Einführung in die
Humangeographie 1
Univ.-Prof. Dr.phil.
Peter Čede
Mitschrift 2009 und
2011
Überarbeitung im WS
2011/2012
Inhalt:
Vorwort. 3
1.
Ländlicher Raum... 4
1.1 Standortbestimmung und
Positionierung.. 4
1.2
Forschungsentwicklung, Forschungsrichtungen.. 9
1.3
Siedlungsraum und Siedlungsgrenzen.. 25
1.4
Elemente ländlicher Siedlungen.. 27
Das vorliegende Skriptum ist eine
Überarbeitung des Skriptums vom WS 09/10, das auf der Skriptensammlung für USW
ins Netz gestellt wurde. Dieses Skriptum war hinsichtlich seiner
Vollständigkeit kaum zu überbieten, so dass ich nur wenige Anmerkungen aus
meiner eigenen Mitschrift vom WS 11/12 hinzugefügt habe. Mir ging es vor allem
darum, die Abb. aus den LV-Unterlagen an der Stelle einzufügen, an der sie im
Vorlesungstext auch erwähnt wurden, um das ständige hin- und her blättern
zwischen Skript und LV-Unterlagen zu vermeiden, das extrem viel Zeit kostete.
Zudem habe ich versucht, das ganze übersichtlicher zu gestalten
(Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis) und auch die zusätzlichen
Unterlagen aus dem Buch "Das Neue Bild Österreichs" und die Karten
aus dem Volkskundeatlas in den Anhang gegeben.
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Alles Gute! - M. Lukas
Einführung in die Humangeographie 1
Inhalt:
1. Geographie der
ländlichen Siedlungen
2. Stadtgeographie
Bücher
zusätzlich zur VL:
Geographie allgemein:
·
Gebhardt, Glaser, Radtke, Reuber:
"Geographie" (Spektrum Verlag, 2. Aufl. 2011)
Bücher zur Humangeographie:
·
Knox, Paul; Marston: "Humangeographie"
(Spektrum Verlag).
·
Born, Martin: "Geographie der
ländlichen Siedlungen"
·
Henkel, Gerhard: "Der ländliche Raum"
·
Lienau, C.: "Die Siedlungen des
ländlichen Raumes" (Reihe: Das geographische Seminar)
·
Schwarz, Gabriele: "Allgemeine
Siedlungsgeographie Teil 1" (Lehrbuch der allgemeinen Geographie)
·
Denzer Vera und Weißner Reinhard: "Humangeographie"
(neu erschienen) von. "Das Geographische Seminar"
·
Auch wichtig, aber
nicht direkt im Zusammenhang:
·
Lichtenberger, Elisabeth: "Österreich.
Geographie, Wirtschaft, Geschichte, Politik." (Länderkunden der
wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt). size:11.5pt;line-height:115%;font-family:
Symbol'>Von Bedeutung, weil sie eine
regionalgeographische Überblicksdarstellung über Österreich.
Die Bücher befinden
sich im Semesterhandapparat in der FB für Geographie im 1. Stock unter "Čede"!
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Kennzeichen des
ländlichen Raumes
·
Geringe Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte
·
Hoher Anteil an land- und
forstwirtschaftlichen Produktionsflächen
·
Geringe Industriedichte
·
Hoher Anteil an Industrien mit wenig
qualifizierten Arbeitskräften.
Seit 1869 gibt es
Volkszählungen, die
·
land- und forstwirtschaftliche
Betriebszählungen
·
Arbeitsstättenzählungen
·
und Häuserzählungen
umfassen.
Der ländliche Raum
ist an sich sehr differenziert. Ländliche Räume unterscheiden sich
untereinander sehr stark; in physiognomischer Hinsicht, als auch in
funktionaler Hinsicht. Unter Bezugnahme auf Österreich ist zu differenzieren
zwischen dem alpinen ländlichen Raum auf der einen Seite und dem außeralpinen
ländlichen Raum auf der anderen Seite. Alpiner ländlicher Raum:
Unterschied zwischen dem westlichen Teil und dem östlichem Teil der
österreichischen Alpen. Linie ist erkennbar (gedachte Linie): Grenze zwischen
dem westlichen und östlichen Abschnitt: Grenzsaum, der sich auch in zeitlicher
Hinsicht verändert hat (unterliegt Dynamik):
Die Linz-Lienz-Linie
- bzw. die Verbindung derQuellgebiete
der Drau, der Enns, der Mur und der Traun -ist
eine wichtige Kulturlandschaftsgrenze.
Generell zählen zum
alpinen Raum die kristallinen Mittelgebirge, die Hochgebirgstäler...
Außeralpiner
ländlichen Räum: Hierzu zählen einzelne österreichische
Großlandschaften:
·
Alpenvorland,
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·
Granit- und Gneishochland,
·
Wiener Becken,
·
Randgebiete der pannonischen Tiefebene).
Ursachen für diese
unterschiedliche Struktur und Funktion liegen in der sozioökonomischen
Entwicklung, der verkehrsgeographischen Lage (Ferne oder Nähe zu den
Zentralräumen, zu den Agglomerationen), und in den physiogeographischen
Rahmenbedingungen (Klima, Morphologie,...). Auch wichtig ist, dass ländlicher
und städtischer Raum nicht unabhängig nebeneinander bestehen, sondern sich
gegenseitig ergänzen. Sie sind funktional aufeinander bezogen. Und diese
funktionale Beziehung ist ein wichtiges Untersuchungsobjekt der
Humangeographie. Sie sind in ihrer Entwicklung voneinander abhängig, wobei
diese Abhängigkeit im ländlichen Raum wesentlich stärker ist und deutlicher in
Erscheinung tritt. Die Grenze zwischen ländlichem und städtischen Raum ist
unscharf, sie lässt sich nicht eindeutig feststellen, Grenzen sind dynamisch
(nicht statisch).
Weiters ist wichtig,
dass der ländliche Raum Multifunktionalität (unterschiedliche Funktionen nicht
nur Agrarfunktion) aufweist:
Funktionen des
ländlichen Raumes:
·
Wohn- und Arbeitsraum für die nicht urbane
Bevölkerung
·
Erzeugungsraum für Nahrungsmittel und andere
bodenabhängige Güter
·
Produktionsraum für dezentralisierte
Industrien und ländliche Kleingewerbe
·
Erholungsraum für die urbane Bevölkerung
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Zu ergänzen: Begriff
Multifunktionalität: hat im Zuge der Entwicklung in den letzten 30/40 Jahren
stark an Bedeutung gewonnen. 4.
Dimension in der Geographie (Humangeographie): der zeitliche Faktor (neben
Länge, Breite, Höhe). Ohne Kenntnisse der Genese, des Strukturwandels kann man
nur unzureichende Erklärungen abgeben (im städtischen als auch im ländlichen
Raum). Der ländliche Raum ist durch Multifunktionalität gekennzeichnet. Er hat
eine Ausgleichsfunktion für den städtischen Raum. Es gibt eine Abhängigkeit des
ländlichen Raumes, der unterschiedlichen ländlichen Räume von den
Zentralräumen, von den Agglomerationen, vom städtischen Raum. Veränderungen,
Strukturwandel wird von den Zentralräumen, von den urbanen Räumen, gesteuert.
Steuerungszentren des sozioökonomischen, soziokulturellen Wandels sind
städtische Räume. Ländliche Räume sind daraus resultierend sehr oft
Peripherräume, sind sehr oft Passivräume für strukturschwache ländliche Räume
(z.B. Granit- und Gneishochland, das Karpatenvorland, Randgebiete der
pannonischen Tiefebene, niedere Tauern). Passivräume, Peripherräume im
Unterschied zu den Zentralräumen bzw. zu den Aktivräumen (Wien,
oberösterreichischer Zentralraum, Klagenfurter Becken, Grazer Zentralraum,...).
Kulturlandschaft in Summe, ist gekennzeichnet - daraus resultierend - durch
räumliche Disparitäten. Wichtiger Begriff räumliche Disparitäten! R.D.
kennzeichnen diesen Unterschied zwischen Aktiv- und Passivräumen.
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