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Warum sind Männer agressiver als Frauen .doc

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Social Science
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Sociology
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Universität Oldenburg
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2009 Bachelor of Arts
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Warum sind Männer aggressiver als Frauen?

Essay

Was bedeutet eigentlich Aggression? Aggression (lat. aggressio „Angriff“) ist eine Verhaltensweise, die durch einen Konflikt zwischen Individuen oder Gruppen entsteht.

Dabei versucht jeder seine Position dem anderen aufzudrängen. Es geht hierbei um Respekt und Ansehen zu erlangen. [1]

Nun stellt sich die Frage, ob die Aggression bloß aus dem genetischen und evolutionären Faktor resultiert oder ob es auch von der Gesellschaft beeinflusst wird. Um herauszufinden, warum Männer mit Aggression anders umgehen als Frauen, werde ich zuerst auf den evolutionären Aspekt eingehen. Inwieweit hat der Mensch das aggressive Verhalten von anderen Lebewesen übernommen?

Was sagt Darwin zur menschlichen Aggression? Anschließend werde ich mich auf den physiologischen Faktor beziehen. Welche Auswirkung hat die Struktur des Gehirns bei Männern und Frauen? Wie weit beeinflussen die Hormone das Verhalten des Menschen? Zuletzt wird noch der ontogenetische Faktor mit einbezogen.

Kann die Gesellschaft die Aggression beim Menschen verstärken oder vermindern?

Nun werde ich diese Faktoren anhand des Prototyps Mann und Frau erklären. Zum Schluss gehe ich noch auf den Ausnahmefall „die aggressive Frau“ ein.

 

 

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Auch beim Behaupten oder Erringen von Rangordnungspositionen wird diese Form von Aggression ausgelöst.

Bei den weiblichen Wesen wird eher die interspezifische Aggression sichtbar. Diese Art der Aggression tritt erst auf, wenn sich das Weibchen angegriffen fühlt und sich gegen (Fress-) Feinde schützen und verteidigen muss. Hierbei wird ein typisches Grundmuster deutlich: die männliche Dominanz und Aggressivität einerseits und die weibliche Unterordnung und Anpassung andererseits.

„Wie jedes andere Tier ist auch der Mensch ohne Zweifel auf seinen gegenwärtigen hohen Stand durch einen Kampf um die Existenz gelangt, und wenn er noch höher fortschreiten soll, muss er einem heftigen Kampf ausgesetzt bleiben.

Es muss für alle Menschen offene Konkurrenz bestehen“ (Charles Darwin (1871); Hervorh. im Original).

Das bedeutet nicht, dass der Mensch nur ein egoistisches Wesen ist das bloß den Konkurrenzkampf sucht. Im Gegenteil, dass Lebewesen strebt primär nach Glück , dass es mithilfe seiner „sozialen Instinkte“ findet. Diese biologischen Instinkte sind der Schlüssel zu unseren biologischen Erfolgen.

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Nach Darwin gehört die Aggression nicht zum primären Instinkt. Es ist für ihn kein Trieb, sondern eine menschliche Motivation die den Wunsch nach sozialer Akzeptanz enthält.

Doch Sigmund Freud vertritt andere Ansichten hinsichtlich der Aggression. Nach Freud hat der Mensch zwei angeborene Triebe, den Eros (Lebenstrieb) und den Thanatos (Todestrieb) in sich, die miteinander im Wettstreit sind. [3]

Auch Konrad Lorenz sah den Aggressionstrieb als primären Antrieb des Menschen. Denn anhand von Tierbeobachtungen nahm er an, dass die Aggression eine spontane Bereitschaft zum Kampf sei, welche für das Überleben eines Organismus entscheidend sei. Im Tierreich kommt es selten zu Verletzungen, da sich einer von beiden Rivalen unterwerfen wird.

Dieses aggressionsausweichende Verhalten in kritischen Momenten sah er im Menschen wieder.

Doch die moderne Neurobiologie vertritt eher die Position von Darwin, dass die Aggression ein reaktives Phänomen ist. [4]

Doch dieser „Aggressionstrieb“ nach Freud oder die „menschliche Motivation“ nach Darwin ist nicht der alleinige Auslöser für das aggressive Verhalten des Menschen. Auch die ungleiche Struktur und die chemischen Besonderheiten im Gehirn beeinflussen die Reaktion des Menschen bei Auseinandersetzungen. [5] Das bedeutet, die Frauen sind genauso aggressiv wie Männer, bloß gehen sie mit ihrer Aggressionen anders um.

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Somit sind die männlichen und weiblichen Betriebssysteme den Aufgaben gleichermaßen gewachsen, bearbeiten bloß die Ziele mit unterschiedlichen Schaltkreisen.

Das bedeutet, dass bei Männern die Wahrscheinlichkeit größer ist als bei Frauen, dass sie bei Auseinandersetzungen was anderes verstehen, als wirklich gemeint wird. Dieses falsche Verständnis verbunden mit dem zweieinhalb Mal größeren Gehirnzentrum für Aktivität und Aggression bei Männern führt dazu, dass sie innerhalb von Sekunden Schlägerei anzetteln.

Es liegt daran, dass die Verarbeitungskapazität größtenteils im urtümlichen Gehirnareal Amygdala stattfindet, dass Angst und Aggression auslöst. In einer solchen Konfliktsituation hat der Mann in der Regel kein schlechtes Gewissen und fühlt sich in seiner männlichen Rolle eher bestätigt.

Bei Frauen ist der Dreh- und Angelpunkt im Gehirn für die Entstehung von Gefühlen und Erinnerungen größer. Das bedeutet, dass Frauen in der Regel besser Gefühle ausdrücken und sich an emotionale Ereignisse in Einzelheiten erinnern können. Deshalb geben sie sich auch große Mühe bei Auseinandersetzungen von anderen den Konflikt zu entschärfen und alles in Ordnung zu bringen.

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Auch Hormone haben tiefgreifende Auswirkung auf das Verhalten bei Auseinandersetzungen. Denn sie verändern die Wertvorstellung und die gesamte Wahrnehmung des Menschen. Deshalb gilt das Hormon Testosteron beim Mann seit langer Zeit als Aggressionshormon. [6] Denn hierzu konnten bestätigende Versuche gemacht werden.

Es wurde zum Beispiel festgestellt, dass bei Schwerverbrechern ein erhöhter Testosteronspiegel vorhanden ist, als bei der Normalbevölkerung.

In einem anderen Versuch wurde gezeigt, dass weibliche Tiere ein erhöhtes aggressives Verhalten aufweisen, bei denen das männliche Hormon Testosteron injiziert wurde. [7]

Jedoch kann heute gesagt werden, dass Testosteron nicht notwendigerweise Aggression, sondern vielmehr als stimmungsaufhellender Faktor gilt. Es ist ebenso möglich, dass der Testosteronspiegel erst erhöht wird, wenn eine Provokation oder Aggression von außen die Ausschüttung aktiviert.

Die Aggression wird auch sehr stark von der Gesellschaft beeinflusst bzw. unterdrückt. Denn es ist eine konkrete Rollenverteilung wie bei den anderen Lebewesen vorgegeben. Bei Männern und Jungen wird Aggressivität und Dominanz erlaubt und als positiv bewertet, weil sie bereits durch ihren Körperbau und ihre Stärke als Oberhaupt angesehen werden.


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