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Wie grau ist alle Theorie, wie grün des Lebens goldner Baum (Page 2).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Educational Science / Pedagogy
Document category
Summary
University, School
Graz
Additional information
2008
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Educational Science / Pedagogy

Praktikumsbericht Mädchenzuflucht Wiesbaden
Praktikumsbericht Mädchenzuflucht Wiesbaden 1 Einführung Das vierwöchige Praktikum absolviere ich in der Mädchenzuflucht in Wiesbaden. Zu diesem Praktikum gelangte ich über das Wiesbadener interna

Die Bereiche auf Seiten des Könnens gelten nicht mehr als blinde Routine, sondern als implizites Wissen.

Hier wird die Lehrer/innenausbildung dreigeteilt: In der ersten Phase wird Begründungswissen vermittelt, in der zweiten die „implizite Handlungsgrammatik der Praxis“ angeeignet werden, und zwar durch Eigenerfahrung, die dritte Phase dient der Korrektur.

Am Ende seines Aufsatzes merkt Neuweg noch an, dass Theorielernen nicht ständig durch Praxis irritiert werden darf und Könnenserwerb nicht durch Einlassung auf Wissen. Durch Interferenzen zwischen Denken und Tun verschlechtert sich die Perfomanz, und Flexibilität wird durch Dienst nach Vorschrift verdrängt.

Stellungnahme

Im Anschluss an die Zusammenfassung werde ich nun im Rahmen dieser Stellungnahme einige Aspekte des Aufsatzes herausgreifen.

Neuweg bezieht sich seinem Aufsatz auf Kant zurück (auch wenn er diesem nicht explizit erwähnt): Begriffe ohne Erfahrung sind leer, Erfahrung ohne Begriffe blind. In diesem einen Satz ist ausgedrückt, was die Lehrer/innenausbildung ausmachen soll und was sie benötigt: eine theoretische und praktische Komponente.

Das Problem ist, wie Neuweg aufzeigt, dass die eine oder die andere Komponente überbetont wird.

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Nirgendwo, außer vielleicht in einem Familienbetrieb, bekommt man soviel vom zukünftigen Beruf mit. Was will oder soll die Schulpädagogik den Lehramtsstudierenden denn dann noch beibringen? Jeder zukünftige Lehrer weiß ja, wie er es einmal machen will, hat Vorbilder, positive und negative. Er/ sie weiß, wie er/sie es sicher einmal nicht machen will.

Theorien sind hilfreich und kein reiner Selbstzweck, sind aber immer eine Abstrahierung eines Prozesses, eines Vorganges. Sinn und Ziel der Theorievermittlung der Schulpädagogik muss es sein, dass Lehramtsstudierende die gelernten Theorien auf konkrete Situationen herunterbrechen und zur Anwendung bringen.

Und das ist schwer möglich, da, wie Neuweg darlegt, die Situationen im Klassenzimmer oft einzigartig seien. Und man darf nicht vergessen, dass immer wieder verschiedene Schüler/innen mit dem Lehrpersonal agieren. Und so steigt man eben auch in einem Klassenzimmer nie in denselben Fluss, frei nach Heraklit und Hans Georg Neuweg.

Ich glaube, dass bei Situationen im Klassenzimmer, die persönliche Komponente schlagend wird. Lehramtsstudierende können alle Theorien auswendig und auch anwenden können, im Klassenzimmer kommt es dann doch auf ihre Durchsetzungskraft an.

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Auch eine praxisorientierte Lehrer/innenausbildung hat, wie Neuweg in seinem Aufstz zeigt, ihre Tücken. „Erfahrung ist kein didaktischer Selbstläufer“, man wird mit der Zeit nicht besser als Lehrer. Und wie bereits Kant sagte: Erfahrungen ohne Begriffe sind blind.

Es muss also immer eine Wechselspiel zwischen Handeln und Reflektieren sein. Wobei hier auch nicht große Theorein von Nöten sind, sondern eher Überlegungen (Wie habe ich es gemacht? Was könnte ich nächstes Mal anders machen? Warum sollte ich es anders machen?).

Wenn man das Reflektieren lässt, läuft man Gefahr, schlechte Gewohnheiten zu perfektionieren: Erfahrungen ohne Begriffe sind blind.

Neuweg bringt ein, meiner Einschätzung nach, schlagendes Argument gegen zu praxisbezogene Lehrer/innenausbildung: Ohne Theorie fehlen auch Impulse zur Weiterentwicklung, zur Innovation. Ohne Theorien wird bloß reproduziert, was da ist. Und das ist, wie Neuweg anmerkt, nicht immer besonders gut.

Im zweiten Teil seines Aufsatzes stellt Neuweg zwei Modelle vor. Das Motto des Integrationsmodells ist die hier bereits zitierte Schlussfolgerung Kants. Beim Phasenmodell werden Begriffe und Erfahrungen getrennt. Zuerst werden die Begriffe gelernt und dann die Erfahrungen gemacht, die in einem dritten Schritt wird das, was missglückt ist, korregiert.

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Mir erschient das Phasenmodell geeigneter als das Integrationsmodell, und zwar aus einem Grund: Die Lehramtstudierende sind ja nicht in erster Linie Erzieher, sie sind Lehrende, sie bringen den schüler/innen „Schulwissen“ bei, in Chemie, Physik, Englisch etc. Und das, was sie den Schülern beibringen sollen, müssen sie ja auch lernen, vertiefen.

Es macht wenig Sinn, Lehramtstudierende am Beginn des Studiums gleich an die Katheder zu setzen und Praxiserfahrungen sammeln zu lassen (wenn von konkreter Praxiserfahrung die Rede ist, kann es nur so geschehen). Was sollen sie denn lehren? Eine Lehrer/innenausbildung nach dem Integrationsmodell kann nur dann einsetzen, wenn Lehramtsstudierende bereits einen Grundstock des Wissens ihres Faches erworben haben.

Und auch ein Medizinstudierende famulieren nicht gleich in den ersten Semestern

Eine Lehrer/innenausbildung nach dem Phasenmodell kann bereits am Anfang des Studiums einsetzen und mit der Fachausbildung parallel laufen und mit ausreichendem Fachwissen in den praktischen Teil umschwenken (so wie es derzeit auch gemacht wird).


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