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Wie entsteht ästhetische Illusion? .doc

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Faculty
Arts & Design
Discipline
Art / Design / History of Art
Document category
Homework
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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WS 2008/2009
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Wie entsteht ästhetische Illusion?

1.1. Die „Analogiethese“: narrative Illusion als Vorstellungs-Analogon zur lebensweltlichen Erfahrung

Versteht man unter Illusion ausschließlich den Schein des Miterlebens einer Realität, dann basiert sie augenfällig auf einer Analogie mit dieser lebensweltlichen Wahrnehmung und bisherigen Erfahrung. (vgl. Wolf 1993a: 467)

1.2. Grundzüge lebensweltlicher Erfahrung als Basis narrativer Illusion

Ausgehend von dieser Annahme ist es naheliegend zunächst die lebensweltliche, also die für das Individuum für real wahrgenommene Wahrnehmung und deren Vorstellungsbildung zu untersuchen. Hierfür einige angeführte Merkmale:

·         Scheinbare Objektivität (das wahrnehmende Medium betreffend)

·         Medialität

·         Konzeptbestimmtheit

·         Perspektivengebundenheit und Interessengeleitetheit

·         Verdecktheit der Mechanismen, welche die Wahrnehmung lenken

(vgl. Wolf 1993a: 467)

Die menschliche Wahrnehmung richtet sich nach soziokulturellen Relevanzangaben und folgt dadurch einer gewissen Konzeptbestimmung. Um diese Konzepte zu erfüllen, muss sich jedoch die menschliche Wahrnehmung dem Schein der Illusion hingeben um das tatsächlich Wahrgenommenen mit dem gewünschten, bereits erdachten Konzept in Einklang zu bringen.

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Das heißt, sie muss schlichtweg der Realität einige Dinge hinzu- bzw. hinwegdenken, um der in der Vorstellung, der im Kopf entstandenen Situation, zu entsprechen. Die Wahrnehmung ist also nur scheinbar objektiv.

Eine Rolle bei der Konzeptbestimmtheit spielt aber auch die Kausalität. Denn schon zu Zeiten Aristoteles musste „ein Telos“ erfüllt sein um zu einem Ende zu kommen.

1.3. Von der Wahrnehmung, Erfahrung und Vorstellung zur narrativen Illusionsbildung: die sechs werkseitigen Illusionsprinzipien

Die werkseitigen Faktoren der Illusionsbildung basieren auf Grundzüge lebensweltlicher Wahrnehmung. Sechs Prinzipien lassen sich vermerken, welche als Leitlinien jeder Illusionsbildung basieren. (siehe unten: Illusionsprinzipien!) Die menschliche Wahrnehmung konzentriert sich zunächst auf Formen und nicht auf Inhalte, dadurch kann etwas scheinbar anders, als der tatsächliche reale Zustand wahrgenommen werden.

Das Hauptziel der Illusionsbildung ist im Grunde nichts anderes als die Imitation lebensweltlicher Wahrnehmung sowie die Reduktion zur ästhetischen Distanz. Woraus sich folgende Unterziele erkennen lassen:

·         Wahrscheinlichkeit,

·         Verhüllen der Künstlichkeit und

·         Erwecken von Interesse für die Fiktionswelt. (vgl. Wolf 1993a: 468)

Illusionsprinzipien

·         die Simulierung einer vorstellbaren, autonom wirkenden Außenwelt

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·         die Perspektivität

·         die Mediumsadäquatheit

·         das Celare-artem-Prinzip

·         das Prinzip der Interessantheit (vgl. Wolf 1993a: 468)

1. 4. Narrative Illusionsbildung und ihre werkseitigen Faktoren an einem Beispiel: Warren Beck, „After the War“ (1950)

Die sogenannte Shortstory von Warren Beck folgt im Grunde den Vorstellungskriterien der Illusionsprinzipien. Ausgehend von der Ich-Erzählperspektive, nimmt der Leser unmittelbar am Geschehen teil.

Das weckt natürlich beispielsweise auch das Prinzip der Interessantheit. (Der Leser identifiziert sich ja mit diesem Ich!)

Quellenverzeichnis:

Wolf, Werner (1993a). Ästhetische Illusion und Illusionsdurchbrechung in der Erzählkunst: Theorie und Geschichte mit Schwerpunkt auf englischem illusionsstörenden Erzählen. Buchreihe der Angelia 32. Tübingen: Niemeyer. 465–473.


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