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Term paper
Pedagogy

University, School

Universität Hildesheim

Grade, Teacher, Year

2 , 2014

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Arbeitsweltbezogene Angebote für Menschen mit Behinderung


Arbeitsweltbezogene angebote für menschen mit behinderung

Alexianer in Münster – Inklusion oder schon Exklusion?


Inhaltsverzeichnis



1 Einleitung


Arbeitsweltbezogene Angebote für Menschen mit Behinderung sind immer häufiger Teil gesellschaftlicher Diskussionen. Die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung in das alltägliche Leben soll gefördert und unterstützt werden. Häufig werden Menschen aufgrund ihrer Beeinträchtigung ausgeschlossen oder ihnen wird voreingenommen entgegengetreten. Viele Organisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, genau dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie versuchen, die Teilhabe sowohl am Arbeits- als auch am gesellschaftlichen Leben zu sichern.

So auch die Organisation der Alexianer. Aber sorgt diese Organisation wirklich für eine Inklusion von Menschen mit Behinderung, oder ist es in gewisser Weise eine „inklusive“ Exklusion. Genau diese Frage zu beantworten stellt das Ziel dieser Hausarbeit dar.

Hierbei werden zunächst Definitionen herausgearbeitet die für die spätere Beantwortung der Frage wichtig sind. Diese belaufen sich auf Inklusion, Exklusion, Segregation und Integration. Auch eine Definition von Behinderung ist wichtig um die Problematik einschätzen zu können. Im gleichen Zug wird die Bedeutung von Arbeit für Menschen mit Behinderung sowie das Prinzip der Werkstattarbeit herausgearbeitet.

Fortgefahren wird mit der Vorstellung der Organisation der Alexianer. Hierbei werden allgemeine Informationen genannt und es wird kurz auf die Werkstattarbeit eingegangen. Da die Alexianer viele Standorte haben, wird sich im Folgenden auf die Alexianer in Münster konzentriert. Angebote für Menschen mit Behinderung und integrative Betriebe werden hierbei vorgestellt.

Das Fazit stellt den Schluss dieser Arbeit dar. Herausgearbeitet wird hier, ob die Alexianer durch ihre Organisation Inklusion von Menschen mit Behinderung fördern, oder ob es eine Art der Exklusion ist.


2 Begriffsklärung

Für das weitere Arbeiten bedarf es einer geeigneten Begriffsklärung. Die Begriffe die hierbei wichtig sind lauten Exklusion, Segregation, Integration und Inklusion. Folgend werden kurze Definitionen genannt.


2.1 Exklusion


Das Wort Exklusion stammt aus dem lateinischen von dem Verb „exclusio“ und bedeutet so viel wie Ausschließung bzw. Ausgrenzung.1

Die Definition des Begriffes Exklusion gestaltet sich als schwierig. Betrachtet werden nun zwei Definitionsansätze.

Nach Kronauer liegt „kein ausgearbeitetes Theoriegebäude vor, das ihm seinen genaueren Platz zuweist. ( ). Gleichwohl lassen sich in der sozialwissenschaftlichen Diskussion drei kategoriale Bestimmungen erkennen, die für den Exklusionsgedanken wesentlich, in ihrem Verhältnis zueinander allerdings erst noch genauer zu fassen sind.“2.
Wichtig scheint hierbei die Unterscheidung verschiedener Gesichtspunkte des Exklusionsproblems.3 Die
„Desintegration am Arbeitsmarkt“4 auf der einen Seite, und die „Auflösung sozialer Bindungen“ 5auf der anderen.6 Zum anderen „ein Verständnis von Exklusion als Verlust von Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben“7. Abschließend scheint für Kronauer die „Betonung des Prozesscharakters von Exklusion“8 elementar zu sein.

Die Desintegration am Arbeitsmarkt und die Auflösung sozialer Bindungen meint einerseits, „die zunehmende Prekarität in der Erwerbsarbeit, die für wachsende Gruppen der Bevölkerung bis hin zum völligen Ausschluss von regulärer Erwerbstätigkeit führt.“9. Andererseits „schlägt sie sich als Schwächung der sozialen Einbindung nieder, bis hin zur sozialen Ausschließung.“10.

Die Schwächung der sozialen Einbindung bezeichnet hier, die „Auflösung sozialer Nahbeziehungen, insbesondere familiärer Netze, aber auch fehlenden Zugang zu Institutionen.“11. Diese Art der Ausgrenzung scheint somit eine notwendige Bedingung für Exklusion zu sein.12

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Der Verlust von Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben, meint die sinkende Teilhabe in unterschiedlichen Teilbereichen gesellschaftlichen Lebens. So wird beispielsweise die Teilhabe an Ökonomie, Kultur, Politik und Sozialem verwehrt.13

Durch das nicht erfüllen der Erwartungen der Gesellschaft, kommt es zu einem Gefühl des Scheiterns bzw. Versagens.

Exklusion als Prozess, „lenkt den Blick nicht nur auf die Betroffenen, sondern ebenso auf die Akteure und Agenturen der Ausschließung.“14. Exklusionsprozesse sind weder aufzuhalten noch umkehrbar. Sie stellen somit einen fortlaufenden Prozess dar.

Nach der Definition der Europäischen Kommission im Jahre 2004 meint Exklusion den „Prozess, durch den bestimmte Personen an den Rand der Gesellschaft gedrängt und durch ihre Armut bzw. wegen unzureichender Grundfertigkeiten oder fehlenden Angeboten für lebenslanges Lernen oder aber infolge von Diskriminierung an der vollwertigen Teilhabe gehindert werden.“15.

Exklusion äußert somit als Ausschluss von Personengruppen oder einzelnen Personen aus dem gesellschaftlichem System.



2.2 Segregation

Segregation (vom Lateinischen „segregare“, [bedeutet] so viel wie absondern, trennen, entfernen).“16

Segregation beschreibt den Prozess, in dem Menschen aufgrund gewisser Merkmale oder nach bestimmten Kriterien auf bestehende Institutionen verteilt werden. So stellt das heutige Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Sonderschule) ein gutes Beispiel für die Segregation in unserer Gesellschaft dar.17

2.3 Integration

Integration (lat.), ,Wiederherstellung eines Ganzen’, soziologische Bezeichnung für Prozesse der verhaltens- u. bewußtseinsmäßigen Eingliederung in bzw. Angleichungen an Wertstrukturen u. Verhaltensmuster( ).“18.

Mit der bewußtseinsmäßigen Eingliederung an Wertstrukturen kann zum einen die Angleichung einzelner Personen an bestimmte Gruppen, Organisationen und interessante bzw. für sie von Bedeutung scheinende Bereiche der Gesellschaft gemeint sein.19 Zum anderen die Anpassung bzw. Angleichung zwischen verschiedenen Gruppen, um eine möglichst gleiche gemeinsame kulturelle Struktur bzw.

Einheit herzustellen.20 Letzteres ist gleichzustellen mit der Angleichung zwischen verschiedenen Gesellschaften. Integration scheint somit nicht ein stehengebliebener Zustand zu sein, der plötzlich da ist und dann wieder verschwindet. Sondern ein Prozess der fortwährend anhält.21 Wichtig ist auch, dass Integration nur funktioniert wenn es der eigene Wille ist, sich selber in eine Gesellschaft oder eine Gruppe zu integrieren.22 Ein weiteres wichtiges Ziel der Integration ist es „Menschen ( .) in die Gesellschaft einzubeziehen.

Zuwanderern soll eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden.“23


2.4 Inklusion

Inklusion stammt vom lateinischen Verb „includere“ (einschließen) und wird mit dem Adjektiv „inclusivus“ (eingeschlossen) sowie der Adverbform „inclusive“ (einschließlich, inbegriffen) in Verbindung gebracht (Duden 1997, 306).“24

In einer inklusiven Gesellschaft, hat jeder Mensch das Recht als „vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied anerkannt zu werden“25. Jene Art der Anerkennung beinhaltet den Anspruch auf Partizipation und Selbstbestimmung am gesellschaftlichen Leben.26 „Diese Rechtsperspektive verpflichtet zugleich die Gesellschaft, dafür Sorge zu tragen, dass keine Aussonderung oder Benachteiligung von Menschen stattfindet und das diejenigen, die hilfebedürftig sind, angemessene Unterstützung erfahren.“27 Bezeichnet man also Inklusion als Zugehörigkeit, so bezieht sich dies nicht nur auf Menschen mit körperlich und geistiger Behinderung, sondern auf alle Menschen die in der Gesellschaft ausgegrenzt und Benachteiligt werden.

Zu solchen Gruppen können zum Beispiel Alleinerziehende, Familien mit einer hoher Anzahl von Kindern, ältere Menschen, Menschen verschiedener kultureller Herkunft unterschiedlichen Geschlechts, Sexualität und sozialer Herkunft zählen.28 Das Leben in einer inklusiven Gesellschaft umfasst somit weitestgehend die Idee der Barrierefreiheit.29 Allen Mitgliedern einer Gesellschaft müssen „wichtige soziale und kulturelle Systeme (z.B. allgemeine Bildungseinrichtungen und Dienstleistungen, Arbeitsplätze in regulären Betrieben)“30 verfügbar und zugänglich gemacht werden.

Ein weiteres, nicht so verbreitetes Verständnis sieht in Inklusion einen Zustand, der am Ende eines integrativen Prozesses stehe: Der Weg von der Segregation durch Integration zur Inklusion.“.31


3 Begriffsklärung

3.1 Definition Behinderung

Eine allgemein anerkannte Definition von Behinderung liegt bis zum heutigen Tage nicht vor, obwohl der Begriff seit einigen Jahrzenten im allgemeinen Sprachgebrauch gängig und wissenschaftlich etabliert ist.“32

Diese Schwierigkeit ist darauf zurückzuführen, dass der Begriff „Behinderung“ in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Funktionen hat.33 So handelt es sich um einen „medizinischen, psychologischen, pädagogischen, soziologischen sowie bildungs- und sozialpolitischen Terminus.“34. Vorliegend wird Behinderung in den „Empfehlungen der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates“ wie folgt definiert: „Als behindert im erziehungswissenschaftlichen Sinne gelten alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die in ihrem Lernen im sozialen Verhalten, in der sprachlichen Kommunikation oder in den psychomotorischen Fähigkeiten so weit beeinträchtigt sind, dass ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft wesentlich erschwert ist, deshalb bedürfen sie besonderer pädagogischer Förderung.“35.

Die Definition des Sozialgesetzbuches IX betrachtet Behinderung als einen Entwicklungsrückstand. „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.“37.

Wichtig für das Verständnis des Begriffes „Behinderung“ ist auch, dass Behinderungen nicht im medizinischem Sinne „geheilt“ oder „behandelt“ werden, sondern Menschen mit einer solchen Beeinträchtigung gefördert, gestärkt und gepflegt werden sollen.38 „Die professionelle Kernaufgabe bei Behinderung ist nicht die Heilung bzw. Behandlung eines pathologischen Prozesses (in dem Sinne, dass man diesen stoppt, aufhält bzw. die Selbstheilungskräfte stärkt), sondern die Stärkung und Schulung und Entwicklung von Fähigkeiten oder nötigenfalls die stellvertretende Übernahme alltäglicher Funktionen.

Es wird bei allen diesen Tätigkeiten Idealfalls immer eine funktionale Integration unterstützt und angeregt. Behinderung und ihre Rehabilitation erzwingt so gesehen geradezu eine Kompetenz- und nicht eine Defizitorientierung.“39.

Die Kompetenzen die sich aus dem Umgang mit Behinderung ergeben, sollen somit nicht negativ aufgenommen bzw. defizitär wahrgenommen werden, sondern als positive Bereicherung.


3.1.1 Schwerbehinderung

Das Sozialgesetzbuch IX definiert Schwerbehinderung wie folgt:

Der Begriff Schwerbehinderung ist eine Steigerung des Begriffes Mehrfachbehinderung. Ein Mensch mit einer solchen Behinderung benötigt einen besonders großen Hilfs- und Förderbedarf.41

Solarova (1975) unterscheidet die Mehrfachbehinderung wie folgt.

Zum einen „Mehrfachbehinderung durch schicksalhafte Kumulierung („Sekundärschädigung“)“42. Diese Bezeichnung meint, dass ein bereits beeinträchtigter Mensch durch einen zufälligen Unfall eine weitere Beeinträchtigung erleiden muss. Als Beispiel wird hier ein Gehörloser, der durch einen zufälligen Unfall zusätzlich körperbehindert wird, genannt.43 Des Weiteren wird Mehrfachbehinderung „als Folge eines Schädigungssyndroms“44definiert.

Hierbei ist die Rede von einer Behinderung die weitere Beeinträchtigungen hervorruft. So gilt beispielsweise eine cereblare Bewegungsstörung als Körperbehinderung, kann aber zusätzlich Sprach- und Lernbehinderungen bewirken. „Mehrfachbehinderung als Folgebehinderung“45 ist die letzte Beschreibung nach Solarova. Die obligate Folgebehinderung meint eine Behinderung, die nicht als Folge verhindert werden konnte.

Ein Mensch, bei dem viele solcher Mehrfachbehinderung zusammentreffen, hat eine Schwerstmehrfachbehinderung.


4 Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung

4.1 Bedeutung von Arbeit

Die Teilhabe am Erwerbsleben hat für Menschen mit Behinderung einen genauso hohen Stellenwert, wie für Menschen ohne Behinderung. Mit einer eigenen Erwerbstätigkeit geht Selbstständig- und Unabhängigkeit einher. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit ihr Leben selber zu gestalten und vor allem die Materielle Existenz zu sichern.47

Neben der finanziellen Sicherung wünschen sich Menschen mit Behinderung auch, sich durch einen Beruf verwirklichen zu können und eine erfüllende befriedigende Tätigkeit auszuüben.“48. Die Gestaltung eines „Selbstbestimmten Lebens“ steht hierbei häufig an höchster Stelle. „Selbstbestimmt leben heißt, KONTROLLE ÜBER DAS EIGENE LEBEN zu haben, basierend auf der Wahlmöglichkeit zwischen akzeptablen Alternativen, die die Abhängigkeit von den Entscheidungen anderer bei der Bewältigung des Alltags minimieren.


Aber nicht nur das Selbstbestimmte Leben und die finanzielle Absicherung bzw. Unabhängigkeit stehen im Fokus, sondern auch die Teilhabe an der Gesellschaft. Durch die Arbeit in inklusiven Betrieben, haben Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und ihre Identität zu entwickeln.50

Eine dauerhafte berufliche Eingliederung ist für Menschen mit Behinderung von elementarer Bedeutung, da sie einer der wesentlichen Faktoren und zugleich Voraussetzungen für ihre Eingliederung in die Gesellschaft insgesamt ist.“51.

Menschen mit Behinderung erhalten die Möglichkeit, durch ihre speziellen Fähigkeiten, zum Wohl der Gemeinschaft beizutragen und durch routinierte Arbeitsabläufe ihre Fähig- und Fertigkeiten in bestimmten Bereichen zu verbessern.52

Nach SCHUBERT erfüllt Arbeit für behinderte wie für nichtbehinderte Menschen die qualitativ gleichen Funktionen. Die Unterschiede selbst ergeben sich erst im Stellenwert einzelner Funktionen der Arbeit, wobei hier neben individuellen Besonderheiten Art und Ausmaß der Behinderung wesentliche Rollen spielen.“53.

§ 136 des Sozialgesetzbuches IX (SGB) beschäftigt sich mit den Aufgaben der Werkstätten für behinderte Menschen. In den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) haben Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit am Arbeitsleben teilzuhaben. „Die Integrationsprojekte bieten den schwerbehinderten Menschen eine Beschäftigung und arbeitsgeleitete Betreuung an, soweit erforderlich auch Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung.“55.

Werkstätten stehen allen Menschen mit einer Behinderung offen. Zunächst einmal wird nicht auf Art und schwere der Behinderung geachtet. Dies ist nur der Fall, wenn eine Person durch ihre Behinderung bzw. durch ihr Verhalten andere Menschen gefährden könnte.56 Diese Menschen werden allerdings nicht ausgeschlossen, sondern in Gruppen betreut, die an die Werkstätten angegliedert sind.57Ziel ist außerdem, dass die Menschen die in solchen Werkstätten arbeiten, ihre eigenen Fähig- und Fertigkeiten entfalten können.

Für die geleistete Arbeit werden die Arbeitnehmer entlohnt.


Viele Einrichtungen einer Region befinden sich in direkter Nähe zueinander und bilden einen starken Verbund. So profitieren die einzelnen Häuser der Alexianer immer auch von der Kompetenz und Infrastruktur der Unternehmenspartner.“60.

Zusätzlich decken sie allerdings noch viele weitere Bereiche ab, so wie „somatische und psychiatrische Krankenhäuser, Einrichtungen der Senioren- und Eingliederungshilfe, Gesundheitsförderungs- und Rehabilitationseinrichtungen, Werkstätten für behinderte Menschen sowie Integrationsbetriebe und ambulante Versorgungs- und Pflegeangebot.“61.

Hilfe für Menschen mit Behinderung bedeutet hier, diesem Personenkreis spezielle Angebote entgegenzubringen. Diese beziehen sich auf die Bereiche Wohnen, Freizeit, Alltagsbewältigung und Arbeit. Durch stationäre Wohnformen können die Alexianer für rund 3.500 Menschen mit psychischer und geistiger Behinderung eine Vielzahl von Wohn- und Betreuungsangebote sowie Arbeitsplätze und Möglichkeiten der beruflichen Bildung und Förderung anbieten.62 Die Alexianer Wohnverbunde gibt es Bundesweit in vielen Städten.

Die Beschäftigen erhalten eine Perspektive für einen selbst gestalteten Alltag und eine Zukunft.“63. In den von den Alexianern organisierten Integrationsbetrieben findet eine Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung statt. Durch diese Art der Zusammenarbeit, kann individuell geholfen und gefördert werden.



5.2.1 Werkstattarbeit bei den Alexianern


Das Prinzip Der Werkstattarbeit bei den Alexianern ist es, Menschen mit Behinderung „angepasste Arbeitsplätze und optimale Arbeitsbedingungen zu bieten.“64. Sie bieten vielfältige Beschäftigungen und Qualifizierungen, angepasst an die Möglich- und Fähigkeiten der Mitarbeiter. Nicht der Gewinn steht im Mittelpunkt der Arbeit, sondern die Mitarbeiter stehen an höchster Stelle.

Sie sollen individuell gefördert, gefordert und qualifiziert werden. Die Möglichkeiten und die Vielfalt jedes einzelnen muss hierbei wertgeschätzt werden. Das Motto der Werkstattarbeit „Meine Arbeit, mein Werk!“65, macht deutlich, dass auch für Menschen mit Behinderung Arbeit zur Erfüllung des Lebens gehört.66 Das geleistete kann betrachtet und ein Erfolgserlebnis verzeichnet werden.

5.3. Die Alexianer Münster


der Standort der Alexianer in Münster-Amelsbüren ist zugleich Sitz der Dachgesellschaften aller Alexianer-Standorte in Deutschland.“68.

Die Angebote der Alexianer Münster richten sich nach dem allgemeinen Prinzip der Alexianer an Menschen mit Beeinträchtigungen. Speziell richten sie sich an „Menschen mit Behinderung, psychischen Erkrankungen, ältere und pflegebedürftige Menschen und auch an junge Menschen.“69. Ebenso wird sich im Besonderen Maße um das Wohl von Menschen mit Behinderung gekümmert. „Ihnen als psychisch erkrankten, behinderten oder alten Menschen einen Platz in der Gesellschaft zu sichern“70 stellt das Ziel der Mitarbeiter der Alexianer Wohnbereiche dar.

Die Bewohner der Wohnbereiche sollen ihr Leben so führen können, wie es ihnen entspricht. Hierfür bedarf es der geeigneten Unterstützung, Freiheit und Darlegung von Perspektiven.71 Neben vielen Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigung, bieten die Alexianer auch weitaus mehr als nur die Vorzüge eines sozialen Unternehmens.72 Auf dem Gelände des Alexianer-Campus finden sich viele überregional bekannte Angebote.

Viele Elemente Kükelhaus finden sich auch in diesem Sinnespark wieder. So beispielsweise „die Rieseltafel, der Summstein, die Partnerschaukel und die Hörrohre. Andere Stationen wurden eigens für den Sinnespark entworfen und gebaut.“76.

5.3.1.Angebote für Menschen mit Behinderung


5.3.1.2 Stationäre Angebote


Stationäre Angebote bieten die Alexianer Münster für Menschen mit psychischer Behinderung, Minderbegabung, Menschen mit erworbener Hirnschädigung und für ältere Menschen mit einer Behinderung an. Insgesamt umfassen die stationären Angebote rund 30 Wohngruppen, die sich auf dem Campus in Münster-Amelsbüren oder in den umliegenden Stadtteilen befinden.77

Menschen mit psychischer Behinderung haben es oft nicht leicht, sich in ihrem sozialen Umfeld zu organisieren. „Zehn verschiedene Wohngruppen sind auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer psychischen Behinderung konzipiert.“78. Die Alexianer unterstützen solche Menschen in ihren Möglichkeiten. „Ein fester Tageseythmus verleiht Ihnen Sicherheit. Ein Netz an Therapien und Angeboten fördert ihre Fähigkeiten.“79. Psychische Erkrankung umfassen hier beispielsweise „Schizophrene, schizoaffekte und affektive Störungen und Borderline-Erkrankung.“80.


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