<
>
swopdoc logo
Download
a) trade for free
b) buy for 1.16 $
Document category

Interpretation
German studies

University, School

Gymnasium Sacre Coeur, Wien

Grade, Teacher, Year

2, Prof. Gusenbach, 2012

Author / Copyright
Text by Heide P. ©
Format: PDF
Size: 0.23 Mb
Without copy protection
Rating [details]

Rating 4.5 of 5.0 (2)
Live Chat
Chat Room
Networking:
0/2|0[-3.0]|0/3







More documents
Erörterung Lew Wygotski “Das Bewusstsein spiegelt sich im Wort, wie die Sonne in einem Regentropfen.” Ich möchte mich mit dem Zitat: “Das Bewusstsein spiegelt sich im Wort, wie die Sonne in einem Regentropfen.” von Lew Wygotski auseinandersetz­ten­. Es steht also die Frage im Raum, wie die Sprache, mit dem Bewusstsein zusammenhängt und ob der Mensch mit seiner Sprache in der Lage ist sein gesamtes Bewusstsein, also seine Gedanken, seine Gefühle, seinen im weiteren Sinne inneren Geist mit der Sprache abzubilden und somit für andere…
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildun­g (ZfsL) - Schriftlicher Unterrichtsentw­urf Mathematik – Subtraktionsauf­gab­en und arithmetische Muster „Wir erforschen die Besonderheiten der ANNA-Ergebnisse­“ 1 Thema der Unterrichtsreih­e „Wir erforschen Zahlenmuster von ANNA und MOMO“ - Aktiv-entdecken­de Auseinandersetz­ung mit verschiedenen Zahlenmustern durch das Bilden spezieller Subtraktionsauf­gab­en und Erforschen zugrundeliegend­er Gesetzmäßigkeit­e­n zur Förderung der prozessbezogene­n mathematischen…

Anna Karenina - Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Buchkritik - Interpretation


„[…] nicht weil sie sehr schön gewesen wäre, nicht wegen der Eleganz und bescheidenen Grazie, die an ihrer geesamten Gestalt zu sehen waren, sondern weil der Ausdruck des anmutigen Gesichts, als sie an ihm vorüber ging, etwas besonders Herzliches und Zärtliches hatte.“ (S.97) – Graf Alexej Wronski über Anna Karenina

„Anna Karenina“ gehört zu den Hauptwerken von Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi, einem der bedeutendsten russischen Autoren des 19. Jahrhunderts. Fünf Jahre dauerte es, bis er den Roman vollendet hatte. Tolstoi beschreibt das Leben dreier russischer Adelsgeschlechter, die durch unterschiedliche Verwandtschafts- verhältnisse miteinander verbunden sind.

Die Hauptfigur ist Anna Karenina, eine verheiratete Frau aus der höchsten Gesellschaft, die sich schlussendlich selbst verliert.

Stepan Arkadjitsch Oblonski (Stiwa) betrügt seine Frau Darja Alexandrowna (Dolly) mit einer Französin. Da ihre Ehe dadurch zu scheitern droht und sie das wegen ihrer drei gemeinsamen Kinder verhindern wollen, kontaktiert Stiwa seine Schwester Anna Arkadjewna Karenina in Petersburg, um ihre Lage zu retten.

Anna ist mit dem Fürsten Alexej Alexandrowitsch Karenin verheiratet. Auf ihrem Weg nach Moskau zu ihrem Bruder, trifft sie Graf Alexej Wronksi auf dem Bahnhof. Der Graf findet Gefallen an ihr, obwohl alle eigentlich nur noch darauf warten, dass er Katerina Schtscherbazkaja (Kitty) –Dollys Schwester- einen Heiratsantrag macht.

Währenddessen kommt Konstantin Dimitrijewitsch Lewin, ein guter und alter Freund von Stiwa, zu Besuch nach Moskau. Doch seine Reise hat einen besonderen Grund. Auch er will vor Kitty auf die Knie fallen, denn die Liebe, die er für sie empfindet, ruht schon lange in ihm.

Kitty jedoch lehnt diesen, da sie immer noch auf Wronski wartet, ab, obwohl sie Lewin sehr gern hat. Anna hilft ihrem Bruder und als sie sieht, dass sie lieber wieder abreisen sollte, folgt ihr Wronski und macht Kitty somit keinen Antrag. Anna lässt sich auf den Grafen ein und sie führen eine zunächst geheime Beziehung.

Free of charge
Download
Anna Karenina - Lew Nikolajewitsch Tolstoi - Buchkritik / Interpretation
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Nachdem sie ein Kind von Wronski gebärt und die Umstände in ihrem Haus mit ihrem Ehemann nicht mehr aushält, beschließt sie mit Wronski zusammenzuleben. Doch ihr Glück findet sie nicht mehr wieder. Die Gesellschaft dreht ihr den Rücken zu und sie verliert sich selbst nach und nach, bis sie keinen anderen Ausweg mehr sieht und Selbstmord begeht. 

„Nur darum war sie nicht lebendig [auf dem Porträt], weil sie schöner war, als eine lebendige Frau sein könnte.“ (S.1046)

Anfangs scheint Anna Karenina alles zu haben, was man braucht, um glücklich zu sein. Einen Ehemann, der sie liebt, einen Sohn und Ansehen in der Gesellschaft. Auch Tugend und Christentum spielen in ihrem Leben eine große Rolle.

Als jedoch eines Tages Graf Alexej Wronksi in Moskau in ihr Leben eintritt, beginnt sie eine leidenschaftliche Liebe für ihn zu hegen. Sie erkennt, dass ihre Ehe sich allmählich nur dahin zieht und sehnt sich nach Abwechslung. Die Gesellschaft betrachtet Anna nun mit anderen Augen.

Lange quält sie sich und ihren Mann, indem sie ihn betrügt. Er wird ihr zuwider und sie ekelt sich vor ihm und seiner Großmütigkeit. Karenin ahnt alles allerdings schon und als sie ihm dann endlich alles gesteht, will er nur, dass sie weiterhin wie früher mit ihm lebt und Wronski nicht mehr trifft.

Dieser gestattet es jedoch nur unter einer Bedingung: Anna muss ihm ihren gemeinsamen Sohn, ihr ein und alles – Serjoscha- überlassen. Nach langwierigem Nachdenken über die schreckliche Wahl, die sie zu treffen hat, verlässt sie Karenin. Der Anfang der Beziehung mit Wronski ist wundervoll und sie reisen nach Italien.

Wieder in Petersburg angelangt, merkt sie dass sich alles geändert hat. Die Gesellschaft hat sich gegen sie gewendet, verachtet sie und meidet sie. Alle spielen ihr etwas vor. Als sie mit Wronski auf ein Gut am Land übersiedelt, wird ihre Situation schlimmer. Anna geht kaum mehr aus dem Haus und das ewige Allensein richtet sie immer mehr zu Grunde.

Zunächst will sie die Ehe mit Wronski nicht, denn dazu braucht sie die Einwilligung ihres Mannes zur Scheidung. Das würde aber bedeuten dass sie ihren Sohn nie wieder sehen dürfte. Doch von Tag zu Tag wird sie unglücklicher, zweifelt immer mehr an Wronskis Liebe.

Ihre Gefühle spielen verrückt. Einerseits hasst sie Wronski für seine Kälte und den Abstand, der beide ins Verderben stürzt, denn während ihr Liebe immer leidenschaftlicher wird, wird seine immer kälter. Andererseits kann sie ihn auf Grund  ihrer enormen Liebe nicht verlassen und ist manchmal verrückt nach ihm. [„Ich will Liebe, und da ist keine.“ (S.1117)]

Auch die täglichen Auseinandersetzungen mit ihm machen sie solange wahnsinnig, bis sie sich endlich entscheidet, Wronski zu heiraten und sich von ihrem Mann scheiden zu lassen. Karenin willigt jedoch nie ein. Niemand versteht ihre missliche Lage und sie kann sich niemandem anvertrauen.

Der einzige Ausweg für sie ist der Tod. Er würde ihr die Qualen nehmen und vor allem – dieser Gedanke freut sie am meisten- würde sie Wronski elende Leiden zufügen. Er würde jeden gemeinen Satz in ihren Auseinandersetzungen bereuen, jede Sekunde, in der er ihr nicht seine Aufmerksamkeit geschenkt habe, jede Sekunde der Gleichgültigkeit ihr gegenüber.

Sie würde ihn zu Grunde richten so, wie es ihr wiederfahren ist ([ ]Alles gelangt zum Heil durch den Tod. Sterben-und er wird bereuen, wird bedauern, wird lieben, wird meinetwegen leiden.“(S.1118)).

Bei ihrer ersten Begegnung mit Wronski, sind sie gerade auf einem Bahnhof und ein Arbeiter wird von einem Zug überfahren. Anna weiß das bedeutet Unglück. Seit diesem Ereignis sind 4 Jahre vergangen. Als sie im Zug sitzt und zu Wronski fahren möchte, erinnert sie sich daran.


„Und die Kerze, in deren Licht sie das von Unruhe, Trug, Kummer und Übel erfüllte Buch gelesen hatte, flackerte auf, heller denn je, erhellte ihr alles, was zuvor in Finsternis gelegen war, knisterte, wurde schwächer und erlosch für immer.“ (S.1153)

Der Autor legt anscheinend sehr viel Wert darauf sie nicht schuldig, sondern erbarmenswert darzustellen. Auch als Leser empfindet man eher Mitleid mit Anna als, dass man sie verurteilt. Was besonders auffällt ist, dass Anna –die Hauptfigur selbst- erst im vierten Kapitel des ersten Teils erwähnt wird.

Tolstois Charaktere entwickeln sich weiter und verändern sich ihn ihrem Handeln und Denken. Am besten wird dieser Wandel bei Konstantin Dimitrijewitsch Lewin sichtbar.

Nur auf seinem Gut ist er wieder er selbst. Lewin reist extra nach Moskau, um Kitty –Darja Alexandrownas Schwester- einen Heiratsantrag zu machen. Als er nach ihrer Ablehnung wieder zurück auf sein Gut fährt, beginnt er über sein Leben nachzudenken. „Sollte ich eine Frau haben? Eine Arbeit haben und zum Arbeiten gezwungen sein?“ (S.419) Er beginnt zum Beispiel eine Zeitlang mit seinen Bauern mitzuarbeiten, um zu sehen wie es sich anfühlt.

Durch Darja angetrieben fährt er noch einmal nach Moskau und macht Kitty erneut einen Heiratsantrag. Ihre glückliche Ehe steht im Gegensatz zur gescheiterten Ehe von Anna und Alexej Karenin. Nach dem Tod von Lewins Bruder Nikolaj beginnt er –der zuvor Glaubenslose- sich Fragen über Leben und Tod zu stellen.

Letzten Endes kommt er doch zur „Erleuchtung“ und ist vom Gefühl des Glaubens überwältigt. Später schreibt er sogar ein Buch über die Landwirtschaft.

Lewin soll eine  Art Abbild der eigenen Biografie Tolstois sein. Nicht nur ist ein Name von seinem „Schöpfer“ (Lew) abgeleitet, sondern wie Lewin lebte auch der Autor mit seiner Frau auf dem Land, arbeitete in der Landwirtschaft, war als Schriftsteller tätig, pflegte eine Leidenschaft für die Jagd, hatte ebenfalls eine Abneigung gegenüber der Stadt und machte sich auf die geistige Suche.

Tolstoi erzählt einzelne Szenen -zeitgleiche Ereignisse- aus mehreren Perspektiven von verschiedenen Personen. Er hat eine Vorliebe für lange Beschreibungen von Umgebungen, Gefühlen und Situationen. Dafür verwendet er viele Adjektive und lange Sätze, die sich zum Beispiel über zehn Zeilen ziehen.

Tolstoi stellt den Adel sehr schlecht dar. Er feiert die ganze Zeit Feste, besucht Bälle, isst fast ständig, hat, prächtige Häuser, Angestellte und Kutschen, die ihn überall hinfahren. Vor allem schreibt er ihm Falschheit, Hinterlistigkeit, Geläster (Gesellschaft redet über Anna Karenina), Intrigen und Betrug zu (siehe Waldkauf von Oblonski).

Er steht im starken Gegensatz zum Bürgertum, das ein bäuerliches Leben führt.

Weiteres lässt Tolstoi immer wieder englische und französische Wörter einfließen, die den damaligen Einfluss Europas widerspiegeln. Zeitraum der Handlung ist vom 28. Februar 1872 bis ungefähr Ende Juli 1876. Als Schauplätze legt Tolstoi Moskau, St.

Das Faszinierende an Tolstois Meisterwerk sind nicht nur seine beeindruckenden und detailreichen Charakterzeichnungen, sondern auch die Art wie er gleichzeitig ein realistisches Bild der russischen Gesellschaft darlegt und uns somit einen Einblick in das 19. Jahrhundert schenkt.

Alle Gefühle, die Tolstois Figuren empfinden –Hass, Liebe, Eifersucht, Leidenschaft, Trauer, Leid- gehen auf den Leser über. Man ist im Stande sich hervorragend in die Personen hineinzuversetzen. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst. Fesselnd, atemberaubend, einzigartig und Anspruchsvoll zugleich.


Legal info - Data privacy - Contact - Terms-Authors - Terms-Customers -
Swap+your+documents