This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Die Sozialwissenschaften haben ihren Schwerpunkt
zwar immer noch in den Universitäten, es sind jedoch in den letzten Jahren und
Jahrzehnten wichtige Felder außerhalb des universitären Forschungsbereichs
entstanden. Das sind beispielsweise außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
oder Consultingunternehmen, die ihre wissenschaftliche Expertise Politik und
Wirtschaft zur Autorisierung von Entscheidungen zur Verfügung stellen.
Diese
Entwicklung ist beispielsweise dadurch zu erkennen, dass seit den 1990er Jahren
mehr als 1000 private think-tanks entstanden sind (Flynn 2000: 1580).
SoziologInnen nehmen innerhalb dieser neu
entstandenen Organisationen immer mehr die Rolle von Wissenschaftern mit
Beratungsfunktion ein, auf der anderen Seite entsteht von Seiten der Wirtschaft
und Politik ein immer größer werdendes Vertrauen, dass durch
sozialwissenschaftliche Expertise sozioökonomische Probleme gelöst werden
können. Ein Beispiel dafür war das Engagement von Präsident Roosevelt und
Johnson in den 1930er und 1940er Jahren in den USA, die Rolle der Sozialwissenschaften
zu erweitern und eine Brücke zwischen Regierung und Universitäten zu spannen
(Flynn 2000: 1580). Durch finanzielle Unterstützungen wurde es möglich komplexe
und intensive Forschungsprogramme außerhalb von Universitäten durchzuführen.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Sozialwissenschaftliches Wissen ist
immer mehr zu einem Produkt geworden. Ziel ist es nicht mehr neue Erkenntnisse
zu gewinnen, sondern Tools zu entwickeln und Kunden möglichst langfristig zu
binden (Druckman 2000: 1566f). Durch diese Entwicklungen hat sich die Rolle des
Sozialwissenschaftlers und der Universitäten ebenfalls gewandelt. Für
Sozialwissenschaftler entstehen völlig neue Berufsfelder außerhalb der
klassischen Grundlagenforschung und Universitäten müssen in den Curricula auf
die neuen Bedürfnisse von Wirtschaft und Politik eingehen, um eine optimale
Ausbildung zu gewährleisten. Das Wissenschaftssystem als ganzes ist somit einem
starken Wandel unterzogen.
Diese Arbeit soll sich dem Problem eines im
Wandel stehenden Wissenschaftssystems annehmen und versuchen, die
entscheidenden Faktoren für diesen Wandel darzustellen. Beginnend im 17.
Jahrhundert sollen die Entwicklungen des Wissenschaftssystems bis in das 20.
Jahrhundert zusammenfassend dargestellt werden um einen Überblick über die
Strukturellen Veränderungen der Institution Wissenschaft zu bekommen um dann in
spätere Folge neue Entwicklungen vergleichend darstellen zu können.
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Als nächsten Schritt sollen die
Auswirkungen dieser neuen Anforderungen von Seiten der Wirtschaft und Politik
auf das Wissenschaftssystem darstellt und diskutiert werden. Was sind
beispielsweise die wichtigsten Auswirkungen, die zu beobachten sind? Welche
Beispiele gibt es, die die neue Organisation von Forschung zeigen? Was bedeutet
dies für die Produktion von wissenschaftlichem Wissen? Zum Schluss möchte ich
auf einen Bereich näher eingehen, der sich speziell im späten 20. Jahrhundert
aufgrund neuer Anforderungen aus der Wirtschaft herausgebildet hat.
Consultingunternehmen definieren sich als Expertenpools, die je nach
Unternehmensgröße und strategischer Ausrichtungen Klein- bis Großunternehmen
wissenschaftliche Expertise zur Verfügung stellen, um kostengünstig effektive
Handlungsempfehlungen zu geben. Dieses Feld soll als typisches Beispiel von
nicht-akademischer-Forschung der klassischen akademischen Forschung gegenübergestellt
werden. Es soll exemplarisch aufgezeigt werden, wo die Unterschiede in der
Wissensproduktion liegen. Zum Schluss sollen die wichtigsten Ergebnisse
zusammengefasst werden und ein möglicher Ausblick gegeben werden, wie man
Brücken von akademischer zu nicht-akademischer Forschung, zugunsten beider
Forschungspraxen schlagen könnte.
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Wissenschaftliche Forschungseinrichtungen
reichen zurück bis in das 17. Jahrhundert. Die zwei ältesten
Forschungseinrichtungen sind das Paris Observatorium, das 1667 von König Ludwig
XIV gegründet worden ist und das Royal Greenwich Observatory, gegründet im Jahr
1675. In den darauffolgenden hundert Jahren änderte sich nur wenig an der
Struktur dieser Einrichtungen. Labors in denen Grundlagen- und angewandte
Forschung betrieben wurde, blieben weiterhin die exklusive Domäne von großen
Forschungseinrichtungen, in denen Wissenschafter Experimente für Universitäten,
Politik und Wirtschaft durchführten. Flynn beschreibt einen markanten Anstieg
von außeruniversitären think-tanks erst im 20. Jahrhundert (Flynn 2000:
S.1580). Beratung im Wirtschaftsbereich gab es bereits Anfang des 20.
Jahrhunderts. Als ersten Klassiker der Unternehmensberatungsliteratur ist
beispielsweise das 1911 veröffentlichte Buch „Die Grundsätze wissenschaftlicher
Betriebsführung“ von F.W. Taylor zu nennen. Zweck dieser Arbeit war es eine
optimale Produktionsorganisation und Unternehmensführung in den Betrieben zu
erreichen und menschliche Ressourcen effizient einzusetzen (Eichmann 2008:
S.13).
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