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Werthers Stellung in der Gesellschaft (Page 2).docx

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Human Science
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Kleist - o terremoto no chile
RAONI NARAOKA DE CALDAS - n.º USP: 5675771 JUSTIÇA HUMANA E A JUSTIÇA DIVINA EM "O TERREMOTO NO CHILE" DE HEINRICH VON KLEIST Trabalho final de aproveitamento da disciplina LITE

Er will sie von den denaturierten Naturprinzipien, die die Gesellschaft regelt, befreien[9].

Das ist aber unmöglich und utopisch, eine fest und tief in der Meinungen und Sitten etablierte Tatsache verschwinden zu lassen und das stellt Werther schmerzlich später selbst fest:

„Dass das Leben des Menschen nur ein Traum sei, ist manchem schon so vorgekommen, und auch mit mir zieht dieses Gefühl herum. Wenn ich die Einschränkungen ansehe, in welcher die tätigen und forschenden Kräfte des Menschen eingesperrt sind; wenn ich sehe, wie alle Wirksamkeit dahinaus läuft, sich die Befriedigung von Bedürfnissen zu verschaffen, die wieder keinen Zweck haben, als unsere arme Existenz zu verlängern, und dann, dass alle Beruhigung über gewisse Punkte des Nachforschens nur eine träumende Resignation ist, da man sich Wände, zwischen denen man gefangen sitzt, mit bunten Gestalten und lichten Aussichten bemalt – Das alles, Wilhelm, macht mich stumm.“ [10]

Sein Lebensüberdruss ist noch verstärkt, als Werther die Erfahrung macht, dass die ländliche Bevölkerung mit den anderen Bevölkerungen auch nicht zu unterscheiden wäre:

 

„Wenn du mir fragst, wie die Leute hier sind, muss ich dir sagen: wie überall!“[11]

 

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„Ich kehre in mich selbst zurück, und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Und da schwimmet alles vor meinen Sinnen, und ich lächle dann so träumend weiter in die Welt.“[12]

Der Held flieht regelmäßig aus der Gesellschaft (Ablehnung der anhaftenden Wertvorstellungen) und flüchtet sich zur Natur und Träumen aber die Diskrepanz zwischen Einschränkungen von außen und kompensatorischer Ausweitung des Inneren nimmt im Verlauf des Romans zu und führt zur Zerstörung seiner Welt und infolgedessen seines Lebens.

Das Thema „Werthers Stellung in der Gesellschaft“ scheint mit dem Ungenügen der Hauptfigur an der bürgerlichen Welt übereinzustimmen. Werther ist der Mensch, dessen Macht innerer Fülle im Kontrast zur äußeren eingezwängten Welt steht: die Pein des ergreifenden Menschen in der vernunftgemäß und zweckhaft geordneten Gesellschaft, der Konflikt zwischen bürgerlichem Verstand (z.B.

Stellung zu Albert) und dichterischem fast pantheistischem Naturgefühl werden objektiviert. Was Werther empfindet, wird nachher an Wirkungen und Gegenwirkungen gestaltet.

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Deshalb wirft ihm der Adel Übermut und Geringschätzung anderer vor. Trotzdem ist er kein Befürworter der Ständeauflösung:

„Zwar weiß ich so gut als einer, wie nötig der Unterschied der Stände ist, wie viel Vorteile er mir selbst verschafft: nur soll er mir nicht eben gerade im Wege stehen, wo ich noch ein wenig Freude, einen Schimmer von Glück auf dieser Erde genießen könnte“ [13].

Er bekämpft die Gesellschaft und verzärtelt sein eigenes Herz; er wendet sich den Kindern, der Unschuld nebst der Reinheit zu, von den Menschen zur Natur, von der Wirklichkeit zur Dichtung (zum Beispiel durch Homer oder Ossian).

Er erstrebt, einen Friedenshafen auf dem Land ja sogar in den Wipfeln zu erreichen, von denen seine Herzensergießung sich ausdrücken kann. Sooft er sich unter der feinen Gesellschaft befindet, hegt er eine plötzliche Selbstbesinnungsunentbehrlichkeit. Er braucht im Freien zu sein, um seine Kunst aufzubauen, was zu seiner Behaglichkeit und seinem Wohlfühlen beiträgt.

Er wird ununterbrochen den Sinn seines Daseins gesucht haben. Nach einem Philosophen wie Heidegger, der sich natürlich für die deutsche Literatur interessiert hat, wäre der Sinn das Woraufhin des Verständnisentwurfs des In-der-Welt-Seins[14].

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Mit eindringlicher Spekulationskraft überschaut Werther die Welt und glüht in Begeisterung für die Natur, für alles Große, Gute und Wohlgestaltete.






[1] am 22. Mai 1771

[2] am 24. Dezember 1771

[3] am 24. Dezember 1771

[4] am 24. Dezember 1771

[5] am 20. Oktober 1771

[6] aus Sturm und Drang von Matthias Luserke

[7] aus Goethes Werther Kritik und Forschung von Hans Peter Hermann

[8] Neue dichterische Inspirationsquelle mit der „Neuen Heloïse“ von Rousseau

[9] Man kann hier einen Vergleich zu Goethes Prometheus, der sich gegen die Götter wendet, um das Feuer den Menschen zu geben, ziehen

[10] am 22. Mai 1771 

[11] am 17. Mai 1771 

[12] am 22. Mai 1771 

[13] am 24. Dezember 1771

[14] Entlehnung aus Heideggers «Sein und Zeit »


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