich nicht mehr nur die gehobenen Schichten beschäftigten. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Massenkonfektion und Mode richtete sich nicht mehr nach Klassen oder Schichten, sondern passte sich der Tageszeit an.19 In Mode waren nun „weiche, den Körper wie eine zweite Haut umfließende Stoffe [ .][und] kniekurze Kleider von einer kalten Eleganz“.20

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Des Weiteren versorgten Typologien Frauen mit Identifikationsmustern und dadurch legten sie ihnen gewisse Restriktionen auf. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass „Typologien also auf zweierlei Art und Weise funktionieren: als Werkzeug der Hermeneutik sowie als Verhaltenslehren.“28

Mit dieser Werbung aber wird auch deutlich, dass die „’Weibliche Natur’ – Ehe und Familie – [ .] weiterhin ezugspunkt für Weiblichkeitsentwürfe [blieb].“29 Denn auch wenn die junge Frau in dieser Reklame die Attribute der „Neuen Frau“ erfüllt, so steht die Hausarbeit weiterhin an erster Stelle.

Hier liegt demnach der Fall vor, dass „die traditionelle Frauenrolle mit einem äußerlich „modernen Frauentyp“ verbunden [wurde], der gut gekleidet, auch dem Vergnügen nicht völlig abhold, doch letztlich der eigentlich weiblichen Bestimmung folgend, das traditionelle Rollenmuster [bestätigt].“30 Die Werbung propagiert, dass die Frau nur die Möglichkeit hat, das Haus zu verlassen, weil sie eine Maschine hat, die ihr die Arbeit abnimmt, welche sie sonst an das Zuhause gebunden hätte.

Unklar bleibt hier, ob die junge Frau schon verheiratet ist. Doch auch das Phänomen, das die Frauen in der Werbung alleine auftreten, ist nicht selten. In anderen Fällen sind sie dann „manchmal mit Kindern, manchmal mit Ehemann“31 abgebildet.

Doch lässt sich die dargestellte Frau in die Realität übertragen? Betrachtet man ihre Kleidung, so wird deutlich, dass es sich hierbei um eine Frau aus der gehobenen Mittelschicht handeln muss. Einen Pelz, Perlenkette und ein Abendkleid hätte sich eine Arbeiterfrau nicht geleistet. Aber auch für den Wäschekocher könnte eine Arbeiterfrau selber gar kein Geld aufbringen.

Demnach bildet die Reklame nur einen geringen Teil der Weimarer Frauen ab. Reinhard weit daraufhin, dass

[i]n den Abbildungen [der] Werbemittel [ .] soziale Differenzierungen seit der Jahrhundertwende [zu erkennen sind]. Zu dieser Zeit zeigte die ganz überwiegende Zahl der Anzeigen und Plakaten Angehörige der Oberschicht.[ .] Diese motivische Konzentrierung auf sozial gehobene Schichten hatte nach dem Wille der Unternehmer eine doppelte Funktion.

Erstens sollte das Verlangen der Oberschichte und oberen Mittelschicht nach sozialer Abgrenzung nach unten direkt angesprochen werden, zweitens sollten die unteren Schichten, in erster Linie das Kleinbürgertum und die Arbeiterschaft, durch die Ausnutzung ihrer Bestrebungen , den oberen Schichten nachzueifern, gewonnen werden.“32

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Der Mann steht mit Anzug und Krawatte hinter ihr und diktiert, was die Frau zu tippen hat. Dabei hat er die linke Hand souverän in die Tasche seines Jackettes gesteckt.

Im linken Hintergrund ist bullaugenartig ein Kreis abgebildet, der einen Rückblick in die Vergangenheit enthält. Hier sieht man mehrere Männer, die in einem beleuchteten Raum an Pulten in ihre Arbeit vertieft sind. Sie tragen Arbeitskittel und nutzen traditionelles Arbeitsmaterial, wie Füllfeder und Schere. Scheinbar arbeitet jeder für sich und es findet keine Kommunikation untereinander statt.

Die Reklame spielt mit den merkbaren Veränderungen der Gesellschaft, die häufig negativ konnotiert wurden. Der Werbetext greift den Reklametitel auf und den bildlich dargestellten Wandel. Durch den Inhalt des Textes erklärt sich dann die Reklame. Während alles andere einem Wandel unterliegt, konnte man zumindest auf die Keimschen Mineralfarben bauen.


3.1 Interpretation und Vergleich im historischen gesellschaftlich-kulturellen Kontext


Mit der Frau im Zentrum des Bildes, geht die Werbung auf den Wandel in den Büros ein. „[I]m Zuge des Angestelltenbooms [griff man] gern auf Frauen zurück, die sich mit weit niedrigeren Gehaltsätzen zufrieden gaben als ihre männliche Kollegen.“36 Und für Frauen gab es ebenso Gründe, den Weg in die außerhäusliche Arbeit zu suchen.

Frauen aus dem Bürgertum waren nach dem Krieg und der Inflation verarmt und waren auf einen Zuverdienst angewiesen. Für Arbeitertöchter war der Angestelltenberuf eine Aufstiegschance.37 Aus diesem Grund kam es zur vermehrten Einstellung von Frauen. Die eigentliche Berufung der Frau wurde weiterhin in der Hausfrauenarbeit und Mütterlichkeit gesehen, doch solange die Stellen nicht mit Männern besetzt werden konnten, griff man auf die Frauen aus der Reserve zu.38 Im Allgemeinen aber wurde „Frauenarbeit […] als lohndrückend und bedrohlich für den Fortbestand der Familie eingeschätzt“.39 Frauen blieben daher auch meist nur in ihrem Beruf, bis sie heirateten und der Lohn des Mannes die Familie versorgen konnte.

Reichte der Lohn des Mannes nicht, dann waren die Familien hingegen wieder auf die Arbeit der Frau angewiesen.40

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Zudem erhofften sie sich, dass sie durch den Nutzen solcher Produkte dem richtigen Mann auffallen würden, der sie dann möglicherweise heiraten würde.

Im Beharren auf Luxus und begrenzten Luxus drückte sich daher nicht alleine die affirmative, herrschaftsstabilisierende Integration, die Unterwerfung der Frauen unter den normativen Warencharakter ihrer Weiblichkeit aus, sondern auch der defensive Versuch, der Erfahrung von Restriktion und Diskriminierung durch Zeichen des Überschusses zu entrinnen.“49

Durch die Anwesenheit des Mannes, der im Hintergrund steht und diktiert, was die Frau zu tippen hat, greift die Reklame auf ein weitere Idee zu, die in dieser Zeit vor allem durch Literatur und die Lichtspielhäuser propagiert wurde. Denn ihre „Vorbilder [ .] trafen die weiblichen Angestellten im Kino.“50

Dort wurden die Angestellten als „[j]ung und hübsch, energiegeladen und fleißig [ .] dem Zuschauer präsentiert. Ihre Identifikation mit dem Unternehmen zahlte sich erwartungsgemäß durch die Heirat mit dem Chef oder Vorgesetzten aus.“51

Theoretisch wäre auch ein solches Verhältnis zwischen den beiden dargestellten Personen möglich.

Im Gesamten betrachtet, wird hier ein realer Wandel der damaligen Zeit dargestellt und die dargestellte Szene lässt sich in die Realität übertragen. Es ist unbestritten, dass „im 19. Jahrhundert das Kontor weitgehend Domäne der Männer“52 gewesen ist und in der Weimarer Republik die Zahl der Frauen im Angestelltenberuf zunahm. „Der Anteil der Angestellten […] wächst um 219 %“ [von 1907 bis 1933, das heißt es hat eine Verschiebung der beschäftigten Frauen stattgefunden, denn] der Anteil der Frauen an allen Berufstätigen [ist] nur von 34% (1907) auf 36% (1933)“53 gestiegen.

Daher ist es nicht verwunderlich, wenn diese gesellschaftliche Veränderung sich in den Medien niederschlägt. „Plötzlich steht die Berufsfrau im Zentrum des öffentlichen Interesses. Illustrierte, Romane und Film zeigen sie aktiv, selbstbewußt und zielstrebig Männerberufe erobern.“54 Dieser Wandel wird in der Reklame unter zwei Aspekten thematisiert.

Zum einen soll er als Hinweis dienen, dass sich einfach alles verändert und nichts für immer Bestand hat, außer natürlich die angebotene Ware, zum anderen wird der Wandel als etwas Notwendiges interpretiert, denn während die „Mineralfarben […]von Anbeginn ihrer Herstellung vollkommen [waren]“55, schien der Zustand im 19. Jahrhundert nicht vollkommen und somit anfällig fü.....

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4. Schlussbetrachtung

Zu Beginn der Arbeit stellte sich die Frage, ob man in der Reklame wirklich ‚nur Filmstaren und gepflegten Püppchen’ begegnet, oder ob es auch Reklame gibt, welche die Wirklichkeit abbildet. Betrachtet man die Anzeige „Inzwischen wäscht der Protos“, so muss man feststellen, dass einem Frauen begegnen, die wie Filmstare anmuten.

Die abgebildete Frau trägt Kleidung, die kostspielig aussieht, und bedient ein Gerät, dass sich eine Arbeiterfrau nicht leisten kann. In dem Fall muss man davon ausgehen, dass nicht die Wirklichkeit der Mehrheit der Bevölkerung abgebildet wird. Die meisten Frauen der Weimarer Republik hatten viel existentiellere Probleme als die mögliche Arbeitserleichterung durch eine Waschmaschine.

Unter dem Aspekt, den Heßler anmerkt, dass Werbung jedoch ein Zerrspiegel der Realität ist, gibt es wiederum Aspekte dieser Reklame, die uns Auskunft über die damals geartete Wirklichkeit geben. In der Zeit trat der Typus der „Neuen Frau“ in den Vordergrund und dieser Typus wird durch die abgebildete junge Frau dargestellt.

Die Frauen entwickelten in dieser Zeit einem immer größeren Drang, sich selbstbewusst und zum Teil auch selbstständig einen Platz in der Gesellschaft zu suchen. Frauen hatten das Wahlrecht bekommen und ihnen wurde die grundsätzliche Gleichheit mit den Männern gewährt. Frauen gestalteten ihre Freizeit, wenn sie welche hatten, individueller und genossen diese.

Zudem hatte eine Rationalisierung des Haushalts stattgefunden, die sich eben auch in der Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien zeigte. Dass überhaupt Werbung für einen elektrischen Wäschekocher gemacht wurde, ist ein Hinweis auf diese Entwicklung. Sie ist wiederum ein Fingerzeig auf die realen Anforderungen, die an Frauen der Weimarer Republik gestellt wurden. Sie sollten effizienter und effektiver arbeiten.

Betrachtet man hingegen die Anzeige „Wandel der Zeiten“, so ergibt sich noch ein anderes Bild. Hier spielt die Werbeindustrie mit einem bemerkbaren realen Wandel in der Weimarer Republik, verschönt diesen aber. Die Frau bei der Arbeit wirkt recht entspannt und das Arbeitsumfeld scheint auch angenehm. Wie zuvor beschrieben, sah aber die Realität bei F.....

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