Volks
und Vampirglaube im deutschen
Sprachraum
um 1732
Mortuus non mordet- Volks und
Vampirglaube im Osten Europas
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Ansicht der verschiedenen
Wissenschaften
2.1 Ansichten der Theologen
2.2 Auffassungen der
Mediziner
3. Tendenz
3.1 Räumliche Tendenzen
3.2 Soziale und kulturelle
Tendenzen
4. Das Blut und die Farbe Rot
5. Begriffserklärungen
6. Biografien deutscher Autoren zum
Thema Vampirglaube
6.1
Gottlob Heinrich Vogt
6.2
Putoneus
6.3
Johann Christoph Harenberg
6.4
Michael Ranft
7. Die Rolle der Frau und des Mannes
im frühen Vampirismusglauben um 1730
7.1 Die Frau: Gut oder Böse?
7.2 Der Mann: Immer nur
Vampir?
1. Einleitung:
Im 18. Jahrhundert hatten die
Vampire ihre große Zeit, was allerdings kein Zufall war, denn durch die
Aufklärung zog sich die Religion zurück und ihre Konzeption von Leben und Tod
wurde in Frage gestellt. Die Wissenschaft versuchte nun die Religion zu
ersetzen, und die Menschen vom Aberglauben zu befreien. Weiters ist es noch
wichtig zu erwähnen, dass das Auftauchen des Vampirismus genau mit dem Ende der
Hexenverfolgung in Europa zusammenfällt. Der Glaube an Vampire tritt somit die
Nachfolge des Hexenglaubens an, Vampire erscheinen als verstorbene Hexen und somit
ist wieder ein Sündenbock für die wiederkehrenden Pest- und Choleraepidemien
gefunden.
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Ab 1732 wurden die zahlreichen
Vampirberichte unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet und vor allem
wissenschaftlich und medizinisch untersucht 1732 fanden die Berichte über den
Vampirmythos auch Gehör in der französischen sowie niederländischen
Öffentlichkeit durch Veröffentlichungen der Berichte aus den Wehrdörfern in
verschiedenen Zeitungen.
Mediziner und Theologen, die in diese Dörfer zur
Untersuchung der Fälle geschickt wurden schrieben dieses meist einer Seuche zu.
Generell äußert sich der Großteil
der Vampiristischen Beiträge des Jahres 1732 zum Problem des gestörten
Blutflusses und der ihn Verursachenden Gifte, wie beispielsweise Gottlob
Heinrich Vogt, der das ganze Phänomen einem Gift zuschreibt. Weiters äußerten
sich viele zu dem Thema der Unverweslichkeit mancher Leichen ( sh. Michael
Ranft)
und zu dem Phänomen, dass die Haare, der Bart und die Nägel an Händen und Füßen
bei längst toten Personen weitergewachsen waren. (sh. Der Weimarische Medicus
mit Stahl und Alberti)
An sich überwogen die
Stellungnahmen von Medizinern zum Thema des Vampirismus.
2. Ansichten der verschiedenen
Wissenschaften
2.1 Die Ansichten der Theologen (Doris
Kaminsky)
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Körper nicht richtig (nach christlichem Ritus) begraben wurde, demnach stößt
das Jenseits den Vampir zurück und die Erde weigert sich ihn in sich
aufzunehmen. Er ist sowohl aus der Welt der Lebenden als auch aus der Welt der
Toten verbannt. Seine Handlungen können als Rache gedeutet werden.
Im Zeitalter der Aufklärung gesteht
man die Existenz von Geistern und des Teufels zu. Ranft bekräftigt, es sein
nicht Erstaunliches daran dass Peter Plogojovitz nach seinem Tod noch sechs
Menschen getötet habe: „Vielleicht hatte er mit seinen Nachbarn schweren
Streit, der ihn dermaßen ihnen gegenüber mit Haß (sic!) erfüllt, dass er nicht
einmal im Tod davor seine Ruhe fand. Er verweist darauf, dass man heute wie
damals glaubt, die Toten besäßen ausreichend Lebenskraft, die sie daran
hindere, ihre Ruhe zu finden, wenn dazu ein Grund vorhanden wäre.
In gelehrten und klerikalen Kreisen
war man noch 1728 der Meinung, Tote könnten Racheakte verüben.
2.2 Die Auffassung der Mediziner
Die nicht erfolgte Verwesung, die
als Zeichen des Vampirismus gesehen wurde, wird von Gelehrten, Ärzten und
Physici auf die Beschaffenheit des Begräbnisplatzes zurückgeführt oder auch im
Zusammenhang mit dem Geburtsdatum gesehen. Für die einen sind die fehlenden
Anzeichen der Verwesung ein Zeichen der Heiligkeit, für andere ein Zeichen des
Diabolischen.
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ein Teil, härt der Mensch auf, ein Mensch zu sein, die Seele jedoch hört nicht
auf, eine Seele zu sein, und der Körper bleibt Körper.
Ranft kommt zum Schluss, dass:
Solange somit der zerstörbare
Körper existiert, kann er auch in sich eine Art Leben bergen, wenn auch nicht
in Bezug auf den gesamten Organismus, so doch auf gewisse gleichartig
zusammengesetzte Teil in demselben.
An sich erklären die Gelehrten damit
nur, was innerhalb des „vegetativen Lebens des Leichnams“ vor sich geht (das
Wachsen der Nägel, des Bartes etc.)
Eine andere Theorie von Ranft hatte
einen recht modernen Charakter und erwähnt die Schmerzen des Gewissens, sowie
die Angst. Er kommt zu dem Schluss, dass ein unverhoffter Tod Unruhe in der
Umgebung der Toten hervorruft, die wiederum zu Melancholie führt, welche
schlaflose Nächte und Angstträume bringt. Die Erschöpfung führt danach zu einer
Krankheit und weiterhin zum Tod. Alles geschieht somit in den Köpfen der Leute,
diese Feststellung stützt sich in erster Linie auf die Tatsache, dass es
größtenteils Mitglieder der Familie und auch nahe Freunde sind, die von
Vampiren angegriffen werden.
3. Tendenzen
3.1 Die Räumlichen Tendenzen
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Der weimarische Medicus ( die
Weimarer Ärzte Johann Christian Fritsch und Johann Ernst Stahl ) stellt die
These auf, dass die Einbildung von Vampiren bei den Rätzen und Heyducken ein
Affekt gewesen sei, der durch den Incubus ausgelöst wurde. Der Incubus ist so
etwas wie der Alp, „asthma nocturnum“, „nocrurna suppressio“ – seine Symptome
sind Herzensangst, Brustbeklemmung, Atmenstockung und die Unfähigkeit zu
sprechen. Diese schrieben diese Symptome den Vampiren zu.
Johann Christian Fritsch und Johann
Ernst Stahl beziehen sich hierbei auf die Krankheit, bei der bei den Rätzen in
dem Dorf Kisolova 1725 und bei den Heyducken in dem Dorf Medwedia nahezu alle
Leute gestorben sind und diese mit Vampirismus in Verbindung brachten.
In Kisolova trat ohne ersichtlichen
Grund ein vermehrtes Sterben der Bewohner auf, dafür wurde Peter Plogojowitz
verantwortlich gemacht, der zehn Wochen zuvor gestorben war. Auf dem Totenbett
sagten alle Erkrankten aus, sie seien im Schlaf von Plogojowitz gewürgt worden,
dieses wurde später als Indiz für Vampirismus gesehen. Das Grab von Plogojowitz
wurde geöffnet und man fand die Leiche angeblich im Zustand eines Vampirs: recht
unverwest, hatte eine frische Farbe und strömte kaum Verwesungsgeruch aus. Haut
und Haare waren nachgewachsen, man fand an verschiedenen Körperöffnungen blut,
das man als das der Opfer ansah. Die Dorfbevölkerung beschloss deshalb, den
Leichnam zu pfählen und anschließend zu verbrennen.
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