Humanistische
Ansätze
In der
Motivationsforschung postulieren humanistische
Ansätze eine Hierarchie angeborener
menschlicher Bedürfnisse. Erst dann, wenn niedrigere (biologische) Bedürfnisse
befriedigt sind, kann ein Mensch durch höhere Bedürfnisse psychischer Art
motiviert werden (Maslow 1970).
Bedürfnishierarchie:
§ Biologische Bedürfnisse (Nahrung)
§ Sicherheit
§ Bindung (Zugehörigkeit)
§ Selbstwert (Gefühl etwas wert zu sein)
§ Kognitive Bedürfnisse (Wissen, Erkundung von Neuem)
§ Ästhetische Bedürfnisse (Ordnung, Schönheit)
§ Selbstverwirklichung (eigenes Potential ausschöpfen)
§ Transzendenz (Spirituelle Bedürfnisse)
Mastlows
Sichtweise ist zu optimistisch; wo sind Aggression, Macht und Dominanz ?
Bei der
Mangelmotivation streben Menschen nach Gleichgewicht (Equilibrium), bei der
Wachstumsmotivation streben sie danach, bisherige Errungenschaften zu
überschreiten und ihr Potential weiter auszuschöpfen sich selbst zu verwirklichen.
Sexualität
Sexualität
im Tierreich
Die primäre Motivation für
Sexualverhalten bei Tieren ist die Fortpflanzung. Die sexuelle Aktivität wird
hormonell gesteuert (beim Mann sind die Androgene meist ständig vorhanden, beim
Weibchen wird Östrogen meist nur in bestimmten Zyklen produziert) und folgt
stereotypen, artspezifischen Mustern. Zwischen den Spezies gibt es jedoch sehr
große Unterschiede. (Affen kopulieren ganz kurz -ca. 15s- , Löwen 4 Tage lang
alle 30 min)
Das Sexualverhalten ist weitgehend
durch Evolution vorgegeben.
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Kontrovers ist,
ob Frauen auch kurzfristige Paarungsstrategien entwickelt haben.
Die
4 Phasen des sexuellen Reaktionszyklus (Masters und Johnson 1966):
- Erregungsphase:
der Penis erigiert und die Klitoris schwillt. Blut und andere
Flüssigkeiten sammeln sich in den Hoden und der Vagina; der Körper rötet
sich (sex flush)
- Plateauphase:
Herzschlag, Atem, Blutdruck, Drüsensekretion und Muskelspannung werden
erhöht. die Brust schwillt an.
- Orgasmusphase:
Angenehme Lösung der sexuellen Spannung. Atmung und Blutdruck steigen, der
Herzschlag kann sich verdoppeln. Kontraktionen im Genitalbereich (18tel
sek).
- Entspannungsphase:
Der Körper kehrt in den Normalzustand zurück. Beim Mann folgt eine Refraktärphase
von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden (bis er wieder kann), Frauen
sind zu multiplen Orgasmen fähig.
Þ
q beide Geschlechter haben
ähnliche sexuelle Reaktionsmuster (Frauen reagieren langsamer und Erregung hält
länger an, sie sind nicht so festgelegt)
q Viele Frauen sind zu
multiplen Orgasmen fähig
q Die Größe des Penis
steht in keinem Aspekt mit der sexuellen Reaktion im Zusammenhang.
q Störungen der sexuellen
Reaktion haben meist eher psychologische als physiologische Ursachen und sind
deshalb therapeutisch heilbar (Impotenz ; Frigidität)
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Schlechte
Ernährung, Müdigkeit, Stress und der exzessive Genuss von Alkohol und Drogen
können den Sexualtrieb und die sexuelle Leistungsfähigkeit herabsetzen.
Ein
nichtsexueller Gegenstand der durch Konditionierung sexuelle Erregung
hervorrufen kann wird als Fetisch bezeichnet. Jedes fassbare oder
erdachte Reizereignis kann durch vorangegangene Konditionierung sexuelle
Erregung auslösen.
Sexuelle
Normen und sexuelle Skripts
Wir erlernen
»sexuelle Skripts«, die unser Sexualverhalten leiten und unsere Erwartungen an
andere beeinflussen. Skripts sind Kombinationen von aus sozialen Normen
abgeleiteten Vorschriften (was gehört sich und wird akzeptiert),individuellen
Erwartungen und aufgrund von Erfahrungen bevorzugten Verhaltenssequenzen.
Weichen die sexuellen Skripts von Partnern voneinander ab, so kann das zu
Missverständnissen und zu Frustrationen führen.
Homosexualität
Homosexualität
ist sowohl von internen als auch von externen Kräften motiviert. Sie ist keine
Ableitung der Heterosexualität.
Im Falle der Homosexualität können äußere
gesellschaftliche Normen gegen die inneren Gebote der Natur arbeiten (dass also
biologisch homosexuelle dies nicht praktizieren, da die Abneigung gegen dieses
Klientel zu sehr verinnerlicht ist).
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Aggression
und Gewalt
Aggression meint aggressives
Verhalten, Aggressivität meint ein Persönlichkeitsmerkmal. Gewalt ist
Aggression in extremer und sozial nicht akzeptabler Form. Menschen haben ein
unterschiedliches Ausmaß an Aggressivität d.h. die Bereitschaft aggressiv zu
handeln.
Man unterscheidet zwischen
selbstgerichteter und interpersonaler Aggression.
Warum Menschen aggressiv
reagieren:
► Aggression
ist Teil unseres biologischen Erbes
►
Durch Besonderheiten des hormonellen Systems (z.B. auch
Geschlechtsunterschiede) tritt Aggression in unterschiedlichem Ausmaß auf
►
Steht mit der Erfahrung von Frustration im Zusammenhang
►
Aggressives Verhalten tritt auf, wenn bestimmte emotionale Befindlichkeiten (Wut) und
bestimmte aktuelle Hinweisreize vorliegen.
►
Wird nach den Prinzipien des sozialen Lernens
erworben.
►
Aggressionen treten dann auf, wenn Menschen den anderen nicht mehr als Menschen
wahrnehmen (Dehumanisierung)
Angeborene
Aggression
Aggression, Todestrieb und
Katharsis in der Theorie Freuds
Freud sah Aggression als angeboren
und instinktiv an. Er postulierte einen Todestrieb
(Thantos), dessen Energie im Körper stetig generiert wird und als Aggression
nach außen gerichtet wird.
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§ prosoziale Aggression:
Aggression im Dienste sozial akzeptabler Zwecke z.B. Bestrafung anderer für
Regelverletzungen
§ antisoziale Aggression: nicht
„akzeptable“ Aggression
Ethologische
Aggressionstheorien
K. Lorenz (1966) schloss aus
Tierbeobachtungen, dass Aggression eine spontane innere Bereitschaft zum Kampf
sei, die für das Überleben eines Organismus entscheidend sei. Dabei sind
aggressionshemmende Befriedigungsstrategien, wie sie Tiere zeigen, beim
Menschen verlorengegangen, während der Aggressionstrieb erhalten geblieben ist.
Nach den Vorstellungen von Ardrey entspringt die Aggression dem
Territorialverhalten, einem angeborenen Trieb, Grundbesitz zu gewinnen und zu
erhalten. Überzeugende Beweise für die Richtigkeit der ethologischen
Aggressionstheorien werden nicht angeführt.
Individuelle Unterschiede in
der Aggressivität
Eine neuere Forschungsrichtung
ist der Bereich der individuellen Unterschiede in der Aggressivität. Mit Hilfe
von Zwillingsstudien konnte die
Wirksamkeit genetischer Einflüsse auf die Eigenschaft Aggressivität gezeigt
werden.
Physiologische Grundlagen der Aggression
Beim Menschen scheint sich der
Einfluss der Hormone eher indirekt auf Aggression auszuwirken (bei Tieren
direkt), da Verhaltenskontrolle stattfindet. Bei Menschen bei denen diese
Verhaltenskontrolle nicht stattfindet fand man gelegentlich Verletzungen des
limbischen Systems, besonders der Amygdala.
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