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Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie von Thomas Nagel .doc

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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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Zusammenfassung

Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie

von Thomas Nagel

Einleitung

Nagel vertritt eine sehr radikale Abgrenzung der Philosophie zu den Naturwissenschaften. In seinem Werk spielen der Sinn des Lebens und der Tod eine untergeordnete Rolle, vielmehr beschäftigt er sich mit den verschiedenen Sichtweisen des Menschen.

Nagel verwendet viele selbst eingeführte Begriffe. Er setzt sich in seinem Buch mit den verschiedenen Problemen auseinander, liefert aber keine fertigen Antworten, sondern eigentlich nur Denkanstöße und Richtungen, die vertreten werden könnten.

  1. Kapitel: Woher wissen wir etwas?

Nagel behandelt im ersten Kapitel den Problemkomplex "Unser Wissen außerhalb unseres Bewusstseins" (Nagel 1990, S.7).

Ontologie: Lehre vom Wesen des Seins; Bezeichnung für jenes Teilgebiet der Metaphysik, das sich mit dem Wesen der Existenz oder des Seins beschäftigt.

Nagels Wissensbegriff stammt aus der Epistemologie (Erkenntnistheorie). Existieren (in Raum und/oder Zeit)

  • nur materielle Gegenstände (z.B.: Sessel, Tisch)?
  • nur schwer wahrnehmbare Gegenstände (z.B.: Atome)?
  • nur Gegenstände mit zeitlicher Ausdehnung (z.B.: Gedanken, Gefühle, Musik)?

Allgemeinbegriffe (z.B.: Zahlen) sind nicht an Raum und Zeit gebunden.

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Idealismus

Die Wirklichkeit wird nur durch unser Bewusstsein konstituiert. Die Welt ist nichts anderes als eine Vorstellung unseres Bewusstseins.

Realismus

Es gibt eine Außenwelt, die völlig unabhängig ist von unserem Bewusstsein. Die Außenwelt wirkt auf uns ein und kann sprachlich beschrieben werden.

-       naiver Realismus

Die Welt ist tatsächlich so, wie wir sie wahrnehmen. Es gibt aber Sinnestäuschungen, die verarbeitet werden.

-       kritischer Realismus

Es gibt eine Außenwelt, die unabhängig von uns existiert. Sie verursacht Sinneswahrnehmungen. Wir können nicht wahrnehmen, wie die Außenwelt tatsächlich beschaffen ist.

Konstruktivismus

Die Außenwelt ist abhängig von unserer Wahrnehmung. Die Gegenstände werden konstruiert. Die Außenwelt ist nicht zu erfassen. Es gibt keine materielle Außenwelt.

Empirismus

Alle Erkenntnisse können aus der Sinneserfahrung abgeleitet werden.

David Hume

Nur die Wahrnehmungen sind real. Eine Außenwelt, die von uns erfasst wird, kann nicht bewiesen werden.

-       Ursache → Kraft→ Wirkung

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-       Ist es ein bloßes Nacheinander von Wahrnehmungen?

Aus der Erfahrung oder Vergangenheit kann auf die Folge von etwas Gegenwärtigen geschlossen werden. (z.B.: Immer wenn…., dann…)

solipszismus

Nur das eigene "Ich" oder "Selbst" existiert. Wir können uns nur unseres Bewusstseins sicher sein. Das einzige was es wirklich gibt, ist das eigene Bewusstsein (vgl. Nagel 1990, S.11).

Skeptizismus

Die Möglichkeit, eine wahre Erkenntnis zu bekommen, wird in Frage gestellt. Wir können nur Ereignisse der Gegenwart wahrnehmen. Nagel behauptet "(…,) daß wir über unsere Eindrücke und Erlebnisse hinaus nichts wissen: es mag eine Außenwelt geben oder auch nicht geben, und wenn es eine solche gibt, so mag sie völlig anders sein als sie uns erscheint – oder wiederum auch nicht" (Nagel 1990, S.12). Wenn das eine nicht zutrifft, kann man sich auch nicht sicher sein, dass das Gegenteil richtig ist.

Weil weder das Eine noch das Andere beweisbar ist.

Radikaler Skeptizismus

Demnach können wir uns auch nicht über unsere vergangenen Erkenntnisse oder Gedanken sicher sein, sondern nur über die aktuellen Gedanken und Erkenntnisse.

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Verifikationismus

Alle Erkenntnisse sind entweder wahr oder falsch. Der Sinn eines Satzes ist die Methode seiner Verifikation. Wissenschaftliche Sätze oder Behauptungen müssen beweisbar und somit wahr oder falsch sein.

Alle Sätze die nicht eindeutig wahr oder falsch sind, sind irrelevant für wissenschaftliche Aussagen. Die Vertreter dieser Strömung vertreten einen sehr eng gefassten Wahrheitsbegriff. Diese Strömung hatte einen großen Einfluss auf den Wiener Kreis (philosophischer Zirkel 1924-1936; rund um Rudolf Carnap, Moritz Schlick, Friedrich Waismann).

Kritiker greifen auch das Problem des sehr engen Wahrheitsbegriffes auf. Vor allem gibt es auch Sätze die nicht eindeutig wahr oder falsch sind. Bei der Behauptung, dass etwas wahr ist, fehlt bei diesen Sätzen der Ansatz zur Feststellbarkeit. Dies ist für Nagel der eindeutige Beweis, dass nicht alles beweisbar ist.

Da es Sätze gibt, bei denen nicht eindeutig feststellbar ist ob sie wahr oder falsch sind.

Egozentrische Verlegenheit

Skeptisch betrachtet können wir uns nicht sicher sein, ob wir zwischen Realität und Traum unterscheiden können. Um dies zu beweisen, müssten wir im Kreis argumentieren.

Man kann sich also nicht sicher sein, dass außer mir selbst noch etwas existiert oder ob alles nur ein Produkt unserer Vorstellung ist.

Zirkelschluss (petitio principii)

Die Aussage wird durch die Aussage selbst bewiesen. Der Beweis wird in den Grundannahmen vorausgesetzt.

Zirkelschluss, Zirkelbeweis, Circulus vitiosus, ein Fehlschluss, bei dem das zu Beweisende im Beweisgang benutzt wird.[1]

 

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Es gibt keine absolute Gewissheit. Es gibt die Möglichkeit der andauernden, ständigen Irrung. Alles Sein und jede Erkenntnis ist zugleich möglich und auch unmöglich.

Nagel behauptet, es ist vernünftiger, daran zu glauben, dass es eine Außenwelt gibt, als dass es keine gibt. Es gibt aber keine Erfahrung über Verursachung. Es gibt keine Beweise für oder gegen eine Außenwelt. Wir erleben und können uns nur der Gegenwart sicher sein.

Argument von Nagel

-       Es gibt eine empirische Unmöglichkeit, die zeitlich abhängig ist. (z.B.: Momentan scheint es uns unmöglich dass es 5m große Menschen gibt)

-       Es gibt eine logische Unmöglichkeit

Es scheint uns nicht möglich, da sich die Definitionen widersprechen. Für uns ist es undenkbar, dass es runde Quadrate gibt.

Einteilung der Begriffe

Es gibt

-       Komplementäre Begriffe

Sind sich ergänzend. Entweder das eine oder das andere. Es gibt nichts Drittes. (z.B.: Traum/Wirklichkeit, wach/schlafend, tod/lebendig)

-       Konträrbegriffe

Gegenteilige Dinge. Schließen etwas Drittes nicht aus. (z. B.: Schwarz/Weiß)

 

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