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Verbale Konditionierung: Greenspoon-Effekt .doc

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Social Science
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Psychology
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2011, Zimmer
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Verbale Konditionierung

Karl Franzens Universität Graz Wintersemester 11/12

Psychologisches Institut Abgabedatum 20.12.2011

Gebundenes Wahlfach Allgemeine/ Biologische Psychologie

Dr. rer. nat. U. Zimmer

1.                       Zusammenfassung

In einem Experiment zur verbalen Konditionierung nach Greenspoon wurde der verstärkende Einfluss der Versuchsleiters auf Versuchspersonen untersucht. Diese mussten in einer vermeintlichen Kreativitätstestung in 28 Durchgängen zu jeweils einem von drei Symbolen einen möglichst kreativen Satz sagen und wurden darin durch Lob verstärkt, sofern ihre Wahl auf ein Symbol der Kategorie „Mensch“ fiel.

Es stellte sich heraus, dass der Versuchsleiter in diesem Experiment keinen Einfluss auf die Wahl der Kategorie hatte. Die Aufgabe, kreativ zu sein, stellte sich für die Versuchspersonen als zu ablenkend heraus. Außerdem empfanden sie das Lob des Leiters als willkürlich und somit oftmals irritierend.

Die Geschichte der Konditionierung reicht mittlerweile über ein Jahrhundert zurück. Während Experimente zur Operanten Konditionierung von Skinner und Thorndike auch heute noch zu den bekanntesten aus der Geschichte der Psychologie gehören und wissenschaftliche Anerkennung fanden, so gab und gibt die verbale Konditionierung nach Greenspoon (1955) nach wie vor ausreichend Stoff zur Diskussion.

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Allerdings besaß seine Auswertung etliche Mängel, die nicht zuletzt von Spielberger und De Nike (1961) bei einer Replikation des Experiments kritisiert wurden. In diesem sorgfältiger durchgeführtem Experiment stellte sich heraus, dass es nach verbaler Verstärkung keinen Effekt gibt.

Von diesem geschichtlichen Hintergrund und seinen Diskussionen angeleitet, wollen wir im Folgenden erfahren, inwieweit es tatsächlich möglich ist, seine Umgebung subtil verbal zu konditionieren. Es gibt offensichtlich viele Schwierigkeiten, die bei der Durchführung eines solchen Experiment auftreten können.

Dazu gehören unter anderem die Eindeutigkeit des Stimulus, der Einheitlichkeit in seinem Einsetzen durch unterschiedliche Versuchsleiter oder der Einfluss der abschließenden Fragebogengestaltung auf die Versuchspersonen. All das stellt für uns eine Herausforderung dar, die wir in ihrer Komplexität nicht unterschätzen wollen und die zugleich aber doch den Reiz ausübt, unsere Zweifel bezüglich der verbalen Konditionierung mit dem folgenden Experiment zu beseitigen.

Es gibt nach wie vor viele offene Fragen was den Versuchsleitereffekt angeht, weshalb wir um Klarheit und Antwort bemüht sind. Wir möchten unser Augenmerk der Frage widmen, ob es tatsächlich möglich ist, bei Personen durch verbale Verstärkung ein gewünschtes Verhalten zu erreichen. Dies ist zwar in seiner Frage nichts Neues, doch treten wir im Experiment anders als unsere Vorgänger an sie heran.

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Wir möchten dies unter dem Vorwand einer Kreativitätstestung tun, in welcher der Proband wiederholt unter 3 unterschiedlichen Symbolen der, ihm unbekannten, Kategorien „Mensch“, „Tier“ und „Ding“, auswählen und einen möglichst kreativen Satz dazu formulieren soll.

Dazu verstärken wir eine Gruppe mit später genau ausgeführtem Lob und lassen eine andere von uns unbeeinflusst testen. Der Grund weshalb wir uns für die vermeintliche Kreativitätstestung entschlossen haben, ist, dass wir uns erhoffen, dass eine Verstärkung so möglichst unbewusst geschieht, da die Aufmerksamkeit der Versuchspersonen vermehrt auf der Aufgabe liegt, während die Versuchsleiter subtil Einfluss nehmen können.

Im abschließenden Fragebogen geht es noch mehr darum, die Versuchspersonen so wenig wie möglich zu lenken um direkt und unverfälscht erfahren zu können, ob sie eine Verstärkung bemerkt haben.

Die Hypothese ist, dass sich Lob verstärkend auf die Wahl der Kategorie „Mensch“ auswirkt und damit öfter von den verstärkten Veruschspersonen genannt wird, als andere Kategorien. Desweiteren soll bei der Kontrollgruppe kein Versuchsleitereffekt auftreten; Sie wählen die Kategorie „Mensch“ seltener als ihre verstärkten KollegInnen.

Wir sind der Überzeugung, dass es möglich ist die Umwelt gezielt verbal zu verstärken.

 

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Untersucht wurde die Fragestellung mithilfe dreier Aufgaben. Zu Beginn des Experimentes mussten die Probanden einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Anschließend stellten sie sich einer Kreativitätsaufgabe, in der sie aus von ihnen ausgewählten Symbolen, einen möglichst kreativen Satz bilden sollten. Abschließend hatten sie erneut einen Fragebogen auszufüllen.

Versuchsplan

Bei diesem Experiment handelt es sich um einen zweifaktoriellen Versuchsplan mit einem Between-Subject-Faktor und einem Within-Subject-Faktor im 2x2 Design.

Die erste unabhängige Variable (UV) war die Untersuchungsgruppe. Die Personen wurden zufällig von den Testleitern in die „Testgruppe“ oder in die „Kontrollgruppe“ eingeteilt.
Die Testgruppe erhielt eine Verstärkung durch den Untersuchungsleiter (Ul) auf die Kategorie „Mensch“, die Kontrollgruppe erhielt keine Verstärkung.

Aus der ersten UV lässt sich ein Between-Subjet-Design (Gruppenfaktor) erklären.

Die zweite UV war die Testphase, die in eine 8 Durchgänge dauernde „Baseline-Testung“, sowie in eine 20 Durchgänge beinhaltenden „Testphase“ aufgeteilt wurde. Daraus lässt sich das Within-Subject-Design (repeated measures - Messwiederholung) ableiten.

 

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Es wurde so gut wie möglich versucht die Störvariablen gering zu halten, was bei unterschiedlichen Untersuchungsleitern (Ul), jedoch nicht immer einfach ist. Die Instruktion der Untersuchung wurde jedem Pbn vorgelegt, und nicht durch den Ul erklärt.

Auch die Bilder wurden jedem Utn in der gleichen Reihenfolge präsentiert. Desweiteren wurden vor Beginn des Experiments die Verstärkungsphrasen für die Ul festgelegt.
Da jedoch in unterschiedlichen Räumlichkeiten, zu verschiedenen Tageszeiten und durch drei Ul getestet wurde, müssen die Störvariablen, wie Zeitunterschiede, Untersuchungsleiter und Räumlichkeit unter allen Umständen mit bedacht werden.

ProbandInnen

Bei dieser Untersuchung wurden insgesamt 32 ProbandInnen (Pbn) getestet. Es handelt sich um 16 männliche und 16 weibliche Versuchspersonen im Alter zwischen 19 und 33 Jahren (MW=24.88 , SD=3.129) . Da in der Untersuchung, die Ausbildung nicht von Interesse war, können keine Aussagen über den Bildungsstand der Pbn gemacht werden.

Die Testungen fanden im Zeitraum vom 10. November bis 30. November statt und wurden von den Versuchsleitern in Einzeltestungen durchgeführt.


Versuchsmaterial

 


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