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Versöhnung mit Gott in der Gemeinde .doc

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Das zentrale Thema des Christentums – die Versöhnung – wurde und wird von vielen Theologen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln thematisiert.

Albrecht Ritschl erklärt in seinem Text „Versöhnung mit Gott in der Gemeinde“ wie es zur Versöhnung mit Gott kommt und welche fundamentale Rolle dabei der Gemeinde zukommt.

Um seine Argumentation darzustellen, werde ich die zentralen Begriffe anhand seines Textes definieren und sie miteinander in Beziehung setzen.

Das Kennzeichen der christlichen Gemeinschaft ist die Sündenvergebung.

Durch die Sündenvergebung ist es dem Menschen möglich, trotz seiner Sünden und seines Schuldgefühls, in eine Gemeinschaft mit Gott zu treten.

Laut Ritschl entsteht das Schuldgefühl folgendermaßen: Die Sünden von Gott v[Unbekannt1] ergeben, aber nicht vergessen, das Bewusstsein dieser Tatsache erzeugt bei dem Menschen Schuldgefühl.

Die Last der ungelösten Schuld ist die Strafe Gottes, heißt die Trennung von Gott. Durch die Sündenvergebung, welche die christliche Gemeinde durch Christi erfüllten Beruf erhält, wird diese Trennung aufgehoben und der Mensch tritt in die Gemeinschaft mit Gott ein. Anstelle der Strafe Gottes [Unbekannt2] hängt an dem Schuldgefühl nun das Vertrauen auf seine Verheißung, die frühere Schuldigkeit wird somit ausgeschlossen.

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Ritschl erklärt, dass die Gemeinde einzig durch Christus zur Gemeinschaft mit Gott gelangt.

Es ist erstrangig die Sündenvergebung von Christus abzuleiten:

Die Gemeinde ist also berechtigt, obgleich der Sünde und des Schuldbewusstseins, sich als Kinder Gottes zu wissen. Das kann sie allerdings nur, weil Christus aus Liebe zu den Menschen die Gnade und Treue Gottes bewährt hat.

Christus hat nämlich seinen Beruf das Reich Gottes einzuführen, im vollkommenen Gehorsam gegenüber Gott ausgeübt. Gott erkennt ihm seinen vollendeten Beruf an und räumt deshalb auch den Sündern, „(...)die Jünger Christi sind oder sein werden“(S.149) die von Christus bewahrte Stellung zu sich ein.

Die Sündenvergebung erlangen wir nicht durch die Sühne Jesu:

Ritschl lehnt es ab, „(...)daß Christus durch sein Leiden Frieden in Beziehung auf die Sünden der Menschheit gestiftet habe“(S.137) und widerspricht der Meinung mancher Theologen, Jesus habe “(...) durch die Gegenleistung seines Gehorsams gegen die Gesammtsünde der Menschen diese gutgemacht(...)“(S.138).

Der Autor ist der Meinung, dass diese Ansichten zur falschen Annahme verleiten würden, dass Christus die vorchristliche Menschheit mit Gott versöhnt hätte. Es ist aber vielmehr so, dass Christus die Menschheit als christliche Gemeinde zu Gott führt und es zu einem Friedenszustand zwischen ihr und Gott kommen lässt.

Es gilt: Nicht Gott wird versöhnt, sondern die Menschheit als Gemeinde mit Gott. Gott versöhnt in Jesus Christus die Welt mit sich selbst.

 

Ritschl betont, dass man die Rechtfertigung und Sündenvergebung einzig in der Gemeinde erfährt.

 

Die Gemeinde der an Christus Glaubenden, gegründet von Christi:

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Die Gemeinde ist das Ziel des Wirkens Christi. Durch sein Wirken hat er die christliche Gemeinde gestiftet. In dieser wird die Gemeinschaft mit Gott mit seiner väterlichen Liebe verbunden.

Christi „Beruf“ ist es das Reich Gottes zu gründen, dabei wirkt er als Prophet und auch als Priester, als Stellvertreter der Gemeinde, welche er zu Gott führt, damit ihr die Sünden vergeben werden und sie in die Gemeinschaft mit Gott eintreten kann.

Das Reich Gottes soll von der durch Christus gestifteten Gemeinde in der Welt verwirklicht werden.

Die Gewissheit der Sündenvergebung und die daraus folgende Gemeinschaft mit Gott erlangt man nur in der an Christus glaubenden Gemeinde. Von hier aus erkennt man den Zusammenhang zwischen dem Opfertode Christi und der Sündenvergebung.

Die Sündenvergebung, also die Versöhnung ist einzig in der von Christus gegründeten Gemeinde manifest.

In der Gemeinde, die aus gleich Glaubenden besteht, teilt man die Überzeugung der Wahrheit Christi. Die Gemeinde, als Ort der Beständigkeit der Versöhnung und der Gotteskindschaft, erinnert unverkennbar an Christus und sie zeugt selbst dann noch von der guten Absicht Christi, wenn sie in Verkehrtheit gerät.

 

Ritschl sieht in der Versöhnung keine effektive Entsündigung:

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Die Gnade, die die Christen von Gott erfahren, dient ihnen als Antrieb zu den entsprechenden Selbsttätigkeiten im christlichen Leben. Durch die Versöhnung hat der Gläubige zwar eine allgemeine Richtung des Willens auf Gott als Hauptmotiv erhalten: der in der Gemeinde wirkenden Heilige Geist Gottes richtet den Willen der Christen auf das Reich Gottes aus.

Doch die sittlichen Vorsätze folgen dem nicht automatisch, sondern müssen als besondere gefasst werden. Man bekommt sie weder einfach zu der Versöhnung dazu, noch findet eine Charakterumwandlung zum Guten statt, sondern der Mensch muss aus seiner eigenen Willenskraft heraus dem Willen Gottes folgen.

Von hier aus könnte man denken, dass tugendhaftes Leben und der Wille Gottes nach der Nachahmung Christi verlangt. Ritschl argumentiert jedoch gegen das Verständnis des `imitatio Christi`:

Im Bezug auf den Pietismus und die Idee des ´imitatio Christi` hält Ritschl das Bemühen um die Nachahmung Christi für undurchführbar. Denn Christi Relationen zur Welt befinden sich in einem dermaßen großen Abstand von denen der christlichen Menschen, dass eine Nachahmung Christi für den Menschen völlig unerreichbar wird.

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So sind wir als Kinder Gottes von der Welt nicht mehr abhängig, sondern können über diese herrschen, im Vertrauen auf unsere Versöhnung mit Gott durch Christus. Durch die Rechtfertigung ist Mensch zur sittlich-religiösen Freiheit bestimmt.

Dennoch sollte das Handels eines Christen in der Welt als Treue im sittlichen Beruf erfolgen.

Ritschl beurteilt den Begriff Wiedergeburt als ungenau und erklärt, dass der Gläubige neugezeugt wird.

Der Gläubige, der sich von der Sünde abkehrt befindet sich im Stande der Wiedergeburt. Wenn wir durch Christus mit Gott versöhnt und zu seinen Kindern werden, bedeutet das, dass wir von ihm adoptiert werden.

Wenn wir rechtfertigt und versöhnt werden, werden wir zu Gottes Kindern. Überträgt man auf die Begründung der Adoption zum Kind Gottes das Bild der Erzeugung und vergleicht man diese geistige Erzeugung mit der natürlich[Unbekannt3] en, so wird man sagen können, dass die Adoption eine Neuzeugung durch Gott ist.

Diese Neuzeugung bedeutet die Bestimmung des Menschen durch den Endzweck des Willens Gottes, vermittelt durch die väterliche Gnade Gottes. Dementsprechend ist das Wort Gottes ein zeugungsfähiger Samen.


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