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Faculty
Environmental Science
Discipline
Environmental Sciences
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University, School
Graz
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2004
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UMWELTRECHT

Nationales Umweltrecht

 

VO

Prof. Brünner

WS 2004

 

inhalt:

 

I.    Grundlagen und Strukturen des Umweltrechts

A.   Begriffsbestimmungen

B.   Ziele des Umweltrechts

C.   Prinzipien des Umweltrechts

D.   Instrumente des Umweltrechts

II.   Systematik des Umweltrechts

A.   Nationales vs. Internationales Recht

B.   Zugehörigkeit zu den herkömmlichen Rechtsbereichen

C.   Art und Rang der nationalen Rechtsquellen

D.   Materielles vs. formelles Umweltrecht

E.   Allgemeines vs. besonderes Umweltrecht

III. Systematische Darstellung ausgewählter Bereiche

A.   Das Umweltinformationsgesetz

B.   Das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP)

C.   Die Gewerbeordnung

D.   Das Wassergesetz

  I.   Grundlagen und Strukturen des Umweltrechts

 

A) Begriffsbestimmungen

 

1.  Umwelt

-     keine einheitliche Definition des Begriffs „Umwelt“ (verschiedene Wissenschaften verwenden den Begriff unter­schiedlich)

-     juristisch: Umwelt ist im weitesten Sinn die Gesamtheit der äußeren Lebens­bedingungen, die auf eine bestimmte Lebenseinheit einwirkt (natürliche Lebensgrundlage des Menschen)

-     ökologischer Sinn ® jener Lebensraum, der vom Menschen gestaltet wird:

!

§  Umweltmedien (Boden, Wasser Luft)

§  Umweltfaktoren (unbelebt: Ruhe, Klima.., belebt: Tiere, Pflanzen, sonstige Lebewesen + Lebensräume)

§  deren Beziehungen untereinander und zum Menschen

® der Mensch ist auch erfasst, aber nicht als direktes Schutzgut

 

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1983: Verfassungsrechtliche Grundlagen von Umweltschutz ® teilweise unvollständige Auflistungen (z.B. Forstgesetz), andererseits sehr umfangreiche Gebiete (z.B. UVP Gesetz).

2.  Umweltschutz

= Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen (Maßnahmen, die auf die Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung lebensgerechter Umweltbedingungen für den Menschen gerichtet sind).

Begriff „Umweltschutz“ kommt in der österreichischen Rechtsordnung in einzelnen Bundes- und Landesgesetzen vor – es gibt jedoch Unterschiede in der Terminologie und Präzision des Gesetzgebers.

Immer wieder gibt es Debatten – präventiver Umweltschutz versus reparierenden Umweltschutz. Sehr dynamisch (Technologie wird verbessert – etwas, was vorher Optimum war, kann auf einmal verbessert werden). Finanzierungsproblem (Umweltschutz oft kostspielig für die Produktion etc.)

Mögliche Einteilungen:

a)  Anthropozentrischer Umweltschutz versus ökozentrischer Umweltschutz

(Anthropozentrischer und ökologischer Umweltschutz schließen sich gegenseitig NICHT aus! In Österreich ist beides wichtig: Immissionsschutz Luft + Gentechnikgesetz)

b)  Medialer, kausaler, vitaler und integrierter Umweltschutz

(es geht um die Art der Beeinträchtigung!)

 

·      ANTHROPOZENTRISCHER UMWELTSCHUTZ

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® Lebensschutz: Schutz des Menschen vor dem Menschen

·      Ökozentrischer Umweltschutz

Schutzziel = natürliche Umwelt selbst; partnerschaftliche Betrachtung „Bruder Baum“; öko­logisches Gleichgewicht als Selbstzweck (egal, ob es dem Menschen hilft) ® Umweltethik (Problem der nichtintendierten Folgen z.B. von Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen).

Die Natur wird um ihrer selbst willen geschützt (Naturschutzrecht)

·      Medialer Umweltschutz

Bezug auf Umweltmedien ® Schutzziel = Boden, Wasser, Luft

·      Kausaler Umweltschutz

Bezug auf Umweltbeeinträchtigungen – Gefährdungen durch gefährliche Stoffe (Chemika­lien, Abfall, Gentechnik, Atom- und Strahlenschutz, Lärm)

·      Vitaler Umweltschutz

Schutzziel = lebendige Objekte ® Tier- und Pflanzenschutz, im weiteren Sinn auch Natur- und Landschaftsschutz

·      Integrierter Umweltschutz

® medienübergreifender Umweltschutz (z.B. UVP – Auswirkungen auf gesamte Umwelt);

® Querschnittsmaterie: Umweltschutz ergibt sich oft als Nebenaspekt (z.B. Gewerbeordnung: Vorraussetzung für Ausübung von Gewerbe ® Betriebsanlagenrecht ® Umweltschutzaspekt) Umweltschutz in anderen Bereichen: Gesundheitswesen, Bergwesen, Wirtschaft, Verkehr, Agrarwesen,.. (z.B. Ökostrom, Bauordnung, Katalysator im Auto

 

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Das Umweltrecht ist zwar seit 1970 ein selbstständiges Rechtsgebiet, aber kein geschlossenes Rechtsgebiet.

Kernbereiche des Umweltrechts:

·         kodifiziertes allgemeines Umweltrecht (Rechtsnormen, die für den Umwelt­schutz als Ganzes von Bedeutung sind)

·         medial: Luftreinhaltungsgesetz (+Klimaschutzgesetz), Gewässerschutzgesetz, Bodenschutzgesetz

·         kausal: Lärmrecht, Abfallrecht, Chemikalienrecht, Gentechnikrecht, Atom- und Strahlenschutzrecht

·         vital: Natur- und Landschaftsschutzrecht


Randbereiche (® integriert):

·         Gewerberecht (gewerbliche Betriebsanlagenrecht)

·         Bergrecht (Mineral- und Rohstoffrecht)

·         Forstrecht

·         Verkehrsrecht

·         Energie­recht (Ökostrom)

·         Agrarrecht (Düngemittelrecht)

·         Gesundheitsrecht (Lebensmittelrecht, Wasserrecht)

·         Raumordnungsrecht

·         Baurecht

B) Ziele des Umweltrechts

 

Frage: “Warum umweltrechtliche Regelungen?“

Nationalstaatliche Ebene: Ziele nirgends geschlossen kodifiziert, nicht formuliert (in Öster­reich). Ausnahme: Art. 174 Abs. 1 EG-Vertrag: Ziele der Umweltpolitik der Gemeinschaft. Auffächerung der Ziele ® ökozentrischer Aspekt

Ziele manchmal implizit aus den Regelungen ableitbar.

 

Österreichisches Umweltrecht:

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·         Schutz des Bodens, des Wassers, der Luft, des Klimas sowie der Pflanzen- und der Tierwelt vor nachteiligen Wirkungen menschlicher Eingriffe

·         Umweltschädenbeseitigung (z.B. Altlastenbeseitigung)


Ziele dienen als Interpretationsrichtlinien (für Auslegung von Rechtstexten).

Problem: Ziele aus anderen Bereichen können das Gegenteil betreffen (z.B. wirtschaftlicher Fortschritt – Ökologie). Austragung dieser Konflikte: demokratische Willensbildung und Entscheidungsfin­dung (Inter­essensverbände, Parteien, Massenmedien)

C) Prinzipien des Umweltrechts


Art 174 Abs 2: Formulierung der Prinzipien aus der Sicht der Gemeinschaft (Vorsorgeprinzip, Verursacherprinzip, Ursprungsprinzip: wegen übernationaler Gemeinschaft – Bekämpfung natürlich dort, wo verursacht)

Österreich: Auch Prinzipien nicht genau aufgelistet – gibt nur den nationalen Umweltplan der österreichischen Bundesregierung von 1955

1.  Vorsorgeprinzip

Präventiver Umweltschutz muss betrieben werden ® moderne Umweltpolitik (nicht Abfall­beseitigung sondern –Vermeidung); vorrausschauendes Handeln, schonende Behandlung von Ressourcen ..

abstrakte Verwirklichung: Vermeidungsgebote; Minimierungsgebote dort, wo Vermeidung nicht möglich ist

 

Konkretisierung:


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