VERKEHR EUROPA
2. Das historische Dilemma der
Verkehrswegeplanung
Bewusstseinswerdung einer
bevorteiligten Mobilität, früher gab es kein Interesse richtige Strassen
einzurichten. Wenig Reisen, Adel bewegte sich auf Pferden fort, schlechte Wege
somit egal.
Postdienstà 17. Jhdt. Bestreben nach hochleistungsfähiger Strassen.
Frankreichà Errichtung von Königsstrassen, fortschrittlichstes Land,
was den Straßenbau betraf. Haben Römerstrassen analysiert und verbessert.
Brachten viel Geld für Strassen auf (Allee-Trottoir). Allee ist eigentlich ihre
Straßenbefestigung. Chaussee= Hochleistungsstrassen.
Tescapetà durch ihn wurde die erste technische Hochschule für Straßenbau
errichtet. Vieles lief unter militärischer Geheimhaltung und drang nicht nach
außen. Von der Masse wurden die Strassen noch immer nicht genutzt.
Reisebedürfnis erst in Biedermeier- Zeit. Einzige Reise- Walfahrt, Pilgerfahrt.
Adel immer noch oft beritten unterwegs (nicht in Kutschen). Frächter und
Handeltreibende.
Mittelalterà Straßenzwänge, in den Städten mussten
die Handelnden ihre Waren darbieten und durften dann erst weiterfahren. Es
wurde auch Maut verlangt. Nur selten und teure Produkte waren Ladegut eines
Fernhandels, weil der Transport so teuer war.
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Erst Merkantilismus (1711-1740)-
Bestrebungen nach besonderen Fahrkörpern in der Oberschicht. Ziel= gewerbliche
Arbeit stärker einführen. Somit benötigte man den Handel. Hauptkommerzialstraße
war Wien- Graz-Triest.
Türkenkriege halfen dem schrägen
Durchgang (durch Kärnten- Neumarkt- Mur/Mürz- Furche- Semmering- Wien) man
hatte nach den gewonnenen Kriegen keine Angst mehr vor den Türken. Dieser
Durchgang war eine Erfindung von Venedig.
Erhard—Etzlaub- Romweg- Karteà älteste Karte (ca 1400 gezeichnet).
Südorientierung. Judenburger Stadtturm wurde dem Campanile nachgebaut
(Verbindung zu Venedig).
Kaiserliches Patentà man soll auf eigenem Weg Triest
erreichen- Hauptkommerzialstraße (schräger Durchgang).
Wichtig: große Flüsse und Seen.
Heute eher ein Verkehrshindernis (Brückenbau), damals ganz anders. Wasserwege
wurden benutzt. Flussweg war im vorindustriellen Zeitalter ein Vorteilsweg
(auch Seeweg); Boote konnten gegenüber dem Fuhrweg viel mehr transportieren;
flussaufwärts wurden Boote durch Pferde und Menschen gezogen;
Öà
einziger leistungsfähiger Kanalà
Wnr. Neustädter Kanal. 1803 hergestellt; 56 km lang, heute Radweg. 4-5m breit;
man wollte ihn bis nach Triest weiterführen.
Linz- Budweis- Pferdeeisenbahn.
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Video: Eisenbahn als Machtsymbol.
Russland- Alexander- Transit.
Rudiyard Kiplingà „die Zivilisation unter Völkern ist mit
dem Entwicklungsgrad von Verkehrsinfrastruktur gleichzusetzen“.
15.
03. 2007
Transit: größter Zuwachs à Donauachse 24% an 2. Stelle Korridor
Süd.
Erste transeuropäische
Verkehrsplanungà Römer: z.B.
Leibnitzer Feld- Römerweg. Gerade Strassen; Römisches Reich hat ohnehin
gänzlich Europa beherrscht, dann lässt sich so was durchführen.
Postrouten: erster indirekter
Zwang zu einer Straßenverbesserung; auch Bürgertum war schon unterwegs; 18/19.
Jhdt kannte die Masse der Bevölkerung noch keine Mobilität; Adel war beritten;
nur Frächter der Handelstreibenden waren an Verkehrswegen interessiert; große
Konkurrenzsituation des Säumerverkehrsà
schmale Trampelpfade über direkten Weg über das Gebirge; war oft billiger als
der Verkehr im Tal (Quelle: Pichler 1989). Geringe Geschwindigkeiten;
Barrierefunktion der Alpen wurde längst nicht so stark wahrgenommen wie heute.
Winterverkehrà zugefrorene Flüsse,
Seen; Boden war gefrorener besser.
Bestreben nach leistungsfähigen
Verkehrsnetzen- Merkantilismus (Karl G.). staatspolitische Bestrebungen des
Habsburgerreichs. Erkenntnis der Notwendigkeit besonderer Fahrkörper; Vorbild-
französ. Königsstraßen;
1719 Triest wurde Freihafen.
Triest- Graz- Wien Straßenbau.
1728 ist neues Denken
eingetreten.
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Bildungs- und Kommerzreisenà kommen erste Hälfte 19 Jhdt in Mode. Erste
Postroutenkarten, Posttopographien, Reisehandbücher.
Gewässer waren
Haupttransportträgerà kein
Massenangebot an Eisen- wurde sparsam eingesetzt. Fehlen einer Erfindung
größerer Brückenspannweiten; unvergleichbare Leistungsfähigkeit des Schiffs,
schnell ging es nur flussabwärts- flussaufwärtsà
treideln (Treidelspfade).
Dampfmaschinenschiffà noch mehr Wasserverkehr, auch
flussaufwärts konnte man schnell unterwegs sein. Leistungen für
Binnenschiffnetz wurden erbracht- Frankreich, Po, Niederlande.
Wnr. Neustädterkanalà 1803 begonnen. 1809 beendet, 50 km lang;
jetzt Radwege, man wollte ihn bis Triest weiterbauen. Eisenbahn noch nicht
erfunden. Lendkanal ist noch älter (Klgft) und wurde auch erweitert. Hat
Klagenfurt mit alten Wörthersee verbunden. Menschen früher völlig andere
Geisteshaltung zu Verkehr, man beneidete Gebiete mit langer Küstenentwicklung.
Durchwegigkeit des Raumes unter einem ganz anderen Blickwinkel.
Aufbau technisches System
Eisenbahnà Aufstieg der Wirtschaft
des 19 Jhdt; für die Monarchie, aber kein sprunghafter Aufstieg in Zentraleuropa.
Man schwankte zwischen Hoffnung und Skepsis. Neu waren die standortunabhängigen
Produktionsstätten; erstmals Clusterbildung von Industrieräumen.
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Magnetà Industrieregion Wnr. Neustadt, stmk. Erzberg- die Schmiede-
u. Waffenkammer der Monarchie. Personenverkehr war nur ein Nebeneffekt. Erste
Netzwerke/ Netze entstehen.
Wessely- „Hochleistungsachsen
sind Wohlstandsachsen“. Westbahn viel später gebaut als Südbahn.
Pferdeeisenbahn Gmunden- Linz-
Budweis. Achslastmöglichkeiten waren viel größer. Erste transeuropäische N-S-
Strecke= Gotthardachse (nur 1x/Tag ist ein Schnellzug gefahren).
Pferdepostkutsche wurde durch die Eisenbahn nicht verdrängt. Transportgewerbe wurden
selbstständige Berufe, früher Nebenerwerb. Anfänge von Speditionen. Neu waren
Fahrpläne- (1) neue Arbeitsmobilität, Landflucht
(2) Besuchsreisebedürfis
(3) Auswanderungsmobilität
(4) Bildungsreisebedürfnis eines breiter
gewordenen Mittelstandes.
Neuà
Landschaftsreisegenuss (v.A. Schweiz), auch Hotellerie schon vorhanden-
Alpinismus, Bahnen als Aussichtsbahnen gebaut.
Ausbreitung der Bahn in der
Fläche, somit Chancen auf Mobilität ganzer Nationen. Technisch- soziale
Revolution durch Mobilität. Eisenbahn ruft TEN- Gedanken auf; rasche
Verbindungen zu starken Zentren (Wien wurde zur Welthauptstadt); Distanzen
verschwinden; Kultur wird verbreitet. In Spanien und Russland Breitspurbahnen
entwickelt, Grund war wieder ein militärischer- Vormachtstellung.
22.3.2007
England+ Wales 1830 33.000
km Kunststraßen
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