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German studies

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

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1, 2018

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Die Beiden- Hugo von Hofmannsthal Gedichtinterpre­tat­ion In dem Gedicht „Die Beiden“ aus dem Jahre 1896 von Hugo von Hofmannsthal geht es um zwei Personen, eine Frau und einen Mann, die durch die Anwesenheit bzw. Gegenwart des anderen nervös gemacht werden. Die erste Strophe beschreibt, wie eine Frau leicht und sicher einen Becher auf gleicher Höhe mit ihrem Mund und ihrem Kinn trägt, ohne dabei etwas aus diesem Becher zu verschütten. In der zweiten Strophe wird geschildert, wie ein Mann, der eine leichte und feste Hand besitzt,…
22.04.15 Hausaufgaben Der Text „Brief des Lord Chandos“ ist ein, von Hugo von Hofmannsthal im Sommer des Jahres 1902 verfasstes, prosaisches Werk. Dieses erschien als Zweiteiler in der Berliner Zeitung am 18. und 19. Oktober 1902. Das zentrale Thema des fiktiven Briefes ist die Kritik der Sprache als Ausdrucksmittel und die Suche nach einer neuen Poetik. Dieses Werk gilt darüber hinaus als eines der wichtigsten literarischen Dokumente der kulturellen Krise um die Jahrhundertwend­e und wird noch heute als Gegenstand von zahlreichen…

Ballade des äußeren Lebens

(Analyse und Interpretation)1


Inhalt

1. Einleitung 3

2. Gedichtanalyse 4

1.1 Form und Struktur 4

1.2 Stil und Redeschmuck 6

3. Interpretation und Inhalt 8

4. Fazit 13

5. Literatur 14


  1. Einleitung

Die Ballade des äußeren Lebens wurde um ca. 1894 – eine genaue Datierung der Handschrift kann nicht angegeben werden - von Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) verfasst und war das erste Terzinen-Gedicht, welches von ihm veröffentlicht wurde. Erst 1895 schickte Hofmannsthal seine Ballade zusammen mit Über Vergänglichkeit an Stefan George (1868-1933), der die zwei Gedichte in den Blättern für die Kunst publizierte. 2 Zuvor kam es bereits 1891 zu einer Begegnung der beiden Dichter in Wien, bei der der damalig 17-jährige Hofmannsthal mit symbolistischer Dichtung konfrontiert wurde.3 Diese Bekanntschaft war für den jungen Gymnasiasten prägend und nicht ganz unproblematisch.

Zunächst wurde Hofmannsthal neben George zu einem der wichtigsten Vertreter symbolistischer Dichtung in deutscher Sprache. Die Spannungen, die teilweise durch Missverständnisse, teilweise durch homoerotische Neigungen und Eifersucht Georges zustande kamen, führten dazu, dass die gegenseitigen Erwartungen der beiden nicht erfüllt wurden, woraus eine zunehmenden Distanzierung künstlerischer Vorstellungen resultierte.4 Hofmannsthal grenzte sich schließlich von George und seinem Kreis und vor allem von der Lebensferne des Ästhetizismus ab.

Aber dennoch sind seine frühen Gedichte, darunter natürlich seine Ballade des äußeren Lebens, heute noch herausragende Repräsentanten symbolistischer Lyrik.5 Thematisch zeigt sich bei Hofmannsthal zu jener Zeit eine Affinität zu Fragestellungen nach dem Sinn des Seins bzw. Lebens, die aus einer persönlichen Sinneskrise nach dem Armeedienst resultierte. ‚Vergänglichkeit‘ als Schlagwort, die Suche nach dem Lebensgeheimnis und eine träumerische Melancholie prägten das künstlerische Schaffen des Jungen Dichters.

Das zeigt sich auch in weiteren Gedichten, die er zu jener Zeit verfasste: Weltgeheimnis, Terzinen über die Vergänglichkeit, Vorfrühling, etc.6

Kulturgeschichtlich lässt sich die Ballade ins Fin de Siècle einordnen. Die damit verbundene apokalyptische Endzeitstimmung lässt sich auch marginal in Hofmannsthals Gedicht erkennen: Gedanken rund um die Eitelkeit des Lebens, die beinahe barocke Züge tragen, prägen das Gedicht. Auch für die Wiener Moderne war Hofmannsthals frühe Schaffensphase von großer Bedeutung.

Als repräsentativer Symbolist wurde er zur zentralen Schlüsselfigur für den Publizisten Hermann Bahr, der sein Moderne-Programm anfänglich an diesen symbolistischen und auch anti-naturalistischen Tendenzen festmachen konnte. Bahr stilisierte den jungen Hofmannsthal, der sich „Loris“ nannte, zum modernen Dichter par excellence. Unter dieser symbolistischen Etikette folgten Treffen, Diskussionen und Lesungen im Umkreis der Schriftsteller des Jungen Wien (Bahr, Salten, Schnitzler).7


  1. Gedichtanalyse

Der Interpretation von Hofmannsthals Ballade des äußeren Lebens wird eine Analyse des Gedichts vorangestellt. Hier sollen neben rhetorischen Mitteln und Stilistik vor allem formal-strukturelle Aspekte untersucht werden, um bei der folgenden Interpretation auf die erarbeiteten Ergebnisse und Besonderheiten zurückgreifen zu können. Auch sollen Merkmale erfasst werden, anhand derer die Zuordnung des Gedichts zur symbolistischen Lyrik ermöglich wird.

    1. Form und Struktur

Hofmannsthals Ballade besteht aus 22 Versen, die sich in sieben Strophen zu jeweils drei Versen aufgliedern. Der letzte Vers tritt dabei aus der Strophenform heraus und bildet den Abschluss des Gedichts. In Hofmannsthals Handschrift aus dem Jahr 1894 zeigt sich, dass der Autor den zweiundzwanzigsten Vers mittels einer Klammer an den abschließenden Dreizeiler bindet, wodurch die letzte Strophe zum Vierzeiler wird. 8 Durch den charakteristisch dreizeiligen Strophenbau lässt sich erkennen, dass das Gedicht .....[read full text]

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Zusammenfassend sei angemerkt, dass Hofmannsthals Ballade, die sich formal der italienischen Terzinen-Dichtung annähert, durch ihren streng strukturellen Aufbau bereits ein wichtiges Merkmal symbolistischer Dichtung aufweist. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass der Titel schier keine Bezeichnung der lyrischen Form ist, sondern als paradox-ironisches Element dient.

Durch den charakteristischen Klagecharakter lässt sich das Gedicht somit als eine Elegie und nicht als Ballade bestimmen.


1.2 Stil und Redeschmuck

Bereits in der formalen Analyse konnte festgestellt werden, dass das regelmäßige Aufeinanderfolgen von Hebungen und Senkungen eine rhythmische Monotonie erzeugt, woraus ein beinahe schwerfälliger, gar melancholischer Sprachklang mit langen Kola resultiert. Durch Enjambements, die ab der dritten Strophe in jeder Terzine der Ballade vorkommen, entsteht ein gleitender Übergang zum folgenden Vers. – Der fließende Übergang vom Leben zum Tod zeigt sich somit auch formal und klanglich.

Deutlich erkennbar sind vor allem Anaphern, die vermehrt in den ersten vier Strophen, bei denen neun von zwölf Versen mit der Verbindungspartikel „und“ eingeleitet werden, festzumachen sind. Auch in der sechsten und siebten Strophe findet man eine strophenübergreifende Anapher: Beide Terzinen werden mit „Was frommt“ eingeleitet. Daneben lässt sich auch eine Epanalepse feststellen: „Und immer weht der Wind, und immer wieder“ (Vers 7).

Besonderheiten im Klang werden ebenfalls durch einige Alliterationen wie „Und immer weht der Wind, und immer wieder“ (Vers 7), „Was wechselt Lachen, Weinen und Erbleichen?“ (Vers 15), „ewig einsam sind“ (Vers 17), etc. und Assonanzen wie „Und alle Menschen gehen ihre Wege“ (Vers 3), „Und drohende, und totenhaft verdorrte…“ (Vers 12) hervorgerufen.

Allgemein zeichnet sich Hofmannsthals Ballade durch eine artifizielle und ästhetisierende Sprachverwendung aus, die durch Hyperbata in den Versen 3, 16 und 18, Elisionen wie „wenig Tage“ (Vers 6) oder „irgend Ziele“ und auch Ellipsen, wie man sie z.B. in Vers 19 findet, geprägt ist. Auf syntaktischer Ebene zeigt sich in diesem Sinne die häufige Verwendung der Junktion „und“, die im Gedicht 24 Mal festzumachen ist.

Vor allem in den ersten vier Strophen fungieren die Junktionen als syndetische Fügungen zur Verbindung verschiedener Bilder. So reiht Hofmannsthal „Kinder […] mit tiefen Augen“ (Vers 1), „süße Früchte“ (Vers 2), den „Wind“ (Vers 7), „Straßen […] und Orte […] voll Fackeln, Bäumen [und] Teichen“ (Verse 10 und 11) aneinander. In diesen Verbindungen treten auch weitere Aufzählungen auf.

Darunter lassen sich ein Enumeration („Fackeln, Bäumen, Teichen“) im elften Vers und eine Antiklimax („Lachen, Weinen und Erbleichen“) im fün.....

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Die im Gedicht auftauchenden und zumeist dinglichen Symbole haben nicht die Funktion sinnlicher Vergegenwärtigung, sondern fungieren als Äquivalente abstrakter Seelenzustände20. Es sind die inneren Erfahrungen - die Ideen, das Träumerische und Unsagbare -, die zu den tatsächlichen ‚Gegenständen‘ der Dichtung werden. Eine künstliche Dichtersprache ist somit notwendig, um diesen unsagbaren Zuständen gerecht zu werden.21 Diese Dichtersprache findet sich ebenfalls in der Ballade des äußeren Lebens. Die entsprechenden Stilmittel zur Verfremdung wie Hyperbata, Elisionen und Ellipsen konnten bereits im Gedicht festgemacht werden.

Anti-mimetische Tendenzen sind weitere ästhetizistische Indikatoren: Es gibt keine nacherzählbare Handlung bzw. nachahmenden Darstellungen, die Elegie gibt vordergründig Stimmungen wieder. So spricht Hofmannsthal in Poesie und Leben selbst von diesem nicht-mimetischen Anspruch der Dichtung: „Es führt kein direkter Weg von der Poesie ins Leben, aus dem Leben keiner in die Poesie.“22 Ein weiterer wichtiger Aspekt in Hofmannsthals symbolistischer Lyrik ist das souveräne Verfahren, heterogene Elemente zu einem virtuosen Ganzen zu verbinden.23 Dies konnte ebenfalls im Strophenbau, bei den Reimverbindungen und insbesondere in der Bildlichkeit der Elegie festgestellt werden.


  1. Interpretation und Inhalt

Die Ballade des äußeren Lebens beginnt mit einem „Und“, welches sich durch die ersten vier Terzinen zieht. Wie man bereits erkennen konnte, werden verschiede Bilder mit der Verbindungpartikel verknüpft. Zunächst erscheinen diese Verknüpfungen wie willkürliche Aneinanderreihungen verschiedener Sinneinheiten, doch inhaltlich lässt sich eine kohärente Einheitlichkeit der ersten vier Strophen feststellen: Der Text präsentiert den zyklischen Kreislauf des Lebens. 24 Kinder wachsen auf und stehen unwissend und naiv am Beginn ihrer Lebenswege („Und alle Menschen gehen ihre Wege“).

Wie in der Tiefe des Brunnens, ruht in den „tiefen Augen“ der Kinder das Weltgeheimnis, welches mit der voranschreitenden Zeit, mit dem Gehen der Lebenswege, mit dem Alter und schlussendlich mit dem Tod sukzessive aus den Augen schwindet.25 Auch die Früchte, die in Strophe 2 beschrieben werden, reifen wie die Kinder heran, damit sie „wie tote Vögel“ niederfallen und verderben.

Dabei steht das Ganze für das Einzelne und das Einzelne für das Ganze, denn jeder Mensch muss seinen Weg beschreiten, auch wenn er das Ziel nicht kennt, wenn das Leben nur als richtungsloses Gewirr erscheint und ins Leere entgleitet26 Das äußere Leben, Mensch, Tier und Ding, kann sich diesem ewigen Zyklus nicht entziehen. Hier stellt sich ebenfalls die existenzialistische Frage nach d.....

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Kommunikation ist nur mehr ein bloßes Nebeneinander von „Vernehmen“ und „reden“ ohne Inhalt und Tiefsinn. 30 Hier zeigen sich auch schon leichte Anzeichen der später auftretenden Sprachkrise. Zusammen mit den Entgrenzungserfahrungen und den Sinnlosigkeitsgedanken, die unter anderem zur Identitätskrise führen, tritt die Sprachlosigkeit ein.31 Hofmannsthal drückt dies ein Jahrzehnt später im Chandos-Brief (1902) folgendermaßen aus: „Es ist mir völlig die Fähigkeit abhandengekommen, über irgendetwas zusammenhängend zu denken oder zu sprechen.“32 Es zeigt sich eine Entfremdung des Menschen, der nicht erkennt, dass das Weltgeheimnis in ihm und den Worten liegt,33 denn für Hofmannstahl und den Symbolismus referiert das Wort auf eine tiefe, verborgene Ebene – auf das innere Leben, das sich in der Kunst zum Ausdruck kommt.34 Er sieht das Wirken der Kunst nicht im direkten Leben, sondern in der Vermittlung durch Sprache.35 Die Flüchtigkeit ist nicht nur im Wort und in der Sprache enthalten, sondern trifft auch die menschlichen „Glieder“ Die „Lust“ und der Drang nach Taten wird durch die Sinn- und Ziellosigkeit des Lebens determiniert.

Man könnte hier mit der Frage „Was frommt das alles uns und diese Spiele [?]“ aus Vers 18 anknüpfen.

Das vierte Terzett beinhaltet die Projektion des Vergänglichkeitskonzepts auf das Räumliche. Das, was der Mensch erschafft, ist (genauso wie er selbst) in diesen circulus vitiosus eingebunden. Straßen, die als Sinnbilder für die Lebenswege dienen, werden errichtet, „laufen durch das Gras“, damit im Laufe der Zeit das Gras wieder die Straßen bewächst. Demnach lässt sich eine Analogie zu Gryphius` (1616-1664) Sonett Es ist alles eitel herstellen.

Hier schreibt er: „Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein“. Folglich sind Orte „da und dort“ ziellos errichtet worden. Sie sind bloße Elemente des äußeren Lebens ohne innerer Notwendigkeit.36 Mit der letzten Zeile im vierten Vers erhält die erste Sinneinheit ihren Abschluss. Die Fackeln wirken drohend und erinnern durch ihr Abbrennen an das Erlöschen der inneren Flamme des Menschen und somit an den Tod.

Und auch Bäume und Teiche finden ihr Ende. Es zeigt sich, dass in den ersten vier Strophen ein deutlicher Memento mori-Gedanke zum Ausdruck gebracht wird. Im äußeren Leben lässt sich demzufolge nichts finden, was nicht das „[T]otenhaft[e]“ und „[D]rohende“ in sich hat.

Mit der fünften Terzine beginnt ein neuer Sinnabschnitt, der sowohl inhaltlich als auch formal gekennzeichnet ist. Die Aneinanderreihung von verschiedenen, miteinander verknüpften Bildern nimmt hier ein Ende. Es tritt eine reflektierende Instanz in den Vordergrund und hinterfragt Phänomene des äußeren Lebens, wodurch rhetorische Fragen die Vergänglichkeit des Lebens entlarven sollen.

Zweifel gegenüber dem Lebenssinn entsteht, da die Fragen nicht beantwortet werden können. Die Fragen in den Versen 13 und 14 beziehen sich noch auf die konkreten Phänomene des äußeren Lebens wie z.B. die unzähligen „Orte“. Mit dem fünfzehnten Vers erfolgt ein Wechsel in die Ebene des inneren Lebens: „Was wechselt Lachen, Weinen und Erbleichen?“. Es entsteht eine Verknüpfung zwischen äußerem und innerem Leben.
Diese reflexive Haltung setzt sich in der nächsten Strophe fort: „Was frommt das alles uns und diese Spiele, die wir doch groß und .....

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Hier erhalten all die äußerlichen Eindrücke ihren Zusammenhang, ihre schöpferische Ordnung, die innere Bedeutung.42 Das ziellose bestreiten des Weges stellt sich ein, Ruhe überkommt den Menschen, und der Dichter versinkt in seinen Mußestunden in seine Gedanken. - Der Abend bekommt eine beinahe romantisch-mystische Funktion. Im Gegensatz zu den leeren Worten aus Vers 8 hat das Wort „Abend“ Gehalt. - Die symbolistische Funktion von Sprache wird erfüllt, indem „Tiefsinn und Trauer“ aus dem Wort „rinnt“.

Somit wird der „Abend“ zum verbindenten Element und verknüpft äußeres und inneres Leben. Es zeigt sich, dass das Weltgeheimnis im Wort liegt, wie es Hofmannsthal auch in seinem gleichnamigen Gedicht schreibt: „In unsren Worten liegt es drin“.43 Die holen Waben verbildlichen die Münder der Menschen: Wie der „Honig aus den hohlen Waben“ rinnt, rinnen auch die Worte unbedacht aus den Mündern der Menschen.

Die Sprachkritik lässt sich erneut feststellen.

In der letzten Zeile kommt die Ballade schlussendlich zur Ruhe und wird mit dem finalen Endreim abgeschlossen. Da der zwanzigste Vers nicht durch einen Reim gebunden ist und die erste Zeile mit einem „Und“ eingeleitet wird, könnte man darauf schließen, dass der ewige Zyklus hier fortzusetzten sei. Der Kreislauf bleibt erhalten wie das gegenseitige Ablösen von Leben und Tod.

Hofmannsthal war der Meinung, dass das Leben nur durch die gültige Bindung mit dem Unerforschlichen lebbar wird. Ohne Glauben an die Ewigkeit sei kein wahrhaftes Leben möglich. 44


  1. Fazit

Zusammenfassen sei angemerkt, dass Hofmannsthals Ballade des äußeren Lebens noch heute als Meisterwerk der ästhetizistischen Dichtung gilt.45 Die symbolhafte Bildlichkeit, das Nebeneinander von Gegensätzen, der ästhetische Gehalt und die Künstlichkeit der Terzinenstrophen charakterisieren das Gedicht und zeigen die kunstvollen Fertigkeiten des Dichters.

Durch die Thematisierung der Vergänglichkeit von Welt und Mensch und den darauf bezogenen Klagecharakter wirkt die Elegie wie ein Erbe barocker Dichtung. Die Modernität findet sich in der Sprache, in den poetischen Reflexionen und im Lebensgefühl. Im Kontext der Gegenwart könnte man das Gedicht ebenfalls deuten: Die anwachsende Oberflächlichkeit der Gesellschaft ist vergänglich.

Das tatsächlich Wichtige liegt im Inneren des Menschen, im Geiste. Der Sinn des Seins besteht somit in der Akzeptanz der Sinnlosigkeit und nicht im Äußerlichen und Materiellen. Albert Camus (1930-1960) zeigt dies unter anderem in seinem Roman Der Fremde (1942), indem der Protagonist Meursault sein Glück in der Akzeptanz des Absurden findet. Lebenssinn lässt sich nicht mit Worten beschreibe.....

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Haas, Willy: Hugo von Hofmannsthal. Berlin: Colloquium Verlag 1964. (=Köpfe des XX. Jahrhunderts. 34.)


Heinrich, Maike: Erinnerung in der Wiener Moderne. Psychopoetik und Psychopathologie. München: Meidenbauer Verlag 2005. (=Forum Kulturwissenschaften. 1.).


Kammerhofer, Franz: Hugo von Hofmannsthal. Ideen, Träume und Visionen. Graz: CLASSIC-Werbeagentur Verlag 2010.


Lorenz, Dagmar: Wiener Moderne. 2, aktual. u. überarb. Aufl. Stuttgart, Weimar: Metzler 2007. (=Sammlung Metzler. 290.)


Mayer, Mathias; Werlitz, Julian: Hofmannsthal Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart: Metzler 2016.


Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. Hrsg. von Burdorf, Dieter; Fasbender, Christoph; Moennighoff, Burkhard. Stuttgart: Metzler 2007.


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1 Zitiert nach dem Zitierskript des Instituts für Germanistik (Graz)

2 Vgl. Mayer, Mathias; Werlitz, Julian: Hofmannsthal Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart: Metzler 2016, S. 144.

3 Vgl. Mayer, Mathias: Nachwort. In: Hugo von Hofmannsthal: Gedichte. Hrsg von M. M. Stuttgart: Reclam 2000. (= Reclams Universal-Bibliothek. 18036.), S. 107.

4 Vgl. Haas, Willy: Hugo von Hofmannsthal. Berlin: Colloquium Verlag 1964. (=Köpfe des XX. Jahrhunderts. 34.), S. 38-42.

5 Vgl. Mayer, Gedichte, S. 106.

6 Vgl. Haas, Hofmannsthal, S. 55-58.

7 Vgl. Mayer, Hofma.....

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