Veranstaltung:
Fachbereich
05
Einführung
in das wissenschaftliche Arbeiten
Dozent:
Dr. Christine Löw
Wintersemester
08/09
„Wie schnell
entwickelt sich die Feministische Partizipation in Asien?“
In einer
Analyse: Deutschland und Taiwan
Thomas Repenning
1.
Einleitung
Im Laufe des Semesters und vor allem
im Laufe des Seminars: „Wissenschaftliches Arbeiten“ wurde bei mir ein
Interesse auf dem Gebiet der Partizipation geweckt. Durch Lesen und
Recherchieren innerhalb dieses Themas kam ich zu der Frage, wie Partizipation
außerhalb Europas aussieht. In dieser Seminararbeit wird es daher um die Frage
gehen, inwieweit die Entwicklung der Feministischen Partizipation in Asien
schneller verläuft als in den westlichen Ländern. Hierfür werde ich als
Beispiel Taiwan und Deutschland analysieren. Daher werde ich erst genauer auf
die Begrifflichkeiten eingehen und nachfolgend die jeweilige Geschichte der
Partizipation von Frauen in Deutschland und Taiwan näher Beleuchten. Die
Vorreiterin der Feministischen Partizipation Taiwans Frau Lü Xiulian wird
ebenso ein Teil der Analyse sein, wie der Kampf gegen das konfuzianistische traditionelle
Denken in Taiwan.
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2.
Partizipation
und Feminismus
Zuerst möchte ich etwas genauer auf
die Definition und Bedeutungen von Partizipation und Feminismus eingehen. Allgemein
bedeutet Partizipation Teilhabe oder Teilnahme, wenn man Partizipation allerdings
aus genderorientierter Betrachtungsweise heraus sieht, müssen bestimmte
Faktoren berücksichtigt werden. Diese wären zum Beispiel die politische Kultur,
die ökonomische Lage, Frauenförderung oder strukturelle Diskriminierungen. Eine
der Theorieströmungen innerhalb der Politikwissenschaft sieht Partizipation als
Maximierung von politischer Beteiligung und die Teilhabe möglichst vieler
Bürger am politischen Entscheidungsprozess. Der
Begriff des Feminismus ist noch viel komplexer. Ich beziehe mich bei der
Begriffsbestimmung auf Renate Wiggershaus. „Feminismus ist die Bezeichnung für
die Theorie der Frauenbewegung, die sich gegen die gesellschaftliche Dominanz
der Männer richtet und für die Gleichberechtigung der Frauen eintritt.“
2.1 Frauenbewegung in
Deutschland
Ich möchte nun ein wenig
geschichtlich auf die Frauenbewegung in Deutschland eingehen. Als Gründerin der
deutschen Frauenbewegung gilt Louise Otto-Peters (1819 - 1895). Erfasst wurde
sie damals von den Ideen der Freiheit, Gleichheit und Selbständigkeit. Sie
forderte: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht
ein Recht, sondern eine Pflicht“. In den
ersten Jahren der Frauenbewegung regte sich kaum Widerstand, erst Ende 1860,
nach der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins und des Erscheinen
von John Stuart Mills Buches „Subjection of Women“, setzte eine lebhafte
Diskussion ein. Gegner der Frauenbewegung
waren einerseits Männer, die zu beweisen versuchten das Frauen unfähig sind,
aber auch Frauen, die nichts gegen eine männlich orientierte Welt hatten.
Die Erfolge der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert beschränkten sich
hauptsächlich auf den Bildungs- und Berufssektor.
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an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es für Frauen keine „Stunde Null“, Frauen waren
während des Krieges in politische Führungspositionen aufgestiegen und wurden
auch als Aufseherinnen in den verschiedensten Lagern eingesetzt, obgleich ihre
Zahl gegenüber den Männern gering war. Man fürchtete Vergeltung und Abrechnung.
Die Frauen konnten die Wirkungen des Krieges nicht einfach vergessen. Trotzdem
entstanden 1945 in Ost und West die ersten regionalen Frauenverbände.
Die neue Frauenbewegung entstand aus den Studentenbewegungen von 1967/68. Diese
Bewegung umfasste Frauen mit sehr unterschiedlichen politischen Richtungen,
doch Einigkeit herrschte in dem Willen nach Veränderung der sozialen Lage der
Frau durch die Frau selbst. Heute gibt es in breiten Kreisen
Problemdiskussionen und Problemfindung zur Stellung der Frauen in unserer
Gesellschaft. Allerdings ist das Ziel der Frauenbewegung immer noch nicht ganz
erreicht.
2.2 Frauenbewegung in Taiwan
Blicken wir nun nach Taiwan wo wir
eine stark differenziertere Entwicklung der Frauenbewegung haben als in
Deutschland. In Taiwan bildet der Konfuzianismus die Grundlage der
Gesellschaftlichen Beziehungen und das seit vielen Jahrhunderten. Diese
Beziehung ist streng hierarchisch geformt.
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im 19. Jahrhundert erste Schulen in denen auch Mädchen unterrichtet wurden. Die
Idee der Gleichberechtigung wurde während der 50 Jahre dauernden Japanischen
Kontrolle auf die Insel gebracht. Unter der Japanischen Herrschaft hatte auch
eine Industrialisierung begonnen, deren Einfluss sich unter anderen auch in der
sinkenden Selbstmordrate von Frauen zeigte, denn Frauen hatten nun die
Möglichkeit finanziell unabhängiger zu werden, in die Stadt zu ziehen und so
dem Bannkreis der Familie zu entkommen.
Nach Ende des 2. Weltkrieges ging Taiwan wieder an China. 1987 wurde das seit
1947 geltende Kriegsrecht auf der Insel aufgehoben, davon profitierte Taiwans
junge Frauenbewegung. Nach 1987 wurden zahlreiche Frauengruppen gegründet,
durch diese Gruppen und Organisationen wurde das Selbstbewusstsein von Taiwans
Frauen gestärkt. 1984 wurde dann der Schwangerschaftsabbruch legalisiert und
1991 stellte man sexuelle Belästigung unter Strafe. Seit 1999 steht nun auch
häusliche Gewalt unter Strafe. Heute
gibt es zahlreiche Gruppierungen für die Gleichberechtigung von Frauen, an den
Universitäten wird verstärkt Frauenforschung betrieben und in den Medien
Taiwans diskutiert man den Schutz von Frauen vor Gewalt.
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2.3 Schnellere
Entwicklung der Frauenbewegung Taiwans durch den Westen
Findet eine schnellere Entwicklung feministischer
Partizipation in Asien durch Einfluss des Westens statt? Hierzu betrachten wir
wieder das Fallbeispiel Taiwan. Ein gutes Beispiel ist Alice Schwarzer. Sie ist
eine der bekanntesten Feministinnen Deutschlands und engagiert sich überall auf
der Welt für Frauenorganisationen und Frauenbewegungen, so auch in Taiwan. 2001
wirkte sie in einer Veranstaltungsreihe in Taipeh mit, diese lautete
„Feministische Perspektiven“. Dies war der Auftakt zur Eröffnung der Ausstellung
„Denkmäler für Frauen“. Dieses Ereignis und die Übersetzung einiger von
Schwarzers Büchern ins Chinesische stärkt das Interesse für Frauenfragen in
Taiwan. Aber richten wir unseren
Blick auf die Anfänge der neuen Frauenbewegung in Taiwan. Lü Xiulian gilt als
Wegbereiterin für den neuen Feminismus in Taiwan. Sie ist in einer
traditionellen Familie aufgewachsen und erhielt dadurch auch keine Zuneigung
und Anerkennung, dies war verbunden mit dem Bedauern, dass sie kein Junge
geworden ist. 1969 schließt sie ihr Studium in Jura an der Taiwan Universität
ab und geht mit Hilfe eines Stipendiums in die USA. Während ihres Aufenthaltes
in Illinois kommt sie mit der Amerikanischen Frauenbewegung in Berührung und
ihre Sensibilität für Frauenprobleme wird geweckt.
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