Zur Geologie Österreichs
1. Die
Böhmische Masse – Österreichs ältestes Gebirge
→
waldreiche Mittelgebirgslandschaft nördlich der Donau – typ.: Kuppenlandschaft
des kristallinen Grundgebirges.
Auf
Satellitenbildern: annähernd rautenförmig
Erstreckung:
Wald-, Mühlviertel nach Bayern, Böhmen, Mähren bis nach Sachsen und Schlesien.
Südlich
der Donau: Sauwald (O.Ö), Dunkelsteiner Wald (N.Ö).
→ gehörte
zum nördlichsten Teilstück (genannt Armorica) des ehemaligen Kontinents
Gondwana. Teilstück im Altpaläozoikum abgetrennt und im Karbon, im Laufe der
variszischen Gebirgsbildung mit Baltischer und Osteuropäischer Platte
verschweißt.
→
heute: Gebirge bis auf Kristallinsockel abgetragen → Reste bilden
Mittelgebirgslandschaften, Hochflächen, tief eingeschnittene Täler.
Tektonischer
Bauplan d. Böhmischen Masse auf österr. Gebiet:
Westen:
moldanubische Zone
Osten:
moravische Zone
Beide Einheiten
bestehen aus kristallinen Gesteinen; durch Metamorphose von Sedimentgesteinen
und magmatischen Gesteinen im Jungprotozoikum und Altpaläozoikum entstanden,
jedoch unterschiedlich hoher Grad der Metamorphose.
Moldanubikum: (Moldau + Donau)
hoher
Metamorphosegrad
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Zusätzlich
stiegen Granulite und Eklogite aus noch größeren Tiefen (bis zu 80 km und
1000°C) hoch.
Gesteinskomplexe
während variszischer Gebirgsbildung übereinander gestapelt (so wie bei den
Alpen, nur 250 Mio. Jahre früher) → ursprünglich tiefsten Gesteine kamen
als oberste zu liegen.
Moravikum:
(„Morava“ – tschech. = Mähren)
niedriger
Metamorphosegrad, höherer Anteil an vorvariszischen Granitgneisen →
bilden die Kerne der Decken, die dem Thaya-Granit auflagern (550 Mio. Jahre alt).
Wird
als variszisch überformter, westlicher Teil des Brunovistulikums angesehen (=
cadomisch geprägtes Krustensegment – Weinviertel über Brünn bis unter Kaparten
und südl. Polen)
Währens
variszischer Orogenese im Moldanubikum (nicht aber im Moravikum) riesige granitische
Schmelzen eingedrungen und erstarrt → hat ursprünglich weit entfernten
Einheiten übereinander geschoben (Moldanubikum in NO-Richtung auf Moravikum
geschoben).
Abbau
von Graniten / Gneisen z.B. in Mauthausen, Gmünd; Kaolin-Vorkommen in
Schwertberg.
Marmore
werden gebrochen, als Dekorstein verwendet.
Die
B.M. setzt sich mitsamt der örtlich erhaltenen Auflage aus Sedimentgesteinen
(aus Karbon, Perm, Jura und Kreide) unter d. südl. und östl. anschließenden
Molassezone fort.
2. Die Molassezone – Zermahlene Alpen
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entspricht
geographisch gesehen dem Alpenvorland; begleitet Ostalpen im Norden u. bedeckt
Ostrand d. Böhmischen Masse.
→
Enthält bis 5000 m dicke Abfolgen von marinen, im brackischen und im Süßwasser
entstandenen Ablagerungen (aus Obereozän bis jüngerem Miozän).
Ablagerungen:
Abtragungsprodukte älterer Gesteine; Schotter, Sande u. Tone in Deltas, Küsten
u. Schelfgebieten abgelagert
wichtig
auch tiefmarine Bildungen vom Kontinentalhang, aus submarinen Canyons und aus
tiefen Beckenbereichen.
Tiefmarine
Ablagerungen: Umlagerungsprozesse (wie submarine Muren / Sedimentlawinen)
wichtig.
Typ
für Molassezone: Schlier = mergeliger, feinsandiger Schluff, auf Schelf- und
Beckenbereichen gebildet.
In
Brack- und Süßwassersedimenten → Braunkohleflöze – in ausgedehnten
Sumpfgebieten entstanden.
Inneralpine
Becken ( = Wiener Becken, Steirisches Becken, Pannonisches Becken, Klagenfurter
Becken) mit Erosionsprodukten der Alpen gefüllt.
→
vergleichbar den Sedimenten der Molassezone; deshalb auch hier Kohleflöze
(Köflach und Voitsberg).
An
Beckenrändern → Kalkgesteine abgelagert.
!
Leithakalk = Skelettfragmente von kalkabscheidenden Rotalgen. (Stephansdom,
Staatsoper,..)
Im
Untergrund der M. und des Wr. Beckens : poröse Gesteine = Speichergesteine für
Kohlenwasserstoffe → Hauptvorkommen Österreichs!
Wr.
Becken: ölführende Speichergesteine in 900-2000 m Tiefe.
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→
Tertiär u. Quartärlandschaften am wichtigsten für Besiedlung, Wirtschaft und
Landwirtschaft in Ö.
3. Das Helvetikum – Südrand des alten Europa
Schicht
aus Sedimenten, abgelagert auf dem ehemaligen Schelfbereich der Thetys – im
Verlauf des Paleozäns in eine Vorsenke umgewandelt – nimmt das von den
aufsteigenden Alpen gelieferte Abtragungsmaterial auf.
In
d. Schweiz breit entwickelte helvetische Zone → Fortsetzung am Nordrand
der Ostalpen. Gegen Osten: schmäler, kompliziert mit Nordrand der Ostalpen
verzahnt.
Bregenzer
Wald: noch breit, typisch helvetisch;
Oberbayern
u. Salzburg: schmales, mehrfach unterbrochenes Band;
Oberösterreich:
streifenförmige Aufbrüche innerhalb der Flyschzone; Niederösterreich: nur durch
Grestener Klippenzone (mit Brackwasser u. Flachmeer-ablagerungen d. Jura –
Eozänzeit) präsent.
Bildung
von Flachwasserkalken und „Grestener Kohle“ auf helvetischem Schelf →
Grundlage f. Industrie der Eisenwurzen!
Außerdem
Tiefseesedimente (Kieselgesteine), Ozeanbodenreste (Serpentinite) → im
Jura entstand der benachbarte Penninische Ozean!
→
Helvetische Zone gibt Einblick in südl. europ. Schelf / Kontinentalhang zu der
Zeit als Pangäa (=Urkontinent) zerbrach, sich der Atlantische Ozean bildete und
Europa und Afrika auseinander zu driften begannen. Raum dazwischen =
Penninischer Ozean.
4. Die Flyschzone – Schlammlawinen in die Tiefsee
→
wird der penninischen Zone zugeordnet
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→
Ablagerungen des nördl. Beckenbereiches des Penninischen Ozeans =
„Flyschgesteine“ d. Oberkreide u. des Alttertiärs → bauen Flyschzone auf.
→
sanft hügelig, sandsteinreich, Mittelgebirgscharakter (Wienerwald!).
Während
Oberkreide – Paläozänzeit: Sturz großen Lockermaterials v. Schelfrand in
Tiefsee – dicke Stapel v. Sandsteinen, Siltsteinen, Tonsteinen, Mergeln.
→
wiederholen sich in charakteristischer Weise.
Alpine
Gebirgsbildung: Gesteine der Flyschzone überschoben Helvetikum, anschließend
selbst von Süden her von den Kalkalpen überfahren.
(Bohrung
„Berndorf 1“ – unter Kalkalpen in 5600 m Flyschzone angetroffen!)
Sandsteine
d. Flyschzone: früher große wirtschaftl. Bedeutung (Wientalverbauung; Otto
Wagner – Bau d. Wiener Stadtbahn;)
Flyschgesteine
neigen zum Fließen und Rutschen! flysch = „fließen“
5. Die Kalkalpen und der Drauzug – Klettertour auf
Korallenriffen
Sehr
abwechslungsreiche Entstehungsgeschichte – Ausdruck in unterschiedlichen
Landschaften: wuchtige Bergstöcke m. schroffen Felswänden (Kalk-,
Dolomitgestein), sanft hügelig, bewaldete Mittelgebirgsketten (weiche, sandige,
mergelige Gesteine)
→
Kalkalpine Sedimentgesteine wurden als kilometerdickes Gesteinspaket
abgelagert.
Mengenmäßig
dominierend: Karbonate d. Triaszeit (jüngere Schichten verwittert und
abgetragen)
Ablagerung
d. Sedimentgesteine unter dem Meer auf Tethys-Schelf (=riesige Bucht des
Ur-Pazifiks)
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