Proseminararbeit Grundmuster öko-sozialer Dilemmata – Allmende Institutionen und öffentliche Güter: Das Dilemma privater Bereitstellung von Infrastruktur bzw. Schutzmaßnahmen als öffentliches Gu
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Alle Elemente eines Systems stehen miteinander in Beziehung.
Das gegenseitige Wirken und Verändern der Elemente aufeinander,
bezeichnet man als Rückkoppelungskreislauf. In diesen
Rückkoppelungskreisläufen kommt es immer wieder zu Zeitverzögerungen.
Allgemein sind Zeitverzögerungen allgegenwärtig, die wenigsten werden jedoch
von uns bemerkt.
Ein Beispiel wäre ein Gespräch zwischen zwei Personen:
Wenn Person A spricht,
dauert es einige ms bis Person B es hört
und darauf reagiert. Gemeint ist damit die Zeit die vergeht, bis sich der
Schall von der Schallquelle (Person A) über die
Luft ausbreitet, das Ohr der Person B erreicht
von dort in über die Reizleitung (Außen-, Mittel- und Innenohr), weiter über
das Transformationsorgan im Innenohr zur neuronalen Verarbeitung und schließlich
zur Auswertung im Zentralnervensystem gelangt.
Auf weitere Beispiele von Zeitverzögerungen in der Natur,
Wirtschaft und Gesellschaft werden wir in den folgenden Kapiteln näher
eingehen.
In vielfach vernetzten Systemen können Effekte, die
durch eine Handlung zur Systemveränderung verursacht wurden, erst stark verzögert
sichtbar werden. Dieses Verhalten von Systemen macht es noch schwieriger,
komplexe Systeme in komplexen Umgebungen zu steuern. Deshalb ist es notwendig
sich über derartige Verzögerungen im Klaren zu sein und die Beobachtung bewusst
auf eine verspätete Reaktion einzustellen.1
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ÄRückkoppelungskreisläufe
Sobald zwei Teile miteinander verbunden sind, können sie
sich gegenseitig beeinflussen, ähnlich einer Telefonverbindung – wenn man die
Nummer eines Freundes anwählen kann, bedeutet das, dass dieser Freund auch
zurückrufen kann.
Rückkoppelung (Feedback) ist also der Output eines
Systems, der als Input wieder in das System eintritt; man kann das auch
beschreiben als Rückfluss von Information mit dem Ziel, den nächsten Schritt
zu beeinflussen.
Unsere Erfahrungen sind aufgrund von
Rückkoppelungskreisläufen entstanden – obwohl wir gewöhnlich meinen, dass
Einfluss in eine Richtung verläuft.
Machen sie einmal folgenden Versuch:
Bewegen sie die Spitze ihres Zeigefingers langsam vom Anfang
dieses Satzes bis zum Punkt dieses Satzes.
Schon haben sie einen Rückkoppelungskreislauf demonstriert.
Wie? Um das Ziel zu erreichen, müssen Ihre Augen ihnen ständig Informationen
über die Position ihres Fingers im Verhältnis zu der des Punktes liefern. Dabei
nehmen sie in Sekundenbruchteilen wiederholt kleine Anpassungen vor – während
der gesamten Bewegung.
Rückkoppelung ist also die Wiederkehr der
Auswirkungen einer Handlung, die unweigerlich den nächsten Schritt
beeinflusst – das heißt, es ist eine zweiseitige Verbindung. Rückkoppelung ist
ein Kreislauf, und somit bedeutet Denken in Hinblick auf Rückkoppelung ein „in
Kreisen denken“.2
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Wenn A auf B wirkt, verändert sich B und
rückwirkend verändert B A.
Als
Rückkoppelung bezeichnet man auch wenn ein
Element auf sich selbst wirkt.
Grundsätzlich gibt es drei Grundtypen von
Rückkoppelungskreisläufen:
ôPositive Rückkoppelung eskalierend
Dieser Rückkoppelungstyp enthält selbstverstärkende
Elemente. Dies ist eine Gefahr, da dann die beteiligten Größen über alle Maßen
anwachsen, und durch die Endlichkeit der Umwelt solche Wirkungskreisläufe nicht
dauerhaft stabil sein können (umgangssprachlich auch Teufelskreis).
Bei der Verzinsung eines
Kapitals beeinflussen Kapital und Zinsen einander jeweils positiv (im Sinne von
verstärkend). Mehr Kapital bringt mehr Zinsen. Umgekehrt werden die Zinsen dem
Kapital zugezählt, was wieder einen verstärkenden (positiven) Einfluss
darstellt.
Je mehr Zinsen zum Kapital kommen, desto größer wird dieses dadurch.
Insgesamt ergibt sich ein prinzipiell unbeschränktes Wachstum.
ôNegative Rückkoppelung stabilisierend
Dieser Typ von Rückkoppelungen hat die Tendenz, einen
bestimmten Zustand aufrechtzuerhalten. Sie befindet sich in einem stabilen
Gleichgewicht und tendiert dazu, ihren Gleichgewichtszustand nach Störungen
wieder anzunehmen.3
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ôIndifferente Rückkoppelung
Wenn die Wirkungsbeziehungen im Rückkoppelungskreis nicht
eindeutig positiv oder negativ sind, sprechen wir von indifferenter
Rückkoppelung.
Zeitverzögerungen
ügibt es in Gesellschaft, Natur und Wirtschaft
üZeitverzögerungen können in ihrer Dauer variieren, von
Bruchteilen einer Sekunde bis hin zu mehreren Jahren
üProbleme werden zu spät erkannt
üUm eine regulierende Wirkung zu erzielen muss man die Zeitverzögerung
mit einberechnen
2. Zeitverzögerungen in der Wirtschaft
Ä2.1 Schweinezyklus
Wir beginnen nun Zeitverzögerungen in der Wirtschaft anhand
des Paradebeispiel Schweinezyklus zu erklären:
In der Wirtschaft strebt jedes Unternehmen nach dem höchst
möglichen Gewinn, so auch in der Landwirtschaft. Angenommen der Preis für
Schweinefleisch steigt, somit wird die Schweinezucht für viele Bauern lukrativ.
Daher erhöhen Schweinezüchter den Jungferkelbestand und andere Landwirte
satteln auf die nunmehr sehr lukrative Schweinezucht um.
Es werden also mehr
Ferkel aufgezüchtet als vorher, bis diese dann im schlachtreifen Alter sind,
ist eine gewisse Zeit vergangen. Auf dem Markt entsteht nun ein Überangebot an
Schweinefleisch und logischerweise sinkt nun der Preis dafür. Nach einiger Zeit
sinkt die Menge des angebotenen Schweinefleisches wieder,und der Preis
für Schweinefleisch beginnt wieder zu steigen.
Ein hoher Schweinepreis
motiviert die Bauern nun wieder verstärkt in die Schweinezucht zu gehen und
somit wiederholt sich der Kreislauf von neuem.