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Social Science
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Theology
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2007
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ZEIT

Ein Phänomen oder doch was anderes?


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Theologie konkret I.: Anfangen. Theologische, philosophische und naturwissenschaftliche Perspektiven

ZEIT

Ein Phänomen oder doch was anderes?

 

Z E I T

Tik tak.

Tik tak.

Zeit vergeht.

Aber wie schnell? Oder wie langsam?

Vor allem: Was ist Zeit überhaupt?

In einem Lexikon wird der Begriff „Zeit“ wie folgt erläutert: „Zeit ist ein kontinuierliches Fortschreiten, innerhalb dessen sich alle Veränderungen vollziehen.“ Es ist ein ständiges Fließen, ein Voranschreiten unseres Bewusstseins. Zeit kann man nicht festhalten oder anhalten- es ist nicht fassbar in unserer Welt.

„Das menschliche Empfinden von Zeit ist von ihrem Vergehen geprägt, einem Phänomen, das sich bisher einer naturwissenschaftlichen Beschreibung entzieht und als Fortschreiten der Gegenwart von der Vergangenheit kommend zur Zukunft hin wahrgenommen wird.“[1]

Es ist schwierig zu sagen, ab wann man etwas zur Vergangenheit zählen kann und wann Zukunft beginnt. Diese Übergänge passieren ständig und fließen ineinander, können also nur von der Wissenschaft exakt untersucht werden. "Das Jetzt dauert 30 Millisekunden"[2], sagt der Hirnforscher Ernst Pöppel.

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Somit umfasst Zeit die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und alle Geschehnisse, die währenddessen auftreten. Trotzdem hat jeder Mensch verschiedene Definitionen von „Zeit“, die sich aber je nach Gefühlsstand verändern.

Viele Menschen verbinden Zeit mit Sehnsucht, wenn sie zum Beispiel lange von ihren Freunden oder ihrer Familie getrennt sind. Wenn sie niemanden haben, dem sie ihre Gefühle und Hoffnungen mitteilen können. Dann vergeht für sie die Zeit zu langsam, scheint fast stillzustehen. „Wie wehren uns gegen den verlangsamenden und uns zu langsamen Gang der Zeit, der uns in der Langweile hinhält, gegen dieses eigentümliche Zaudern und Zögern der Zeit.“[3] Vergehen die Sekunden und Minuten zu langsam, fühlen wir Menschen uns oft unwohl und hoffen, dass diese langen Stunden bald vorbei sein mögen.

Andere Menschen hingegen wünschen sich, dass bestimmte Augenblicke nie vergehen, dass sie so lange wie nur möglich andauern. Dies sind Momente, in denen man verliebt ist, einen Sieg feiert, von seinen Mitmenschen zum Lachen gebracht wird. Man möchte die Welt und alles was auf ihr ist am liebsten für immer festhalten. Doch das ist unmöglich, denn Zeit kann man nicht beeinflussen.

 

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„Bezüglich des allgemeinen Zeitgefühls in Abhängigkeit vom Lebensalter kann folgende Schlussfolgerung gezogen werden: beim älteren Menschen kommt es weniger häufig vor, dass er sich mit neuen Eindrücken beschäftigen muss - also herrscht beim älteren Menschen der Eindruck vor, die bekannten Vorgänge verlaufen schneller.“[4]

Zeit kann man sowohl objektiv als auch subjektiv sehen und deuten. Objektiv wäre sie, wenn man auf das Ticken der Uhr achtet, wenn auch die anderen Menschen in der Nähe dieses Zeitmessers dasselbe Ticken vernehmen und alle zur gleichen Zeit Mittagessen gehen oder die Arbeitsstelle verlassen- ausgehend von dieser einen Uhr.

Subjektiv hingegen wird Zeit von verschiedenen Individuen gesehen. Hier ein kleiner Test für unterschiedliche persönliche Zeitmessung:

Beispiele für das Studium zeitlicher Repräsentationen sind:

(1) das Studium des zeitlichen Erlebens einer Zeitstrecke, z.B. ob Zeit langsam oder schnell verstreicht. Eine Möglichkeit geht so:

(i) Halten Sie eine Hand vor das Gesicht und geben Sie dem Abstand die Bedeutung von "einer Minute" (dies kann von wenigen Zentimetern bis Armlänge sein).
(ii) Denken Sie innerlich: "Das ist eine Minute!".
(iii) Geben Sie Ihre Hand weiter weg und stellen Sie sich vor, für eine Minute wäre "mehr Raum" vorhanden.

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Hier erfüllt sich Einsteins bekannter Satz: „Zeit ist relativ!“

Zeit ist durchaus ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte, denn wir verbringen unser ganzes irdisches Leben in einem Zeitrahmen. Unser ganzes Dasein wird von Zeit bestimmt, da man zu einem bestimmten Zeitpunkt jemanden trifft oder seinem Beruf nachgehen muss. Man feiert Geburtstage, die man aufgrund von Zeit und dem Vergehen von Jahren genau bestimmen kann.

Man schaut auf die Uhr, wenn man aus dem Haus geht. Und man schaut wieder auf die Uhr, wenn man zurückkommt.

Viele Wissenschaftler, Künstler, Literaten usw. haben sich bereits mit diesem unendlich weiten Begriff „Zeit“ auseinandergesetzt. Aufgrund dessen entstand auch dieser nachfolgende Spruch:

manche menschen können in einer stunde

länger dableiben als andere in einer woche.

william dean howells[6]

Dieses Zitat vom US- amerikanischen Schriftsteller, Literaturkritiker und Zeitschriftenredakteur William Dean Howells hat mir während dem Verfassen dieser Arbeit immer wieder zu Denken gegeben. „Wie Recht er doch hat“, waren meine ersten Gedanken bei diesen Zeilen. Doch dann begann ich mehr darüber nachzudenken.

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Vorbei, in der Vergangenheit. Mindestens drei Sekunden zurückliegend.

Vergangene Zeiten kann man nicht zurückholen oder sie verändern, aber sie sind dennoch ein Bestandteil von uns. Daher sehe ich die Vergangenheit als einen Teil, der in uns weiterlebt, da uns manche Dinge daraus prägen. Zu viele Ereignisse der letzten Wochen, Monate, ja, sogar Jahre beeinflussen unser jetziges Leben in der Gegenwart.

Zwar vergisst man Vieles aus früherer Zeit, doch Einiges bleibt bis zu unserem Tod in unserem Gedächtnis. Dies sind Dinge, an die man sich gern erinnert; Momente, die man „festhalten“ will, die unseren Gedanken treu sind (daher die Farbe blau in meinem Kreis).

Mit der Vergangenheit verbindet man sehr viel: die eigene Kindheit und die dazugehörige Erziehung, Werte, Vorstellungen und Erlebnisse. In der Gegenwart möchte man jedoch oft gewisse Erinnerungen, die man während des Lebens erfahren hat, abschütteln. Dies ist aber nicht möglich, da diese negativen Ereignisse ebenso wie die positiven zu unserer Identität dazugehören und uns als Menschen darstellen.

Andererseits findet man es oft schön in Erinnerungen zu schwelgen und schöne Momente Revue passieren zu lassen.


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