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Vergleich: Ich wollte bei dir weilen - Das Bett - von Michael Krüger von Laura Elser .rtf

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Human Science
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German
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Interpretation
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Vergleich der Gedichte „Ich wollte bei dir weilen..“ von Heinrich Heine und „Das Bett“ von Michael Krüger von Laura Elser

Die Gedichte „Ich wollte bei dir weilen“ von Heinrich Heine und „Das Bett“ von Michael Krüger beschäftigen sich mit der Trennung, dem Trennungsschmerz und der Überwindung des Schmerzes.

Das Gedicht „ Ich wollte bei dir weilen“ von Heinrich Heine aus dem Jahre 1823 besteht aus vier Strophen mit jeweils vier Versen. Es liegt ein Kreuzreim vor, wobei jedoch die letzte Strophe keinen Kreuzreim aufweist. Es reimen sich hier nur Vers 14 mit Vers 16.

Die ersten drei Strophen beschreiben die Situation des lyrischen Ichs nach dem Verlassen werden. Die letzte Strophe beinhaltet bereits einen positiven Ausblick in die Zukunft, der die Überwindung des Trennungsschmerzes andeutet.

In der ersten Strophe wird der Trennungsschmerz des lyrischen Ichs und die Sehnsucht nach der Geliebten geschildert.

Die zweite Strophe beinhaltet die gegensätzlichen Gefühle des lyrischen Ichs und der Geliebten. Während das lyrische Ich traurig und verzweifelt ist und sich der Geliebte voll ergeben hat, macht diese sich über seine Gefühle lustig und empfindet kein Mitleid.

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Doch so verzweifelt, wie das lyrische Ich in dieser Strophe auch ist, so wird in der vierten und letzten Strophe bereits angedeutet, dass das lyrische Ich den Schmerz überwindet und positiv in die Zukunft blickt.

An rhetorischen Stilmittel verwendet Heine lediglich eine Anapher in Strophe eins Vers drei und vier: „Du musstest von mir eilen, Du hattest viel zu tun.“ Mit der Wiederholung des Wortes „Du“ will der Dichter ausdrücken, dass nicht das lyrische Ich Schuld an der Trennung ist, sondern die Geliebte.

Sie trägt die Verantwortung für die Trennung, sie hat das lyrische Ich verlassen („ Du musstest von mir eilen“ Vers 3 ), weil sie keine Zeit mehr für ihn hatte. („Du hattest viel zu tun“ Vers 4).

Hier wird schon deutlich, dass das lyrische Ich sich seiner Verantwortung entzieht, da es nur die Schuld bei seiner Geliebten sucht. („ Du musstest von mir eilen“ Vers 3, „Du hattest viel zu tun“ Vers 4).

Es stellt sich nicht die Frage, ob es nicht auch Fehler in der Beziehung gemacht hat, die für die Trennung mit verantwortlich waren. Diese Haltung wird in Strophe zwei bestärkt, auch hier klagt das lyrische Ich die Geliebte an, die seinen Schmerz nicht ernst nimmt, ihn auslacht. („ Du lachtest aus voller Kehle“ Vers 7) und ihn sogar verhöhnt. ( „Und machtest 'nen Knicks dabei Vers 8).

Sie bringt ihm und seinem Schmerz keine Achtung mehr entgegen, sondern sieht auf ihn herab .

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Auch in dieser dritten Strophe sieht das lyrischen Ich nicht ein, dass für eine Trennung immer beide Seiten verantwortlich sind. Das lyrische Ich „badet“ förmlich in seinem Schmerz, in seinen Anklagen und Schuldzuweisungen.

In der vierten Strophe wird der Blick in die Zukunft für das lyrische Ich deutlich. Es versucht nach vorne zu blicken und seinen Schmerz zu vergessen. („Glaub nicht, dass ich mich erschieße“).

Das lyrische Ich unterstellt der Geliebten, dass sie ihn mit der Trennung vernichten wollte. ( Vers 13 ). Es denkt jedoch nicht darüber nach, aus welchen Gründen seine Geliebte ihn verlassen hat und stellt sich nicht die Frage, ob nicht auch er etwas falsch gemacht hat. Für ihn ist die Beziehung nun beendet, er hat einen Schlussstrich gezogen, da er aus Erfahrung weiß, dass auch nach einer Trennung das Leben weitergeht. („ Ist mir schon einmal geschehen“).

Der Leser wird auch in dieser Strophe im Unklaren gelassen, warum die Liebesbeziehung gescheitert ist. Heinrich Heine beschreibt lediglich die verletzten Gefühle des lyrischen Ichs und seine Schuldzuweisungen an die Geliebte.

Das zweite Gedicht „Das Bett“ von Michael Krüger aus dem Jahre 1996 besteht aus nur einer Strophe mit zehn Versen. Das Gedicht besitzt keine regelmäßige Struktur und besteht aus freien Versen.

 

Es beschreibt einen Trennungsschmerz.

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Michael Krüger wechselt in seinem Gedicht die Zeitformen.

Er beginnt mit dem Plusquamperfekt und Perfekt, um die Taten des lyrischen Ichs nach der Trennung von der Geliebten zu schildern. („Als du weggegangen warst“ Vers 1), („Habe ich dein Bett abgezogen Vers 2).

In Vers 3 benutzt er dann das Präteritum („Die Matratze sah aus“) zur Beschreibung der beendeten Beziehung, wobei das Wort „Matratze“ im übertragenen Sinne für diese steht. Ab Vers fünf bis zehn bleibt er dann im Präsens. Er ist damit in der Gegenwart angekommen und verarbeitet die Beziehung („Bin ich mir nicht mehr sicher, auf welcher Seite ich liege“ Vers 6-7).

Er ist sich einerseits noch nicht sicher, ob er bereits den Schmerz überwunden hat („Mit einem Bein im Gefängnis“ Vers 8), andererseits freut er sich aber über die neu gewonnene Freiheit („mit dem andern in der Freiheit“ Vers 9). Gefühlsmäßig hat er die Trennung noch nicht überwunden, sein Verstand sagt ihm jedoch, dass er die Geliebte vergessen soll, um einen Neuanfang machen zu können.

Diese Ambivalenz wird auch in Vers fünf („Wenn ich jetzt das Licht lösche“) d.h. Ich steh im Dunklen und bin allein und in Vers acht („Mit einem Bein im Gefängnis“) d.h.

Ich bin isoliert von der Außenwelt, sowie im Vers neun („mit dem andern in der Freiheit“) ausgedrückt.

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Der Vergleich in Vers drei und vier drückt dies sehr schön aus, die Matratze gleich Beziehung sah für das lyrische Ich aus wie ein „abgerissener Sträfling“. Er fühlte sich in dieser Beziehung nicht wohl, eingeengt und eingesperrt, dennoch wollte er sie aufrecht erhalten.

So zeigt auch der letzte Vers, dass er sich noch nicht sicher ist, ob er die Trennung überwunden hat, was ihn auch um den Schlaf bringt („An Schlaf ist nicht zu denken“ Vers 10).

Der Wechsel der Zeitformen belegt sehr schön den Wechsel des Gefühlschaoses und macht damit das Gedicht sehr lebendig. Der Leser kann sich in das lyrische Ich hinein versetzen, weil diese Alltagssituation sehr anschaulich geschildert wird.

Beide Dichter wählen als Grundthema ihrer Gedichte die Überwindung des Trennungsschmerzes.

Heinrich Heine, einer der letzten Vertreter der Romantik, sieht in der Trennung durchaus die Möglichkeit eines Neuanfangs, während Michael Krüger, ein Vertreter der Modernen, noch zwiegespalten ist. Für ihn ist die Trennung noch nicht endgültig verarbeitet.

Die Gedichte unterscheiden sich in ihrem formalen Aufbau deutlich. Das erste Gedichte hat eine regelmäßige Struktur (4 Strophen á 4 Verse) und ein fast regelmäßiges Reimschema.

Im Gegensatz dazu weist das zweite Gedicht eine solche Struktur nicht auf. Es besteht lediglich aus einer Strophe ohne Reimschema.

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Hier zeigt sich, dass die Gedichte aus unterschiedlichen Epochen stammen. Heine folgt dem romantischen Gedankengut, dem sehnsüchtigen Streben nach Liebe und Glück, während Krüger, am Ende des 20. Jahrhunderts, eher nüchtern und emotionslos das Ende einer Beziehung beschreibt.

Heine sieht das Ende der Beziehung durchaus positiv, er will sich nicht „erschießen“, er nimmt das Ende hin, um einen Neuanfang zu machen.

Krüger hingegen ist über die Trennung noch nicht hinweggekommen, für ihn bedeutete die Beziehung etwas Negatives, was er in seinen Metaphern „Gefängnis“, „Sträfling“, „Matratzen“ zum Ausdruck bringt.

Für mich drückt Heinrich Heines Gedicht trotz des Schmerzes etwas Positives aus, der Leser ahnt, dass das lyrische Ich nicht allzu-sehr verzweifelt ist, da es eine Trennungssituation bereits kennengelernt und verarbeitet hat.

Mir gefällt daher dieses Gedicht besonders gut, da es sehr gefühlvoll geschrieben und dem Leser einen positiven Ausgang zeigt. Krügers Gedicht hingegen gefällt mir nicht so gut, da es sehr düster wirkt, was auch durch den Vergleich mit dem Gefängnis besonders betont wird. Es wirkt auf mich deprimierend, da ein positives Ende und ein Neuanfang nicht zu sehen ist.

 


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