Vermittlung von
Sozialkompetenz anhand der Projektmethode –
Möglichkeiten und Grenzen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von
Sozialkompetenz
3. Die Projektmethode
3.1
Merkmale der Projektmethode
3.2 Kompetenzen
der Projektmethode
3.2.1
Projektinitiative
3.2.2
Auseinandersetzung mit der Projektinitiative
3.2.3
Entwicklung der Projektinitiative zum Betätigungsgebiet
3.2.4
Durchführung des Projekts
3.2.5
Beendigung des Projekts
3.2.6
Fixpunkte
3.2.7
Metainteraktionen
4. Die Projektmethode als
Förderer von Sozialkompetenzen
4.1
Möglichkeiten der Förderung
4.2 Grenzen und
Probleme der Förderung
5. Resümee
6. Literatur
1. Einleitung
Die
Forderung nach sozialen Kompetenzen nimmt in der heutigen Zeit immer häufiger
zu. So liest man heutzutage in Stellenanzeigen, dass diese Kompetenzen von
zukünftigen Arbeitnehmern gefordert werden. Ein Ziel der Berufsschulen ist es,
ihre Schülerinnen und Schüler
auf die Anforderungen am Arbeitsmarkt vorzubereiten. Die
Kultusministerkonferenz (KMK) stellt zudem die Forderung an die Lehrerinnen und
Lehrer Handlungskompetenzen zu vermitteln. Ein Teil dieser Handlungskompetenz
entfaltet sich in der Dimension der Sozialkompetenz (vgl. Handreichung der KMK
2007, S.10). Es ist also Aufgabe der Berufsschullehrer soziale Kompetenzen im
Unterricht und somit in den jeweiligen Lernfeldern zu fördern.
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werden, inwiefern sich die Projektmethode zur Vermittlung von Sozialkompetenz
eignet, bzw. welche Möglichkeiten und Grenzen sie erfährt.
Ich
werde hierbei zunächst auf den Begriff der Sozialkompetenz eingehen. In diesem
Zusammenhang werde ich die Definition der KMK und das Verständnis nach Euler
anführen und diese miteinander vergleichen. Weiter werde ich dann allgemein auf
die Projektmethode eingehen und die Komponenten bzw. den idealisierten
Projektablauf nach Karl Frey vorstellen, dessen Literatur auch als Grundlage
hierfür dient. Des Weiteren wird dann auf die Möglichkeiten und Grenzen der
Projektmethode eingegangen und es soll untersucht werden, wie diese dann genau
bei der Vermittlung von Sozialkompetenz in der Berufsschule aussehen. Im
abschließenden Resümee werde ich dann zusammen-fassend die Frage beantworten,
ob die Projektmethode eine optimale oder angemessene Methode für das Lehr-
Lernziel Sozialkompetenz ist.
2. Definition von
Sozialkompetenz
Es
gibt verschiedene Definitionen des Begriffs von Sozialkompetenzen. Im Bereich
der Berufsschule hat die KMK diesen wie folgt definiert: „Sozialkompetenz bezeichnet die
Bereitschaft und Befähigung, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten,
Zuwendungen und Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit Anderen
rational und verantwortungsbewusst auseinander zu setzen und zu verständigen.
Hierzu gehört insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.“
(Handreichung der KMK 2007, S. 11).
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Das
Bedeutungsverständnis von Sozialkompetenzen nach Euler unterteilt dieser in
fünf Merkmale und zerlegt somit oben genannte Definition zum besseren
Verständnis. Als erstes spricht er vom Kompetenzverständnis. Die dort
angeführten Sozialkompetenzen sind als ein Bereich menschlicher
Handlungskompetenzen anzusehen. Kompetenzen werden durch die Dispositionen bzw.
Verhaltensmöglichkeiten eines Menschen gekennzeichnet. Des Weiteren können sie
als „..notwendige Dispositionen zur Bewältigung von Interaktionen mit anderen
Menschen über die der Dimensionen Wissen, Einstellungen und Fertigkeiten
konkretisiert und präzisiert werden“ (Euler 2009, S. 49).
Als
nächstes spricht Euler von der Wert- und Zielgerichtetheit der
Sozialkompetenzen. Werte und Ziele tragen eine soziale Interaktion als eine
Form menschlichen Handelns, wobei deutlich gemacht wird, dass diese Werte den
Interagierenden nicht aufgezwungen werden können. Als nächstes führt Euler die
soziale Interaktion an. Diese kann sowohl als Verhaltens- aber auch als
Inhaltskomponente erscheinen. Im Falle der Verhaltenskomponente wird ein
Prozess des Interagierens angesprochen,
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deutlich, dass eine Verknüpfung von Sozialkompetenzen mit Sach- und
Selbstkompetenzen vorhanden sein können und eine Trennung hierbei nur schwer
möglich ist. Als letztes Merkmal führt Euler den Situationsbezug der sozialen
Interaktion an. Es wird deutlich, dass Sozialkompetenzen nur
situationsspezifisch erworben werden können, nicht allgemein. Somit sind sie in
ihrer Eingrenzung auch auf die Situation anwendbar. So lässt sich abschließend
festhalten, dass verfügbare Sozialkompetenzen in ihrer Anwendbarkeit an
abgegrenzte Situationstypen gebunden sind (vgl. Euler 2009, S. 48 ff.).
Vergleicht
man nun die beiden angeführten Definitionen bzw. Verständnisse des Begriffs der
Sozialkompetenz so fällt auf, dass sich beide grundsätzlich an die gleiche
Zielgruppe richten. Für die Berufsschule und ihren berufsbezogenen Unterricht
ist die KMK Handreichung bestimmt. Somit gilt diese Definition für Schüler in
der dualen Ausbildung.
Euler
bezieht sich in seinen Ausführungen darauf, wie Sozialkompetenzen gezielt
gefördert werden können und regt dazu an, ein Verständnis über den
Bedeutungsgehalt des Begriffs zu erlangen. Weiterhin stellt er einen
Zusammenhang her, wie soziale Kompetenzen „..als Ziele des Lernprozesses gefasst
werden können“ (Euler 2009, S. 23).
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Im
Folgenden wird die Projektmethode explizit dargestellt um in Kapitel 4 darauf
eingehen zu können inwieweit sie Sozialkompetenzen fördert.
3. Die Projektmethode
Die
Geschichte der Projektmethode lässt sich auf das 17. Jahrhundert zurückführen
und ist zudem seit Anfang des 19. Jahrhunderts auch an deutschen Schulen zu
finden (vgl. Oelkers 1997, S. 15). Die Projektmethode ist eine Makromethode.
Sie basiert auf dem Prinzip der Handlungsorientierung im Unterricht und zielt
auf die Selbstständigkeit und soziale Kompetenz der Schüler (vgl. Emer u.
Lenzen 2004, S. 217). Somit entspricht sie den Forderungen der KMK handlungsorientiert
zu unterrichten. Frey beschreibt den Begriff der Projektmethode als einen Weg,
der von Lehrenden und Lernenden zu gehen ist, wenn sie sich bilden wollen.
Bezeichnet wird als Projekt das konkrete Lernunternehmen, das von einer Gruppe
ausgehandelt, geplant, angepackt, durchgehalten oder auch abgebrochen wird. Bei
der Durchführung ist darauf zu achten, dass der ideale Projektablauf 7 Phasen
umfasst, fehlt eine dieser Phasen so ist das dann projektartiges Lernen (vgl.
Frey 2007, S. 15).
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