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Arno Holz Gedichte Chorus der Lyriker und Rote Dächer! sowie Der Blitzzug von Detlev Liliencron
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German studies

University, School

Bergische Universität Wuppertal

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SS 2009, Prof. Sander

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In einer großen Stadt - Detlev Liliencron Gedichtinterpre­tat­ion Im Gedicht „In einer großen Stadt“ von Detlev Liliencron, welches er vermutlich 1892 veröffentlicht hat, geht es um den ewig gleichen Rhythmus des Lebens, welcher zu jenen Zeiten der industriellen Revolution zunehmend vergraute, sowie die sich entwickelnde Anonymität des Individuums in dieser Zeit. Es wird deutlich gemacht, dass wir Menschen Tag ein Tag aus im ewig gleichen Alltagstrubel versinken, in einem Kreislauf, der unmöglich zu unterbrechen scheint.…
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Bergische Universität - Hauptseminar: Lyrik der Jahrhundertwende

Arno Holz‘ Gedichte Chorus der Lyriker und
Rote Dächer! sowie Der Blitzzug von Detlev Liliencron
in ihrem naturalistischen Kontext


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Arno Holz 2

3. Chorus der Lyriker (1886) 5

3.1 Interpretation 5
3.2
Kontext 8
4.
Rote Dächer! (1898) 8

4.1 Interpretation 8

4.2 Kontext 11

5. Gedichtvergleich 12

5.1 Vergleich der Werke Holz‘ Chorus der Lyriker und rote Dächer! 12

6. Detlev von Liliencron 13

7. Der Blitzzug(1903) 15
7.1
Interpretation 15
7.2
Kontext 17
8.
Schluss 18
9. Literaturverzeichnis
19
9.1 Primärliteratur
19
9.2 Sekundärliteratur
20
10. Anhang
21

1. Einleitung

Mit Hilfe eines Zitates von Peter Spengels wird sehr schön die Ambivalenz deutlich, die innerhalb der Epoche des Naturalismus herrschte:  Vom Naturalismus allgemein zu sprechen ist freilich kaum möglich. Man müsste so­gleich zwischen verschiedenen Phasen und Flügeln, Regionen und Gattungen un­ter­scheiden, von den einzelnen Dichter-Individualitäten ganz zu schweigen.[1]  Allgemein lässt sich der Naturalismus etwa zwischen 1880-1900 einordnen.

Leo Berg nennt in seinem Werk Der Naturalismus. Zur Psychologie der modernen Kunst verschiedene Aspekte, zu denen unter anderem die Natürlichkeit, Naturwahrheit, Naturschönheit und Natureinfachheit gezählt werden können. Dennoch ist ebenso der Kampf gegen die Unnatur, sowie Naturkenntnis, ganz im Gegensatz zur Gesellschaft, Sitte, Gebundenheit, System, Verhüllung und Gesetz von entscheidender Bedeutung.[2] Große Fortschritte und Weiterentwicklungen bzw.

Technisierung, wie z.B. die Erfindung der Dampfturbine (1884) und des Dieselmotors (1893) prägten die Epoche des Naturalismus in einer ganz besonderen Weise.

Trotzdessen beruht sie nicht allein auf Kenntnissen der Naturwissenschaften, sondern ebenso wie dies sind auch die Philosophie, der Positivismus und der Empirismus für die Entstehung des Naturalismus von großer Wichtigkeit.[3] Durch die Verse Holz‘: Unsre Welt ist nicht mehr klassisch, / Unsre Welt ist nicht roman­tisch, / Unsre Welt ist nur modern“[4] demonstriert dieser, dass die naturalistische Bewegung zunächst einmal als eine Kritik aus der Klassik und Romantik hervorgegangen ist.

Auch wird im Naturalismus häufig auf die Literatur des Sturm und Drangs zurückgegriffen. Bezogen auf die naturalistische Lyrik ist festzustellen, dass in ihr besonders die die Gefühle der jungen Generation und ihre Welt- und Lebensanschauung ausgedrückt wurden.[5] Ebenso wurde wieder nach Ursprünglichkeit und  Aufrichtigkeit beim individuellen Erleben gefordert.

Die frühnaturalistische Lyrik lässt sich also als sehr subjektivistisch bezeichnen, wenngleich ihre Form zu Beginn nichts Ungewöhnliches aufwies. Detlev von Liliencron gehörte zu den Dichtern, die den entscheidenden Schritt zu einer Erneuerung der Lyrik taten, während ihm Arno Holz erst einige Jahre später folgte.[6] Insgesamt führte der Naturalismus somit auch andere Darstellungsmittel wie die Alltagssprache in die deutsche Literatur ein.

Rousseau dagegen bezeichnete den „Naturalismus als [eine Art] Rückkehr zur Natur und Befreiung[…] künstliche[r] Regeln“[7]. Dementsprechend lag die Bemühung des Dichters stets darin, die Wirklichkeit so exakt wie möglich abzubilden. Alles in allem lässt sich sagen, handelt es sich beim Naturalismus um eine gesteigerte Fortführung des Realismus, der das bürgerliche Milieu bevorzugt darstellt, wobei er jedoch klare antibürgerliche Tendenzen aufweist und somit auch als eine Radikalisierung des Realismus bezeichnet werden kann.

In der nun folgenden Arbeit werde ich die Gedichte Holz‘ Chorus der Lyriker (1886) und Rote Dächer! (1898) zunächst analysieren und sie anschließend gegenüberstellen, ebenso werde ich mich mit Der Blitzzug (1903) von Detlev Liliencron befassen und alle drei Werke in den Kontext des Naturalismus und ihrer je.....[read full text]

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Bei Holz‘ naturalistischen Mitteln ist die milieubedingte Sprache, die durch das Zurücktreten des Erzählers und der natürlichen Darstellungen einhergeht, und die Zentrierung um die Mittelachse, sowie der natürliche Rhythmus von ganz entscheidender Bedeutung.

Der Phantasus erschien erstmalig 1886 und gilt als das größte Werk Holz’, dem Keim seines Lebenswerkes, an dem er Zeit seines Lebens arbeitete[15].

Er beschreibt das elende Leben eines in seiner eigenen Dachkammer verhungernden Dichters, mit dem Holz sich identifizierte.

Die Besonderheit liegt hier darin, dass er erstmalig die Verse um eine imaginierte Mittelachse zentriert, so dass rechts und links ein Flatterrand entstand[16] . Außerdem verwendete er einen natürlich Rhythmus.

 1898/99 veröffentlichte Holz die beiden Phantasus-Bände, die von Grund auf sehr unterschiedlich waren. Während die ersten 50 Gedichte einen ca. einjährigen Zyklus darstellen, beginnend bei Nacht- und Win­­ter­stim­mungen über Lebensdrang im Frühling sowie sommerlichem Liebesrausch bis hin zu herbstlich-winterlicher Einsamkeit,[17] sind die Motive der anderen 50 Gedichte we­sen­t­lich vielfältiger und gehen thematisch stark in die biologische Entstehungs­ge­schich­te zurück.[18]

Grundgedanke des Phantasus ist, dass das Ich des Dichters die gesamte Welt in Zeit u. Raum in sich aufnimmt, entsprechend dem biogenet. Grund­gesetz Ernst Haeckels[19],

 welches die Entwicklung des Einzelnen als eine verkürzte Wiederholung der Stammesent­wicklung ansieht.

Bis 1924/25 überarbeitete Holz den Phantasus zu einer Gesamtausgabe von 1345 Seiten in drei Bänden.

3. Chorus der Lyriker (1886)

3.1  Interpretation

Das Gedicht Chorus der Lyriker, das aus dem Buch der Zeit entstammt, wurde 1886 von Arno Holz verfasst und kann als eine Kritik an der konventionellen Dichtkunst der damaligen Zeit verstanden werden.

Aus diesem Grund ist das Gedicht, für Holz untypisch, streng aufgebaut und zwar ganz nach Maß alter Lyriker. Es umfasst vier Strophen bestehend aus jeweils vier Versen und einem Kreuzreim, der sich durchgängig von Strophe eins bis vier zieht. Ebenso lassen sich im Gedicht ein vierhebiger Jambus und jeweils weibliche Kadenzen ausfindig machen. Optisch gesehen entspricht dieses Gedicht also exakt dem damaligen Stil der Lyriker.

Der Hauptkritikpunkt des Gedichtes, besteht, wie bereits oben erwähnt, an der Kritik Holz’ gegenüber den traditionellen Dichtern, die an der antiken Dichtkunst festhalten und Berührungsängste gegenüber Erneuerungen zeigen, wobei sie sich dennoch fälschlicherweise als zeitlos ansehen.

Dies wird schon zu Beginn, in der ersten Zeile deutlich, da die Alliteration „Mainnacht, Mond und Mandoline“ (I, 1) das Traditionelle widerspiegelt, da hier die alte Form streng eingehalten wird und vom Gewöhnlichen nicht abweicht. Außerdem wird der typische Gedichtcharakter durch einen derartigen Einstieg direkt unterstrichen. Auch die rhetorische Frage in I, 2: „ Wer schwärmte früher für Lassalle?“, spiegelt die Ironie wieder und verdeutlicht sowohl durch das Wort „früher“ als auch durch das Wort „Lassalle“, bei dem es sich um einen Dichter aus dem 19. Jahrhundert handelt, dass die Dichtkunst veraltet u.....

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Dies ist ihrer Ansicht nach, lediglich durch eine angemessene dichterische Form möglich. Die Steigerung des Ganzen folgt nun im Verlauf der letzten beiden Strophen. Hier wird der erste Eindruck nur weiterhin verstärkt, die konventionellen Dichter seien vollkommen von sich und ihrem Stil überzeugt. Aus diesem Grund bemerken sie ihre Fehler nicht. Bestärkt wird dies durch die Aussage, da sie „an die […] Tonne[klopfen]“ (III, 1) und immer mehr „Wein“ (III, 2) verlangen, ohne zu bemerken, dass diese mittlerweile ohne jeden Inhalt ist.

Diese Leere steht symbolisch genau wie schon „Lassalle“ (I, 2) und später auch „Anakreon“ (IV, 2) und „Mammuth und Mastodon“ (IV, 4) für die Vergangenheit. Anstatt zu bemerken, dass ihre Art der Dichtkunst mittlerweile der Vergangenheit angehört, verlangen sie immer mehr des „rothen Wein[es]“ (III, 2) und wollen sich selbst weiterfeiern. Dieses Loben setzt sich auch im Folgenden weiter fort: „Auch uns erfreut das Licht der Sonne, / Nur darf es nicht elektrisch sein.“ (III, 3; III, 4).

Hier findet Holz die Möglichkeit gleich in doppelter Art und Weise anzuklagen, da er sich zum Einen von der konventionellen Dichtkunst abwendet, zum andern von dem Andern kritisiert er das Abwenden eben dieser Dichter von den technischen Erneuerungen und dem wissenschaftlichen Fortschritt, da sie befürchten, dass diese Technik die Natur zurückzudrängen droht (I, 3f.), denn auch hier wird deutlich, deutlich, dass die Lyriker am Altertümlichen festhalten und nicht bereit sind das gewohnte „Licht der Sonne“ (III, 3), also etwas Natürliches, durch die Neuheiten der Technisierung, wie die Elektrizität (III, 4) zu ersetzen.

Der Höhepunkt und Holz‘ Abneigung wird allerdings erst in der letzten Strophe zum Ausdruck gebracht, indem der Erzähler des Gedichts berichtet, dass fröhlich weitergefeiert wird und am Alten nicht nur festgehalten, sondern es tatsächlich hochgelobt wird (IV, 1f.). Der Ausdruck „Ju Evoë, Ana­kre­on!“ (IV, 2), was sich in etwa als gelobt sei Anakreon übersetzen lässt, spiegelt, wie bereits mehrfach oben erwähnt, Holz‘ Kritik wider.

Bei „Anakreon“ handelt es sich um einen antiken Dichter aus dem 6. Jh. v. Chr. Diese enorme Alterssteigerung wird auch hier deutlich: Zuvor wurde rückblickend an „Lassalle“ (I, 2) gedacht, für den viele von den Lyrikern schwärmten, nun jedoch loben Anakreon, also einen Dichter, der einige Hundert Jahre vor ihnen lebte. Gestärkt wird dies jedoch noch einmal am Ende, da nun davon berichtet wird, dass sie fröhlich „vom Mammuth und vom Mastodon“ (IV, 4) singen.

Diese Aussage beinhaltet eine weitere Steigerung zu „Anakreon“ (IV, 2), da es sich bei diesen beiden Tiere um bereits seit Tausenden von Jahren Ausgestorbene handelt. Aus diesem Grund wird also deutlich, dass die Frage der Zeit für die Lyriker keine Rolle spielt (IV, 3), da sie ihre Dichtform auch in Zukunft fortführen werden, ohne es jemals zu hinterfragen

Alles in allem lässt sich sagen, hat Holz die Lyriker auf eine amüsante Art und Weise nahezu bloßgestellt, da er gerade die von ihnen verwendete Dichtform bewusst gewählt hat, um ihnen vor Augen zu führen, wie veraltet dieser Sti.....

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Da man Holz‘ Bemühen einer Umformatierung innerhalb der Lyrik mit einem technischen Fortschritt vergleichen kann, wird er wohl aus gerade diesem Grund die Metaphern gewählt haben, um die konventionellen Dichtern mit den Gegnern der neuen Technisierung gleichzusetzen.

4. Rote Dächer! (1898)

4.1  Interpretation

Das Gedicht Rote Dächer! stammt aus dem Phantasus und beschreibt einen Frühlings- bzw. Sommertag mit den Augen eines Kindes, welchen es mit all seinen Empfindungen wahrnimmt. In diesem Gedicht lässt sich keine bestimmte Struktur, Form oder Rhythmus erkennen. Dennoch gibt es insgesamt acht verschiedene Absätze, aus insgesamt 30 Versen bestehend, die jeweils eine Einheit bilden, sich dennoch von den andern eigentlichen Strophen abheben.

Besonders auffällig ist die Zentrierung um die Mittelachse herum, die sich wie ein roter Faden durch die Geschehnisse des Tages zu ziehen scheint.

Passend zu diesem Durcheinander der Form handelt es sich bei dem Sprecher des Gedichts um einen kleinen, achtjährigen Jungen, der auf dem Dachboden liegt und durch die Vogelperspektive die Geschehnisse unter sich mit Freude und Interesse beobachtet (V. 7.f: „Ich bin ein kleiner, achtjähriger Junge/ und liege, das Kinn in beide Fäuste,/ platt auf dem Bauch/ und gucke durch die Bodenluke./ Unter mir, steil, der Hof,“.

Aus diesem Grund ist die Satzgestaltung auch recht einfach gehalten: Sie ist auffällig parataktisch. Die Sätze an sich sind kurz und knapp, während Nebensätze selbst kaum vorkommen. Nur ein einziger Relativsatz ist zu finden: (V. 17: „ein Mann, der sägt“). Einen speziellen Adressanten gibt es vermutlich nicht, denn nur ein einziges Mal stellt der Sprecher eine Frage (V. 26: „Wie das riecht?“), die jedoch vermuten lässt, dass diese an ihn selbst gerichtet ist. Er beschreibt die Schönheit der Natur, die er mit allen Sinnen wahrnimmt .....

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Zwar wird nicht explizit erwähnt, dass sich der Junge in der Stadt befindet, dennoch lässt sich dies vermuten, da es vielerlei Andeutungen gibt: Zum Einen entsteht vor dem inneren Auge des Lesers ja bei dem Titel Rote Dächer! ein Bild von einer Stadt, auf die von oben herab geblickt wird. Zum Andern scheint der Rauch der Schornsteine (V.1) auf eine aufstrebende Industriestadt hinzuweisen.

Die Zankerei der Spatzen(V. 16) könnte dies entweder unterstreichen, da auch in der Stadt tagtäglich Streitereien Menschen voneinander trennen, da vielerlei soziale Schichten aufeinandertreffen, was zu Neid und Missgünsten führen kann. Andererseits könnten diese Zankereien der Spatzen ebenso die Idylle unterstreichen, die beschrieben wird. Alles in allem wird das Leben als friedlich beschrieben.

Es gibt keinerlei gravierende Probleme und die Streitereien der Spatzen erscheinen als nichtig und sehr gering. Zwar richtet sich das Augenmerk des Erzählers ebenso auf einige laute Geräusche, wie einen sägenden Mann (V. 17), das Gackern einer Henne (V. 5) oder regelmäßig hämmernden Kirchturmuhrschlägen (V.18ff.), trotzdem werden diese nicht als störend wahrgenommen, sondern symbolisieren eher das Leben, dass herrscht.

Sie sind daher keineswegs als negativ zu bewerten, sondern eher im Gegenteil: Es scheint eine harmonische Einbettung der Stadt in die Natur zu herrschen, was auch durch z. B die Säge (V. 17) oder auch einem „Cigarrenkistchen“ (V. 24) und einen Topf Goldlack (V. 23), die sich inmitten der Blumen finden sind, deutlich wird.

 Zudem lässt sich auch der Begriff des „Stroh­halm[s]“ (V. 16) doppeldeutig verstehen. Neben dem üb­lichen Strohhalm, der den Vögeln zum Nest­bau dient, kann hier mit dem Aufkommen der Kunst­stoffindustrie ebenso der künst­li­che Strohhalm, der zum Trinken verwendet wird gemeint sein, der ge­ge­ben­enfalls sogar als Baumaterial nützlich sein kann und somit für eine positiv ver­mit­telte Wechsel­wir­kung zwischen Natur und menschlichem Eingriff verstanden werden kann.

Alles in allem spiegelt das Gedicht ein positives Verhältnis zwischen der Natur und den Städten sowie der Technisierung wider, was auch ganz im Zeichen des Naturalismus steht.

4.2  Kontext

Holz war stets darum bemüht, die Natur so detailgetreu, wie es dem Naturalismus .....

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In diesem Gedicht tritt Holz‘ Revolution deutlich zutage. Dieser Entwicklungsschritt der von seinem Buch der Zeit hin zum Phantasus zutage tritt, kommt darin besonders zur Geltung, da er diese Gedichte um eine unsichtbare Mittelachse zentriert, um die jeweils beabsichtigten Lautbilder typografisch anzudeuten. Trotz dessen muss bemerkt werden, dass zu dem Zeitpunkt bereits Vorläufer wie u.a. Goethe und Heine[22] „freie Rhythmen“ bereits boten.

Auffällig ist jedoch, dass Holz nahezu expressionistisch jede andere Form der gebundenen Metrik ablehnte. 

Für ihn äußerst sich die Natur‘ mittels einer natürlichen Sprache, nämlich einer All­tags- und Ge­brauchs­sprache, ganz im Gegensatz zu traditionellen, künstlichen und lyrischen Ausdrucks­mit­teln.

5. Gedichtvergleich

5.1  Vergleich der Werke Holz‘ Chorus der Lyriker und rote Dächer!

Stellt man nun die beiden Gedichte Holz‘ einander gegenüber, so lässt sich feststellen, wie unterschiedlich diese doch sind:

Chorus der Lyriker, ist klar als das Ältere der beiden zu identifizieren, was natürlich am Gedichtaufbau direkt zu erkennen ist. Während Chorus der Lyriker noch aus dem Buch der Zeit entstammt, erschien Rote Dächer! aus dem Phantasus und entstand immerhin 12 Jahre später. Dieser Entwicklungsschritt innerhalb der Metrik vom Buch der Zeit bis zum Phantasus ist enorm. Im Gegensatz zu Chorus der Lyriker ist seine „Revolution der Lyrik“ in Rote Dächer! schon um einiges besser zu erkennen, denn laut Holz musste der Rhythmus natürlich und auch notwendig sein und dem Inhalt entsprechen.

In seinen theoretischen Schriften erläutert er ein simples Prinzip, so schreibt er in der Revolution der Lyrik:

Ich schreibe als Prosaiker einen ausgezeichneten Satz nieder, wenn ich schreibe: „Der Mond steigt hinter blühenden Apfelbaumzweigen auf“. Aber ich wür­de über ihn stolpern, wenn man ihn mir für den Anfang eines Ge­dichts aus­gäbe. Er wird zu einem solchen erst, wenn ich ihn forme: „Hinter blüh­en­den Apfelbaumzweigen steigt der Mond auf.“ Der erste Satz refer­iert nur, der zweite stellt dar.

Erst jetzt, fühle ich, ist der Klang eins mit dem In­halt. Und um diese Einheit bereits deutlich auch nach außen zu .....

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