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Zusammenfassung Versuchsplanung .doc

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Social Science
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Psychology
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Universität Landau
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Sommersemester 2008
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Versuchsplanung

Eine wissenschaftliche Hypothese behauptet eine mehr oder weniger präzise Beziehung zwischen zwei oder mehr Variablen, die für eine bestimmte Population vergleichbarer Objekte oder Ereignisse gelten soll

è Vorhersage nach einem Wenn...dann- oder Je...desto-Schema

Auf der Wenn...dann-Seite einer Hypothese stehen Konstrukte, UV & AV

-        UV = unabhängige Variable (Prädiktor, X) EXPLANANS

-        AV = abhängige Variable (Kriterium, Y) EXPLANANDUM

Diese Konstrukte müssen in beobachtbare Größen übersetzt werden = Operationalisierung

Eine Operationalisierung misst drei diagnostische Kriterien:

1.)   Reliabilität (= Zuverlässigkeit, „Messfehlerfreiheit“): - ein Merkmal soll möglichst genau gemessen sein

2.)   Validität (= Gültigkeit, Konstruktvalidität): inwiefern misst meine Variable genau das was sie messen soll.

3.)   Objektivität = wenn unterschiedliche Personen das gleiche messen.

Es soll nicht davon abhängen wer die Messung des Konstrukts vornimmt.

Die Konstruktvalidität und die Reliabilität einer Messung, können Messfehler belastet sein und werden dadurch dann jeweils beeinträchtigt:

 

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Messfehler, die Reliabilität beeinträchtigen = unsystematische Messfehler
è zeit-, situations- und methodenspezifisch, mit dem „wahren Wert“ nicht korreliert und um Null herum (normal) verteilt, mitteln sich über die Messung hinweg heraus

Messfehler minimieren und die Reliabilität erhöhen:
das gleiche Merkmal

·         zu verschiedenen Zeitpunkten

·         in verschiedenen Situationen und/oder

·         mit unterschiedlichen Messmethoden erfasst.

Reliabilität ist die Voraussetzung für die Konstruktvalidität!

Konstruktvalidität hat zwei Facetten:

1.    konvergente Validierung = positive Korrelation mit anderen Variablen, die das gleiche messen

2.    diskriminante Validierung = Nullkorrelation mit anderen Variablen, die etwas anderes messen sollen

Beide Facetten müssen geprüft werden; sowohl für die UV als auch für die AV!

Methoden der Datengewinnung

Die meisten psychologischen Merkmalen sind latente (= nicht direkt beobachtbare) Konstrukte
èPrüfungsangst, Einstellung gegenü. Ausländern, Aggression, Intelligenz, Hilfsbereitschaft

 

Verschiedene Methoden an um diese Merkmale erfassen zu können:
4 wichtigste Möglichkeiten:

 

1.    Selbstauskunft (Fragebogen)

Annahme: eine Person weiß am besten über sich selbst Bescheid

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Aggressivitätsfragebogen

Vorteile: ökonomisch, direkte Messung möglich, Verhaltensintentionen korrelieren (unter Umständen) hoch mit dem tatsächlichem Verhalten

Nachteile: motivierte Verzerrungen (soziale Erwünschtheit, Selbstdarstellungstendenzen), Konstruktvalidität fraglich (subjektive Theorien anstatt realistische Selbsteinschätzung), Personen haben ggf. eine invalide oder gar keine kognitive Repräsentation von dem zu messenden Konstrukt

2.    Verhaltensmaße (reaktiv / nicht reaktiv)

Annahme: je verhaltensnäher eine Messung, desto valider der jeweilige Indikator

z.B. Einstellungsmessung zur reaktiven Verhaltensmaßen:

Hilfsbereitschaft gegenüber Weißen vs. Schwarzen

Einstellungsmessung zur nicht reaktiven Verhaltensmaßen:

Nähe- und Distanzregulierung im Hörsaal

Bsp.: Aggression zur reaktiven Verhaltensmaße (hot Sauce paradigm)

Vorteile: Ökologisch valide, da verhaltensnah

Nachteile: Konstruktvalidität bisweilen nicht eindeutig, Aufforderungscharakter,

VL legitimiert aggressives Verhalten

3.    reaktionszeitgestützte Verfahren

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z.B. Einstellungsmessung (Spontane Valenzassoziation, Affektives Priming)

Aggression (Impliziter Assoziationstest, Lexikalische Entscheidung)

Vorteile: Indikatoren für automatisches (spontanes) Verhalten, nicht bzw. kaum willentlich kontrollierbar, Subjektive Repräsentation nicht erforderlich

Nachteile: relativ geringe Reliabilität (in Abhängigkeit vom jeweiligen Verfahren), schwierige Aufbereitung von Reaktionszeitmaßen

4.    physiologische Vorgänge (Herzrate, Pupillenerweiterung,...)

Annahme: psychobiologische Verfahren sind objektiv und nicht willentlich kontrollierbar, stellen die kausalen Vorläufer von Verhalten dar.

z.B. Hautleitfähigkeit, als Indikator für emotionale Erregung; Pupillenerweiterung, als Indikator für Interesse und positive Einstellung

Vorteile: Erkenntnisgewinn (bei Interaktionen und Prozesse zwischen Physiologie, Kognition, Emotion und Verhalten)

Nachteile: Schwierigkeiten bei der Datenaufbereitung, Multideterminiertheit, Gefahr von Messartefakten (Störfaktoren) z.B. im EEG

Forschungsansätze

Forschungsansätze zur Hypothesenprüfung unterscheiden 3 Ansätze:

·         experimentell

·         korrelativ

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-        zu erklärende Variable AV

-        zur Erklärung herangezogene Variable UV

die Variation in der UV kann entweder „natürlich“ (korrelativer Ansatz) oder
„künstlich“ (experimenteller Ansatz) hergestellt sein.

korrelativer Forschungsansatz:

·         korrelative Designs machen ausschließlich Aussagen über die Stärke und Richtung des Zusammenhangs zwischen zwei Variablen
ungeeignet für Hypothesen über Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge

·         typische Hypothesenform: Je...desto...

·         statistischer Kennwert: Korrelation zwischen UV und AV

·         im Vordergrund stehen natürliche Unterschiede zwischen Personen
z.B.

Geschlecht, Alter, Intelligenz, bestimmte Einstellungen = Persönlichkeitsvariablen nicht experimentell manipulierbar, daher nutzt man natürliche Variation =

Untersuchung der Korrelation zwischen der mutmaßlichen Ursache und der mutmaßlichen Folge

Kausale Interpretationen nur unter 3 Bedingungen gerechtfertigt:

1.    Kovarianz zwischen UV und AV liegt vor

2.    UV ist der AV zeitlich vor geordnet

3.    keine Alternativerklärungen für die Kovarianz zwischen UV und AV vorhanden

 

korrelative Zusammenhänge sind nicht ohne weiteres kausal interpretierbar.

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