Erster Weltkrieg
Die Wurzeln des Ersten Weltkrieges sind vielfach. Da waren
die „alten“ Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich, die sich zur „Entente
cordiale“ zusammenschlossen, um dem mit gewaltiger ökonomischer und
militärischer Kraft nach Machtpositionen strebenden deutschen Kaiserreich zu
begegnen. Dieses Deutschland war den „Dreibund“ mit Italien und
Österreich-Ungarn eingegangen und drängte über den Balkan in den Nahen Osten.
Frankreich hatte die Niederlage von 1870/71 und den Verlust von Elsass-Lothringen
noch nicht verkraftet und hoffte auf „Revanche“. Seit es 1892 ein
Militärbündnis mit Russland geschlossen hatte, sah sich Deutschland der
ständigen Drohung eines Zweifrontenkrieges gegenüber.
Zugleich war Russland
Österreichs Rivale auf dem Balkan.
Erzherzog und Thronfolger Franz Ferdinand war für die
Einführung des allgemeinen Wahlrechts auch in Ungarn, wodurch die Nicht-Ungarn
mehr Einfluss im Land gehabt hätten. Eine Gleichberechtigung der Südslawen in
der Monarchie wäre für die Ziele der Nationalisten in Serbien, die ihren Staat
bis an die Adria ausdehnen wollten, eine Gefahr gewesen.
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Forderungen erfüllen, doch am 28.Juli erklärte Wien Serbien den Krieg.
Aufgrund der Bündnisverträge begann nun die Mobilmachung in Russland,
Deutschland und Frankreich. Am 1.August erklärte das Deutsche Reich Russland
den Krieg, am 3.August Frankreich.
Großbritannien trat ebenfalls an der Seite
Frankreichs und Russlands in den Krieg ein. Die „Mittelmächte“
Deutschland und Österreich-Ungarn fanden nur in Bulgarien und im Osmanischen
Reich Verbündete. Italien blieb trotz des „Dreibunds“ vorerst neutral,
wechselte dann aber, weil die Entente ihm große Gebietsgewinne zusicherte, auf
die andere Seite. 1917 traten die Vereinigten Staaten als Antwort auf den
deutschen U-Boot Krieg gegen Handelsschiffe, die England belieferten, in den
Krieg ein.
Am Beginn des Krieges hatte niemand eine Vorstellung von den
entsetzlichen Folgen der durch die industrielle Revolution ermöglichten
Kriegstechnik.
Im Westen waren die Fronten bald erstarrt, nachdem der
deutsche Vorstoß über Belgien gegen Paris in den Schlachten an der Marne
stecken geblieben war. Im jahrelangen Stellungskrieg wurde in den Kämpfen um
Festungen wie Verdun furchtbarer Blutzoll entrichtet. Im Jahr 1918 scheiterten
fünf deutsche Offensiven an dem durch amerikanischen Nachschub überlegenen
alliierten Widerstand.
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Kaiser Karl (er war nach dem Tod Franz Josephs
Kaiser) versuchte Kontakt mit der Entente aufzunehmen um einen Sonderfrieden zu
schließen. Der Versuch blieb erfolglos und führte zu Verstimmungen mit
Deutschland. Als die völlige militärische Niederlage nicht mehr abzuwenden war,
boten Deutschland und Österreich-Ungarn der Entente Waffenstillstand an. Im
November 1918 wurde Frieden geschlossen.
Bei dem so leichtfertig angefangenen Krieg starben 10
Millionen Menschen und 20 Millionen wurden verletzt. Die Zerstörung in den
Kriegsgebieten war unermesslich und vier Herrscher großer Reiche (Deutschland,
Russland, Österreich-Ungarn und Osmanisches Reich) mussten Republiken weichen.
Außerdem zerfiel die große Donaumonarchie in viele autonome Staaten. Im Vertrag
von Versailles wurde die Neuaufteilung Europas.
Zwischenkriegszeit
Als Ergebnis der Brüche und Zusammenbrüche (Erster
Weltkrieg, Revolution in Russland,...) sind zwei Siege in der Emanzipation
großer Bevölkerungsgruppen hervorzuheben: die politische Emanzipation der
Arbeiterschaft kam nun endgültig zum Durchbruch, und die Emanzipation der
Frauen machte Fortschritte.
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Amerika war für viele Menschen in Europa überhaupt Vorbild
und Traumland.
In Deutschland gab es eine innere Zerrissenheit, es gab
Umsturzversuche von rechts und links. 1920 wollten Freikorps durch einen Putsch
die Monarchie wieder einführen - ein Generalstreik rettete die Republik. 1923
versuchte der Österreicher Adolf Hitler in Bayern mit seiner
rechtsradikalen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)
den Sturz der Regierung; der Versuch endete erfolglos.
Zur Destabilisierung insbesondere der besiegten Staaten trug
die Inflation bei. Die schwerste Inflation erlebte Deutschland, da das
Vertrauen in die deutsche Währung sank.
Der Erste Weltkrieg verschob die Gewichte in der
Weltwirtschaft. Die europäischen Industriestaaten verloren dort einen Gutteil
ihrer Position. Beherrschend wurden jetzt die Vereinigten Staaten als
Hauptgläubigerland für ganz Europa.
Am „Schwarzen Freitag“ der New Yorker Börse am
25.Oktober 1929 fielen die Aktienkurse ins Bodenlose und lösten damit die große
Weltwirtschaftskrise aus. In vielen Ländern brach die
Industrieproduktion zusammen und Millionen Menschen wurden arbeitslos. Die
Kommunisten beschuldigten den Kapitalismus als Hauptträger der Schuld, Hitlers
Nationalsozialisten gaben den Juden die Schuld.
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Faschismus
Nach dem Ersten Weltkrieg begann eine neue politische
Bewegung immer stärker in Erscheinung zu treten, die schließlich durch ihre
grundsätzliche Ablehnung der Demokratie ihre aggressive Machtpolitik zum
Zweiten Weltkrieg führte: der Faschismus.
Der Begriff trat erstmals auf als Mussolini in Italien eine
Partei gründete und 1922 die Macht übernahm. Als Faschisten wurden aber auch
die Anhänger rechtsradikaler nationalistischer Bewegungen bezeichnet, die in
der Zwischenkriegszeit in ganz Europa entstanden waren. Seine radikalste
Ausformung erreichte der Faschismus in Deutschland in der Form des Nationalsozialismus.
Zuerst kann man die Vorstellungen der Faschisten als
„Gegenideologie“ bezeichnen. Sind sie doch hauptsächlich dadurch gekennzeichnet
wogegen sie sind: gegen den Sozialismus und Kommunismus, gegen den
Liberalismus, gegen die parlamentarische Demokratie usw. Weiters lässt sich die
faschistische Ideologie mit den Begriffen Nationalismus und Rassismus,
Führerprinzip und Militarismus beschreiben. In der zweiten Hälfte
des 19.Jahrhunderts wurde der Nationalsozialismus durch die Rassenlehre
ausgeweitet. Ein Volk wurde nicht als etwas historisch Gewordenes gesehen,
sondern als „Rasse“. Damit verbunden war die Vorstellung von der Ungleichheit
der „Rassen“ und Menschen. Als höchste und wertvollste Rasse galt für die
Nationalsozialisten die „arische“, als „Untermenschen“ hingegen wurden die
Juden angesehen.
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