Zusammenfassung
von Text
Von
der Gemeinwesenarbeit über die Stadtteilarbeit zum Quartiermanagement GWA von Wolfgang Hinte
(in Thole
(2005): Grundriss der Sozialen Arbeit, S. 535-548)
Von
der Gemeinwesenarbeit über die Stadtteilarbeit zum Quartiermanagement
In den 60er
Jahren, stellten Veröffentlichungen zur Gemeinwesenarbeit (GWA) aus den USA
sozialarbeiterische und gesellschaftspolitische Selbstverständlichkeiten
nachhaltig infrage.
Da war
die Rede von:
·
Betroffenenbeteiligung
·
Veränderung
von Verhältnissen
·
Organisation
von Gegenmacht
·
Kampf
gegen das Establishment
·
und
außerparlamentarischer Organisation von kollektiver Betroffenheit
Gemeinwesenarbeiter initiierten:
·
Mieterinitiativen
·
Demonstrationen
·
Stadtteilfeste
·
sie
skandalisierten unzumutbare Wohnverhältnisse, infra-strukturelle Mängel,
·
sie
organisierten öffentliche Foren und Pressekampagnen
·
und
sorgten dafür, dass verschiedenste Bevölkerungsgruppen sich im
Wohnquartier
artikulierten, engagierten und organisierten.
2
verschiedene Ansätze von GWA waren damals vorherrschend:
1.
die
integrativ-wohlfahrtsstaatlichen Ansätze, die eher über
Aussprachen,
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Bürgerinnen
auf Anliegen zu konzentrieren, die viele im Gemeinweisen zu
bewegen
scheinen.
2.
den
konfliktorientierten Varianten ging es vornehmlich darum,
benachteiligte
Bevölkerungsgruppen zur selbsttätigen Vertretung ihrer
Interessen
anzuregen, sie zu politisieren und zum Widerstand gegen
ungerechte
gesellschaftliche Bedingungen zu aktivieren.
So
ganz genau wusste aber keiner der beiden Parteien wie sie mit den Stadteilbewohnern
vor Ort umgehen sollen.
Theorie
und Praxis der GWA in den 70er-Jahren haben den Blick geschärft für die
Lebensbedingungen
betroffener (Rand-)Gruppen und für sich auf Wohnquartierebene auswirkende
gesellschaftliche Widersprüche.
GWA hat
den Blick für sozialräumliche und lebensweltliche Dimensionen sozialer
Benachteiligung
geschärft und entsprechende methodische Konsequenzen daraus
gezogen
und zwar viele Jahre bevor die akademische Sozialpädagogik programmatisch
nachziehen konnte (vgl. Thiersch 1992).
1.
Gründe für die Krise der GWA
(Ende der
70er sowie in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts)
·
"Aufständigkeit,
Eigenbrötelei und Profilneurose
·
methodischer
Schwäche und theoretischer Schwindsucht
·
finanzieller
Auszehrung und politischer Disziplinierung"
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·
Sie
verblieb im Fachhochschul- und Alternativmilieu und konzentrierte sich eher auf
außerinstitutionelle Bereiche mit der Folge, dass sie innerhalb der
Institutionen wenig Wirkung entfaltete
Weitere
Faktoren dafür, dass GWA immer bedeutungsloser wurde:
·
GWA-Projekte
konnten sich nur in wenigen Kommunen dauerhaft halten, weil sie entweder zu
unbequem und zu teuer waren, oder als nice-to-do herabgestuft wurden =
(finanziert über ABM, ASS, Stiftungsmittel oder zeitlich befristete Programme)
·
GWA
war von ihren Ursprüngen her, aber auch in ihren Erscheinungsformen,
tendenziell
institutionenfeindlich. Die GWA-Hardliner trauten grundsätzlich keiner
Behörde. ). Vor allem die wichtige Schnittstelle zur kommunalen Jugendhilfe
wurde seitens der GWA stark vernachlässigt.
·
Das
Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) war in den Finanzierungs-Passagen auf den
problematischen Einzelfall fixiert. Für die örtlichen Jugendämter hieß das: GWA
ist keine Pflichtaufgabe, finanziert wird vorrangig der durch das
Hilfeplanverfahren als problematisch attestierte Einzelfall und darum herum
einige Einrichtungen oder Sonderdienste. = GWA Projekte wurden meist nicht
(oder nicht langfristig) finanziert.
·
Kaum
jemand befasste sich langfristig theoretisch und praktisch mit GWA. das lag an:
- haben keinen gefunden
der es veröffentlichen wollte
- mangelhaften Lobby in
Politik und Interessensverbänden
- mangelhaften Qualität
zahlreicher GWA-Publikationen
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·
Wurde
zu Beginn der 80er Jahre in essen entwickelt.
·
Das
Konzept "Stadtteilbezogene Soziale Arbeit" entsprang sowohl aus dem
Wissen um die Defizite der GWA, aber auch aus strategischen Überlegungen, die
sich aus der jahrelangen Zusammenarbeit mit kommunalen Trägern der Jugendhilfe
ergaben. GWA war dort als kooperationsunwillig verrufen.
·
Mit
GWA assoziierte man dogmatische Linke aus der 68er-Zeit oder schlichtweg Gutmenschen
ohne Bodenhaftung. Grundsätzlich zielt Stadtteilbezogene Soziale Arbeit auf die
Veränderung sozialer Räume und nicht auf psychische Strukturen von Menschen.
Der
Begriff Sozialraum wird im doppelten Sinne verstanden:
·
Zum
einen wird der Sozialraum definiert durch die Individuen selbst. Es gibt
so viele Sozialräume wie Individuen. Beispiel: Einsame alte Frau: Sozialraum
ist ihr Haus, Türkische Familie die über Stadtbezirk verteilt wohnt ist der
Bezik ihr Sozialraum usw.
Je
nach Alter, Lebensphase, Interessen usw. werden höchst individuell Sozialräume
definiert. Dennoch gibt es Überlappungen, an denen sich zahlreiche individuelle
Sozialräume überschneiden.
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Folgende
methodische Blickrichtungen und Prinzipien beinhaltet ein
sozialraumbezogener
Ansatz:
1.
Orientierung
an den geäußerten Interessen der Wohnbevölkerung:
· Fachkräfte fragen Menschen in
Wohnquartier direkt was sie interessiert; Sie überlegen nicht was für die
Menschen gut sein könnte, sonder fragen die Menschen nach ihren Interessen und
Bedürfnissen;
2. Unterstützung von
Selbsthilfekräften und Eigeninitiative:
· Fachkräfte tun nichts ohne die Leute.
Sie denken erst mal zusammen mit den Leuten darüber nach was diese selbst zur
Verbesserung ihrer Situation tun können und wenden sich erst in späteren
Stadien mit Programmen und Angeboten an die Leute im Viertel.
3. Nutzung der
Ressourcen:
· Ressourcen der
Menschen: klassische
SA kümmert sich meist um Defizite von Menschen. Sozialraumorientierte Ansätze
indes richten ihr Augenmerk immer auf deren Stärken, die sich oft sogar in den
vermeintlichen Defiziten abbilden.
BEISSPIEL:
Ein wegen Diebstahl verurteilter Jugendlicher ist oft genau der Richtige,
um auf die Gruppenkasse aufzupassen
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