Wachschutz
an Schulen
1. Ausgangslage/Sachverhalt
In
13 Schulen im Berliner Stadtteil Neukölln, davon zehn weiterführende Schulen
und drei Grundschulen, werden seit Anfang Dezember jeweils zwei Wachmänner bis
zum Ende des Schuljahres 2007/2008 testweise eingesetzt. Der Einsatz soll dazu
dienen Jugendliche davon abzuhalten, in fremde Schulen einzudringen und dort
auf dem Schulhof Ärger zu machen.
In der Vergangenheit waren eine Reihe von gewalttätigen Ereignissen an den
Berlin Neuköllner Schulen verzeichnet worden. Zudem handelte es sich teilweise
um Aufsehen erregende Vorfälle: Es wurde beispielsweise ein Lehrer von einem
Schüler zusammengeschlagen.
1.1 Der Einsatz des
Wachdienstes an der Berliner Albert-Schweitzer Schule
Das Albert-Schweitzer-Gymnasium,
eine Ganztagsschule im Berliner Stadtteil Neukölln, ist eine von den 13
Schulen, die privaten Wachschutz einer Bielefelder Firma zur Gewaltprävention
zwischen 7.30 Uhr und 16.30 Uhr, einsetzt. Zwei unbewaffnete Wachmänner sollen
den Schulfrieden bewahren, Schulfremde vom Gelände verweisen oder ihnen erst
gar nicht den Zutritt ermöglichen, jedoch ohne sich aktiv in Konflikte
jeglicher Art einzumischen, in dem sie die Schüler am Schuleingang
verifizieren. Präsenz zeigen und über Vorfälle informieren gehören zu den
weiteren Aufgaben der beiden Wachmänner, die vorerst bis zum Ende des
Schuljahres 2007/2008 eingesetzt werden sollen.
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Eltern, Lehrern und Schülern besteht.
1.1.1
Der Umgang mit den Schülern
Für
die beiden Wachmänner am Albert-Schweitzer-Gymnasium ist die Aufgabe noch
relativ neu und unbekannt, das sie fast verlegen die Schülerausweise kontrollieren.
Desweiteren treten sie sympathisch und angenehm gegenüber den Schülern auf, da
sie keine Konsequenzen aus dem Vergessen eines Schülerausweises ziehen.
2.
Ursachen des Einsatzes
Eine
Hauptursache des Einsatzes von Wachschutz an Schulen ist sicherlich die gestiegene
Gewalttätigkeit der Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren, die wie
folgt definiert wird: Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt
oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den
negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen
ausgesetzt ist.
Solche negative Handlungen können verbal, in Form von Beleidigungen, Beschimpfungen,
Hänseleien, Drohungen, Erniedrigung und Entwürdigung hervorgerufen werden,
ebenso wie nonverbal durch abwertende Gesten.
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beispielsweise das Zusammenschlagen eines Lehrers, wie oben beschrieben und
Erpressungen bleiben eher die Ausnahme.
Seit Anfang der 90er haben die Diskussionen in der Öffentlichkeit über
zahlreiche gewalttätige, zum Teil auch fremdenfeindliche Vorfälle an Schulen
rapide zugenommen, da seitens der Medien damit begonnen wurde, intensiver über diese
Taten zu berichten. So wurden auch die Schulbehörden für dieses brisante Thema
sensibilisiert; daraufhin wurde versucht Lösungsansätze für die Vermeidung von
Gewalt zu finden: Beispielsweise wurden Bücher veröffentlicht, die den Lehrern,
bei ihrer pädagogischen Arbeit helfen sollen, da sie sich auf Grund des
gesteigerten Gewaltpotenzials und den daraus resultierenden höheren
pädagogischen Anforderungen ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlen.
Desweiteren wurde versucht, die Lehrer in speziellen Fortbildungen fit zu machen
für die gestiegenen Anforderungen.
2.1 Gewalt
an unterschiedlichen Schulformen
Es
gibt deutliche unterschiede der Gewaltausprägung in den verschiedenen Schulformen.
Ein deutlicher Unterschied klafft zwischen Haupt- und Sonderschulen und
Gymnasien, der daher kommt, dass die Haupt- und Sonderschulen ihren Standort
oftmals in sozialen Brennpunkten haben und dass die Schüler größtenteils keine
sozialen Chancen besitzen.
Eine Studie von 1994, durchgeführt an 350 Schulen aller Schulformen zeigt die
unterschiedlichen Gewaltausprägungen diverser Schulformen:
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psychisch und physisch
-
Haupt-,
Real-, Gesamtschule: Hier gibt weniger Gewalt als an Sonderschu-
len
-
Berufsschulen:
Hier kommt gewalttätiges Schülerverhalten nur gelegentlich
vor; jedoch unterscheidet
sich das Gewaltverhalten noch
von der Berufsrichtung
-
Grundschulen:
Hier kommt ebenso wie an den Berufsschulen nur gele-
gentlich gewalttätiges
Verhalten vor
-
Gymnasien:
Hier kommt Gewalt in allen beschriebenen Formen am wenig-
sten vor.
Zusammenfassend
lässt sich sagen, dass die körperliche Gewalt an Gymnasien niedriger ist als an
den übrigen Schulformen, was daran liegt, dass es hier keine Schüler mit großen
Lernproblemen gibt. Solche Schüler, die auf Grund ihrer Lernschwäche keine
passenden Konfliktlösungsstrategien entwickeln können, besuchen in der Regel
Sonder- oder Hauptschulen. Dies erklärt die höhere Gewaltbereitschaft an
Sonder- und Hauptschulen gegenüber den Gymnasien. All diese Aussagen treffen
hauptsächlich für physische und psychische Gewalt zu. Schaut man sich die psychische
Gewalt getrennt von der physischen Gewalt an, erkennt man kaum Unterschiede zwischen
den Schulformen. All diese Aussagen zeigen, dass nicht alleine die Schulform
Gewalt hervorruft, sondern die soziale Umgebung der Schüler.
2.2
Schulen im sozialen Brennpunkt
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Wohnungen. Für die Kinder sind nur wenige geschützte Spiel-Räume vorhanden.
Deutsche und überproportional viele nichtdeutsche Kinder wachsen dort in einer
insgesamt anregungsarmen oder sogar schädigenden Umgebung auf. In diesen Stadtteilen
fallen Kinderarmut und benachteiligte Bildungsstrukturen häufig zusammen. Dieses Umfeld,
welches in der Definition beschrieben wird, wirkt sich natürlich negativ auf
das Verhalten der dort wohnenden Personen aus. An den Schulen in einem sozialen
Brennpunkt bündeln sich somit alle Probleme: Die meisten Schüler zeigen
Unkonzentriertheit, erhöhte Aggressivität, ein paar sind aber auch sehr
zurückhaltend.
Auch die Albert-Schweitzer-Schule liegt in einem sozialen Brennpunkt in Berlin-Neukölln.
Dort leben zum Großteil (85%) Ausländer und es wurden in den letzten beiden
Jahren 53 Fälle massiver Gewalt verzeichnet.
Darüber hinaus liegt nicht weit von der Schule entfernt ein Platz, an dem sehr
viel gedealt wird.
3.
Verschiedene Standpunkte zum Wachschutzeinsatz
Zum
Einsatz des privaten Wachdienstes gibt es seitens der beteiligten Personen viele
unterschiedliche Meinungen:
3.1
Lehrer
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