Universität
Augsburg
Fakultät für
Angewandte Informatik
Lehrstuhl für
Physische Geographie
Prof. Dr. A.
F.
Wasserhaushalt
und Nährstoffversorgung von Hochgebirgspflanzen
Projektseminar
„Hochgebirgsökologie“ SS 2010
Leitung: Prof.
Dr. Arne Friedmann
S.,
C. M.
Geographie
(Diplom)
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86150
Augsburg
Mobil:
**********
Email:
xxxx@web.de
Matrikelnummer:
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Abgabetermin:
01.06.2010
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Hochgebirgsvegetation
1.1 Hochgebirgsklima
1.2 Orobiome und
Vegetationsstufen
2
Vegetationsrelevante hydrologische Aspekte
3 Hochgebirge als
Pflanzenstandort
3.1 Morphologie der
Hochgebirgspflanzen
3.2
Nährstoffversorgung
3.3 Der
Wasserhaushalt
3.4 Der Einfluss der
Schneedecke
4
Literaturverzeichnis
„In
nature there are neither
rewards
nor punishments;
there
are consequences“
(Robert
G. Ingersoll 1833-1899)
Einleitung
Die Vegetation prägt
das Landschaftsbild einer Region. Sie ist weitgehend ortsgebunden und daher
vielfältig. Der Boden als Pflanzenstandort spielt die tragende Rolle bezüglich
des Wasserhaushaltes und der Nährstoffversorgung. Bereits kleine Varianten im
Mineralgehalt bewirken eine Veränderung der Artenzusammensetzung. Aber auch die
klimatischen Besonderheiten der dreidimensionalen Lebensräume beeinflussen die
Lebewelt in besonderem Maße. Mit dem Anstieg der Meereshöhe behindern
zunehmende Klimaextreme die Produktivität des Pflanzenwachstums.
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In den Subtropen und
Tropen hingegen rückt als anderer thermischer Faktor die Anzahl der
Frostwechsel- bzw. Eistage in den Vordergrund (RICHTER 2001, S.295ff). Es ist
offensichtlich, dass die einzelnen Standortfaktoren nicht für sich allein
wirken, sondern ein Komplex ineinander greifender Faktoren bilden.
So hängt die
Wasserversorgung des Bodens nicht nur vom Klima ab, das die Niederschlagshöhe
und die Luftfeuchtigkeit bestimmt. Ferner üben die Lage im Gelände, die
Bodenart und die Bodenbedeckung einen entscheidenden Einfluss auf die
Wasserverhältnisse aus. Sämtliche Pflanzen sind entsprechend ihrer unterschiedlichen
physiologischen und morphologischen Gegebenheiten für das Leben in einer ganz
bestimmten ökologischen Nische eingerichtet (POTT 2005, S. 196).
Die Vegetation der
Hochgebirge hat insbesondere durch die Faktoren Klima, Relief und Boden eine
völlig andere Ausgangssituation wie die Vegetation der niederen Lagen. Daher
wird im Folgenden auf die Besonderheiten in Bezug auf Wasserhaushalt und
Nährstoffversorgung eingegangen. Auch der Einfluss der Schneedecke und der
Umgang der Pflanze mit dieser Situation werden aufgeführt. Ebenso werden
Beispiele aus dem Alpenraum und verschiedene Pflanzengattungen angesprochen.
1
Hochgebirgsvegetation
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tageszeitlichen Temperaturschwankungen.
So
auch die Physiognomie der Höhenstufen, die vom geologischen Ausgangsgestein
sowie den, bei Gebirgsbildung vorhandenen Pflanzengesellschaften entscheidend
beeinflusst wird. Jedes Gebirgssystem hat somit eine individuelle Ausprägung
hinsichtlich Klima, Untergrund, Flora und Fauna. Der Hochgebirgscharakter in
Bezug auf die Vegetation beginnt mit der alpinen Stufe, deren untere Grenze bei
etwa 1900m bis 2200m, in seltenen Fällen bis 2400m liegt.
Auf
ebenen oder lediglich schwach geneigten Flächen treten hauptsächlich natürliche
Rasen, auch Urwiesen genannt, sowie Zwergsträucher auf (KLOTZ 1990, S.27).
Urwiesen kommen nur auf Silikatgestein vor und bilden den höchsten Wiesentyp
der Alpen (schule.suedtirol.it). Entscheidend für die Pflanzendecke sind die
Länge der Vegetationsperiode, der Humusreichtum des Bodens sowie die Lage zur
Hauptwindrichtung und der Sonneneinstrahlung.
In
der niederalpinen Stufe herrschen Zwergsträucher, meist der Gattung Vaccinium
vor. An exponierten Standorten treten Spaliersträucher und dichtwüchsige
Polsterpflanzen in den Vordergrund und bilden mit niedrig wachsenden Gräsern
eine geschlossene Vegetationsdecke.
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Das
Landschaftsbild wird zunehmend von Felsfluren und Block- bzw. Geröllfelder
gekennzeichnet. Nur an besonders günstigen Stellen kommen höhere Pflanzen, Angiospermen,
oder auch Farne vor. Die obere Grenze der subnivalen Stufe bildet zugleich die
Schneegrenze und die nivale Stufe beginnt. Felsen und Gletscher bilden die
Hauptmerkmale des Landschaftsbildes. Vereinzelt findet man Moose, Flechten und
Mikroorganismen, die den Schneefeldern eine grünliche, bräunliche oder rötliche
Färbung verleihen. In Felsspalten bzw. -nischen finden sich, meist Zwergformen,
einzelner Blütenpflanzen.
Das
Schema dieser Hochgebirgsgliederung lässt sich vegetationsspezifisch nicht auf
alle Hochgebirge beziehen. Ähnlichkeiten in der Physiognomie der
Vegetationsdecke bleiben zwar weitgehend vorhanden, aber bereits im alpidischen
System (Pyrenäen/Alpen/Kaukasus/Himalaya) gibt es beachtliche Unterschiede.
Auch weisen die zentralasiatischen Hochgebirge, wie auch die afrikanischen und
amerikanischen sowie die Hochgebirge der südlichen Hemisphäre einen völlig
anderen Charakter auf.
Allgemein
betrachtet ist die Vegetation der Hochgebirge meist stark fragmentiert und auf
günstige Mikrohabitate beschränkt (POTT 2005, S.392). Eine weitere verbreitete
Eigenschaft der alpinen Pflanzen ist, dass sie häufig mehrjährig und nur selten
einjährig sind.
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Mehrjährige
Pflanzen dagegen haben mehrere Vegetationszeiten für Keimung und Samenreife zur
Verfügung. Ähnlich wie viele Pflanzen in anderen Grenzlebensräumen, haben sie
ausgedehnte Wurzelsysteme entwickelt. Ausgedehnte Wurzelsysteme sind von großer
Bedeutung in der Konkurrenz um die Aufnahme von lebenswichtigen Nährstoffen aus
dem Boden und auch als Nährstoffspeicher, der gleich zu Beginn der Aperzeit ein
schnelles Initialwachstum im Frühling ermöglicht (GOUDIE 2007, S.266).
1.1
Hochgebirgsklima
Die
großregionalen Klimazonen der Erde lassen sich durch ihre ausgeprägte
atmosphärische Charakteristik gut einteilen. Anders hingegen verhält es sich
mit dem Hochgebirgsklima. Es zeichnet sich durch eine außerordentliche
klimatische Vielfalt aus, die sich in einem Mosaik der verschiedenartigsten
Mikroklimate widerspiegelt und in ein Bild von Relief und Höhe einfügt.
Dominante
Faktoren des Hochgebirgsklimas sind die Höhenlage über dem Meeresspiegel, das
örtliche Relief und der Barriere-Effekt. Eine allgemeine Dependenz bezüglich
der Höhe weist die Temperatur auf. Sie nimmt durchschnittlich 0,5-0,6 K je 100m
Anstieg ab. Diese Größe wird als Temperaturgradient bezeichnet und unterliegt
erheblichen lokalen Abweichungen.
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