Workshopinterventionen
4 Phasen der Prozessmoderation
1.
Anwärmen
-
alltägliches Tagesgeschäft loslassen und ankommen
-
angenehme Atmosphäre, Kontajtaufnahem der
teilnehmer ermöglichen
-
Abfragen der Erwartungen und Befürchtungen, Rollen
der Beteiligten klären und erste kollektive Aha-Erlebnisse werden inszeniert
2.
Orientieren
-
Thema des Workshops differenziert herausarbeiten
-
Umfassende Beteiligung ermöglichen und gemeinsame
Ausrichtung herstellen
-
Themen sammeln, sturkturieren, vernetzen,
priorisieren
-
Ängste, Widerstände identifizieren und Aktzeptanz
für Veränderungsthema herstellen
3.
Bearbeiten
-
Lösungsoptionen generieren und bewerten
-
Konkrete Entscheidungen treffen und verbindliche
Maßnahmen definieren
-
Konsens herstellen, bestehende Irritationen und
Konflikte klären, Übernahme von Verantwortung sicherstellen (emotionale Ebene)
4.
Abschließen
-
„gutes Ende“
-
Unterstützung des Praxistransfers und gemeinsame
Auswertung des Workshops
-
Persönliches Feedback ermöglichen,
Selbstverpflichtung der Akteure verstärken, Engagement würdigen
-
Gemeinsame Aufbruchsstimmung erzeugen
à Dauer der Phasen und ob emotionale oder sachliche Aspekte im
Vordergrund stehen abhängig von
-
Thema und Zielsetzung des Workshops
-
Gesamtdauer der Veranstaltung
-
Interessen und Befindlichkeiten der Beteiligten
-
Vorherrschender Workshop-Kultur
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Anwärmen:
1. „Wo bitte geht´s nach Norden“
-
Auflockerung von Großgruppenformaten
-
Besonders bei mehrtägigen Workshops
-
Ab ca.20 Personen, in 2-3 Sequenzen zu jeweils ca.
5 Minuten
-
Aha-Effekt: Impliziter Austausch und
Selbstorganisation
Zielsetzung/ Nutzen:
Heterogene Gruppen müssen oft aus dem Stand
heraus leistungsfähig sein, dem im Weg steht die Annahme, dass viel Energie und
Zeitaufwand notwenig sind, sich als Gruppe zu fokussieren
à Gruppe kann hier die spontane Erfahrung machen, wie wenig
kraftaufwendig solch eine Fokussierung sein kann
1.
Schritt:
-
Anmoderation- „Sich als Gruppe auf ein gemeinsames
Ziel konzentrieren“, „Sich auf hoher See orientieren“ (personenbezogene
Metaphern vermeiden)
-
Bitten der Teilnehmer, mit dem Finger in Richtung
Norden zu zeigen (dazu aufstehen, eventuell die Augen schließen) -> hebt
Subjektivität hervor, da unterschiedliche Richtungen angezeigt werden
-
Personen bitten, die Augen zu öffnen,
verständnisvoll mitlachen,
-
Bitten, Variantenvielfalt im Raum wahrzunehmen
-
Mögliche Überleitung zum eigentlichen Thema: „und
mit dieser Vielfalt an Himmelsrichtungen können wir uns nun gut dem Thema xy
widmen...“
2.
Schritt:
-
Am nächsten Tag erneut die Himmelrichtung
bestimmern lassen
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-
Wertschätzend kommentieren oder kurzes Zwiegespräch
der Moderatoren um Leistung der Gruppe hervorzuheben (S.17 Zitat)
3.
Schritt:
-
positives Erleben und Erinnerungen stärken
-
Irritation, emotionale Bedeutung und Wiederholung
(in Abhängigkeit davon, welchen Gruppenzustand man verankern möchte)
Wann ein drittes mal „Wo bitte geht´s nach
Norden“:
-
Stimmung bei zweiter Beantwortung lebhaft,
interessiert und humorvoll
-
Gruppe registriert Veränderungen und interpretiert
diese wertschätzend
-
Gegebene Metaphern werden von Gruppenmitgliedern
aufgenommen oder weiterentwickelt
-
Workshop lief gut und die Gruppe erlebt sich gerne
als Geminschaft
Zauberwort: Selbstorganisation à Fähigkeit einer
Gruppe, durch stabile Rahmenbedingungen und gleichzeitig freier Beweglichkeit
die Handlungsfähigkeit in komplexen Anforderungen zu unterstützen
ð
maßgeblich für das Gelingen von Veränderungen
auf Großgruppe übertragen: klare
Rahmenbedingungen und kulturelle Bedingungen (oft implizit) notwendig
à „Wir tauschen uns in den Pausen aus, wir möchten erfolgreich sein und
das auch zeigen“
Warum mindestens zwei Durchgänge?
-
nur so Prozess möglich
-
Kraft der Gruppe äußert sich
à es ist in Ordnung, sich zu zeigen udn zu entwickeln
à Möglichkeit zur Vernetzung, ohne dass es Einzelnen auffällt
à sich mühelos ausrichten
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Beliebte Fehler:
-
Nur ein Durchgang
-
Teilnehmer befragen, warum sie gerade in diese
Richtung zeigen
-
Die Frage selbst beantworten oder andere
beantworten lassen
-
Zu glauben und zu vermitteln, der Sinn der Frage
läge in deren Beantwortung
|